Punta Arenas

Punta Arenas auf eigene Faust - unser Landausflug


Unser Kreuzfahrtschiff, die Celebrity Eclipse, durchfuhr auf einer Südamerika-Reise den Beagle Kanal und „umsegelte“ Kap Hoorn. Heute liegt es in der Magellanstraße vor Punta Arenas auf Reede.

Celebrity Eclipse vor Punta Arenas auf Reede

Celebrity Eclipse vor Punta Arenas auf Reede


Die südlichste Großstadt der Welt ist Hauptstadt der chilenischen Provinz Región de Magallanes y de la Antárctica Chilena. Nun wollen wir die Sehenswürdigkeiten der Stadt erkunden. Auf zeitaufwendige Ausflüge in die Umgebung verzichten wir.

Blick auf Punta Arenas

Blick auf Punta Arenas


Die südlichste Großstadt der Welt entdecken

Mit dem schiffseigenen Tenderboot fahren wir nur wenige Minuten hinüber zur Arturo Prat Pier. Die eignet sich nicht für große Kreuzfahrtschiffe vom Schlage der 317 Meter langen Celebrity Eclipse. An der Mole legen stattdessen kleine Expeditionsschiffe wie die MS BREMEN an. Auch sie besucht zeitgleich mit der Celebrity Eclipse Punta Arenas. Vom Anlegepunkt des Tenders bis zum Hafenausgang sind es geschätzt 150 Meter. Nur ein Katzensprung verglichen mit anderen Kreuzfahrt-Destinationen.

MS BREMEN an der Arturo Prat Pier

MS BREMEN an der Arturo Prat Pier


Punta Arenas besitzt sogar ein Cruise Terminal. Genauer gesagt sind das mehrere Ladenbereiche und ein angeschlossener Wartesaal.

Pier, Terminalgebäude und Walfluke

Pier, Terminalgebäude und Walfluke


Vor dem gelb gestrichenen Gebäude ragt eine Walfluke auf, Besucher werden mit einem Groß-Foto der chilenischen Anden willkommen geheißen und daneben erinnert uns ein Plakat, dass wir die Estrecho de Magallanes, die Magellanstraße durchkreuzt haben. Nebenbei wird dezent auf das 500-jährige Jubiläum der Entdeckung der Magellanstraße im Jahr 2020 hingewiesen.

Welcome to Punta Arenas Ich durchquerte die Magellan-Straße

 

Im Wartebereich des Terminalgebäudes hat die Touristik-Information einen Stand eingerichtet. Ein freundlicher Mitarbeiter empfiehlt uns einige Sehenswürdigkeiten und bald darauf wenden wir uns diesen zu. Anzumerken ist, dass am Ausgang des Terminals Taxen auf Individualisten warten.

Punta Arenas von oben sehen

Wir passieren das Standbild des chilenischen Freiheitskämpfers O’Higgins und schlendern durch die Stadt hinauf zur Anhöhe des Cerro de la Cruz. Kurz schauen wir noch bei einem kleinen Touranbieter vorbei, finden jedoch keine uns passabel erscheinende Tour. Es bleibt bei unserem Vorhaben, die Stadt zu Fuß zu „entdecken“.

Monument des chilenischen Freiheitskämpfers O'Higgins

Monument des chilenischen Freiheitskämpfers O'Higgins


Der Mirador Cerro de la Cruz liegt 30 oder 40 Meter über der Stadt. Die Sicht ist gut. Wir blicken über Punta Arenas, den Seeweg und in der Ferne sehen wir die Insel Feuerland. Besser könnte es nicht sein. Bis hierher sind wir gerade einmal 1½ Kilometer gegangen.

Blick vom Cerro de la Cruz auf Punta Arenas Punta Arenas - Der südliche Teil der Stadt

 

Das nächste Ziel ist die Catedral del Sagrado Corazón. Sie nimmt die Westseite der Plaza de Armas Muñoz Gamero ein und liegt nur wenige Hundert Schritte unterhalb der Anhöhe. Punta Arenas ist Bischofssitz. Allzuviel sollte man von der Kathedrale allerdings nicht erwarten. Ihr geht die gewohnte prachtvolle Ausstattung von Bischofskirchen in südeuropäischen oder lateinamerikanischen Ländern ab. Das Gotteshaus ist überschaubar, klar gegliedert und wirkt überhaupt nicht opulent. Schön anzusehen ist die Kuppel.

Catedral del Sagrado Corazón Kuppel der Kathedrale

 

Der Zentralplatz der Provinzhauptstadt

Der Kirche gegenüber liegt die Plaza de Armas Muñoz Gamero. Die mit Bäumen bepflanzte und von repräsentativen Bauten umstandene Fläche ist der Zentralplatz des ursprünglichen Teils von Punta Arenas. In der Mitte der Plaza steht das gewaltige Magellan-Denkmal. In unserer Beschreibung der Stadt sind wir darauf schon näher eingegangen. Der Platz ist umgeben von Banken, Hotels, allem was in einer Großstadt gebraucht wird. Die Häuser entstanden überwiegend gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

Plaza de Armas Muñoz Gamero Das Magellan-Denkmal

 

Aus der Reihe der den Platz umgebenden Bauten, sie werden häufig „Palacio“ genannt, ragt der Palacio Sara Braun hervor. Sara Braun, eine Unternehmerwitwe und Wohltäterin der Stadt ließ sich das Gebäude Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichten. Wie nachzulesen ist, wurde an nichts gespart. Viele Baumaterialien und die Möbel wurden aus Europa importiert. Der prächtige Bau gehört mittlerweile der Stadt. Teilweise wird er als Hotel genutzt.

