Porto Sehenswürdigkeiten

Porto Sehenswürdigkeiten

Autor: Anne Plau

Porto ist die zweitgrößte Stadt Portugals. Sie gilt wegen ihrer langen Tradition als Handelsplatz und Überseehafen als weltoffen. Wesentliche Merkmale der Portuenser sollen guter Geschäftssinn und Fleiß sein. Vor allem aber ist die Stadt Porto reich an Geschichte und Kultur und bietet ihren Besuchern eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten.

Sehenswürdigkeiten im Centro Histórico

Seit 1996 gehört die Altstadt von Porto zum UNESCO Weltkulturerbe. Sie zieht sich vom Ufer des Douro teilweise sehr steil den Hügel hinauf. Viele beeindruckende Kirchen, historische Gebäude, malerische Treppengänge und Aussichtspunkte können Sie hier entdecken.

Duoro-Ufer - Cais da Estiva


Duoro-Ufer - Cais da Estiva


Porto - Treppenviertel in der Altstadt


Porto - Treppenviertel in der Altstadt 


Sé do Porto

Die Kathedrale von Porto ist Sitz des Bischofs von Porto. Die Außenansicht erinnert an eine Befestigungsanlage. Sie wirkt trutzig und wehrhaft. Portos Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert wurde mehrfach umgebaut. So findet man Stilelemente aus verschiedenen Epochen: Zum Beispiel das Rosettenfenster aus der Romanik, den gotischen Kreuzgang oder barocke Kapellen und Altäre.Sé do Porto

Sé do Porto


Direkt an die Kathedrale wurde die Casa de Cabido gebaut, der Sitz der Domherren. Das Gebäude gehört zum Ensemble des Paco Episcopal. Der Bischofspalast liegt am Terreiro da Sé, am Platz der Kathedrale. Gegenüber befindet sich eine Rekonstruktion des Torre da Cidade, eines Turmhauses aus dem Mittelalter. Auch der Pelourinho, der dekorative Pranger mitten auf dem Platz, ist kein mittelterliches Relikt, sondern ein Nachbau. Die Aussicht vom Terreiro da Sé auf Porto ist beeindruckend.

Sé do Porto
Pelourinho do Porto
Sé do Porto - Kreuzgang
Sé do Porto - Kirchenschiff und Hauptaltar

Igreja e Torre dos Clérigos

Der Barockbau wurde im 18. Jahrhundert von Nicolau Nasoni errichtet. Dieser aus Italien stammende Baumeister errichtete etliche Bauten in der Region Porto oder war daran beteiligt. Er wurde in einer Kapelle der Kirche bestattet. Der Innenraum ist aus Granit mit Marmorverkleidungen und mit üppigen Holzschnitzereien versehen.

Der Glockenturm an der westlichen Seite der Kirche ist mit 75 Metern der höchste Kirchturm Portugals und das Wahrzeichen der Stadt Porto. Im Turm führen 225 Stufen zu einer Aussichtsplattform. Bei gutem Wetter ist der Blick über Porto atemberaubend.

Praça de Lisboa und der Torre dos Clerigos

Praça de Lisboa und der Torre dos Clerigos


Igreja de Santa Clara

Die Kirche Santa Clara wurde im 15. Jahrhundert erbaut. Aus dieser Zeit stammt die schlichte gotische Fassade. In den folgenden Jahrhunderten wurde sie mehrfach umgebaut. In den Jahren 1730 bis 1744 wurde das Innere des Gotteshauses neu gestattet. Die üppigen Schnitzereien aus Edelholz, mit Blattgold überzogen, gelten bis heute als herausragendes Beispiel für portugiesischen Barock.

Igreja de São Francisco

Ursprünglich gehörte die Kirche zum Franziskanerorden. Dem Bettelorden entsprechend war der erste Bau aus dem 13. Jahrhundert sehr schlicht. Die heutige Kirche wurde in den Jahren 1383 bis 1425 im gotischen Stil gebaut.

