Autor: Karl W. P. Beyer

Der US-Bundesstaat Maine, der nördlichste der sechs Neuenglandstaaten, wird zu Recht als eine angenehme Region beschrieben. Weites, dünn besiedeltes Land, grandiose Küstenlandschaften, vorwiegend mittlere und kleine Städte und Seafood in allen Variationen ziehen jährlich Millionen Touristen an.

Neben dem weiter nördlich gelegenen Bar Harbor zählt Portland zu den bevorzugten Zielen der Kreuzfahrt-Reedereien. Geografisch liegt die Stadt auf 43° 40‘ nördlicher Breite und 70° 15‘ westlicher Länge. Die vorgelagerten Inseln der weiten Casco Bay schützen Portland vor den Fluten des Atlantiks.

Portland/Maine - Boote vor PortlandPortland/Maine - Peaks Island

Folgt man der landläufigen Lyrik der Touristikexperten und der Kreuzfahrt-Reedereien, dreht sich in Portland/Maine alles um den Hummer. Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts konnte es vorkommen, dass nach schweren Stürmen Hummer an die Stände gespült wurden, und den Küstenbewohnern fiel nichts Besseres ein, als die edlen Leckerbissen als Düngemittel und Fischköder zu verwenden. Erst effiziente Kühlsysteme machten es möglich, die Hummer über große Distanzen zu versenden. Dies begründete in den Jahren nach 1850 den Ruf der Maine-Hummer als Delikatesse. Und dabei ist es bis heute geblieben.

 Portland/Maine - Hummer überall

Portland/Maine - Hummer überall


Die Ursprünge Portlands gehen auf das Jahr 1632 zurück. Damals gründeten Briten einen Handels-und Fischereiposten, dem sie den Namen Falmouth gaben. 1786 wurde die Ansiedlung in Portland umbenannt. Nachdem sich im Jahr 1820 der heutige US-Bundesstaat Maine von Massachusetts abspaltete, wurde Portland zur Hauptstadt dieses Staates erklärt. Die Stadt erholte sich in jener Zeit gerade von den nachteiligen Auswirkungen des vom amerikanischen Präsidenten verhängten und zwischen den Jahren 1807 und 1809 geltenden Embargo Act. Das gegen England und Frankreich gerichtete Wirtschafts-Embargo trieb die Unternehmen in den Neuenglandstaaten in eine schwere Depression; die Häfen, darunter der von Portland, standen vor dem Kollaps.

Portland/Maine - Portlands Hafen heute

Portland/Maine - Portlands Hafen heute


Die Stadt prosperierte wieder, nachdem Schiffe aus Maine erneut Häfen überall in der Welt anlaufen durften. Zwischen Boston und Portland wurde ab 1823 ein regelmäßiger Schiffsverkehr mit Dampfschiffen eingerichtet. - Die Stadt geriet erneut in eine schwierige Lage, als im großen Feuer von 1866, Auslöser waren die Feiern zum Nationalfeiertag, die Stadt niederbrannte. Hunderte von Häusern, nahezu alle öffentlichen Gebäude und die Hälfte aller Kirchen fielen den verheerenden Flammen zum Opfer. Die Stadt wurde danach im viktorianischen Stil wieder aufgebaut. Die vielen im Zentrum der Stadt stehenden repräsentativen Backsteingebäude entstanden in dieser Zeit. An diese Aufbauleistung erinnert das Stadtsiegel. Neben dem Stadtwappen steht das lateinische Wort „Resurgam“, was so viel bedeutet wie „ich werde wieder auferstehen“.

Portland/Maine - City Hall

Portland/Maine - City Hall


Portland gab zwar im Jahr 1832 die Hauptstadtfunktion an Augusta ab, verlor jedoch nicht an Bedeutung. Das in Cumberland County liegende Portland ist mit mehr als 66.000 Einwohnern die größte Stadt im US-Bundesstaat Maine. In der Metropolregion leben mehr als 400.000 Menschen. Die Autofahrt nach Boston, der 650.000 Einwohner zählenden Hauptstadt von Massachusetts und zugleich der größten Stadt der Neuenglandstaaten dauert bei Nutzung der Interstate 95 weniger als zwei Stunden.

Portland/Maine - Der Geschäftsdistrikt

Portland/Maine - Der Geschäftsdistrikt


Im Jahr 2003 ehrte der amerikanische National Historic Trust Portland als eines von zwölf unverkennbaren Zielen der USA. Der malerische Old Port District mit den restaurierten Kaufmannshäusern zieht viele Touristen an. In den Gebäuden sind Büros, Läden, Bars und Restaurants untergekommen. Portland ist bekannt für seine im Arts District beheimatete Kunstszene. Erwähnenswert sind dort das Portland Museum of Art, das Portland Symphony Orchestra und die Portland Stage Company. Das Kunstmuseum besitzt 15 000 Kunstwerke, aus der Zeit des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Von Bedeutung sind die wichtigsten amerikanischen Maler, bekannte europäische Künstler sowie zeitgenössisches Kunstgeschehen.

Portland/Maine - Portland Museum of Art

Portland/Maine - Portland Museum of Art


Portland ist Standort großer Finanzdienstleister und ein touristisches Zentrum. Der bedeutendste Sohn der Stadt ist der Schriftsteller Stephen Edwin King, der international durch seine Horror-Romane zu Berühmtheit gelangte. Er gilt als einer der meistgelesenen und kommerziell erfolgreichsten Autoren der Gegenwart. Was Portland dem mit dem Kreuzfahrtschiff angereisten Tagesgast bietet, lesen Sie unter Portland – Sehenswertes und Ein Tag in Portland