Ein weiterer Tag in Quebec


Mit Holland Americas MS Zuiderdam unternehmen wir nach einer Kreuzfahrt mit der Celebrity Summit erneut eine Reise zu Zielen in Kanada und den Neuenglandstaaten. In der kanadischen Provinzhauptstadt Québec gehen wir an Bord des Schiffes. Wir nutzten den Tag der Anreise und den darauf folgenden Tag, um auf eigene Faust jene Dinge anzusehen, die beim vorherigen Aufenthalt in der Stadt zu kurz kamen.

Québec - Terminals Wharf 21 und 22

Québec - Terminals Wharf 21 und 22


Marché du Vieux Port

Unser erstes Ziel, den Marché du Vieux Port, den wir von einem vorherigen Besuch kannten, gibt es nicht mehr an seinem uns vertrauten Standort. Er bot alles, was das Herz begehrte und was die Hausfrau oder der Hausmann für die Küche benötigen: Backwaren, Gemüse aller Art, Hotdogs Européen, Meeresfrüchte, Nüsse, Obst sowie frisch gepresste Obstsäfte. Dazu kamen Blumen, Süßwaren und vieles andere mehr. Aus und vorbei!


Marché du Vieux Port - es war einmal



Marché du Vieux Port -aus und vorbei 


Québecs Wehranlagen

Etwas enttäuscht fahren wir mit einem Taxi in die Oberstadt zum Parc de l’Esplanade. Die Parkanlage liegt zwischen dem Hôtel du Parlement du Québec und der Stadtmauer. Diese Mauer, die den Altstadtkern umschießt, ist eine beeindruckende Konstruktion. Wir wissen, dass Befestigungsanlagen solcher Bauart nicht in kurzer Zeit geschaffen wurden, dennoch ist es erstaunlich zu sehen, zu welchen Ingenieurleistungen Menschen mit einfacher Technik vor mehr als 200 Jahren fähig waren. An der Porte Saint Louis ist es gestattet, die Stadtmauer zu besteigen; neue Perspektiven tun sich damit auf.

Québec - Stadtmauer an der Porte Saint Louis
Québec - Porte Saint Louis
Québec - Porte Saint Jean

Rundgang durch Vieux-Québec

Der zwischen dem Parlamentsgebäude, dem Château Frontenac und der Zitadelle gelegene Stadtteil „Vieux-Québec“ lädt zu einem ausführlichen Rundgang ein. Neben der Porte Saint Louis liegen die Connaught Kaserne und das Hauptquartier der 35. Canadian Brigade. Begeistert wandern wir kreuz und quer durch das Viertel. Überall sehen wir schmucke, mit Blumenkästen oder Rankenbewuchs dekorierte Häuser, und dann und wann lugt das riesige Château Frontenac über die Dächer. Vom hochgelegenen Parc du Cavalier-du-Moulin blicken wir auf die Chalmers-Wesley United Church. Es fällt auf, wie „grün“ Québec in diesem Stadtteil ist.

Québec - Chalmers Wesley United ChurchQuébec - Chalmers Wesley United Church


Wir sehen charmante kleine Hotels sowie andere interessante Objekte. Dazu zählen das „Au Petit Hôtel“, das „Ursulinen-Kloster“ und „Les Oeuvres de la Maison Dauphine“. Letztere soziale Einrichtung ist ein der „Édifice de la National School“ zugehöriges Objekt. Das „Maison“ war ursprünglich eine vor 200 Jahren errichtete Schule, in der Kinder aus armen Verhältnissen eine Schulbildung erhielten.


Au Petit Hôtel - dahinter das Ursulinen-Kloster



La Maison Dauphine 


Wir gehen weiter zur Place d’Youville, die vom Palais Montcalm, einer Konzerthalle und dem Capitole de Québec, einer Veranstaltungshalle im Beaux arts-Stil mit Rundfassade, gesäumt wird. Auf dem Platz steht die schöne Bronzeplastik „Les Muses“, die zum 375 Jahrestag der Stadtgründung aufgestellt wurde.