Palacio Sara Braun

Palacio Sara Braun


Dem Palacio Sara Braun gegenüber liegt der Sitz der Provinzregierung. Zwischen beiden Gebäuden verläuft die Straße „Gob. Carlos Bories“. Der folgen wir längere Zeit in nördlicher Richtung. An dieser Straße liegen weitere Banken, Verwaltungsbauten, Firmensitze und viele Läden. Auffallend ist die überwiegend flache Bauweise der Häuser.

Sitz der Provinzregierung Ladengeschäft in der Straße Gob. Carlos Bories

 

Nach circa einem Kilometer wechselt der Straßenname. Wir gehen nun auf der Av. Pdte. Manuel Bulnes. Auf der linken Seite der Straße liegt das Santuario Ma Auxiliadora, eine der Gottesmutter geweihte Kirche.

Katholische Kirche Santuario Ma Auxiliadora

Katholische Kirche Santuario Ma Auxiliadora


Gleich daneben liegt das Museo Maggiorino Borgatello. Im Jahr 1893 beschlossen die Salesianer-Mönche ein Museum einzurichten. Es sollte dem kulturellen Erbe der Ureinwohner und dem ökologischen Reichtum der Region gewidmet werden. Auf zuletzt 1.700 Quadratmetern Ausstellungsfläche werden aktuell ethnologische, archäologische und historische Exponate gezeigt. Ein Teil der Ausstellung beleuchtet die umgebende Tierwelt. Auch das Leben der Pioniere wird hinreichend gewürdigt.

Museo Maggiorino Borgatello

Museo Maggiorino Borgatello


Punta Arenas imposanter Friedhof

Vom Museum müssen wir nur noch wenige Hundert Meter zum Cementerio Municipal gehen. Mit der Anlage des Friedhofs wurde im Jahr 1894 begonnen. Der prächtige Eingangsbereich und die umgebende Mauer wurden später hinzugefügt. Der Gang über den Friedhof spiegelt die Stadtgeschichte wider. Aufwendig gestaltete Gräber und Mausoleen säumen die breiten Schotterwege. Auffällig sind ebenfalls die vielen akkurat geschnittenen Zypressen-Bäume.

Zentralgebäude des Cementerio Municipal Gräber der spanischen Kolonie Akkurat geschnittene Zypressen Gräber der italienischen Gemeinde

 

Die Costanera del Estrecho – Raum für Freizeitaktivitäten

Wir verlassen die Begräbnisstätte und gehen durch ruhige, etwas eintönige Wohn- und Gewerbegebiete hinüber zur Seepromenade, der Costanera del Estrecho. Diese wurde anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Gründung der Republik Chile im Jahr 2010 eingeweiht.

Promenade Costanera del Estrecho Unterwegs auf der Costanera del Estrecho

 

Die gepflegte Anlage mit Grünflächen, Spielplätzen für Kinder, Bänken und Sportgeräten ist circa drei Kilometer lang. Sie führt uns zurück zur Arturo Prat Pier. An einzelnen Tagen sollen Delfin- und Wal-Sichtungen von der Promenade aus möglich sein. Uns ist das Spektakel nicht vergönnt. Stattdessen sehen wir Möwen und eine große Kolonie von Magellan-Kormoranen.

Kolonie der Magellan-Kormorane

Kolonie der Magellan-Kormorane


Ein auffälliges Denkmal, das Monumento Tripulantes Goleta Ancud, zählt ebenfalls zu den Sehenswürdigkeiten des heutigen Tages. Das sechs Meter hohe Gebilde erinnert an die Besatzung des Schoners Ancud, die im Mai 1843 den Hafen von Ancud verließ und im September 1843 im Naturhafen von Puerto del Hambre auf der Brunswick-Halbinsel vor Anker ging. Die Besatzung errichtete in der Folgezeit das nahe gelegene Fort Bulnes. Heute ist die 60 Kilometer südlich von Punta Arenas gelegene Anlage ein Tourenziel.

Monumento Tripulantes Goleta Ancud Monumento Tripulantes Goleta Ancud

 

Fazit

Punta Arenas ist eine merkwürdige Stadt. Einerseits besitzt die Großstadt alle Annehmlichkeiten, die eine moderne Stadt bieten kann. Andererseits fehlen die Attribute großer Städte. Soll heißen: Wir sehen nur wenige Hochhäuser und wenige Bauten, die mehr als drei Geschosse aufweisen. Die Stadt geht eher in die Fläche denn in die Höhe. Die landschaftliche Lage ist spektakulär: Auf der einen Seite die Magellanstraße, dahinter die Insel Feuerland und auf der anderen Seite Hügelland mit den Bergwäldern Patagoniens. Wir stellen fest: Punta Arenas ist den Zwischenhalt im Verlauf unserer Südamerika-Kreuzfahrt wert.