Autor: Karl W. P. Beyer

Im Süden der sozialistischen Republik Vietnam liegt der unattraktive Industriehafen von Phu Mŷ. Dort legen an den Container-Terminals während der Kreuzfahrtsaison große Kreuzfahrtschiffe an, deren Passagiere Ho-Chi-Minh-Stadt besuchen möchten. Kleinere Kreuzfahrtschiffe fahren dagegen den gewundenen Saigon River hinauf und docken im Stadtzentrum an der Nha Rong Wharf.

Phu Mŷ ist ohne jeglichen Charme. Reizvoll und ein besonderes Erlebnis ist dagegen der Besuch von Ho-Chi-Minh-Stadt. Die Metropole am Saigon River ist nicht die Hauptstadt Vietnams; das ist Hanoi. Ho-Chi-Minh-Stadt ist aber die größte Stadt Vietnams. Bis zum April 1976 trug sie den Namen Saigon. Nach der Niederlage Südvietnams und dem Ende des Vietnamkriegs wurde Saigon von den Machthabern in Ho-Chi-Minh-Stadt umbenannt.

Im Hafen von Phu My

Im Hafen von Phu My


Ho-Chi-Minh-Stadt – Vietnams größte Stadt

Den Hafen von Phu Mŷ und die Metropole verbinden moderne Schnellstraßen. Die Distanz zwischen beiden Städten beträgt circa 80 Kilometer. Die Einwohnerzahl der Millionenstadt ist offenbar nicht exakt bestimmt. Die Angaben schwanken je nach Quelle zwischen sieben und nahezu zehn Millionen. Auffällig ist: Mit Ausnahme des Zentrums weist Ho-Chi-Minh-Stadt kein zusammenhängendes Stadtgebiet auf.

Unterwegs im Saigon River Delta

Unterwegs im Saigon River Delta


Der Transfer nach Ho-Chi-Minh-Stadt ist sehr abwechslungsreich. Zuerst werden weite Flusslandschaften mit Agrarflächen passiert. Bei Annäherung an die Stadt fallen Bezirke mit modernen Wolkenkratzern und stark verdichteter Bauweise ins Auge. Dazwischen liegen dann wieder unspektakuläre Zonen mit flachen Bauten. Die Kernstadt wurde am rechten Ufer des Saigon River erbaut. Dort spielt sich das urbane Leben ab.

Satellitenstadt vor Ho-Chi-Minh-Stadt

Satellitenstadt vor Ho-Chi-Minh-Stadt


Ho-Chi-Minh-Stadt – Geschichte kurzgefasst

Die Kolonialmacht Frankreich besetzte Saigon im Jahr 1859. Die Stadt wurde in der Folgezeit nach einem Masterplan entwickelt. Die umliegenden Sümpfe wurden trockengelegt und als Agrarflächen genutzt. Der Export von Kautschuk und Reis machte die Kolonisten wohlhabend. Nach dem Ende des Vietnamkriegs und der Wiedervereinigung Nord- und Südvietnams entwickelte sich Ho-Chi-Minh-Stadt zur Metropole Vietnams.

Ho-Chi-Minh-Stadt – Vietnams universelles Zentrum

Die Stadt ist ein herausragendes Handels-, Wirtschafts- und Finanzzentrum, mit Niederlassungen internationaler Konzerne. Außerdem ist sie ein Verkehrsknotenpunkt und ein wichtiges kulturelles Zentrum. Ho-Chi-Minh-Stadt besitzt Universitäten, Hochschulen, Museen und Theater.

Vincom Center im Stadtzentrum

Vincom Center im Stadtzentrum


Ho-Chi-Minh-Stadt – Die Boomtown

Das heutige Stadtbild des früheren Saigon wurde noch durch die vormalige Kolonialmacht Frankreich geprägt. Viele Bauten aus jener Zeit fügen sich noch immer vorteilhaft in das Stadtbild ein. Seit der wirtschaftlichen Öffnung Vietnams in den 1980er-Jahren boomt die Stadt. Etwa 40 Prozent der Exporte Vietnams stammen aus der Region Ho-Chi-Minh-Stadt. Das Wahrzeichen der Metropole ist der 265 Meter hohe Bitexco Financial Tower. Er liegt im Stadtbezirk 1, nahe am Saigon River.

Hotel Majestic am Saigon River

Hotel Majestic am Saigon River


Ho-Chi-Minh-Stadt – Eine lebendige und junge Stadt

Ho Chi Minh-Stadt ist vor allem eine lebendige, junge und internationale Stadt. Die freundlichen und hilfsbereiten Einwohner sind Ausländern gegenüber sehr aufgeschlossenen. Allerdings empfinden wir Europäer die Millionenstadt als unvorstellbares und andauerndes Verkehrschaos. Mehr als eine Million Motorräder und Motorroller füllen die Straßen. Vierköpfige Familien oder zwei Personen und zwei große Hunde auf einem Motorroller sind keine Seltenheit. Zu den Statussymbolen gehören übrigens Motorroller aus westlicher Produktion. Chinesische Roller sind weniger gut angesehen. Egal woher die Fahrzeuge stammen: Für uns Fußgänger ist es häufig ein Abenteuer und eine große Herausforderung, im Stadtzentrum eine der sechsspurigen Hauptstraßen ohne Verkehrsampeln zu überqueren.

Motorroller wohin man blickt

Motorroller wohin man blickt


Fazit

Ho Chi Minh-Stadt gehört zu jenen Städten die man unbedingt kennenlernen sollte. Die Stadt ist sehr sicher und die wesentlichen Sehenswürdigkeiten lassen sich auch bei nur kurzen Aufenthalten im Verlauf weniger Stunden erkunden. Hier geht es lang zu den Entdeckungen.