Island bietet viel Sehenswertes. Die Besucher der weltgrößten Vulkaninsel bewundern die abwechslungsreichen Landschaften mit den Fjorden, Geysiren, Gletschern, Lavawüsten, Vulkanen und Wasserfällen. Tierfreunden werden vielfältige Möglichkeiten geboten, Vögel und Wale vor der Insel zu beobachten. Und dann wäre da noch die Hauptstadt Reykjavik, die sich bequem zu Fuß erkunden lässt.

Faxa Wasserfall

Faxa Wasserfall


Wir konzentrieren uns bei unseren Empfehlungen auf jene sehenswerten Objekte und Orte, die im Rahmen eines ein- oder zweitägigen Aufenthalts mit dem Kreuzfahrtschiff möglichst mit individuellen Touren erreicht werden können. Diese Touren sind nahezu deckungsgleich mit den von den Kreuzfahrtgesellschaften angebotenen Exkursionen. Den Unterschied macht die Größe der Besuchergruppe aus. Während bei der individuell gebuchten Tour an die 10 bis 20 Personen mitfahren, sitzen im Bus der Kreuzfahrtgesellschaft 40 bis 50 Personen. Noch eins: Die Preise differieren erheblich. Individuelle Touren kosten durch die Bank gerade einmal die Hälfte.

Zu den unbedingt empfehlenswerten Zielen außerhalb Reykjaviks zählen

Der Strokkur Geysir in Haukadalur. – Er bricht alle paar Minuten aus. Seine Wasser- und Dampffontäne steigt bis zu 30 m hoch.

Strokkur Geysir

Der Große Geysir in Haukadalur. – Der neben dem Strokkur liegende Geysir „arbeitet“ unzuverlässig. Seine Eruptionen erfolgen unregelmäßig, erreichen aber Höhen zwischen 10 bis 100 m.

Der Große Geysir

Im direkten Umfeld beider Geysire liegen „Töpfe“ mit kochend heißem Schlamm, sogenannte „Mud Bubble Pools“. Es ist besser, in diesem Gebiet die Wege nicht zu verlassen.

Mud Bubble Pools

Der Nationalpark Thingvellir (Pingvellier). – In dem Areal im Südwesten Islands wurde erstmalig im Jahr 930 die gesetzgebende Versammlung Islands, der Althing, abgehalten. Dort trafen sich danach jedes Jahr die Stammesoberhäupter und die freien Bauern, um Gesetze zu beschließen. Noch gut zu sehen ist der „Lawspeaks Rock“, von dem die Gesetze aus verkündet wurden. Im Jahr 2004 gelangte der Park auf die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.

Thingvellir     Thingvellir

Erdplattenverschiebung. - Geologen fanden heraus, dass in der Region die nordamerikanische und die eurasische Erdplatte aufeinandertreffen. Die Platten driften jährlich um zwei Zentimeter auseinander. Im Nationalpark lässt ein gewaltiger Graben den Verlauf der Platten exzellent erkennen. Im Park gibt es auch tiefe Gletscherspalten, in denen getaucht wird.

Erdplattenverschiebung

Erdplattenverschiebung


Der Gulfoss Wasserfall. - Nahe dem Nationalpark liegt der Gulfoss Wasserfall. Er wird auch „Goldener Fall“ genannt. Europas größter Wasserfall lässt den Hvitá-Fluss in zwei Kaskaden und mit gewaltiger Breite über 30 m tief in eine Schlucht stürzen.

Gulfoss Wasserfall     Gulfoss Wasserfall

Der Glymur Wasserfall. - Der höchste Wasserfall Europas ist der 196 m hohe Glymur. Auch er liegt, wie könnte es anders sein, auf Island. Die Distanz zwischen Reykjavik und dem Glymur beträgt jedoch ca. 70 km. Damit liegt er außerhalb der bequemen Erreichbarkeit von Standard-Exkursionszielen.

Die Blaue Lagune. – Das populäre Geothermalbad liegt etwa 40 km von Reykjavik entfernt auf der Halbinsel Reykjanes. Eingerahmt wird die Lagune von schwarzen Sandstränden und Lavafeldern. Die Besucher baden in knapp 40° Celsius warmem Salzwasser. Ein Reisemagazin bezeichnet die Blaue Lagune als eines der zehn besten Spas weltweit. Bustouren starten von Reykjavik aus mehrfach täglich zur Blauen Lagune. Inklusive des Eintritts sind im Jahr 2012 für das Vergnügen 8.000 Islandkronen zu zahlen, das entspricht 50 Euro.