Igreja da Ordem de São Francisco


Igreja da Ordem de São Francisco


Igreja da Ordem de São Francisco


Igreja da Ordem de São Francisco 


Besondere Bedeutung erlangte sie jedoch erst durch Umbauten der Innenräume im 17. und 18. Jahrhundert. Über einen Zeitraum von fast 100 Jahren wurden die Kapellen und Altäre in barocker Pracht gestaltet. Dabei reichen die Stilrichtungen vom Hochbarock bis zum Rokoko. Durch die verschwenderische Verarbeitung von Blattgold entsteht der Eindruck eines komplett goldenen Innenraums.

Estação de São Bento

Der Bahnhof wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut. Sein Name geht zurück auf das Kloster São Bento, das in früheren Jahren auf dem Gelände stand. Die Station ist vor allem bekannt durch die große Eingangshalle, die nahezu komplett mit Azulejos gestaltet wurde.

Estação de São Bento


Estação de São Bento


Azulejos in der Estação de São Bento


Azulejos in der Estação de São Bento 


Palácio da Bolsa

Die ehemalige Handelsbörse wurde auf dem Gelände des zerstörten Franziskanerklosters neben der Igreja de Sao Francisco erbaut. Das neoklassizistische Gebäude stammt aus den Jahren 1842 bis 1910. Es ist heute Sitz der Handelsvereinigung von Porto. Im Rahmen offizieller Führungen kann das Gebäude besichtigt werden. Besonders sehenswert sind die „Halle der Nationen“ und der „Arabische Saal“, dessen maurischer Stil an die Alhambra in Granada erinnert.

Palácio da Bolsa


Palácio da Bolsa


Monumento ao Infante Dom Henrique


Monumento ao Infante Dom Henrique 


Vor dem Palácio da Bolsa liegt die Praça do Infante Dom Henrique (Heinrich der Seefahrer) mit einem prächtigen Denkmal für diesen berühmten Entdecker. Heinrich der Seefahrer wurde in Porto geboren.

Muralha Fernandina

Im 14. Jahrhundert wurde die Altstadt Portos von einer Mauer umgeben. Einige Fragmente dieser Mauer sind erhalten. Sie befinden an der Ponte Dom Luis I. Neben der Mauer verläuft die Standseilbahn Funicular dos Guindais, die das Ribeira Ufer mit dem oberhalb gelegenen Ortsteil Batalha verbindet. Auch eine Treppe führt an den Mauerresten entlang nach oben.

Sehenswürdigkeiten am Douro

Der Douro trennt die Städte Porto und Vila Nova de Gaia. Porto liegt auf der nördlichen und Vila Nova de Gaia auf der südlichen Seite des Flusses. Beide Ufer des Douro sind sehenswert.

Cais da Ribeira do Porto 

Am Cais da Ribeira do Porto stehen viele der alten Häuser, die in ihrer Gesamtheit zum UNESCO Welterbe gehören. An der Uferpromenade laden Restaurants, Cafés und Bars zum Verweilen ein.

Praça da Ribeira – Fonte do Cubo
Ponte Dom Luis l
Praça da Ribeira
Cais da Estiva - Largo do Terreiro

Am Riberia do Porto starten die Ausflugsboote zu Fahrten auf dem Douro. So eine Tour ist ein absolutes Muss in Porto. Die Fahrt unter den Brücken bietet schöne Blicke auf beide Uferseiten.

Cais da Ribeira de Gaia

Auch hier führt eine Promenade mit einer Vielzahl an gastronomischen Betrieben am Ufer entlang. Dahinter liegen die Portwein-Kellereien, das Kloster Serro do Pilar und der Jardim do Morro.

Portwein-Kellereien

Etwa 50 Kellereien, in denen der Wein aus dem Dourotal reift, gibt es in Vila Nova de Gaia. Wir sehen bekannte Namen wie Calém, Graham’s, Burmester oder Sandeman. Die Kellereien bieten Rundgänge und Weinverkostungen an.

