Die Celebrity Summit legt im Hafen der kanadischen Stadt Québec eine 36-stündige Ruhepause ein. Erst abends um 18:00 Uhr wird das Kreuzfahrtschiff die Stadt mit dem Ziel Neufundland wieder verlassen. Wir nutzten den ersten Liegetag für einen ausgiebigen Stadtbesuch und für eine Fahrt mit dem Linienbus zum nahegelegenen Montmorency Wasserfall.

Quebec - Liegeplatz am Saint Charles River

Quebec - Liegeplatz am Saint Charles River


Heute wollen wir in Québec jene Dinge ansehen, die am Vortag zu kurz kamen. Unser erstes Ziel ist der Marché du Vieux Port, den wir bereits vom Schiff sehen. Vom Liegeplatz bis zu der modernen Markthalle laufen wir nicht einmal eine viertel Stunde. Wir gehen am Jachthafen „Bassin Louise“ entlang, passieren den Hauptbahnhof und biegen danach in den Quai Saint-André ein, an dem die Markthalle liegt.

Quebec - Marché du Vieux Port

Quebec - Marché du Vieux Port


Alles was das Herz begehrt und was die Hausfrau oder der Hausmann für die Küche benötigen, wird in den einzelnen Abteilungen des Marktes verkauft: Backwaren, Blumen, Gemüse aller Art, Hot Dogs Européen, Meeresfrüchte, Nüsse, Obst sowie frisch gepresste Obstsäfte, Süßwaren und vieles mehr.

Quebec - Obst und Blumen im Marché du vieux Port    Quebec - Süßigkeiten, Würstchen und Sauerkraut    Quebec - Ein üppiges Gemüseangebot

In der Nähe der Markthalle steigen wir an der „Gare Fluviale“ in den uns mittlerweile vertrauten, elektrisch angetriebenen „écobus“ und fahren in die Oberstadt zum Parc de l’Esplanade, der zwischen dem Hôtel du Parlement du Québec und der Stadtmauer liegt. Die den Altstadtkern umschießende Mauer ist eine gewaltige Konstruktion. Obwohl wir wissen, dass Befestigungsanlagen solcher Bauart nicht in kurzer Zeit geschaffen werden, ist es doch erstaunlich, zu welchen Ingenieurleistungen Menschen mit einfacher Technik vor mehr als 200 Jahren fähig waren. An der Porte Saint Louis lässt sich die Stadtmauer gut besteigen; neue Perspektiven tun sich uns auf.

Quebec - Häuser am Parc de l'Esplanade    Quebec - Parc de l'Esplanade mit dem Parlamentsgebäude    Quebec - Stadtmauer an der Porte Saint Louis

Der zwischen dem Parlamentsgebäude, dem Château Frontenac und der Zitadelle gelegene Stadtteil Vieux-Québec lädt zu einem ausführlichen Rundgang ein. Neben der Porte Saint Louis liegen die Connaught Kaserne und das Hauptquartier der 35. Canadian Brigade. Mit zunehmender Begeisterung wandern wir kreuz und quer durch das Viertel. Überall sehen wir schmucke, mit Blumenkästen oder Rankenbewuchs dekorierte Häuser, dann und wann lugt das riesige Château Frontenac über die Dächer. Vom hochgelegenen Parc du Cavalier-du-Moulin blicken wir auf die Chalmers-Wesley United Church. Es fällt auf, wie „grün“ Québec in diesem Stadtteil ist.

Quebec - Porte Saint Louis     Quebec - Chalmers-Wesley United Church

Wir sehen niedliche kleine Hotels wie das „Au Petit Hôtel“, das „Ursulinen-Kloster“ und „Les Oeuvres de la Maison Dauphine“ ein Objekt der „Édifice de la National School“. Das „Maison“ ist eine 1822 errichtete Schule, in der Kinder aus armen Verhältnissen eine Schulbildung erhielten.