Akurey- und Lundeyinseln. - Tausende Papageitaucher leben in der Paarungszeit auf den Akurey- und Lundeyinseln. In der Zeit vom 1. Mai bis zum 20. August werden Vogelliebhaber von diversen Anbietern mit kleinen Booten zu den Brutplätzen gebracht. Die Fahrten beginnen am alten Hafen Reykjaviks.

Vogelfelsen vor Islands Küste

Whale Watching Touren. - Die Anbieter führen auch 2 bis 2½ Stunden dauernde Whale Watching Touren durch. Die Wahrscheinlichkeit, Wale zu sehen, wird mit 95 Prozent angegeben.

Golden Circle Tour. - Drei der Sehenswürdigkeiten außerhalb Reykjaviks werden im Rahmen einer „Golden Circle Tour“ absolviert. Die drei Attraktionen sind der Thingvellir National Park, der Strokkur Geysir und der von Mystik umrankte Gullfoss-Wasserfall. Unter Nützliches gibt es nähere Einzelheiten zur Buchung dieser Tour. Je nach Touranbieter werden zusätzlich noch der am Wege liegende Kratersee eines erloschenen Vulkans und der Faxa-Wasserfall angesteuert.

Aufsteigende Erdwärme     Kratersee    


Empfehlenswerte Ziele in Reykjavik

Reykjavik ist Europas nordwestlichste Hauptstadt. In der Altstadt stehen zwar viele der kleinen und altertümlichen Häuser. Ansonsten dominieren im Stadtbild moderne Zweckbauten, die in jeder anderen europäischen Stadt stehen könnten.

Strasse in Reykjavik

Strasse in Reykjavik


Der Legende nach leitet sich der Name Reykjaviks aus dem Norwegischen ab. Der erste norwegische Siedler, Ingólfur Arnarson, kam im Jahr 874 auf die Insel. Er sah von den heißen Quellen aufsteigenden Dampf und nannte den Punkt deshalb „rauchende Bucht“.

Kreuzfahrtschiffe laufen Reykjavik vorwiegend vom späten Mai bis Anfang Oktober an. Die meisten Schiffsanläufe verzeichnet die Insel im Juni und Juli, wenn die Sonne nahezu nicht untergeht. Gedockt wird im Gewerbehafen am Skarfabakki-Kai außerhalb der Stadt. Die Entfernung zum Zentrum beträgt etwa fünf Kilometer. Unter Nützliches wird verraten, wie der Gast in die Stadt gelangt.

Kreuzfahrtschiff am Skarfabakki Kai

Kreuzfahrtschiff am Skarfabakki Kai


Im Zentrum angekommen, sind die Hauptsehenswürdigkeiten Reykjaviks jedoch bequem zu Fuß zu „machen“. In der zentralen Touristeninformation in der Adalstraeti 2 liegen diverse, nützliche Wegweiser für Stadtrundgänge aus.

Touristen Information im Zentrum Reykjaviks


Die aus unserer Sicht wichtigsten Sehenswürdigkeiten Reykjaviks sind

Hallgrimskirkja. - Auf einem Hügel am Ende der Skolavordustigur-Straße überragt die nach dem isländischen Dichter Hallgrimur Petursson benannte Hallgrimskirkja die Stadt. Sie wurde im Jahr 1986 geweiht. Als größte Kirche Islands bietet sie Kirchgängern mehr als 1.000 Plätze. Der hell und offen wirkende Betonbau soll an die Basaltformationen des Landes erinnern. Ein „Muss“ ist eine Fahrt mit dem Aufzug auf den mehr als 70 m hohen Kirchturm. Er bietet großartige Ausblicke auf die Stadt und das Umland. Der Preis für die „Besteigung“ des Turms fällt bescheiden aus.

Hallgrimskirkja     Kirchenschiff der Hallgrimmskirkja

Altar in der Hallgrimmskirkja     Skulptur in der Hallgrimmskirkja

Blick vom Turm der Hallgrimskirkja     Blick vom Turm der Hallgrimskirkja

Standbild Leifur Eiricssons. - Vor der Kirche ist ein Standbild dieses Wikingers aufgestellt. Es heißt, er habe Amerika 500 Jahre vor Kolumbus entdeckt.

Leifur Eiricsson

Leifur Eiricsson


Dómkirkjan. - Neben der Hallgrimskirkja ist noch die Dómkirkjan sehenswert. Sie ist der Sitz des Bischofs von Island. Das im Jahr 1847 im neoklassizistischen Stil umgebaute Gotteshaus liegt direkt neben dem isländischen Parlament. Der Begriff „Domkirche“ mag Assoziationen an mächtige Gotteshäuser wecken. Das gilt jedoch nicht für diese Kirche, die eher unaufdringlich und bescheiden daher kommt.

