Autor: Karl W. P. Beyer

Ein beliebtes Kreuzfahrtziel ist Rio de Janeiro, die zweitgrößte Stadt Brasiliens. Sie liegt im Südosten des Landes malerisch zwischen dem Atlantik, der Baía de Guanabara und den Bergen der Serro do Mar, dem brasilianischen Hochland.

Die Stadt erhielt ihren Namen vom portugiesischem Seefahrer Gaspar de Lemos, der die Bucht für eine Flussmündung hielt und sie dem Zeitpunkt ihrer Entdeckung entsprechend Rio de Janeiro, „Bucht des Januars“, nannte.

Rio de Janeiro - Morro da Urca und der Zuckerhut

Rio de Janeiro - Morro da Urca und der Zuckerhut


Unter den Städten Brasiliens rangiert Rio an zweiter Stelle. In der Metropolregion lebten 2010 circa zwölf Millionen Menschen. Bevor die Hauptstadtfunktion im Jahr 1960 auf Brasilia übertragen wurde, fungierte Rio de Janeiro als Hauptstadt Brasiliens.

Rio ist für den nur kurze Zeit vorbeischauenden Touristen eng mit den Wahrzeichen der Stadt verbunden. Diese sind der 394 Meter hohe Zuckerhut, die Christusstatue auf dem 704 Meter hohen Corcovado, der kilometerlange Copacabana-Strand und der weltberühmte Karneval. Dazu kommen die wunderschöne Lage an der Guanabara-Bucht und die von üppiger tropischer Vegetation bedeckten Küstengebirge. Exzellente Strände laden zur Entspannung ein.

Rio de Janeiro - Vermelha Strand, Cristo Redentor und Zuckerhut Seilbahn Rio de Janeiro - Copacabana vom Meer aus gesehen

Von Beginn der Entdeckung Brasiliens an erhob die portugiesische Krone Besitzansprüche auf das südamerikanische Land. Im Jahr 1763 wurde Rio de Janeiro zur Hauptstadt des Vizekönigreichs Brasilien erklärt. Seit 1889 besitzt das Land die Staatsform einer Republik. Rio de Janeiro entwickelte sich im Laufe der Zeit zum ökonomischen und kulturellen Mittelpunkt des riesigen Landes.

Nicht allein die Hauptstadtfunktion ging im letzten Jahrhundert verloren. Wirtschaftlich musste sich Rio dem 430 Kilometer entfernten, wesentlich größeren São Paulo geschlagen geben. Dennoch ist die Stadt noch immer eine Region mit hoher wirtschaftlicher Wertschöpfung. Rios Bruttosozialprodukt gehört zu den höchsten des Landes. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird allerdings schnell deutlich. Schicke Stadtteile wie Ipanema wechseln ab mit mittleren Wohnlagen und den unvermeidlichen Favelas, den Armutsvierteln der Stadt.

Rio de Janeiro - Verdichtete Bebauung

Rio de Janeiro - Verdichtete Bebauung


Eine leistungsfähige Metro existiert nicht. Lediglich zwei Linien bieten den Anwohnern ein Fortkommen im Untergrund. Die ständig verkehrenden Busse sind überfüllt. Zur Fortbewegung dürften sich die Individualisten unter den Touristen im allgemeinen einer der gefühlt unzähligen Taxen anvertrauen. Sie sind das geeignete Transportmittel um schnell, sicher und relativ preisgünstig in der Stadt voranzukommen. Rios Taxen sind mit Taxametern ausgestattet. Die Fahrer nutzen sie korrekt. Von kleineren Stausituationen einmal abgesehen, läuft der Verkehr auf den breiten Avenidas überwiegend flüssig. Es ist ein Leichtes, mit einem Taxi die Sehenswürdigkeiten Rio de Janeiros zu besuchen.

Rio de Janeiro - Busse und Taxen sind geeignete Verkehrsmittel 

Rio de Janeiro - Busse und Taxen sind geeignete Verkehrsmittel