Quebec - Au petit Hotel und Urselinen Kloster     Quebec - Les Oeuvres de la Maison Dauphine

Wir gehen weiter zur Place d’Youville, die vom Palais Montcalm, einer Konzerthalle von internationalem Format, und dem Capitole de Québec, einer Veranstaltungshalle im Beaux-Arts Stil mit Rundfassade, gesäumt wird. Auf dem Platz steht die schöne Bronzeplastik Les Muses, die zum 375 Jahrestag der Stadtgründung aufgestellt wurde.

Quebec - Place d'Youville     Quebec - Les Muses

Wir folgen nun der am Place d’Youville vorbeiführenden Rue Saint-Jean und stoßen auf die mächtige Porte Saint-Jean, eines der verbliebenen drei Stadttore. Wenn wir wollten, könnten wir in den Parc de l‘Artillerie wechseln. Stattdessen folgen wir der Rue Saint-Jean, in der sich Läden, Bars und Restaurants aneinanderreihen. Am „Pub St. Patrick“ geht die Straße in die Côte de la Fabrique über. Auf der rechten Seite liegt das einen Straßenblock beanspruchende Rathaus. In einiger Entfernung sehen wir die Basilique-cathedrale Notre-Dame de Québec. In der Hauptkirche der Erzdiözese Québec wird gerade die Messe gelesen. Weshalb wir nicht zur Kirchenbesichtigung kommen.

Quebec - Porte Saint Jean     Quebec - Straßenszene

Quebec - Hotel de Ville     Quebec - Kathedrale Notre Dame de Quebec

In kurzer Distanz steht die anglikanische Holy Trinity Cathedral. Sie war die erste anglikanische Kathedrale, die außerhalb von Großbritannien in der Zeit von 1800 bis 1804 errichtet wurde. Besonders beeindrucken uns die wunderschönen, farbenfrohen Bleiglasfenster.

Quebec - Anglikanische Holy Trinity Cathedral    Quebec - Anglikanische Kathedrale Holy Trinity    Quebec - Kirchenschiff der Holy Trinity Cathedral

In Alt Québec steht Sehenswertes auf engem Raum. Nahezu überall stolpern die Besucher der Stadt über bemerkenswerte historische Bauten. Zu diesen zählt auch das in feinem „Art Deco Stil“ gebaute „Hôtel Clarendon“, das noble und älteste Hotel der Stadt.

Bevor wir erneut zur Kathedrale Notre Dame gehen, schlendern wir durch die Rue Saint Anne hinüber zur Samuel de Champlain-Statue an der Terrasse Dufferin. Die unterhalb des Château Frontenac gelegene elegante Promenade muss man gesehen haben. Sie bietet unvergleichliche Ausblicke auf die Unterstadt, den Sankt-Lorenz-Strom und das Luxushotel Château Frontenac, in dem sich die Schönen und Reichen sowie die Regierenden der Welt treffen. Die Terrasse Dufferin wurde nach Lord Dufferin benannt. Unter seiner Leitung wurde die Promenade an diesem einmalig schönen Standort oberhalb des Flusses gebaut. Von der 430 Meter langen Aussichtsterrasse führen Wege hinunter zum Sankt-Lorenz-Strom und hinüber zum historischen Schlachtfeld der Plaines d‘Abraham. Am südlichen Ende befindet sich eine 250 Meter lange Eisrutschbahn, die dem Hörensagen nach im Winter starken Zuspruch findet.

Quebec - Statue des Samuel du Champlain    Quebec - Terrasse Dufferin     Quebec - Eisrutschbahn an der Terrasse Dufferin

Mehrere Pavillons säumen die Terrasse. Die landseitig aufgestellten Kanonen sind Relikte des Mitte des 19. Jahrhunderts geführten Krimkriegs, an dem auf westlicher Seite auch kanadische Truppen involviert waren. Wir empfehlen, in der „Bar Princesse Louise“ einen Kaffee oder einen kleinen Imbiss zu nehmen. Nur wenige Orte bieten einen solch überwältigenden Blick. Und über allem ragt das 80 Meter hohe, gewaltige Château Frontenac empor.

