Autor: Karl W. P. Beyer

Die Niederlande zählen knapp 17 Millionen Einwohner, von denen etwa 620.000 in Rotterdam, der Hauptstadt der Provinz Südholland, leben. Der Großraum Rotterdam kommt auf 1,2 Millionen Menschen. Die Stadt besitzt den größten Seehafen Europas. Die Häfen Antwerpen und Hamburg folgen erst mit weitem Abstand.

Rotterdam ist vor allem das kommerzielle Zentrum der Niederlande. Neben Hafenwirtschaft, Industrie und Handel ist die Stadt aber auch bedeutend für das kulturelle Leben des Landes. Sie ist Standort einer nach dem Renaissance-Humanisten Erasmus von Rotterdam benannten Universität sowie mehrerer Fachhochschulen. Diverse Museen, ein philharmonisches Orchester von Rang und regelmäßig wiederkehrende Festivals und Events bedienen die kulturellen Bedürfnisse der Bürger und ihrer Gäste.

Rotterdam und Nieuwe Maas

Rotterdam und Nieuwe Maas

Alles begann im Jahr 1230 mit einem Dammbau am Fluss Rotte. Vermutlich siedelten Heringsfischer als Erste am Fluss. Die Stadtrechte erhielt Rotterdam im Jahr 1340. In der Folgezeit entwickelte sich ein reges Handelsleben. Die Stadt partizipierte dank ihrer Lage und guter Verkehrswege bereits im 19. Jahrhundert stark von der expandierenden Wirtschaft des Ruhrgebiets. Die Einwohnerzahl der Stadt wuchs zwischen 1870 und dem Beginn des Ersten Weltkriegs von ursprünglich 116.000 auf 462.000 Menschen an.

Im Mai 1940 wurde Rotterdam bei einem deutschen Luftangriff fast vollständig zerstört. Was die Bomben nicht vermochten, bewirkten die nachfolgenden Brände. Zusätzliche Zerstörungen folgten in den Jahren 1942 und 1943 durch alliierte Luftangriffe, und im Jahr 1944 sprengten deutsche Truppen außerdem noch wesentliche Hafenbereiche.

Rotterdam - Seitenansicht StadhuisRotterdam - Seitenansicht Stadhuis

Nach dem Krieg wurde neu begonnen. Der Hafen wurde zu einem der modernsten Häfen Europas entwickelt. Seine Umschlagsleistung betrug im Jahr 2014 unvorstellbare 445 Millionen Tonnen. Der Hafen und die verbundenen Wirtschaftszweige generieren mehr als 300.000 Arbeitsplätze für Rotterdamer und die aus den umliegenden Städten und Gemeinden anreisenden Pendler.

Infolge der im Zweiten Weltkrieg erlittenen schweren Zerstörungen wurde die Stadt nach Kriegsende neu geplant. Der Wiederaufbau erfolgte nach Gesichtspunkten der Funktionalität. Die Planer forcierten moderne, kühne Architektur; auf historische Anleihen wurde verzichtet. Hochhäuser prägen heute das Stadtbild. Ein gutes Beispiel für den gelungenen Wiederaufbau sind die Areale um den Bahnhof Rotterdam Centraal und Kop van Zuid.

Rotterdam - Rotterdam CentraalRotterdam - Rotterdam Centraal

Auf der Halbinsel Kop van Zuid sind die ehemals schmuddeligen Quartiere durch modernste Hochhaus-Architektur weltberühmter Baumeister ersetzt worden. Ein herausragendes Beispiel ist De Rotterdam, ein dreiteiliger und nahezu 150 Meter hoher Hochhaus-Komplex. Daneben liegt das modernisierte Kreuzfahrt-Terminal.

Rotterdam - Hochhauskomplex De Rotterdam mit AIDAprimaRotterdam - Hochhauskomplex De Rotterdam mit AIDAprima

Die mit Kreuzfahrtschiffen anreisenden Tagesgäste Rotterdams mögen vor allem dazu neigen, Amsterdam, die Hauptstadt der Niederlande, zu besuchen. Beide Städte trennen lediglich 1¼ Stunden Auto- oder Zugfahrt. Es wäre jedoch viel empfehlenswerter, sich ausschließlich der Stadt Rotterdam zu widmen. Gemäß „Lonely Planet“ ist Rotterdam eine der zehn „Best in Travel Cities of 2016“. Vom Kreuzfahrt-Terminal geht der Besucher nur wenige Minuten bis zur U-Bahn-Station Wilhelminaplein. Mit den Linien D (Rotterdam Centraal) und E (Den Haag) gelangen die Gäste schnell ins Zentrum der sehenswerten Stadt. Nähere Einzelheiten folgen unter Rotterdam – Sehenswertes.