Domkirkjan     Kirchenschiff der Domkirkjan

The Pearl Saga Museum. - Zu den Attraktionen Reykjaviks zählen wir auch „Perlan“, wie die Isländer das Bauwerk nennen. Es krönt den Hügel Öskjuhlio. Seine Kuppelform gab den Namen. Die Kuppel erhebt sich über sechs Lagertanks, in denen das zur Wärmeversorgung der Stadt benötigte Heißwasser zwischengelagert wird. Im Erdgeschoss des Gebäudes befinden sich das Saga Museum, ein Café und ein Laden.

Perlan     Eingangsbereich Perlan

Das Saga Museum präsentiert Islands Geschichte. Es stellt historische isländische „Figuren“ vor. Das intensive Erleben steigern Hintergrundgeräusche blutiger Wikingerkämpfe.

Unblutig geht es im 4. Stockwerk zu. Dort bietet eine Aussichtsplattform einen großartigen 360°Rundumblick. Bei guter Sicht kann bis zum weit entfernten Vulkan Snæfellsjökull im Westen geblickt werden.

Blick von Perlan     Blick von Perlan

Das 5. Obergeschoss ist einem renommierten Speiserestaurant vorbehalten, das sich innerhalb von zwei Stunden einmal um die eigene Achse dreht.

Perlan liegt etwas abseits. Bis zum Stadtzentrum läuft man etwa 3 km. Mit dem Bus der Linie 18 oder mit dem Taxi sind die Tanks leicht zu erreichen.

Konzerthalle „Harpa“. - Neben dem alten Hafen erhebt sich eine ultramoderne Konzerthalle. Stein und Glas sind zu einem eindrucksvollen Bauwerk verschmolzen. Ein Blick ins Innere ist lohnenswert.

Konzerthalle Harpa     Konzerthalle Harpa

Zu den geschilderten Attraktionen kommen einige weitere sehenswerte Objekte und Orte hinzu. Gut gefallen hat uns Folgendes:

Sólfar. – Die in fußläufiger Entfernung von der Konzerthalle am Meer aufgestellte Großskulptur Sólfar soll ein Traumboot darstellen. Die ist eine Ode an die Sonne, die den Glauben an unentdeckte Territorien, den Fortschritt und die Freiheit verkörpert.

Sólfar

Sólfar


Tjörnin. – Am gleichnamigen Stadtsee liegt das auf Stelzen errichtete moderne Rathaus. In unmittelbarer Nähe findet man die Domkirche und das Parlamentsgebäude von 1881. Es sieht eher wie die Hauptverwaltung eines mittelständischen Unternehmens aus. Pomp ist in Bezug auf Islands Parlament ein Fremdwort.

Rathaus und Singschwäne

Arbaer Open Air Folk Museum. - Mehr als 20 landestypische Gebäude Islands findet der Besucher in diesem Museum. Die meisten der Gebäude stammen aus Zentralisland. Im Museum arbeiten Kunsthandwerker. Es liegt in einem Vorort Reykjaviks und ist mit der Buslinie 19 zu erreichen.

Reykjavik Art Museum. – Kunstliebhabern sei das Reykjavik Art Museum empfohlen, das an drei Standorten Kunst präsentiert. Zeitgenössische Kunst wird im Hafnarhus an der Anschrift Tryggvagate 17 ausgestellt. Im Kjarvalsstadir am Miklatunpark werden Gemälde und Skulpturen etablierter Künstler gezeigt. Das Ásmundur Sveinsson Sculpture Museum and Park residiert in einem futuristischen Kuppelgebäude im Laugardalur Park. Es ist nach dem gleichnamigen isländischen Skulpturenkünstler benannt, der das Gebäude bewohnte und in ihm arbeitete.

Weitere Museen. – Dazu zählen u. a. das nahe am Stadtsee gelegene National Museum of Iceland und The Reykjavik City Museum, das an die Ansiedlung der Wikinger und ihrer Nachfolger erinnert. Skurril kam uns das Phallusmuseum in der Laugavegur-Straße vor.

Phallusmuseum

Mosaike und Wandbilder. - Am Standort Posthusstraeti/Ecke Tryggvagata stellt ein riesiges Mosaik das maritime Leben der Stadt Reykjavik dar.

Wandbild amTollhusid

Wandbild amTollhusid



Worauf man noch achten sollte

Im Bereich des Stadtsees gelangt der Besucher in den ältesten Teil der Stadt. Hier findet er häufig noch die alten, farbenfroh gestrichenen Häuser mit Zinndächern. Überall in der Stadt stehen Skulpturen. Dann und wann sieht er ein Wandbild. Den alten Hafen neben der „Harpa“ Konzerthalle sollte sich der Gast ruhig einmal ansehen.