Quebec - Princesse  Louise Pavillon dahinter Chateau Frontenac     Quebec - Terrasse Dufferin und Chateau Frontenac

Dem gilt nun unser Besuch. Das Hotel wurde Ende des 19. Jahrhunderts im Auftrag der Eisenbahngesellschaft Canadian Pacific Railway erbaut. Das Bauwerk ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt. Das Interesse der Besucher ist so groß, dass Führungen angeboten werden. Von außen wie von innen mag man sich nicht sattsehen an der überwältigenden Pracht und Opulenz des Gebäudes. Interessierte dürfen sich in der weitläufigen Wandelhalle umsehen und auch einen Blick in das angrenzende Edelrestaurant werfen. Wir empfehlen, die öffentlichen Toilettenanlagen des Hotels zu besuchen, die ebenso nobel wie das ganze Hotel gestaltet sind.

Quebec - Chateau Frontenac     Quebec - Chateau Frontenac

Als letztes Tagesziel in der Oberstadt ist uns noch die Kathedrale geblieben. Vom Château Frontenac gehen wir nur wenige Minuten zurück zur Kathedrale. Im Reich der katholischen Kirche gilt die Erzdiözese Québec als ältester Kirchenkreis nördlich von Mexiko. Im Jahr 1664 wurde die erste Kathedrale an diesem Ort errichtet. Zweimal brannten die Sakralbauten nieder, letztmalig im Jahr 1922. Die Kirche ist somit nicht einmal einhundert Jahre alt. Davon abgesehen sind die weitläufige, goldgeschmückte Kathedrale und der Altarraum wirklich sehenswert.

Quebec - Altar der Kathedrale Notre Dame de Quebec

Quebec - Altar der Kathedrale Notre Dame de Quebec


Es wird Zeit, zum Schiff zurückzukehren. Vorher wollen wir aber noch einmal durch die Unterstadt flanieren. Von der Kathedrale ausgehend ist es ein Leichtes, vorbei an gewaltigen Statuen, dem nahen Priesterseminar, öffentlichen Gebäuden und kleinen Parkanlagen mit Kanonen in Bollwerken in den Vieux-Port genannten Stadtteil zu gelangen. Wie alle anderen Besucher landen wir unwillkürlich in der schmalen und heimeligen Rue du Petit Champlain. In ihr reihen sich Bars, Pubs, Restaurants, kleine schnuckelige Modeläden, Kunstgewerbe, Galerien, Schmuckgeschäfte aneinander. Dazwischen liegt der winzige Parc Félix-Leclerc.

Quebec - Das Priesterseminar von Quebec     Quebec - Kanonen gehören zu Quebecs Stadtbild

 

Quebec - Rue du Petit Champlain     Quebec - Touristen in der Rue du Petit Champlain

Nach dem Besuch der Rue du Petit Champlain suchen wir die schöne, nach Ludwig XIII. benannte Place Royale und gehen durch die Rue Saint Pierre zurück zum Schiff. Nahezu sechs Stunden haben wir das Zentrum Québecs erkundet. Obwohl wir längst nicht alles Sehenswerte entdecken konnten, bleibt der Eindruck, dass Québec eine der schönsten und saubersten Städte ist, die wir jemals sahen. Wir wünschten uns, noch einmal in diese Stadt zurückkehren zu können.

Quebec - Place Royale      Quebec - Häuser am Place Royale

Natürlich hätten wir auch Ausflüge an Bord der Celebrity Summit buchen können. Die Angebote sind vielseitig. Vor allem zwei der angebotenen Ausflüge ließen sich nur schwerlich anderweitig organisieren. Wie hätte man ansonsten die Laurentian Mountains und den Lake Beauport sehen oder den Wallfahrtsort Sainte-Anne-de-Beaupré besuchen sollen? - Wir empfinden es jedoch als Aufgabe, nach alternativen Möglichkeiten zu den auf einem Schiff offerierten Ausflugsprogrammen zu suchen. Es ist eine stetige Herausforderung, ohne den Einsatz großer Budgetmittel attraktive Ziele in den angelaufenen Häfen zu erkunden.