Im mittelamerikanischen Costa Rica legen Kreuzfahrtschiffe vorzugsweise in den Häfen von Puerto Caldera, Puntarenas und Puerto Limón an. An der zuletzt genannten Destination werden den Schiffsgästen überwältigende Eindrücke von Costa Ricas üppiger Natur beschert.

Coata Rica - Kreuzfahrtschiff Celebrity Equinox im Hafen von Puerto Limón
Annähernd 50 Prozent des Landes sind mit Regenwald bewachsen. Mehr als ein Viertel der Fläche Costa Ricas steht unter Naturschutz. Somit fällt es den Kreuzfahrt-Anbietern nicht schwer, ihren Gästen viele interessante Touren in der Schwemmlandebene der karibischen Region anzubieten.

Costa Ricas Ökosystem
Unsere Ansprüche an Costa Rica waren bei unserem Erstbesuch mit der Celebrity Equinox nicht allzu hoch gesteckt. Wir suchten und erwarteten in dem Land keine imposanten historischen Bauwerke. Stattdessen freuten wir uns auf die wenig gebändigte Natur.
Die Wahl des geeigneten Tour-Operators
Wir neigen prinzipiell dazu, entsprechende Vorbereitung vorausgesetzt, Ausflüge an Kreuzfahrt-Destinationen auf eigene Faust zu unternehmen. Nur in seltenen Fällen buchen wir organisierte Ausflüge. Im Fall von Costa Rica fühlten wir uns überfordert. Folglich suchten wir nach einer individuellen und abwechslungsreichen Tour. Fündig wurden wir bei Red Frog Tours S.A., Costa Rica, einem Veranstalter, der aufgrund seines deutsch-österreichischen Hintergrunds deutschsprachige Urlauber in kleinen Gruppen betreut. Bei ihm fanden wir eine Tour, die wir so bei unserer Kreuzfahrt-Reederei Celebrity Cruises nicht hätten buchen können. Außer uns hatten noch mehrere andere Paare den Anbieter im Internet aufgespürt und gebucht. Wir berichten im Folgenden über die annähernd siebenstündige Tour.

Costa Rica - Ausflugsboote im Tortuguero Nationalpark
Zwei verfügbare Ausflugsziele
Nach Freigabe des Schiffs durch die lokalen Behörden gingen wir von Bord und wurden, wie versprochen, vor dem blau-weißen Hafengebäude von der Veranstalterin, Frau Hoebart, in Empfang genommen. Red Frog führte an diesem Tag zwei Touren mit unterschiedlichen Zielen durch. Beide Gruppen, wir waren maximal 20 Personen, fuhren zuerst mit zwei Booten auf den Tortuguero Kanälen. Anschließend wendete sich unsere Gruppe nach Cahuita. Die andere, etwas kleinere Gruppe fuhr zum Veragua Regenwald. Die jeweilige Gruppenstärke war ideal.
Unsere Gruppe absolvierte folgende Etappen:
- Bootsfahrt auf den Tortuguero Kanälen
- Besuch einer Bananenplantage
- Besuch des Cahuita Nationalparks
Bootsfahrt auf den Tortuguero Kanälen
Bevor es zu den Tortuguero Kanälen ging, nahmen wir von einem Hügel das Panorama der Hafenstadt Puerto Limón in uns auf. Von der Höhe gewinnen Teilnehmer einen guten Blick auf die Stadt, das Meer und die umgebende Landschaft.
Ein paar Minuten Autofahrt von Puerto Limón entfernt liegt der Hafenbereich von Moin. Von dort transportieren Containerfrachter die Bananen zu den Verbrauchern. Nicht weit entfernt von Moin starten die Bootstouren in die verzweigten Tortuguero Kanäle. Eine Bootstour dauert etwa eineinhalb Stunden. Dabei werden gerade einmal fünf Kilometer des Flusses befahren.

Costa Rica - Frachthafen von Moin
Die Fahrt mit dem Boot bietet Naturbeobachtungen in Hülle und Fülle. Es ist vor allem das Getier, dass unsere Neugier hervorruft. Ständig stoppt der Bootsführer die Fahrt, weil gerade wieder einmal eine bemerkenswerte Spezies im Wasser oder an Land zu beobachten ist. In Erinnerung blieben uns vor allem diverse Reiherarten im Wasser, Brüllaffen und Faultiere in den Bäumen und Helmbasilisken und Leguane in der Uferzone. Apropos Basilisken: Diese, der Gattung der Echsen zuzurechnenden Reptilien, können bei Gefahr mit hoher Geschwindigkeit über das Wasser rennen. Wegen dieser einzigartigen Fähigkeit werden sie auch Jesus-Christ-Echsen genannt.

