Autor: Karl W. P. Beyer

Im Süden der sozialistischen Republik Vietnam liegt Ho-Chi-Minh-Stadt, das ehemalige Saigon. Wesentliche Teile des Stadtbildes entstanden während der französischen Kolonialzeit. Die bedeutenden Sehenswürdigkeiten der Millionenstadt liegen alle in fußläufiger Entfernung des gewaltigen Bitexco Financial Tower. Der Tower, das Wahrzeichen der Stadt, wird regelmäßig von Shuttlebussen der Kreuzfahrtschiffe angesteuert. Von dort aus starten Besucher zu geführten Touren oder Stadtrundgängen auf eigene Faust.

Im Zentrum von Ho-Chi-Minh-Stadt

Im Zentrum von Ho-Chi-Minh-Stadt


Ho-Chi-Minh-Stadt auf eigene Faust

Mit ein wenig Vorbereitung ist ein Besuch der wesentlichen Sehenswürdigkeiten des Innenstadtbereichs auf eigene Faust ohne weiteres möglich. Von Vorteil für Touristen ist, dass neben dem Vietnamesischen Đồng (VND) der US-Dollar in allen Lebensbereichen als Parallelwährung akzeptiert wird. Auch der Einsatz internationaler Kreditkarten ist gang und gäbe. Hinzu kommt, dass Ho-Chi-Minh-Stadt eine sichere Stadt ist. Unsicherheit kommt überhaupt nicht auf.

Nguyen Hue-Promenade

Nguyen Hue-Promenade


Empfohlener Rundgang zu den Sehenswürdigkeiten im Zentrumsbereich

Das 68 Stockwerke zählende Hochhaus des Bitexco Financial Tower beherrscht als Landmarke das gesamte Stadtgebiet. Es eignet sich vorzüglich als Start- und Zielpunkt für einen mehrstündigen Stadtrundgang.

Ben Thanh Market

Zehn Minuten Fußweg liegen zwischen dem Tower und der riesigen Markthalle, einer der Sehenswürdigkeiten der Stadt. Ursprünglichere und preisgünstigere Märkte als diesen gibt es auch in anderen Stadtteilen. Aber keiner ist wie dieser.

Ben Thanh Market Der Uhrenturm des Ben Thanh Market Marktstand des Ben Thanh Market Garküche im Ben Thanh Market

 

Die Marktfläche beträgt rundgerechnet 13.000 Quadratmeter. Zugänglich ist sie über vier Haupteingänge sowie diverse Nebeneingänge. Wir nähern uns dem Markt von Süden her und nehmen zuerst den Uhrenturm wahr. Im Markt gibt es einfach alles: Früchte, Fleisch, Fisch, Blumen, Bekleidung, Schuhe, Kunsthandwerk, Souvenirs, Garküchen usw.

Standort: Le Loi, hinter dem Gedenkpark
Öffnungszeit: 06:00 bis 18:00 Uhr
Der angrenzende Nachtmarkt öffnet danach zwischen 18:00 und 22:00 Uhr. 

Der Mariamman-Hindu-Tempel

Er ist der einzige Hindu-Tempel der Stadt. Erbaut wurde er im späten 19. Jahrhundert auf Initiative indischer Händler. Der Tempel ist Mariamman, der Göttin des Regens, gewidmet. Seine Außenfront zieren Statuen verschiedener Götter.

Der Mariamman Hindu Tempel Im Inneren des Mariamman Hindu Tempel

 

Der Tempel kann besichtigt werden; der Eintritt ist frei. Beim Betreten des Heiligtums sind die Schuhe auszuziehen. Opfergaben wie Räucherstäbchen, Jasmin, Lilien oder Gladiolen stimmen die Göttin angeblich freundlich. Die Opfergaben können vor dem Eingangsbereich erworben werden.
Standort: Truong Dinh Straße 45
Öffnungszeit: 07.00 bis 19:00 Uhr

Das Kriegsmuseum

Das Museum brandmarkt mehr als 40 Jahre nach dem Ende des Vietnamkriegs die „Kriegsverbrechen“ der amerikanischen Invasoren und verherrlicht die Haltung des tapferen vietnamesischen Volkes. Zu den Museumsbesuchern zählen auch viele US-Bürger. Sie möchten die nach Kriegsende zurückgelassenen Panzer, Kanonen oder Helikopter sehen oder gar alte Erinnerungen auffrischen.

Standort: Le Quy Don Straße (nahe dem Wiedervereinigungspalast)
Öffnungszeit: 030 bis 18:00 Uhr

Das Kriegsmuseum

Das Kriegsmuseum


Dinh Doc Lap – Der Wiedervereinigungspalast

In einer weitläufigen, etwa 12 Hektar großen Parkanlage liegt der Wiedervereinigungspalast. Ursprünglich ließ der zuständige französische Gouverneur nach der Okkupation Indochinas in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts am selben Ort den Norodon-Palast errichten. Im Jahr 1962 wurde der Palast durch ein Bombardement zerstört. Er wurde abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Nach dem Ende des Vietnamkrieges wurde der mächtige, schmucklose Bau in Wiedervereinigungspalast umbenannt. Er besitzt große Symbolik für die Republik.

Zugang von der Nam Ky Khoi Nghia Straße

Der Wiedervereinigungspalast

Der Wiedervereinigungspalast


Turtle Lake Kreisverkehr – Ho Con Ruy

Der Ho Con Ruy ist mehr als ein Kreisverkehr. Er ist eine von Bäumen umstandene, Ruhezone mitten in der Stadt. Die gepflegte Wasserfläche mit Springbrunnen, Sitzbänken und Wasserpflanzen kann von einer oberhalb der Anlage angebrachten Aussichtsplattform betrachtet werden.

