Island – Golden Circle Tour

Island - Golden Circle Tour

Autor: Anne Plau

Unsere organisierte Tour hatten wir von Deutschland aus für ca. € 45,00 pro Person via Internet gebucht. Die Golden Circle genannte Tour wird von verschiedenen Veranstaltern angeboten und umfasst einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten im Südwesten Islands. Die Attraktionen unserer Tour: Kerið-Krater, Faxa-Wasserfall, Geothermalgebiet Haukadalur mit den Geysiren, Gulfoss-Wasserfall und Nationalpark Thingvellir. 

Die Tour startet in der Nähe von Sólfar - man wird von verschiedenen Sammelpunkten mit dem Taxi dorthin gebracht - und dauert knapp 6 Stunden. Es ist allerdings auch kein Problem, diese Tour erst nach der Ankunft direkt im Touristenbüro am Anleger oder im Stadtzentrum zu buchen.


Eines von mehreren Büros der Reykjavik Tourist Information

Eines von mehreren Büros der Reykjavik Tourist Information


Mit dem Wetter haben wir Pech. Es ist stark bewölkt und windig, ab und zu Schauer, zudem ist es unangenehm kühl. Unser erster Stopp am Vulkankrater Kerið wird von so starkem Regen begleitet, dass wir den Aufenthalt gar nicht richtig genießen können und schon ziemlich durchnässt wieder den Bus erreichen. Der Krater ist 55 m tief, der Kratersee ist oval, etwa 260 m lang und 170 m breit. Der Kerið steht unter Naturschutz.

Der Kerið Kratersee

Der Kerið Kratersee


Nächster Stopp der "Golden Circle Tour" ist der Faxa Wasserfall. Mit einer nur geringen Fallhöhe, allerdings sehr breit, erscheint mir der Faxa nicht so spektakulär. Das Besondere ist die Fischtreppe an der Seite, die die Wanderung der Lachse unterstützen soll.

Der Faxa Wasserfall mit der FischtreppeDer Faxa Wasserfall mit der Fischtreppe


Weiter geht es zum Geothermalgebiet Haukadalur, das touristisch gut erschlossen ist. Auf gesicherten Wegen gelangt man zu den Geysiren. Der sehr aktive Strokkur (Butterfass) produziert in kurzer Folge hohe Fontänen, der Große Geysir ist nicht so produktiv, seine Fontänen können aber sehr viel höher ausfallen. Überall gibt es brodelnde und dampfende Erdlöcher, die Mud Bubble Pools, in denen man tatsächlich sein Essen kochen könnte. Während wir uns im Gebiet Geysir aufhalten bricht der Strokkur etwa alle 5 Minuten aus. Die Fontänen erreichen eine Höhe von geschätzt 15 bis 20 m. Kurz nach unserer Weiterfahrt bricht auch noch die Sonne durch, der Wind fegt die Wolken zur Seite, und wir sehen direkt auf den Gletscher Langjökull. Was für ein Land. 

Island - Geothermalgebiet Haukadalur
Island - Dampfschwaden über dem Geothermalgebiet Haukadalur
Island - Wasserdampf über Haukadalur
Island - ein Schwefeltopf im Geothermalgebiet von Haukadalur

 

Island - der Strokkur Geysir
Island - der Große Geysir
Island - der Litli Geysir
Island - der Langjökull Gletscher


Der Gullfoss Wasserfall ist gewaltig. Über zwei Treppen im Winkel von ca. 90° fällt er 30 m in die Schlucht. Man kann seitlich sehr weit in die Nähe des Falls gelangen. Wir steigen auch auf eine höher gelegene Plattform, damit wir einen besseren Gesamtüberblick haben.

Island - der Gullfoss Wasserfall
Island - der Gullfoss Wasserfall


Die letzten Stationen der Island - Golden Circle Tour liegen im Nationalpark Thingvellir, der seit 2004 zum Weltkulturerbe gehört. Wir fahren am Thingvallavatn vorbei, dem größten See Islands und kommen zu dem Ort, an dem bereits 930 gesetzgebende Versammlungen stattfanden. Dieses erste Parlament wurde Althing genannt. Auch in Zeiten der Abhängigkeit des Landes von Norwegen bzw. später von Dänemark trafen sich hier die Menschen, die die Unabhängigkeit Islands anstrebten. Im Jahr 1944 fanden in Thingvellir die Feiern anlässlich der Gründung der Republik Island statt. 

Island - Thingvallavatn See
Island - Nationalpark Thingvellir - die Althing Versammlungsstätte
Island - Nationalpark Thingvellir - Visitor Centre
Island - Kirche von Thingvellir


An der gegenüber liegenden Seite des Sees kommt man in den Bereich, wo die tektonische Verschiebung der eurasischen und der nordamerikanischen Kontinentalplatte sichtbar ist. Jedes Jahr driften die Platten um etwa 2 cm auseinander. Der dadurch entstandene Graben zieht sich von der Halbinsel Reykjanes im Südwesten bis zum Nordosten Islands. Auf Reykjanes hat man eine Brücke über eine der großen Erdspalten gebaut, so dass man dort also von Europa nach Amerika gehen kann.

Island - die Erdplattenverschiebung im Nationalpark Thingvellir
Island - Verbindung der eurasischen und der nordamerikanischen Kontinentalplatte


Wir fahren durch eine sehr schöne Landschaft. Weideland, Flüsse und kleine Seen, tiefe Meereseinschnitte, Berge und Gletscher im Hintergrund, unterschiedliche Grün- und Brauntöne herrschen vor. Sobald die dichten Wolken auch nur wenig aufreißen und die Sonne etwas durchkommt, sind Farben und Licht phantastisch.

Island - Landschaft mit Felsmassiv
Island - weites Land


Island ist extrem dünn besiedelt. Auf unserer Fahrt, die ja nur einen winzigen Teil des Südwestens von Island umfasst, sehen wir kleine Ansiedlungen, manchmal nur vereinzelte Häuser oder Höfe, fast immer gehört auch eine kleine Kirche dazu.

Island - eine einsame Kirche

Island - eine einsame Kirche


Wir kommen am Haus vorbei, in dem Halldor Laxness, der wohl bedeutendste isländische Dichter gewohnt hat, und natürlich an vielen Islandpferden. Unser Reiseleiter glänzt durch fundiertes Wissen über sein Land, zu jeder unserer Stationen erhalten wir detaillierte Informationen. Es ist bedauerlich, dass man sich nicht alles merken kann.

Dürfen nicht fehlen - Islandpferde

Dürfen nicht fehlen - Islandpferde


Zurück in Reykjavik überqueren wir noch Elliðaá, einen lachsreichen Fluss, der durch die Stadt fließt. In welcher europäischen Hauptstadt kann man sonst noch Lachse fangen?

Update Juli 2020