Unser Kreuzfahrtschiff, die Mariner of the Seas, nimmt Kurs auf Rhodos, die viertgrößte griechische Insel. Tagesziel ist die Inselmetropole Rhodos-Stadt. Um die Insel kennenzulernen, benötigen Besucher mehr als nur ein paar wenige Aufenthaltstage. Ganz zu schweigen von einem eintägigen Stopp in Rhodos-Stadt.
Rhodos-Stadt auf eigene Faust
Von Interesse ist bei einem Kurzbesuch der Inselhauptstadt vor allem die von gewaltigen Festungsmauern umgebene Altstadt. Festungsanlagen wurden bereits von den Phöniziern errichtet. Die Kreuzritter erweiterten die Festungen, um sich und die Stadt gegen Angriffe zu schützen.
Die Kreuzfahrtschiffe legen in unmittelbarer Nähe der Altstadt an. Zwischen dem Kreuzfahrtterminal und der Altstadt liegen nur wenige Minuten Fußweg. Auf dem Weg ins historische Zentrum gehen wir an der Stadtmauer entlang, bis wir zum monumentalen See-Tor am Kolona Hafen gelangen. Auf unserem Weg passieren wir eine sehenswerte Bronzeplastik springender Delfine.
Unser erstes Ziel: der Großmeisterpalast
In der Altstadt ist der Großmeisterpalast unser Hauptziel. Auf dem Weg dorthin sehen wir schöne Plätze und viele Bauten aus der Zeit der Kreuzritter und der auf die Ritter folgenden Osmanen.
Nach kurzer Wegstrecke stehen wir vor den Überresten der Kirche Santa Maria del Borgo. Die Kirche wurde im 14. Jahrhundert errichtet und danach als Moschee genutzt. Nach der Besichtigung der Ruinen gehen wir kreuz und quer durch Straßen und Gassen, um das Flair der Altstadt aufzunehmen, und wir nehmen bewusst Umwege in Kauf.

Rhodos-Stadt - die Kirche Unserer Lieben Frau
Am Weg liegen der Athinas-Platz mit zwei weiteren Kirchenruinen und das Sankt-Athanasios Tor. Zwischendurch sehen wir den Uhrenturm und das Minarett der Süleyman-Pascha-Moschee. Der Uhrenturm ist für Besucher geöffnet. Für den Aufstieg auf die Aussichtsebene des Turms werden 5,00 Euro Eintritt verlangt.
Sehenswert ist zudem die Islamische Bibliothek aus dem Jahr 1793. Sie liegt gegenüber der Süleyman-Pascha-Moschee. An einem stillen, schattigen Platz steht das Reinigungsbad einer Moschee. Wenig später stehen wir vor dem Großmeisterpalast des hl. Johanniterordens.

Rhodos-Stadt - der Großmeisterpalast
Der Bau beherbergt in der Neuzeit das Nationalmuseum. Der Palast beeindruckt uns durch seine gewaltigen Ausmaße. Bemerkenswert ist, dass der Palast im Jahr 1856 unter türkischer Herrschaft durch eine Munitionsexplosion schwer beschädigt wurde. Während der italienischen Besatzung der Insel (von 1912 bis 1943) wurden die Schäden der Explosion beseitigt. Gleichzeitig wuchs der Palast auf das Anderthalbfache seiner ursprünglichen Größe an.
Südlich des Palastes finden sich die Reste der Kirche St. John of the Collachio. Die Kirche wurden für kirchliche Feiern des Ordens genutzt.

Rhodos-Stadt - Klosterkirche St. John of the Collachia - zuletzt eine Schule
Odos Ippoton – die Ritterstraße – unsere nächste Destination
In der vom Großmeisterpalast abgehenden Ritterstraße sehen wir fünf Herbergen der insgesamt acht „Zungen“ der Johanniterritter. Mit „Zungen“ werden die Regionen bezeichnet, aus denen die Ritter stammten. Ein Beispiel ist die Auberge de Provence.
Durch Zufall finden wir zu einem an der Ritterstraße versteckt liegenden kleinen, feinen Boutique Hotel, dem Avalon. In dessen üppig grünem Garten entspannen wir mit einem Getränk von unserem Rundgang.
Erfrischt gehen wir zurück in die Ritterstraße. An deren Ende liegt das Hospital des Johanniterordens. Der weitläufige Bau wird heutzutage vom Archäologischen Museum genutzt. Zur Zeit der Ritter zählte das Hospital zu den modernsten und am besten ausgestatteten Krankenhäusern seiner Zeit.
Wir biegen nach links in die Apellou ein und gelangen zum Platz der Hebräischen Märtyrer, rechterhand sehen wir die Trümmer des Tempels der Athene und der Aphrodite. Durch das Freiheitstor-Tor verlassen wir die Altstadt und gehen in Richtung des Mandraki-Hafens. Ein Stück des Weges verläuft auf einer von Bäumen beschatteten Promenade. Auf der gegenüberliegenden Seite steht das repräsentative Hauptpostamt der Stadt.
Die Legende besagt, dass über der Hafeneinfahrt der mehr als 30 Meter hohe Koloss von Rhodos gestanden habe. Fakten dazu gibt es keine. Heute nehmen Besucher mit den auf beiden Seiten der Hafeneinfahrt platzierten Statuen eines Hirsches und einer Hirschkuh Vorlieb. Die auf hohen Säulen stehenden Figuren wurden zur Zeit der italienischen Ära geschaffen. Am Ende der äußeren Mole liegt die Festung-Sankt-Nikolaus mit dem Leuchtturm Agios Nikolaos. Außerdem sehen wir auf dem Wellenbrecher drei von ursprünglich 14 Windmühlen. Eine Wegmarke auf der Landseite ist die Verkündigungskirche.
Der Rückweg zum Schiff
Auf dem Rückweg passieren wir den Neuen Markt, die Nea Agora. Danach gehen durch das nächstgelegene Stadttor erneut in die Altstadt. Unser nächstes Ziel ist die weitläufige Platia Ippokratous. Ihr Wahrzeichen sind die mit einer Eule gezierte Brunnenanlage sowie der Palast des Kastellans.
Auf die Platia Ippokratous folgt die Platia Evreon Martiron. Auf dem belebten Platz im ehemaligen Judenviertel steht ein mit zwei Seepferdchen geschmückter Brunnen. Außerdem erinnert auf der baumbestandenen Fläche ein Gedenkstein an die Deportation der jüdischen Bevölkerung der Insel im Jahr 1944 während der deutschen Okkupation.
Beide Plätze liegen an verkehrsberuhigten Straßen. Bars, Restaurants und Geschäfte säumen die Wege. Die Geschäfte bieten von allem etwas: edle Uhren, anspruchsvollen Schmuck, Teppiche, schönes Kunsthandwerk und billigen Ramsch. Vor einem Schuhladen hält eine Katze auf den ausgestellten Schuhen ihren späten Mittagsschlaf.
Weitere Optionen
Zu erwähnen bleibt noch, dass es auch möglich ist, eine Rundfahrt mit einem kleinen Sightseeing-Train zu buchen. Der Zug startet am Mandraki-Hafen.
Wäre unser Besuchstag weniger heiß gewesen, hätten wir zusätzlich zu unserem Rundgang den westlich der Altstadt gelegenen Monte Smith bestiegen. Auf dem nach einem englischen Admiral benannten Hügel liegen das antike Stadion, die Akropolis mit ein paar Tempeln und das Odeon.
Update Mai 2021