Costa Rica - Tortuguero Nationalpark - Helmbasilisk
Leider mussten wir hören, dass dieses einzigartige Refugium nicht mehr von langer Dauer sein wird. In Moin ist seit Längerem eine Erweiterung des Hafens geplant. Zukünftig sollen Containerschiffe der Post-Panamax-Generation in Moin anlegen. Im März 2019 wurde berichtet, dass auf einer 40 Hektar großen künstlichen Insel Frachtschiffe an einer neu geschaffenen 650 Meter langen Pier anlegen können. Insgesamt besteht die Möglichkeit bis zu 26.000 20-Fuß-Standardcontainer zu lagern, darunter 3.800 Kühlcontainer. Eine große Fläche des bislang wenig berührten Nationalparks fällt den Hafeninteressen zum Opfer. – Es hätte noch schlimmer kommen können. Im internationalen Vergleich wird das Hafenprojekt als „klein“ beschrieben. Fakt ist, den in der Region beheimateten Lebewesen wurde mit der Hafenanlage kein Gefallen getan.
Das verzweigte Kanalsystem, man sollte besser von einem Flusssystem sprechen, ist einen Besuch wert. Unsere Empfehlung lautet: Bevor diese einmalige Landschaft nachhaltig zerstört wird, ist es lohnenswert, ihr in nächster Zukunft noch einen vielleicht letzten Besuch abzustatten.
Besuch einer Bananenplantage
Die Del Monte Finca Filadelfia liegt geschätzt 30 Minuten Autofahrt von den Kanälen entfernt. Was für eine Frucht ist die Banane? Wo und wie wächst sie? Welchen Boden und wie viel Wasser brauchen Bananenstauden? Was geschieht nach der Ernte mit der Frucht und der Staude? Auf diese und andere Fragen erhält der Wissbegierige Antwort, bevor er dem Prozess des Reinigens, Portionierens, Konservierens und des Verpackens der Bananen zuschauen darf. Da wundert es nicht einmal, dass Del Monte Bananen auch in die Kisten der Wettbewerber gelegt werden. Auch in Costa Rica funktioniert die Marktwirtschaft.
Besuch des Cahuita Nationalparks
Eine Stunde Busfahrt von Puerto Limón entfernt liegt in Richtung der panamesischen Grenze der Cahuita Nationalpark. Wer möchte, und genügend Zeit mitbringt, kann auf gutem Pfad den Cahuita Küstenwald erkunden.

Costa Rica - Eingang zum Cahuita Nationalpark
Von der Ameise über Termiten bis hin zum Dreizehenfaultier offenbart der Nationalpark eine weite Palette von Tierarten. Die Abteilung der Echsen ist mit prächtigen Iguanas (Leguanen) vertreten. Schlangen (giftig oder ungiftig) lassen sich bei unserem Besuch nicht blicken. Die Brüllaffen machen Turnübungen und die scheuen Ozelots sieht man, wenn überhaupt, nur bei Nacht.
Nach gut einem Kilometer und viel Sehenswertem endet der Weg für unsere Gruppe an einem Strandabschnitt. Hier ist es möglich, die Füße im angenehm temperierten Wasser des karibischen Meers zu kühlen.
Übrigens‚ wenn wir wollten, hätten wir dem Weg noch weitere acht Kilometer folgen können. Wir jedoch begnügen uns mit dem Blick aufs Meer und das weit vorausliegende Riff. Ein schöner Platz; er allein rechtfertigt den Ausflug. Diejenigen, die wollen, gehen am Strand zurück, wobei sie sich dem Wind und der Sonne aussetzen. Der Rest der Gruppe hält im Regenwald wieder nach Faultieren und anderen Kreaturen Ausschau.

Costa Rica - Habitat der Geier
Der Ausflug endet in Puerto Limón. Wer möchte, wird noch von unserem Guide Federico auf einer Einkaufstour in Puerto Limón begleitet.
Fazit
Die sehr empfehlenswerte Tour wurde im Jahr 2012 für 90 US-Dollar angeboten. Die nicht unerheblichen Eintrittsgebühren für den Tortuguero Nationalpark sind im Eintrittspreis inbegriffen. Eine absolut vergleichbare Tour war nicht im Angebot von Celebrity Cruises. Allerdings werden für Tortuguero und eine Bananenplantage von Celebrity allein 89,75 US$ berechnet. – Anders als bei den von den Schiffen angebotenen Touren bildet Red Frog kleine Gruppen. Unsere Gruppe bestand beispielsweise aus 14 Personen. Es versteht sich, dass solche Führungen einen großen Nutzen bieten. Unsere Führer, Federico, Frau Hoebart, der Bootsführer auf den Tortuguero Kanälen, sowie dessen kleiner Sohn, haben offenbar Argusaugen. Sie entdeckten für uns alles, was kriecht, läuft und fliegt. Wir selbst hätten, das darf festgestellt werden, ohne Hilfestellung nur einen kleinen Teil der Tiere wahrgenommen. Zu allem und jedem wurden fundierte und erschöpfende Hinweise gegeben. Die Sprache ist deutsch. Wir halten fest: Uns wurde ein hoher Gegenwert fürs Geld geboten. Kompliment und vielen Dank!
Update März 2025







