VisitOSLO, Oslos offizieller Tourismus-Guide, benennt in der 2018er-Ausgabe 54 Attraktionen und Sehenswürdigkeiten für die norwegische Hauptstadt. Oslo ist reich an Museen, atemberaubenden Bauten und kulturellen Höhepunkten. Von großem Vorteil ist, dass die wesentlichen Attraktionen im Stadtzentrum auf engem Raum beieinanderliegen. Unsere drei persönlichen Highlights für einen erlebnisreichen Tag sollten bei keinem Oslo-Besuch fehlen.

Karl Johans Gate im Zentrum Oslos 

Karl Johans Gate im Zentrum Oslos


Drei Top-Sehenswürdigkeiten  in Oslo

Die nationale Ski Arena Holmenkollen zählt zu den meist besuchten touristischen Attraktionen Norwegens. Der Blickfang der Anlage ist die neue, spektakuläre Sprungschanze. Zur Ski Arena gehören ferner ein Ski-Museum, ein Café, ein Ladenbereich, Loipen und ein Ski-Simulator.

Die Holmenkollen Sprungschanze Das Holmenkollen Stadion Das Holmenkollen Ski-Museum Der Ski-Simulator

 

Seit 1892 finden am Berg Holmenkollen Skisprung-Wettbewerbe statt. Anfänglich wurde 21 Meter weit gesprungen. Der neue Rekord der 232 Millionen Euro teuren Skischanze liegt bei über 140 Metern. In der Schanze stecken 1.000 Tonnen Stahl und zig Tonnen Beton. Die Höhe der S-förmigen Stahlskulptur beträgt 63 Meter. Mittels eines Schrägaufzugs erreichen Besucher den Absprungbereich und die darüber eingerichtete Aussichtsplattform. Von der Höhe genießen sie phantastische Ausblicke auf Oslo, den Fjord und die umgebenden Wälder. Adrenalin-Junkies buchen außerhalb des Winters die 361 Meter lange Zipline. Sie führt vom Absprungbereich hinunter in die Arena. Das Gefälle beträgt 108 Meter.

Holmenkollen Skischanze Auslauf der Holmenkollen Skischanze Blick von der Skischanze auf Oslo Der Bogstadvannet und Holmenkollen

 

 Zur Holmenkollen Ski Arena fährt die U-Bahnlinie T 1. Vom Stadtzentrum dauert die Fahrt 25 Minuten.
Tickets: Skimuseum und Aussichtsplattform kosten 140 NOK (14,70 Euro); Inhaber des Oslo Pass zahlen keinen Eintritt.

Der Vigeland Skulpturenpark ist ein Teil des Frognerparks, einer der vielen Parkanlagen Oslos. Der wohl bedeutendste norwegische Bildhauer Gustav Vigeland hat für den Park mehr als 200 Skulpturen aus Bronze, Schmiedeeisen und Granit geschaffen, und er entwarf das Design des Parks. Jährlich kommen mehr als eine Million Besucher in den Park, um das Lebenswerk des Bildhauers zu bestaunen.

Im Vigeland Skulpturenpark Vigeland Skulpturenpark - Brücke mit Bronzeskulpturen Vigeland Skulpturenpark - Brunnenanlage Vigeland Skulpturenpark - Granitfiguren vor dem Monolithen

 

Einzigartig ist der aus 121 Figuren bestehende 17 Meter hohe Monolith. Die Säule verschlungener Menschenleiber wurde aus einem einzigen 280 Tonnen schweren Granitblock gehauen. Wofür der Monolith steht, ist nicht klar. Zumindest aber gibt es unterschiedliche Deutungen.

Der Monolith im Vigeland Skulpturenpark

Der Monolith im Vigeland Skulpturenpark


 Der Skulpturenpark ist ganzjährig durchgehend geöffnet.
Tickets: Freier Eintritt
Mit der Trambahnlinie 12 erreichbar.

Auf drei Bühnen des Norske Opera & Ballett werden Ballett-, Konzert- und Opernaufführungen gezeigt. Das futuristische Gebäude ist Norwegens größtes Musiktheater. Für den Neubau stand die Oper im australischen Sydney Pate. Das Gebäude wurde als Halbinsel im Hafenbereich Bjørvikas in den Fjord hineingebaut.

Das Neue Opernhaus

Das Neue Opernhaus


Die Gebäudeform soll nach Ansicht der Macher einem treibenden Eisberg gleichen. Die im Hafenbecken vor der Oper liegende schwimmende Skulptur „Hun Ligger“ unterstreicht die Projektion. Das aus Stahl und Glas gefertigte Gebilde wurde aufgetürmten Eismassen nachempfunden.