Portweinkellereien am Douro


Portweinkellereien am Douro


Portweinkellereien am Gaia-Ufer


Portweinkellereien am Gaia-Ufer 


Früher wurde der Wein in Holzfässern auf flachen Booten aus dem Dourotal bis nach Porto und Vila Nova de Gaia verschifft. Diese Boote, die Rabelas, ankern als Attraktion am Cais da Ribeira de Gaia.

Igreja und Mosteiro Serra do Pilar

Kirche und Kloster Serra do Pilar gehören wie die Altstadt von Porto zum UNESCO Welterbe. Die Bauten wurden im 16. Jahrhundert vom Augustinerorden errichtet. Die Architektur - Kirche und Kreuzgang sind kreisförmig angelegt – ist sehenswert.

Igreja und Mosteiro Serra do Pilar

Igreja und Mosteiro Serra do Pilar


Im 19. Jahrhundert wurde die Anlage wegen der strategisch wichtigen Lage oberhalb des Douro vom Militär übernommen. Noch heute werden Teile des Klosters militärisch genutzt, in der Kirche finden jedoch wieder Gottesdienste statt. Wesentliche Bereiche dürfen besichtigt werden. Die Aussicht vom Vorplatz des Klosters auf Porto ist wunderschön.

Teleférico de Gaia 

Diese 560 Meter lange Seilbahn wurde im Jahr 2011 in Betrieb genommen. Sie führt vom Cais de Gaia (in der Nähe des Mercado Beira Rio) bis zum Jardim do Morro (in der Nähe des Klosters Serra do Pilar). Sie überwindet 57 Höhenmeter und schwebt über insgesamt drei Stützen. Die gemächliche Fahrt erlaubt einen uneingeschränkten Blick auf die Sehenswürdigkeiten von Porto und Vila Nova de Gaia sowie das Tal des Douro.

Brücken über den Douro 

Sechs Brücken verbinden die Städte Porto und Vila Nova de Gaia. Berühmt ist die Ponte Dom Luis I. Wie die Altstadt von Porto und das Kloster Serra do Pilar gehört sie seit 1996 zum UNESCO Weltkulturerbe.

Ponte Dom Luis l

Ponte Dom Luis l


Sie wurde von Théophile Seyrig, einem Schüler Gustave Eiffels, erbaut und 1886 eingeweiht. Die Ponte Dom Luis I besitzt zwei Fahrebenen. Oben verlaufen die Schienen für die Metro, unten ist Platz für den Straßenverkehr. Fußgängerwege gibt es auf beiden Ebenen.

Sehr schön ist auch die Bogenbrücke Ponte Maria Pia. Sie wurde von Gustave Eiffel erbaut und 1877 eingeweiht.

Sehenswürdigkeiten außerhalb des historischen Zentrums 

Wir beschränken uns auf Porto Sehenswürdigkeiten in der Nähe der Altstadt. Alle sind von dort aus fußläufig gut zu erreichen.

Igreja dos Carmelitas und Igreja do Carmo 

Die beiden Kirchen liegen nebeneinander an der Rua do Carmo und sind durch ein schmales, nur ein Meter breites, Haus getrennt.

Igreja dos Carmelitas und Igreja do Carmo

Igreja dos Carmelitas und Igreja do Carmo


Links liegt die Kirche dos Carmelitas. Sie stammt aus dem 17. Jahrhundert und war Teil eines Karmeliterklosters. Das Kloster wurde aufgegeben. Die schlichte Fassade ist aus Granit. Die Kirche besitzt einen Glockenturm, dessen Spitze mit blauen und weißen Azulejos verkleidet ist.

Es folgt die dreistöckige Casa Escondida. Das Haus ist nur einen Meter breit. Es wurde bewohnt von Handwerkern der Kirche und Ärzten des früher zum Kloster gehörenden Hospitals. Einige Schlafräume, ein Wohnraum und eine Küche befinden sich in dem schmalen Gebäude.