Place d’Youville



Bronzeplastik Les Muses 


Capitole de Québec


Wir folgen nun der am Place d’Youville vorbeiführenden Rue Saint-Jean und stoßen auf die mächtige Porte Saint-Jean, eines der verbliebenen Stadttore. Wenn wir wollten, könnten wir in den Parc de l‘Artillerie wechseln. Das sparen wir uns für die Zukunft auf, stattdessen folgen wir der Rue Saint-Jean, in der sich Läden, Bars und Restaurants aneinanderreihen. Am „Pub St. Patrick“ geht die Straße in die Côte de la Fabrique über. Auf der rechten Seite liegt das einen Straßenblock beanspruchende Rathaus. 

Straßenszene in Québec Haute Ville
Québec - Côte de la Fabrique
Québec - Monument Le Grand Bienvenue
Québecs Rathaus


Québecs Rathaus



Québecs Rathaus - Fassadendetail


Nicht versäumen möchten wir den Besuch der Basilique-Cathédrale Notre-Dame de Québec. Bei unserem letzten Aufenthalt in Québec wurde in der Hauptkirche der Erzdiözese Québec die Messe gelesen; die Kirchenbesichtigung blieb uns verwehrt. Dieses Mal haben wir Glück. Wir dürfen uns in der Kirche umsehen. Im Jahr 1664 wurde eine erste Kathedrale an diesem Ort errichtet. Zweimal brannten die Sakralbauten nieder, letztmalig im Jahr 1922. Das Gotteshaus ist gerade einmal einhundert Jahre alt. Die geräumige, goldgeschmückte Kathedrale und der Altarraum sind wirklich sehenswert.

Basilique-Cathédrale Notre-Dame de Québec
Basilique-Cathédrale Notre-Dame de Québec - Kirchenschiff
Basilique-Cathédrale Notre-Dame de Québec - Altarraum
Basilique-Cathédrale Notre-Dame de Québec - Orgelempore

Zugänglich ist ebenfalls die anglikanische Holy Trinity Cathedral. Sie war die erste anglikanische Kathedrale, die außerhalb von Großbritannien errichtet wurde. Erbaut wurde sie die zwischen den Jahren 1800 bis 1804. An dieser Kirche faszinieren uns die wunderschönen, farbenfrohen Bleiglasfenster.

Anglikanische Kathedrale Holy Trinity
Anglikanische Kathedrale Holy Trinity - Kirchenschiff
Anglikanische Kathedrale Holy Trinity - Kirchenschiff
Anglikanische Kathedrale Holy Trinity - Kirchenschiff

 In Alt Québec steht Sehenswertes auf engem Raum. Nahezu überall „stolpern“ Besucher über charakteristische historische Bauten. Zu diesen zählt ebenfalls das noble im „Art déco-Stil“ gebaute Hôtel Clarendon, das älteste Hotel der Stadt. Die Brasserie des Hotels trägt den Namen „Morbus“ (Krankheit).

Québec - Hôtel Clarendon

Québec - Hôtel Clarendon


Terrasse Dufferin

Bei Québec-Besuchen ist die Terrasse Dufferin aus unserer Sicht ein „Muss“. Die unterhalb des Château Frontenac gelegene elegante Promenade sollte jeder Besucher gesehen haben. Sie bietet unvergleichliche Ausblicke auf die Unterstadt, den Sankt-Lorenz-Strom und das über der Terrasse hoch aufragende Fairmont Luxushotel Château Frontenac. Dort geben sich die Schönen und Reichen sowie die Regierenden der Welt die Klinke in die Hand.

Québec - Terrasse Dufferin mit dem Chateau Frontenac
Québec - Terrasse Dufferin mit dem Chateau Frontenac
Québec - Terrasse Dufferin - Eisrutschbahn
Québec - Terrasse Dufferin

Die Terrasse Dufferin wurde nach Lord Dufferin benannt. Auf seine Veranlassung und unter seiner Leitung wurde die Promenade an diesem einmalig schönen Standort oberhalb des Flusses gebaut. Von der 430 Meter langen Aussichtsterrasse führen Wege hinunter zum Sankt-Lorenz-Strom und hinüber zum historischen Schlachtfeld der Plaines d‘Abraham. Am südlichen Ende befindet sich eine 250 Meter lange, steile Eisrutschbahn, die dem Hörensagen nach im Winter starken Zuspruch findet.