Schwimmende Skulptur Hun Ligger Begehbare Dachebene des neuen Opernhaus

 

Besucher des riesigen, zu 90 Prozent mit Marmor verkleideten Gebäudes können auf der steilen, 20.000 Quadratmeter messenden Dachebene spazieren gehen. Von fern sieht es aus, als ob sich die Menschen wie Pinguine auf einem Eisberg bewegen. Einen Blick wert sind ebenfalls das offene Foyer und die Restaurants.

Das Opern-Restaurant Neue Oper - Architekturdetail

 

 Standort: Operagata; 200 Meter vom Hauptbahnhof entfernt.

Weitere empfehlenswerte Sehenswürdigkeiten in Oslo

Im Jahr 1299 wurde mit dem Bau der Festung Akershus und eines Schlosses begonnen. In der Folgezeit wurde die Anlage weiter ausgebaut; später wurde sie modernisiert. Das Schloss wurde zur königlichen Residenz umgestaltet.

Akershus Festung mit Mein Schiff 4

Akershus Festung mit Mein Schiff 4


Große Kreuzfahrtschiffe legen unterhalb der Festung am Søndre Akershuskai an.
Tickets: Freier Eintritt; Führungen kosten 75 NOK (7,90 Euro).

Seit dem Jahr 1070 ist Oslo Bischofssitz. Der evangelisch-lutherische Osloer Dom, die Oslo Domkirke, ist der dritte Dom in der Stadtgeschichte. Der erste verfiel, und der zweite brannte nieder. Der aktuelle Dom wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts errichtet. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde er umgebaut. Original erhalten sind die Kanzel, die Altartafel und die Orgelfassade. Sehenswert ist ebenfalls das 1.500 Quadratmeter messende Deckengemälde des norwegischen Künstlers Hugo Lous Mohr. Es entstand zwischen 1937 und 1950.

Die Oslo Domkirke am Stortorvet Altarraum des Osloer Doms Deckenmalereien im Osloer Dom Buntglasfenster im Osloer Dom

 

Schloss, Storting und Rathaus 

Am Ende der Karl Johans Gate liegt auf einer Anhöhe das Königliche Schloss. Erbaut wurde es zwischen 1824 und 1848. Täglich um 13:30 findet davor die Wachablösung statt. Der Palast ist von einer Parkanlage mit majestätischen Bäumen, Rasenflächen und schönen Teichen umgeben. Der Palastgarten darf besichtigt werden. Weht die Landesfahne über dem Schloss, ist die Königsfamilie anwesend.

Das Königliche Schloss Reiterstandbild König Karl III. Johan

 

Das Reiterstandbild auf dem Schlossplatz vor dem Schloss zeigt König Karl III. Johan.

Für Besucher ist das Schloss von Ende Juni bis Mitte August geöffnet. Karten für 60-minütige Führungen können in Postämtern gekauft werden. Kosten: 135 NOK (14,20 Euro).
Anschrift: Slottsplassen 1, Oslo

Etwa 900 Meter Luftlinie trennen das Königliche Schloss und das Storting. Die Karl Johans Gate verbindet die sich gegenüberliegenden Bauten. Der Bau des Stortings, Norwegens Nationalversammlung, wurde im Jahr 1866 vollendet. Im Parlament wird eine repräsentative Auswahl norwegischer Kunst gezeigt.

Das Storting - Norwegens Parlament

Das Storting - Norwegens Parlament


Besucherführungen im Storting finden an Samstagen statt.

Acht Anläufe waren erforderlich, bis im Jahr 1930 die Planungen zu Form und Gestalt des Oslo Rådhus abgeschlossen waren. Im Jahr 1939 konnten die ersten Büros bezogen werden und im Mai des Jahres 1950 wurde der außergewöhnliche Bau offiziell eingeweiht. Das Osloer Rathaus ist der steingewordene Ausdruck der politischen Ablösung Norwegens von Schweden im Jahr 1905.

Oslos Rathaus

Oslos Rathaus


Im zentralen Bau des Rathauses liegen die Räume des Stadtparlaments und die Festräume. Die beiden flankierenden 66 und 63 Meter hohen Türme werden als Büroräume genutzt. Die öffentlich zugänglichen Bereiche des Rathauses wurden mit Motiven der norwegischen Geschichte, der Kultur und der Arbeitswelt künstlerisch gestaltet. Auf der Dachebene des Ost Turms spielt zu jeder vollen Stunde ein aus 49 Glocken bestehendes Carillon.

Oslos Rathaus von Nordost

Oslos Rathaus von Nordost


Jedes Jahr wird am 10. Dezember, dem Todestag von Alfred Nobel, im Osloer Rathaus der Friedensnobelpreis verliehen.