Der Stadtsee Tjörnin     Reykjavik - Moderne Skulptur

Die Geschäfte in Reykjavik sind es ebenfalls wert, betrachtet zu werden. Man findet sie in der Laugavegur und der sie kreuzenden Skolavordustigur. Kettenläden, wie wir sie von Deutschland kennen, fehlen im Stadtbild. Den Damen seien die teilweise sehr innovativen Läden mit isländischer Mode empfohlen. Immer wieder bieten sich den Besuchern Durchblicke zum Wasser.

Laugavegur Ecke Skolavordustigur      Blick auf Sólfar   

Das berühmteste Thermalbad Islands ist die außerhalb Reykjaviks gelegene Blaue Lagune.

Aber auch in der Metropole mangelt es nicht an Thermalbädern. Pools und Spas gehören zum Lebensgefühl der Einwohner Reykjaviks. Der aktuelle City Guide der Stadt erwähnt für 2012/2013 sieben sehenswerte Thermalbäder. Das größte und bekannteste ist Laugardalslaug. Es bietet Innen- und Außenbecken und einiges mehr. Das Bad liegt im Laugardalur, dem größten Park der Stadt. Die Buslinie 14 oder ein Taxi sind zuverlässige Transportmittel. Im Park liegen auch der Botanische Garten und der City Zoo.

Nützliches

Die meisten Cruiser docken am Skarfabakki-Kai außerhalb der Stadt. In diesem Gewerbehafen werden vor allem Container umgeschlagen. Zum Stadtzentrum läuft man gut eine Stunde. Besser geht es mit dem Shuttle-Bus, der neben der Dependance des städtischen Touristenbüros hält. Dort werden die Fahrkarten für den Shuttle verkauft. Im Büro können auch Mietwagen gebucht und Geschenke gekauft werden. Geldumtausch und Internetzugänge werden ebenfalls angeboten.

Neben dem recht teuren Shuttle-Bus (7 Euro hin und zurück) gelangt man auch mit den öffentlichen Bussen der Linie 5 für deutlich weniger Geld ins Zentrum. Bis zur Haltestelle dieser Busse sind es ca. 300 m. Die Fahrten klappen hervorragend. Die Busse sind zu empfehlen. Nachteilig ist jedoch, dass das Fahrgeld (350 isländische Kronen) abgezählt bereitzuhalten ist. Außerdem verkehrt der Bus nur zweimal in der Stunde.

Busfahrplan Linie 5

Busfahrplan Linie 5


Ebenfalls eine gute Möglichkeit Reykjavik kennenzulernen bieten Hop-on-Hop-off-Busse. Am Cruise-Terminal steigt man zu. Im Jahr 2012 kostet die Fahrt 20 Euro. Die roten Busse fahren die wichtigsten Ziele der Stadt an.

Hop on Hop off Bus

Hop on Hop off Bus


Ziele außerhalb Reykjaviks sind sowohl mit einer auf dem Schiff gebuchten Tour als auch mit unabhängigen Anbietern zu erreichen. Wir empfehlen Letzteres. Das kostet deutlich weniger Geld als die vergleichbare „Schiffstour“. Die Busausflüge können vorab entweder über das Internet oder über Reykjaviks Touristenbüro am Cruise Terminal oder zentral in der Stadt gebucht werden. Wird über das Internet gebucht, muss die Fahrt mit einer Kreditkarte bezahlt werden. Sofern das Schiff z. B. aus Wettergründen Reykjavik nicht anläuft, wird der größte Teil der geleisteten Zahlung zurück erstattet.

Bei individuellen Touren werden Erklärungen in Englisch gegeben. - Im Herbst 2012 mussten für die 6-stündige Golden Circle Tour pro Person ca. 45 Euro bezahlt werden. An den beiden Geysiren wurde eine einstündige Pause eingelegt. In einem nahe gelegenen, modernen SB-Restaurant mit angeschlossenem, großen Laden konnte man gut essen. Bei der „offiziellen“ Schiffstour wurde das Bordkonto dafür umgerechnet mit 122 Euro belastet. Ein einfacher Lunch war allerdings im Tourpaket inkludiert.

Grundsätzlich ist zu bemerken, dass isländische Tourenanbieter ein vielfältiges, individuelles Programm anbieten. Bei einem Veranstalter zählten wir 23 Tagestouren, angefangen mit der Blauen Lagune und endend mit Walbeobachtungen. - Die Anmietung eines Autos scheint, vor allem bei einem wiederholten Besuch, ebenfalls überlegenswert. Der isländische Straßenverkehr bereitet keine Probleme. Außerhalb Reykjaviks bewegt sich der Autofahrer auf hervorragenden, nahezu leeren Straßen.

Eine nahezu autofreie Straße

Eine nahezu autofreie Straße