- Piräus - Metropole am Meer
- Piräus - der größte Hafen Griechenlands
- Piräus – Hafenstadt in der Antike
- Piräus – Wirtschaftsmotor mit globaler Ausrichtung
- Piräus – Wissenschaft, Bildung und Religion
- Piräus – Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten
- Informationen für Kreuzfahrtgäste
- Fazit
Die Hafenstadt Piräus ist das maritime Herz Griechenlands. Als Teil des Ballungsraums Athen spielt sie eine bedeutende Rolle in der Wirtschaft, der Schifffahrt und für den Tourismus. Zugleich bietet Piräus einige überraschende Sehenswürdigkeiten.

Stadtpanorama mit dem Turm von Piräus
Piräus - Metropole am Meer
Piräus gehört zur Metropolregion Athen und fungiert seit der Antike als zentraler Hafen der Hauptstadt. Mit rund 168.000 Einwohnern ist Piräus in der Gegenwart die fünftgrößte Stadt Griechenlands – kompakt, dicht besiedelt und voller Leben.
Piräus - der größte Hafen Griechenlands
Piräus ist nicht nur der größte Hafen des Landes, sondern auch einer der bedeutendsten Umschlagplätze im Mittelmeerraum. Er liegt auf Platz drei hinter Tanger und Valencia, was den Containerumschlag betrifft, und verbindet Europa mit Asien – insbesondere über die stark ausgebaute Schiffsverbindung nach China.
Der Hafen ist in drei Bereiche gegliedert: Fracht, Fähren und Kreuzfahrtschiffe. Täglich legen hier Fähren zu beliebten Inseln wie Mykonos, Santorin, Kreta und Rhodos ab. Auch Kreuzfahrten verzeichnen nach der Corona-Epidemie ein starkes Comeback: 2023 meldete der Hafen 1,5 Millionen Passagiere und den Anlauf von 760 Kreuzfahrtschiffen.
Piräus – Hafenstadt in der Antike
Bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. ließ der athenische Staatsmann Themistokles die natürlichen Hafenbecken von Piräus zum Kriegshafen Athens ausbauen. Die Stadt wurde befestigt und mit einem für damalige Verhältnisse modernen, rasterförmigen Straßennetz angelegt. Im Mittelalter, unter venezianischer Kontrolle, war der Hafen unter dem Namen Porto Leone bekannt.
Piräus – Wirtschaftsmotor mit globaler Ausrichtung
Im Zentrum der Wirtschaft von Piräus steht die Schifffahrt. Zahlreiche Reedereien und Logistikunternehmen haben hier ihren Sitz. Ein entscheidender Faktor ist die Beteiligung des chinesischen Staatskonzerns COSCO, der mittlerweile 100 Prozent der Hafengesellschaft kontrolliert – ein Symbol für die strategische Bedeutung des Standorts im globalen Handel.
Auch Werften und Maschinenbauunternehmen prägen das wirtschaftliche Umfeld. Im Sektor Tourismus profitiert Piräus vor allem als Zubringer zu den Inseln und von Kreuzfahrtgästen, die von Piräus aus Kreuzfahrten unternehmen und die hier ihren Athen-Besuch starten.
Piräus – Wissenschaft, Bildung und Religion
Piräus ist außerdem ein Hochschulstandort mit Fokus auf Wirtschaft, Finanzen, Informatik und Schifffahrt. Neben der Hochschule gibt es spezialisierte Bildungseinrichtungen, die sich maritimen Studien und Schifffahrtsmanagement widmen.
Die griechisch-orthodoxe Kirche hat ihren regionalen Sitz in der Kathedrale Hagia Triada im Stadtzentrum.
Piräus – Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten
Was die Sehenswürdigkeiten anbelangt steht die Hafenstadt voll und ganz im Schatten von Athen. Und dennoch gibt es einige Attraktionen: die prachtvolle Kathedrale, Museen, zwei Häfen und neuerdings den Pyrgos tou Pirea, den Piräus-Tower.
Zwei sehenswerte Kirchen
Hagia Triada – Kathedrale der Heiligen Dreifaltigkeit
Die Hagia Triada liegt zentral in Hafennähe. Nach der Zerstörung der Vorgängerkirche bei Bombenangriffen im Jahr 1944 wurde 1956 mit dem Bau der heutigen, dreischiffigen Bischofskirche im byzantinischen Stil begonnen.

Piräus - Kathedrale der Heiligen Dreifaltigkeit
Ihre beeindruckende Kuppel mit 40 Fenstern, Wandgemälde und Ikonen machen sie zu einem kulturellen wie spirituellen Zentrum.