Igreja do Carmo - Fassade
Igreja do Carmo - Heiligenfiguren im Kirchenschiff
Igreja do Carmo - in den Katakomben
Igreja do Carmo - Silberobjekte des Karmeliterordens

Die Igreja do Carmo stammt aus dem 18. Jahrhundert. Die Fassade aus dem Spätbarock ist reich an Ornamenten. Im Innenraum setzt sich die üppige barocke Pracht fort. Eine Besichtigung der Kirche führt auch in die Katakomben, durch ein interessantes Museum und in die Casa Escondida.

Die linke Außenfassade der Igreja do Carmo wurde 1912 komplett mit blauen und weißen Azulejos belegt. Sie ist ein wunderschönes Fotomotiv.

Azulejos an der Igreja do Carmo

Azulejos an der Igreja do Carmo


Igreja de Santo Ildefonso

Die Kirche wurde im 18. Jahrhundert erbaut. Sie liegt oberhalb der Praça da Batalha. Das Besondere an dieser Kirche ist die Fassade, die mit etwa 11.000 blau-weißen Azulejos geschmückt ist.

Livraria Lello 

Die Livraria Lello wurde 1906 eröffnet und zählt zu den schönsten Buchhandlungen der Welt. Das Gebäude im Jugendstil mit neugotischer Fassade stammt aus dem 19. Jahrhundert. Nicht das Äußere der Livraria Lello zieht Jahr für Jahr Touristenströme an, sondern die aufwändige Pracht der Innenräume. Im Gebäude führt eine gewundene Treppe bis zu einer dekorativen Glasdecke. Von Besuchern der Buchhandlung wird eine Eintrittsgebühr verlangt, die bei einem Kauf verrechnet wird. Die Wartezeiten sind lang.

Livraria Lello - Fassade


Livraria Lello - Fassade


Anstehen vor der Livraria Lello


Anstehen vor der Livraria Lello 


Casa da Música 

Etwa zwei Kilometer entfernt von der Altstadt an der Rotunda Boavista liegt die Casa da Música. Das Gebäude fällt durch seine außergewöhnliche Architektur auf. Es wurde von den Architekten Rem Koolhaas und Ellen van Loom entworfen und im Jahr 2005 eingeweiht. Drei Orchester haben ihren Sitz in diesem städtischen Konzerthaus. In zwei Sälen finden mehr als 1500 Besucher Platz.

Jardim João Chagas 

Der kleine historische Park ist auch bekannt unter dem Namen Jardim da Cordoaria. Er liegt am Rand der Altstadt zwischen dem Torre dos Clérigos, dem Museum für moderne Kunst und der Igreja do Carmo. In der grünen Oase gibt es ein Wasserbecken, schöne Skulpturen sowie ausreichend Bänke in der Sonne und im Schatten.

Jardim João Chagas 


Jardim João Chagas


Jardim João Chagas 


Jardim João Chagas 


Fahrt mit der historischen Tram 

In Porto existieren noch drei Linien der historischen Straßenbahn. Sie gehören nicht zum öffentlichen Verkehrsnetz. Jede Fahrt kostet drei Euro, die jeweils bei Antritt der Fahrt zu bezahlen sind.

Linie 1 fährt von der Station Infante (vor der Igreja de São Francesco) am Douro entlang bis zu dessen Mündung in den Atlantik.

Linie 18 fährt vom Museu do Carro Elétrico (das Straßenbahnmuseum am Ufer des Douro) bis zum Platz vor der Igreja do Carmo.

Historische Trambahn

Historische Trambahn


Die Linie 22 fährt einen Rundkurs von der Igreja do Carmo nach Batalha, zur Station Bahnhof São Bento und wieder zur Carmo. Diese Strecke ist bei Touristen besonders beliebt, weil sie an vielen Sehenswürdigkeiten des Centro Histórico vorbeiführt.

Über einen Tag in Porto berichten wir in unserem Beitrag Porto auf eigene Faust.

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