Mehrere Pavillons säumen die Terrasse. Die landseitig aufgestellten Kanonen sind Relikte des Mitte des 19. Jahrhunderts geführten Krimkriegs, in den auch kanadische Truppen involviert waren. Wir empfehlen, in der „Bar Princesse Louise“ einen Kaffee oder einen kleinen Imbiss zu nehmen. Nur wenige Orte bieten einen solch überwältigenden Blick. Und über allem ragt das 80 Meter hohe, gewaltige Château Frontenac empor.

Terrasse Dufferin - Princesse Louise Pavillon
Terrasse Dufferin - Kanonen aus der Zeit des Krimkriegs
Kiosk an der Terrasse Dufferin
Luxushotel Château Frontenac

Fairmont Luxushotel Château Frontenac

Dem Hotel gilt unser Besuch. Das Château Frontenac wurde Ende des 19. Jahrhunderts im Auftrag der Eisenbahngesellschaft Canadian Pacific Railway erbaut. Das Gebäude und die Repräsentationsräume im Inneren zählen zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Das Interesse der Besucher ist so groß, dass Führungen angeboten werden. Von außen wie von innen mag man sich nicht sattsehen an der überwältigenden Pracht und Opulenz des Bauwerks. Interessierte dürfen sich, auch wenn sie nicht an einer Führung teilnehmen, in der weitläufigen Wandelhalle umsehen und einen Blick in das angrenzende edle Restaurant werfen. Wir empfehlen ebenfalls die öffentlichen Toilettenanlagen des Hotels zu besuchen. Sie sind vergleichbar nobel wie das gesamte Hotel gestaltet.

Wandelhalle des Château Frontenac
Gesellschaftsräume des Château Frontenac
Ladengeschäft im Château Frontenac
Eine Bar des Château Frontenac

Rue du Petit Champlain

Es wird Zeit, am frühen Nachmittag auf dem Schiff einzuchecken. Bevor wir das tun, flanieren wir noch einmal durch die Unterstadt. Von der Kathedrale kommend ist es ein Leichtes, vorbei am Place d’Armes, dem nah gelegenen Priesterseminar, öffentlichen Gebäuden und kleinen Parkanlagen in die historische Unterstadt zu gelangen. Wir landen unwillkürlich in der schmalen und behaglichen Rue du Petit Champlain. In ihr reihen sich Bars, Pubs, Restaurants, kleine schnuckelige Läden für Mode, Kunstgewerbe und Schmuck aneinander. Auch an Galerien mangelt es nicht. Dazwischen liegt der winzige Parc Félix-Leclerc.

Vieux Québec - Place d'Armes
Québec - Rue Sous le Fort
Québec - Blick auf die Rue du Petit Champlain
Québec - Rue du Petit Champlain

Nach der Rue du Petit Champlain besuchen wir noch einmal die schöne, nach König Ludwig XIV. benannte Place Royale und gehen durch die Rue Saint Pierre zum Schiff.

Québec - Place Royale

Québec - Place Royale


Fazit

In nahezu sechs Stunden haben wir das Zentrum Québecs erkundet und längst nicht alles Sehenswerte entdeckt. Wir sind überzeugt, dass Québec eine der schönsten und saubersten Städte ist, die wir jemals sahen.

Natürlich hätten wir auch organisierte Ausflüge buchen können. Die Angebote sind vielseitig. Vor allem drei hoch gerühmte, außerhalb Québecs gelegene Ausflugsziele lassen sich schwerlich anderweitig bewerkstelligen. Wie hätte man ansonsten die gut 80 Kilometer entfernten Laurentian Mountains, den Lac Beauport sehen oder den Wallfahrtsort Sainte-Anne-de-Beaupré besuchen sollen?

Für uns ist es jedoch ein Bedürfnis, nach alternativen Möglichkeiten zu den von den Schiffen offerierten Ausflugsprogrammen zu suchen. Es ist eine stetige Herausforderung, ohne den Einsatz großer Budgetmittel attraktive Ziele in den angelaufenen Häfen zu erkunden.

Update November 2023