Saint-Malo Sehenswürdigkeiten

Saint-Malo Sehenswürdigkeiten


Mehr als eine Million Menschen besuchen jedes Jahr die bretonische Hafenstadt Saint-Malo. Sie kommen nicht allein wegen der umliegenden schönen Strände, sondern wegen der von einer 1.754 Meter lange Festungsmauer umgebenen Altstadt. Innerhalb des „Intra Muros“ genannten Verteidigungsrings ließen es sich im 16., 17. und 18. Jahrhundert Fischer, Reeder und Korsaren gutgehen. Vor allem die Freibeuter rafften beachtliche Reichtümer zusammen. Was lag näher, als den Wohlstand mit glanzvollen Bauten zur Schau zu stellen? Wir laden zum Besuch unserer Top-Sehenswürdigkeiten von Saint-Malo ein. Unter Saint-Malo Landausflug auf eigene Faust erklären wir, wie wir die Festungsmauer und die innerhalb der Mauern gelegenen Sehenswürdigkeiten „entdeckten“.

Saint-Malo - Strand


Saint-Malo - Strand


Saint-Malo - Strand und Festungsmauern


Saint-Malo - Strand und Festungsmauern 


Festungsmauern, Stadttore und Bastionen

Ungefähr ein Viertel der Stadtfläche von Saint-Malo liegt Intra Muros, innerhalb der Festungsmauern. Der Reichtum der Malouiner, der Einwohner Saint-Malos, blieb Engländern und Holländern, nicht unverborgen. Beide Länder waren zu jener Zeit keine friedfertigen Nationen. Vor allem den Engländern war das vor ihrer Haustür liegende Korsarennest stets ein Dorn im Auge. Immer wieder kaperten Saint-Malos Freibeuter weltweit englische Schiffe. Und in regelmäßigen Abständen tauchten zur Vergeltung der Piratenüberfälle englische Flottenverbände vor Saint-Malo auf.

Unterwegs auf der Festungsmauer

Unterwegs auf der Festungsmauer


Schutz vor solchen Angriffen boten die in zwei Abschnitten errichteten, hoch aufragenden Festungsmauern. Mit dem Bau einer ersten Mauer wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts begonnen. Der zweite Teilabschnitt erfolgte zwischen den Jahren 1708 und 1744. Drei mit Kanonen gut bestückte Bastionen boten zusätzlichen Schutz. Die Folge: Saint-Malo wurde niemals von See erobert. Zugang zur befestigten Stadt gewährten fünf gut gesicherte Stadttore.

Saint-Malo - Festungsmauer
Pulverturm Bidouane
Bastion de la Hollande
Bastion Saint Philippe

Forts in der Bucht von Saint-Malo

Nicht nur Festungsmauern und Bastionen boten Schutz vor Überfällen. Für zusätzliche Sicherheit sorgten die vier in der Bucht von Saint-Malo platzierten Forts. Die Planung der Forts oblag dem berühmten französischen General und Festungsbaumeister Vauban. Die Aufgabe der Festungen bestand darin, die Hafeneinfahrt bei Überfällen von See unüberwindbar zu machen. Die auf vorgelagerten Inseln errichteten Festungen heißen Fort de la Chonchée, Fort National, Fort du Petit Bé und Fort Harbour.

Fort National
Fort Harbour
Fort Harbour
Fort du Petit Bé

Das Fort National und das Fort du Petit Bé sind bei Ebbe zu Fuß zu erreichen. Beide Inselfestungen wurden Ende des 17. Jahrhunderts angelegt. Von hoher Wirksamkeit war das Fort du Petit Bé. Es sicherte die Hafenzufahrt mit einem Rundum-Geschosswinkel von 360 Grad.

Saint-Malos Château

An die Festungsmauer grenzt die Burg von Saint-Malo. Der Gebäudekomplex wurde zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert von den Herzögen der Bretagne errichtet. Der Bau sollte die Herrschaft über Saint-Malo gewährleisten und einen zusätzlichen Schutz gegen englische Eroberer bieten. Vier Ecktürme umgeben die Burg. Das zentrales Bauwerk ist der 35 Meter hohe Grand Donjon. Teile der ehemaligen Mannschaftsunterkünfte der Burg finden als Rathaus Verwendung. Im Tour Grand Donjon residiert das Museum für Geschichte der Stadt und des Landes Malouin.