Die Eingangshalle des Osloer Rathauses Die Festgalerie des Osloer Rathauses Der Bankettsaal des Osloer Rathauses Sitzungssaal der Ratsversammlung

 

Von Feiertagen und der Nobelpreis-Zeremonie abgesehen ist das Rathaus täglich für Besucher zwischen 9:00 und 16:00 Uhr geöffnet. Jährlich nutzen etwa 300.000 Personen das Angebot.
Die Teilnahme an regelmäßigen Rathausführungen ist mindestens sieben Tage vor der Führung auf der Website des Rathauses anzumelden. Führungen werden auch in deutscher Sprache angeboten.

Oslos Museumslandschaft

In Oslo gibt es gemäß VisitOSLO mehr als 50 Museen. Deren Thematik variiert zum Beispiel zwischen Geschichte, Kunst, Sport, Tieren, Zauberei. Es folgt eine kleine Auswahl.

Am Oslofjord liegt das private Astrup-Fearnley-Museum. Es ist der Gegenwartskunst gewidmet und Heimat einer der größten privaten Kunstsammlungen Norwegens. Der italienische Architekt Renzo Piano schuf das Bauwerk.

Astrup Fearnley Museum

Astrup Fearnley Museum


Das Polarschiff Fram drang am weitesten in nördliche und südliche Eismeerregionen vor. In dem 2013 eröffneten Fram Polarschiffmuseum wird das 1892 gebaute Schiff im Original mit Einrichtung und Zubehör ausgestellt. Präsentationen beleuchten die Arktis, die nördlichen Regionen oder die Nordwestpassage. Dazu werden die ersten Versuche zur Bewältigung der Passage im 17. Jahrhundert aufgezeigt. Und es wird eine Verbindung zu Roald Amundsens gelungener Durchquerung in den Jahren 1903 bis 1906 hergestellt.

Unter den skandinavischen Malern gilt Edvard Munch als Vorreiter des Expressionismus. Das Munch Museum stellt die vom Maler der Stadt Oslo vermachten Gemälde, Graphiken und Zeichnungen aus.

Einige weitere spezielle Attraktionen

Norwegens Baugeschehen ist atemberaubend. Die Stadt sieht sich als Hauptstadt zeitgemäßer Architektur. Ein Beispiel für zukunftsgewandte Architektur ist der Barcode. Hinter dem Opernhaus erheben sich in einer Reihe zwölf Hochhäuser unterschiedlicher Höhe, Breite und Gestaltung. Die Zwischenräume zwischen den Gebäuden durften maximal zwölf Meter breit sein. Die Summe der Bauten soll in der optischen Wirkung einem Balkencode entsprechen. In den Büros des Barcode arbeiten tagsüber 10.000 Menschen. Zusätzlich zu den Büroräumen wurden circa 400 Wohnungen in dem Neubau-Viertel geschaffen.

Ein Teil des Barcode

Ein Teil des Barcode


Dem Storting gegenüber liegt das traditionsreiche Grand Hotel. Es wurde im Jahr 1874 gegründet. Im Grand Hotel wohnt traditionell der Gewinner des Friedensnobelpreises. Zum Hotel gehört das Grand Café. Dort bezahlten einstmals Künstler Speisen und Getränke mit Kunstgegenständen. Auch Edvard Munch schätzte ein gutes Steak und einige Getränke wertvoller ein, als die eigenen Gemälde. – Henrik Ibsen, Norwegens berühmtester Autor, zählte ebenfalls zu den Gästen des Grand Café. Der Legende nach konnte die Uhr nach Ibsens Erscheinen im Grand Hotel gestellt werden. Er besuchte täglich mittags und abends das Grand Café um dort zu essen.

Das Grand Hotel

Das Grand Hotel


Oslos Nationaltheater wurde 1899 eingeweiht. Statuen der norwegischen Autoren Henrik Ibsen und Bjørnstjerne Bjørnson flankieren den Platz vor dem größten Sprechtheater des Landes.

Das Nationaltheater

Das Nationaltheater


Im vormaligen Bahnhof Vestbanestasjonen (Westbahnhof) residiert heute das Nobel Friedenszentrum. Die in Sichtweite des Osloer Rathaus gelegene Stiftung wurde im Juni 2005 eröffnet. Sie informiert über den Friedensnobelpreis, die Preisträger und deren Arbeiten. Außerdem wird auf die aktuellen Konfliktherde der Welt eingegangen.

Stiftung Nobel Friedenszentrum

Stiftung Nobel Friedenszentrum


Mehr als 30.000 Studenten sind an Oslos Universität eingeschrieben. Bei der Gründung der Hochschule im Jahr 1811 stand die Humboldt-Universität in Berlin Pate. Die wohl schönsten Universitätsgebäude sind auch die ältesten. Sie liegen an der Karl Johans Gate und entstammen dem Jahr 1851. Diese Bauten werden im Wesentlichen von der juristischen Fakultät genutzt.

Universitätsgebäude an der Karl Johans Gate

Universitätsgebäude an der Karl Johans Gate


Unseren Landausflug bescheiben wir im Kreuzfahrt Tagebuch Oslo

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