Vor dem Turtle Lake Kreisverkehr Der Turtle Lake Kreisverkehr

 

Zu erreichen über die breite Pham Ngoc Thach Straße. Sie verläuft schnurgerade bis zur Kathedrale Notre Dame.

Kathedrale Notre Dame

Französische Kolonisten errichteten das katholische Gotteshaus zwischen 1877 und 1880 im Zentrum Saigons. Die beiden Glockentürme sind jeweils 58 Meter hoch. Sie wurden erst im Jahr 1895 fertiggestellt. Die Baumaterialien wurden aus Frankreich herangeschafft. Die Kirche ist für längere Zeit wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Zweifellos zählt sie aber zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Kathedrale Notre Dame

Kathedrale Notre Dame


Das Hauptpostamt

In unmittelbarer Nachbarschaft zur Kathedrale liegt an der Dong Khoi Straße das Hauptpostamt. Die Dong Khoi Straße war Saigons frühere Flaniermeile. Kein Geringerer als Gustave Eiffel plante die Stahlkonstruktion des Gebäudes. Von Stahl verstand Monsieur Eiffel etwas. Schließlich realisierte er zeitgleich den Eiffelturm in Paris. Gebaut wurde das Postamt in den Jahren 1886 bis 1891. Von einer Renovierung und Modernisierung der Schalter abgesehen, sind in der Zwischenzeit kaum Veränderungen erfolgt.

Die Hauptpost Deckengewölbe der Hauptpost

 

Diamond Plaza

Nur wenige Schritte von der Kathedrale und dem Hauptpostamt entfernt liegt die Diamond-Plaza-Mall. Es ist erstaunlich, welche Luxusmarken in der sozialistischen Republik Vietnam erstanden werden können. Und dabei gibt es noch weitere Malls mit Luxusartikeln. 

Diamond Plaza mit Porsche

Diamond Plaza mit Porsche


Rathaus

Folgt man der Dong Khoi Straße in südlicher Richtung, gelangt man zum Ho Chi Minh City People's Committee Head Office. Hinter dem sperrigen Namen verbirgt sich das Rathaus. Der sehenswerte Bau wurde von der französischen Kolonialmacht zwischen 1902 und 1908 errichtet. Ein besonderes Merkmal des dreigliedrigen Baus ist der Glockenturm. Das Rathaus gilt ebenfalls als eine der architektonischen Ikonen und Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Rathaus-Fassade Rathaus

 

Vor dem Bau endet die Nguyen Hue-Promenade mit dem Gedenkpark und dem Standbild des Revolutionsführers Ho-Chi-Minh. Das Rathaus kann nicht besichtigt werden.

City Oper

In der Nähe des Rathauses liegt an der Dong Khoi Straße das Opernhaus. Das Bauwerk dient zugleich als Stadttheater. Erbaut im Jahr 1897 bietet es heute 500 Sitzplätze. Zwischendurch diente es auch als Parlamentsgebäude.

City Opera

City Opera


Hotel Majestic

Liebhaber und Bewunderer von Luxushotels zieht es möglicherweise zum Hotel Majestic am Saigon River. Das Hotel wurde im Jahr 1925 von einem reichen chinesischen Geschäftsmann erbaut. Ursprünglich hatte der Prachtbau nur drei Geschosse. Im Jahr 1965 erhielt er drei zusätzliche Etagen. Eigentümer des 5-Sterne-Hotels ist der Staatsbetrieb SaigonTourist.

Standort: Dong Khoi Straße 1

Hotel Majestic

Hotel Majestic


Bitexco Financial Tower

Bitexco Financial TowerDie Top-Sehenswürdigkeit der Metropole ist der 265 Meter hohe Bitexco Financial Tower. Er ragt unweit des Hotels Majestic auf. Das zwischen 2007 und 2010 errichtete Hochhaus besitzt 68 Stockwerke. Es wird vor allem als Bürogebäude genutzt.

Im 49. Obergeschoss liegt eine umlaufende Aussichtsetage, das Saigon Skydeck. Von der großen, voll verglasten Plattform genießen Besucher umfassende Ausblicke auf das Stadtzentrum, den Saigon River, die sich anschließenden Stadtteile und die Landschaft.

Blick vom Bitexco Financial Tower Blick auf den Ben Nghe Channel Blick auf den Saigon River Endlos scheinendes Häusergewirr

 

Standort: Ho Tung Mau Straße 36
Öffnungszeit: 09:30 bis 21:30 Uhr
Ticketpreise Erwachsene: 200.000 Dong (ca. 7,50 Euro); Senioren: 130.000 (ca. 5,00 Euro)

Pausen zwischendurch: Cafés, Restaurants und Bars

Der aufgezeigte Rundgang führt zu interessanten und attraktiven Zielen. Für eine Pause und Stärkung zwischendurch bieten sich eine Vielzahl gepflegter Cafés, Restaurants und Bars an. Insgesamt testeten wir drei Lokale. Wir wurden nicht enttäuscht. Die Wirte von Ho-Chi-Minh-Stadt wissen, was Touristen erwarten.

Städtische Parks

Die gepflegten und sehenswerten innerstädtischen Parkanlagen wurden bislang noch nicht erwähnt. Zum Beispiel ist der Wiedervereinigungspalast in eine 12 Hektar große Gartenanlage mit altem Baumbestand eingebettet. Im Verlauf des Rundgangs werden noch weitere Parks passiert.

Thong Nhat Parkanlage

Thong Nhat Parkanlage


(Stand Juni 2018)