Piräus - Kuppel der Kathedrale der Heiligen Dreifaltigkeit
Kirche des Propheten Elias auf dem Kastella-Hügel
Weiße Mauern, himmlische Ruhe und ein herrlicher Panoramablick: Die Elias-Kirche thront auf dem Kastella-Hügel über dem Hafen Mikrolimano. Gemäß griechischer Tradition stehen viele Elias-Kirchen auf Anhöhen – als Symbol für die Nähe zu Gott. Der Weg zu Fuß oder mit einem Taxi auf die Anhöhe lohnt sich: Der Blick reicht über den historischen Hafen von Mikrolimano bis hinaus auf die Weiten des Saronischen Golfs.
Zwei ausgewählte Museen
Archäologisches Museum von Piräus
Ein Muss für Geschichtsinteressierte: Artefakte aus der mykenischen Zeit bis zur römischen Kaiserzeit dokumentieren die bewegte Geschichte der Region. Zur Sammlung gehören Reliefs, Skulpturen und Keramiken.
Standort: Char. Trikoupie 31, neben dem antiken Theater von Zea
Griechisches Schifffahrtsmuseum
Piräus‘ nautisches Museum bietet Einblicke in die maritime Geschichte Griechenlands. Ausstellungsstücke sind Modellschiffe, Navigationsinstrumente und historische Dokumente.
Standort: Akti Themistokleous
Die historischen Häfen von Piräus
Piräus besitzt drei Naturhäfen: den Hafenbereich für die Hochseeschiffe, den Hafen Mikrolimano und die Zea Marina.
Mikrolimano – der malerische Fischerhafen
Einst Kriegshafen, heute ein Postkartenmotiv: Der kreisrunde Hafen am Fuß des Kastella-Hügels ist umgeben von Tavernen und Cafés – ein Ort zum Flanieren, Verweilen und Genießen.
Zea Marina – Pasalimani
Heute ein Hotspot für Yachten, war der Hafen in der Antike Griechenlands größter Militärhafen. 1896 fanden hier die Schwimmwettkämpfe der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit statt.
Tipp: Spaziergang entlang der Uferpromenade von Pasalimani:
Um die Atmosphäre der Zea Marina zu genießen, empfehlen wir einen Spaziergang entlang der Uferpromenade des Zea-Hafens. Auf der einen Seite ziehen bemerkenswerte Yachten die Blicke auf sich und auf der anderen Seite werben Bars, Cafés und Geschäfte um Besucher.
Pyrgos tou Pirea – ein Bauwerk der Neuzeit
Das Bauwerk ist nicht unbedingt eine Sehenswürdigkeit, eher eine Kuriosität. Während der griechischen Militärdiktatur, begannen im Jahr 1972 die Bauarbeiten am zweithöchsten Gebäude im Großraum Athen/Piräus. Es dauerte mehr als 50 Jahre, um den Bau zu vollenden. Ursprünglich sollte in dem Gebäude die Hafenbehörde ihr Unterkommen finden. Der Rest des Bauwerkes war als Handels- und Schifffahrtszentrum vorgesehen. Diese Pläne waren nicht realisierbar.

Pyrgos tou Pire - der Turm von Piräus
Doch, was lange währt wird oftmals gut: Am 4. Juni 2024 fand die feierliche Einweihung des markanten Piräus-Turms statt. Der Bau ist 84 Meter hoch und besitzt 22 Etagen. Aktuellen Medienberichten zufolge sind sie zu 100 Prozent vermietet.
Standort: Akti Posidonos 2, nahe der Kathedrale.
Informationen für Kreuzfahrtgäste
Piräus besitzt drei Kreuzfahrtterminals: A, B und C. Am zentralsten liegt Terminal A, nur zwei Kilometer von der Metrostation entfernt. Die Express-Bus-Linie X80 verbindet alle Terminals direkt mit dem Athener Syntagma-Platz. Die Busse sind auf die Beförderung von Gepäck eingerichtet.
Taxis stehen ebenfalls bereit. Wir zahlten im Juni 2024 für die relativ kurze Strecke zwischen dem Terminal A und der Metrostation inklusive Gepäck 15 Euro. In solchen Fällen denkt kein griechischer Taxifahrer daran, das Taxameter einzuschalten. Die Distanz zwischen dem Athener Flughafen und dem Kreuzfahrtterminal A in Piräus beträgt 35 Kilometer. In Abhängigkeit von der Verkehrslage ist mit 65 Euro für die Fahrt zu rechnen (Stand 2025). Im Jahr 2024 zahlten wir für eine Taxifahrt von Athens Zentrum zum Cruise Terminal Piräus 35 Euro.
Fazit
Piräus ist weit mehr als nur ein Durchgangsort für Schiffsreisen. Zwischen antiker Geschichte, lebendiger Hafenwirtschaft und Juwelen wie dem Kastella-Hügel oder dem Mikrolimano-Hafen bietet die Stadt faszinierende Einblicke in Griechenlands maritimes Herz. Aus Erfahrung sind wir überzeugt, dass die Stadt – wie Athen – auch einen längeren Aufenthalt verdient.
Update Mai 2025