Saint-Malos Rathaus


Saint-Malos Rathaus


Saint-Malos Château


Saint-Malos Château 


Bestandteile der Burg sind der Tour des Dames und der Tour des Moulins. Nicht zu übersehen ist ebenfalls der Qui-qu’en-groigne genannte 20 Meter hohe Turm. Sein Durchmesser beträgt 22 Meter. Der Name des Bauwerks wird von einem der Herzogin Anne de Bretagne zugeschriebenen Ausspruch abgeleitet. Auf Bretonisch lautete er: „Qui qu’en groigne, ainsi sera, car tel est mon plaisir“. Übersetzt bedeutet er so viel wie „Möge auch jemand murren, so soll es sein, denn das ist mein Wille“.

Tour des Dames


Tour des Dames


Tour Qui-qu’en-groigne


Tour Qui-qu’en-groigne 


Kathedrale Saint-Vincent

Saint-Malos Kathedrale vermischt romanische und gotische Stilelemente. Kein Wunder, mit dem Bau der Kathedrale wurde im 12. Jahrhundert begonnen. Zum Ende kamen die fortwährenden Bauarbeiten erst im 18. Jahrhundert.

Saint-Malos Kathedrale

Saint-Malos Kathedrale


Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gotteshaus durch anglo-amerikanische Luftangriffe so stark beschädigt, dass der Turm einstürzte. Die darauf folgenden Restaurierungsarbeiten waren im Frühjahr 1972 beendet. Auffällig sind die Buntglasfenster mit figürlichen Darstellungen. Besondere Aufmerksamkeit der Besucher genießt das große, wunderschöne Rosettenfenster der Apsis, das im Jahr 1968 installiert wurde. Positiv werten wir die gelungene Mischung aus historischen und modernen Elementen.

Kathedrale von Saint-Malo - Kirchenschiff
Kathedrale von Saint-Malo - Chorumgang
Kathedrale von Saint-Malo - Kirchenschiff
Kathedrale von Saint-Malo - Altar
Kathedrale von Saint-Malo - Seitenkapelle
Kathedrale von Saint-Malo - Taufbecken
Kathedrale von Saint-Malo - Buntglasfenster
Kathedrale von Saint-Malo - Rosettenfenster der Apsis

In den Kapellen der Kathedrale ruhen die sterblichen Überreste des Jacques Cartier und des René Duguay-Trouin. Der Erstere gilt aus französischer Sicht als Entdecker Kanadas; der Letztere war anfangs ein Freibeuter, bevor er zum hochdekorierten Marineoffizier aufstieg.

Einen Blick wert ist ebenfalls das Presbyterium der Kathedrale. Es liegt etwas abseits an der Rue Saint-Benoist. Von der Place Jean de Châtillon ist das sich von den benachbarten Bauten deutlich abhebende Presbyterium gut zu sehen.

Saint-Malo - Presbyterium der Kathedrale


Saint-Malo - Presbyterium der Kathedrale


Monument aux Morts vor dem Presbyterium


Monument aux Morts vor dem Presbyterium 


Das Haus der Dichter

In der Rue du Pélicot 5 steht eines der wenigen Häuser, das die verheerenden Stadtbrände der Jahre 1661 und 1944 überstanden hat. Die Fassade des zweistöckigen Gebäudes ist mit Holz und Glas verkleidet. Es wird angenommen, dass Schiffszimmerleute das Haus aus Resten gestrandeter Schiffe erbauten. Seit 1991 trägt es die Bezeichnung „Maison Internationale des poètes et des écrivains“. Es dient als Begegnungsstätte internationaler Künstler, Literaten und Wissenschaftler.

Haus der Dichter - Rue du Pélicot


Haus der Dichter - Rue du Pélicot


Rue du Pélicot


Rue du Pélicot 


Monumente

Beim Stadtrundgang fallen mehrere Monumente in den Blick. Die Standbilder sind dem Mahé de La Bourdonnais, dem Korsaren Robert Surcouf und Jacques Cartier gewidmet. Wer waren die Herren und wofür werden sie geehrt?

