Rio de Janeiro - Zuckerhut und Centro


Unser Kreuzfahrtschiff liegt über Nacht im Hafen von Rio de Janeiro. Gestern, an einem Sonntag, fuhren wir mit dem Taxi zum Aussichtspunkt Mirante Dona Marta und anschließend zum Strand der Copacabana. Heute werden wir mit der Seilbahn auf den Pão de Açúcar, den Zuckerhut, fahren und im Anschluss daran ein paar sehenswerte Ziele im Zentrum der Stadt besuchen. Erst am Nachmittag verlässt unser Schiff Rios Hafen, um als nächstes Ziel die brasilianische Hafenstadt Ilhéus anzusteuern.

Mit Taxi und Seilbahn zum Zuckerhut

Wir verlassen das Schiff früh am Morgen, um mit einem Taxi zur Teleférico do Pão de Açúcar, der Zuckerhut-Seilbahn, zu fahren. Wir kommen schnell voran; frühmorgens staut sich der Verkehr in Rios Zentrum noch nicht in dem Maße, wie wir es befürchtet hatten.

Wir fahren mit einer der ersten Seilbahngondeln auf den 394 Meter hohen Granitkegel des Zuckerhuts. Um diese Zeit verkehren die Bahnen nach Fahrplan. Bereits eine Stunde später bilden sich Warteschlangen. Sobald sich Staus aufbauen, wird nach Bedarf gefahren.

Rio de Janeiro - Verkehrsstau am Montag


Rio de Janeiro - Verkehrsstau am Montag


Rio de Janeiro - Talstation der Teleférico do Pão de Açúcar


Rio de Janeiro - Talstation der Teleférico do Pão de Açúcar 


  Fahrpreise: Standard-Ticket für nicht in Rio wohnende Fahrgäste: max. 116 Reais (17,50 Euro).
Personen über 60 Jahre zahlen den halben Fahrpreis.

Die Zuckerhut-Seilbahn ist zweigeteilt. Auf halbem Wege, auf dem Morro da Urca, steigen die Fahrgäste in eine zweite Seilbahn um. Die Bahnen bewältigen ihre Fahrtstrecke in jeweils drei Minuten. Wie der Aussichtspunkt Mirante Dona Marta bietet auch der Zuckerhut überwältigende Ausblicke auf Rio und seine Umgebung. Die Statue des Cristo Redentor auf dem Corcovado ist an diesem Vormittag bestens zu sehen. Interessant ist es, den Verkehrsflugzeugen beim Anflug auf den gegenüberliegenden inländischen Flughafen Santos Dumont zuzusehen, wenn sie nach einem haarsträubenden Wendemanöver vor den Bergen zur Landung auf der kurzen Piste ansetzen.

Rio de Janeiro - Mittelstation der Teleférico do Pão de Açúcar
Rio de Janeiro - Zuckerhut
Rio de Janeiro - Cristo Redentor auf dem Corcovado
Rio de Janeiro - Flugzeug im Anflug auf Santos Dumont Airport

Die Bergstation des Zuckerhuts und die Mittelstation bieten alles, was Touristen sich wünschen: ein Veranstaltungszentrum auf dem Morro da Urca, Restaurants und Toilettenanlagen. Es ist nicht zu glauben: In luftiger Höhe werden Edelsteine zum Verkauf angeboten.

Rio de Janeiro - Gipfelgastronomie auf dem Zuckerhut


Rio de Janeiro - Gipfelgastronomie auf dem Zuckerhut


Rio de Janeiro - Juweliergeschäft auf dem Zuckerhut


Rio de Janeiro - Juweliergeschäft auf dem Zuckerhut 


Abstecher zur Praia Vermelha

Nach der Rückkehr zur Talstation statten wir der maximal 200 Schritte entfernt gelegenen Praia Vermelha einen Besuch ab. Dort am Offiziers-Club „Clube Circulo Militar“ liegt der Vermelha Strand. Über dem Strand ragt der Felsen des Zuckerhuts auf. Bei dem Gebäudekomplex am Ende des Strandes handelt es sich die Technische Hochschule des brasilianischen Militärs.

Rio de Janeiro - Vermehla Strand


Rio de Janeiro - Vermehla Strand


Rio de Janeiro - Vermehla Strand und Technische Hochschule


Rio de Janeiro - Vermehla Strand und Technische Hochschule 


Rios Stadtteil Lapa

Die Zeit drängt. Mit dem Taxi fahren wir ins Zentrum von Rio. Unser nächstes Ziel ist der Stadtteil Lapa mit dem ehemaligen Aqueduto da Carioca und der weltberühmten Treppe Escadaria Selarón.

Aqueduto da Carioca

Die historische Wasserleitung des Aquädukts ist 270 Meter lang und knapp 18 Meter hoch. Die Bogenkonstruktion (42 Bögen) wurde nach ihrer Außerdienststellung Ende des 19. Jahrhunderts als Trambahnbrücke genutzt. Die Straßenbahn verband Rios Zentrum mit dem Vorort Santa Teresa. Vor einigen Jahren kam es auf der schlecht gesicherten Strecke zu einem Unfall mit mehreren Toten. Seitdem sind die pittoresken, offenen Straßenbahnwagen stillgelegt.

Rio de Janeiro - Aqueduto da Carioca


Rio de Janeiro - Aqueduto da Carioca


Rio de Janeiro - Aqueduto da Carioca und Praça Cardeal Camara


Rio de Janeiro - Aqueduto da Carioca und Praça Cardeal Camara 


Escadaria Selarón

Die Escadaria Selarón ist das Lebenswerk des chilenischen Künstlers Jorge Selarón. Er startete im Jahr 1990 mit der Renovierung und Verschönerung der baufälligen Treppenstufen vor seinem Haus. Für die Arbeit verwendete er Fliesen in den brasilianischen Landesfarben. Im Laufe mehrerer Jahre verbaute Selarón 2000 Kacheln aus vielen Ländern der Erde. Insgesamt verbinden 215 geflieste Stufen die Stadtteile Lapa und Santa Teresa. Oberhalb der Treppe thront die Kirche Santa Teresa.