Der in Saint-Malo geborene Bertrand François Mahé de La Bourdonnais war schon mit 24 Jahren Kapitän der französischen Ostindien-Kompanie. Den Namenszusatz Mahé erhielt er, nachdem er sich im Alter von 25 Jahren bei der Eroberung der indischen Stadt Mahé auszeichnete. Später war er Gouverneur der Inseln Mauritius und La Réunion sowie Kommandant eines Flottenverbandes in ostindischen Gewässern. Nach zwei weiteren erfolgreichen Operationen wurde er unter dem Vorwurf der Befehlsverweigerung in der Pariser Bastille eingekerkert. Es dauerte drei Jahre bis seine Unschuld bewiesen war. Saint-Malos Einwohner ehren ihn als großen Sohn der Stadt.

Standbild des Mahé de La Bourdonnais


Standbild des Mahé de La Bourdonnais


Mahé de La Bourdonnais vor den Festungsmauern


Mahé de La Bourdonnais vor den Festungsmauern 


Ebenso groß und erfolgreich, wenngleich aus heutiger Sicht in einem anrüchigen Gewerbe tätig, war Robert Surcouf. Der Sohn eines Freibeuters heuerte zuerst bei der französischen Kriegsmarine an. Als zwischen Frankreich und Großbritannien ein Krieg ausbrach, war seine weitere Laufbahn als Kaperfahrer vorbestimmt. Dutzende Handelsschiffe fielen ihm und seinen Mitstreitern im Atlantik und im Indischen Ozean zum Opfer. Durch die Raubzüge reich geworden ließ er sich in Saint-Malo nieder.

Monument - Korsar Robert Surcouf


Monument - Korsar Robert Surcouf


Monument des Jacques Cartier


Monument des Jacques Cartier 


Der in der Nähe von Saint-Malo geborene Jacques Cartier wurde in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts als Seefahrer und Entdecker gefeiert. Tatsächlich erkundete er den Osten Kanadas und den Sankt-Lorenz-Strom.

Sehenswürdigkeiten außerhalb der Festungsmauern

Gezeitenkraftwerk des Flusses Rance

Die Bucht von Saint-Malo weist einen rekordverdächtigen Gezeitenunterschied auf. Die Differenz zwischen Hoch- und Niedrigwasser beträgt bis zu zwölf Metern. Dieses Phänomen rückt die bretonische Küstenregion auf einen Spitzenplatz in Europa.

Gezeitenkraftwerk La Rance

Gezeitenkraftwerk La Rance


Schon im 19. Jahrhundert wurden im Flusstal der Rance, sie mündet bei Saint-Malo in den Atlantik, sogenannte Gezeitenmühlen gebaut. Deren Prinzip ist einfach erklärt: Das bei Flut auflaufende Wasser wird in einem Becken gestaut. Beim Einsetzen der Ebbe trieb das abfließende Wasser ein Mühlrad an. Ausgehend von diesen Erfahrungen lag es nahe, die beim Gezeitenwechsel anfallende Energie zu nutzen. Das geschieht im Gezeitenkraftwerk La Rance. Seit dem Jahr 1966 produziert es Strom aus der Gezeitenströmung des Atlantiks. Zur Freude der Besucher gewährt der 750 Meter lange Staudamm weite Blicke auf das Mündungsgebiet des Flusses.

Tour Solidor

Das aus drei hohen Türmen mit Spitzdächern bestehende Bauwerk wurde auf Weisung der Herzöge der Bretagne in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts oberhalb des Flusses Rance errichtet. Den Anlass zum Bau der Türme gab der Wunsch der Herzöge, das Mündungsgebiet der Rance zu überwachen und Steuern auf die transportierten Güter zu erheben.

Tour Solidor

Tour Solidor


Gegenwärtig wird der Bau vom Musée du Long Cours Cap Hornier genutzt. Das Museum gibt Aufschluss über die extrem gefährlichen Bedingungen, die Kapitäne und Mannschaften von Segelschiffen bei Umrundungen der Südspitze Lateinamerikas zu meistern hatten. Vor Kap Hoorn sanken mehr als 800 Schiffe, dabei verloren mehr als 10.000 Seeleute ihr Leben. Mit der Entdeckung der Magellanstraße als Ausweichroute endeten die für Segelschiffe gefährlichen Bedingungen.