Rio de Janeiro - Escadaria Selarón
Rio de Janeiro - Escadaria Selarón
Rio de Janeiro - Escadaria Selarón
Rio de Janeiro - Escadaria Selarón

 

 

 

Catedral Metropolitana

In Sichtweite des Arco da Lapa und nur wenige Hundert Schritte entfernt, steht Rios moderne, ungewöhnliche Kathedrale. Das Gotteshaus ist ein nach vier Seiten offener, 75 Meter hoher, himmelwärts aufragender Betonbau mit einem freistehenden Glockenturm. Tragende Säulen sind nicht zu erkennen. Mehr als 20.000 Gläubige finden stehend in dem Rundbau Platz. Der Altar ist in der Mitte der Kathedrale positioniert. Sehenswert sind die vier riesigen, aufwärts strebenden Fensterelemente. Uns erinnert der Kirchenbau von der Architektur und der Bauausführung an die römisch-katholische Kathedrale von Liverpool/England, die im Volksmund Paddy‘s Wigwam genannt wird.

Rio de Janeiro - Catedral Metropolitana
Rio de Janeiro - Catedral Metropolitana - der freistehende Glockenturm
Rio de Janeiro - Catedral Metropolitana - das Kirchenschiff
Rio de Janeiro - Catedral Metropolitana - Buntglasfenster

Rios Kathedrale liegt neben einem modernen Büroviertel. Ein Blick auf das benachbarte Gebäude des Energiekonzerns Petrolbras zeigt, wie Architektur aktuell in Lateinamerika definiert wird.

Rio de Janeiro - das Petrobras Gebäude

Rio de Janeiro - das Petrobras Gebäude


Praça Floriano

Vor der Bürostadt liegt eine kleine Parkanlage. Wir durchqueren den Park, um zur Praça Floriano im Stadtteil Cinelândia zu gelangen. Auf dem Weg dorthin passieren wir die links auf einem Hügel liegende Igreja e Convento de Santo Antônio. Es heißt, die Klosteranlage sei die älteste kirchliche Einrichtung Rios. Sehenswert an der weitläufigen Praça Floriano sind das der Pariser Oper nachempfundene Teatro Municipal, das Museu Nacional de Belas Artes und die Biblioteca Nacional.

Rio de Janeiro - Igreja e Convento de Santo Antônio


Rio de Janeiro - Igreja e Convento de Santo Antônio


Rio de Janeiro - Praça Floriano


Rio de Janeiro - Praça Floriano 


Confeitaria Colombo

Auf unserem Weg durch das quirlige Rio schauen wir in der Confeitaria Colombo vorbei. Das stilvolle Unternehmen liegt in der Rua Gonçalves Dias 32. Das 1893 im Jugendstil errichtete Kaffeehaus und Restaurant ist Teil des historischen und künstlerischen Erbes der Stadt. Es zählt zu den Institutionen Rios. Gäste sollten viel Zeit mitbringen, um den Aufenthalt an diesem stilvollen Ort zu genießen.

Rio de Janeiro - Confeitaria Colombo


Rio de Janeiro - Confeitaria Colombo


Rio de Janeiro - Confeitaria Colombo


Rio de Janeiro - Confeitaria Colombo 


Kirche Nossa Senhora da Candelaria

Uns bleibt noch Zeit genug, um die Kirche Nossa Senhora da Candelaria zu sehen. Sie liegt neben der von der Avenida Rio Branco abgehenden Praça Pio X. Nossa Senhora da Candelaria ist eine der wichtigen römisch-katholischen Kirchen der Rios. Außen präsentiert sich die Kirche mit einer Barockfassade. Im Inneren des Gotteshauses überwiegen neoklassizistische und Neorenaissance-Elemente. Allgegenwärtig ist der vielfarbige Marmor.

Rio de Janeiro - Nossa Senhora da Candelaria

Rio de Janeiro - Nossa Senhora da Candelaria


In der Nähe der Candelaria Kirche liegt die Praça XV de Novembro. An diesem Platz steht der Paço Imperial. Die im 18. Jahrhundert für die portugiesischen Gouverneure errichtete Residenz diente dem König von Portugal zeitweilig als Regierungssitz, nachdem er und sein Hofstaat sich vorübergehend vor den in Portugal eingefallenen napoleonischen Truppen im brasilianischen Vizekönigreich in Sicherheit brachten.

In den vergangenen Stunden haben wir viel von Rio de Janeiro gesehen. Es hätten gern noch mehr Eindrücke sein dürfen, allerdings warten Schiffe nicht auf ihre Passagiere …

Ein offenes Wort

Im Internet wird viel über Kriminalität in Brasiliens Städten berichtet, eine Tatsache, die nicht zu leugnen ist. Bei unseren Rundgängen verzichten wir grundsätzlich auf das Tragen von Schmuck und teuren Uhren. Wir führen wenig Geld mit uns, die Kreditkarte tragen wir versteckt in unserer Kleidung und die teure Kamera ist auf den ersten Blick nicht zu sehen. Und vor allem, wir meiden die Nähe zu Favelas. Wir waren in Rio oder anderen Städten Brasiliens noch zu keiner Zeit Attacken oder bedrohlichen Situationen ausgesetzt. Wir genossen unseren Aufenthalt. 

Update April 2021