Die Karibikinsel Saint Martin auf eigene Faust entdecken


Saint Martin - Philipsburg vorausSaint Martin - Philipsburg voraus


Unser Kreuzfahrtschiff nimmt Kurs auf die kleine Karibikinsel Saint Martin, die sowohl ein Teil Frankreichs als auch der Niederlande ist. Kreuzfahrtschiffe legen für gewöhnlich im Süden der Insel, im niederländischen Philipsburg an. Das gilt auch für uns, als „Mein Schiff“ die Insel ansteuert. Neben bzw. vor uns liegen noch die Disney Magic und die MS Ventura von P & O Cruises. Heute ist ein ruhiger Tag, wenn man davon ausgeht, dass bis zu sieben Schiffe an einzelnen Tagen den Hafen ansteuern.

Philipsburg und Marigot – zwei Einkaufsparadiese

Philipsburg/Sint Maarten ist eines der am häufigsten besuchten Kreuzfahrtziele des karibischen Raums. Das ist weniger auf die Sehenswürdigkeiten der Insel zurückzuführen, als vielmehr auf den Freihafenstatus, der das Einkaufen in Sint Maarten recht interessant, weil preisgünstig macht. Das lockt vor allem die durchweg amerikanischen Besucher. Was die Sehenswürdigkeiten anbelangt, da sahen wir an anderen Orten im karibischen Umfeld schon wesentlich mehr.

Da unsere Koffer gut gefüllt und zuhause die Schränke voll sind, haben wir uns bereits vor Reiseantritt entschieden, auf Shopping-Erlebnisse zu verzichten und statt dessen einen Strandtag in Frankreich einzulegen. Zuvor machen wir jedoch einen Besuch in Marigot, der französischen Inselhauptstadt im Westen Saint Martins.

Mit einer der reichlich verfügbaren Taxen fahren wir schnell und für wenig Geld in das wenige Tausend Einwohner zählende Marigot. Der Ort, übersichtlich und sauber, erinnert an südliche, europäische Urlaubsziele. Und doch gilt: so klein und schon eine Hauptstadt! Auch hier im Ortszentrum weht der zarte Duft von Duty-free. Die Anbieter hochwertigen Schmucks und von Designerkleidung versuchen, sich gegenseitig zu übertreffen. Zu den Preisen können wir nichts sagen, da wir im Normalfall auf Luxusgüter verzichten. Uns interessiert mehr der Ort.

Saint Martin - Luxusgeschäfte in Marigot

Saint Martin - Luxusgeschäfte in Marigot


Rundgang durch Marigot

Im Uferbereich überraschen uns ein überdachter Markt mit festen Marktständen, die große, kreisrund angelegte Marina und schöne Jachten. Der weit draußen ankernde, imposante 5-Mast-Segler Club Med 2 verleiht dem Ort an diesem Tag zusätzliches Flair.

Saint Martin - Marktlauben in Marigot

Saint Martin - Marktlauben in Marigot


Auf einer Erhebung wacht das im Jahr 1789 erbaute Fort Louis über Marigot. Heute ist es ein von Touristen gern besuchter Ort. Seine ursprüngliche Aufgabe bestand darin, die mit Salz, Kaffe, Zuckerrohr und Rum gut gefüllten Lagerhäuser von Marigot mit Kanonen vor räuberischen Attacken zu schützen. Von der Höhe genießen Besucher atemberaubende Blicke über Marigot, seine Bucht und die Lagune.

Saint Martin - Marigot mit Fort Louis


Saint Martin - Marigot mit Fort Louis


Saint Martin - Fort Louis


Saint Martin - Fort Louis


Nordöstlich von Marigot liegt die höchste Erhebung der Insel. Es ist mit 424 Metern der kegelförmige Pic Paradis, der mit Autos oder zu Fuß bewältigt werden kann. Die Aussicht von dort oben wird als noch besser als die vom Fort beschrieben. Uns allerdings zieht es nicht auf den Berg sondern per Taxi an die Baie Orientale, auch Orient Bay genannt, im Nordosten der Insel.

Saint Martin - Orient Bay

Saint Martin - Orient Bay


Bikini Beach

Der ungefähr drei Kilometer lange Strand ist in fünf Abschnitte gegliedert. Wir entschieden uns für den mit Bikini Beach bezeichneten Abschnitt. Vor dem gesamten Strand liegt ein Riff, das für ruhiges Wasser und angenehmes Baden, Schnorcheln etc. sorgt. Der Strand fällt sanft ab. Kinder sind hier sicher aufgehoben. Mehrere freundliche Strandbars sorgen für Speisen, Sonnenliegen und Sonnenschirme. Wir testen alles. Wer mag und einen Segelschein besitzt mietet einen Katamaran-Segler oder bucht einen Jetski. Alternativ bieten sich Strandwanderungen oder Badeerlebnisse an. Für die beiden letztgenannten und kostenlosen Aktivitäten haben wir uns entschieden.

Saint Martin - Bikini Beach
Saint Martin - Bikini Beach
Saint Martin - Bikini Beach
Saint Martin - Liegen am Bikini Beach

Rückfahrt nach Philipsburg

Zurück nach Philipsburg fahren wir mit einem Minibus. Diese Busse halten regelmäßig am Zugang zum Bikini-Beach. Wir erinnern nicht mehr den Fahrpreis für die etwa 15-minütige Fahrtstrecke. Er liegt pro Person jedenfalls im einstelligen Dollar-Bereich. Allerdings erinnern wir uns gut an eine Fahrtunterbrechung. Der Grund: Eine Glucke lotst ihre Küken unbedingt über die gut befahrene Straße. Alles kein Problem für unseren und die übrigen Fahrer. Wir sind in der Karibik unterwegs, und dazu gehören solche Eventualitäten.

 

Saint Martin - GroßraumtaxiSaint Martin - Großraumtaxi


Die Duty-free-Shops im Zentrum umrundeten wir weiträumig. Stattdessen schauen wir uns in den Läden der Pier-Zone um. Alles, was das Herz begehrt, ist dort zu bekommen. Es macht besonderen Spaß einer Zigarrenmacherin beim Herstellen von Zigarren zuzusehen. Die Arbeitsabläufe kennen wir aus Kuba. Aber Kuba ist ein anderes Thema.

Sint Maarten - Kapelle vor dem Cruise Terminal
Sint Maarten - Kapelle vor dem Cruise Terminal
Sint Maarten - Läden in der Pierzone
Sint Maarten - Handfertigung von Zigarren

Fazit unseres Aufenthalts in Saint Martin

Unser Fazit ist, dass wir Sint Maarten oder Saint Martin nicht als unbedingtes Muss einer Kreuzfahrt empfinden. Wir sahen in der Vergangenheit schon attraktivere Plätze in der karibischen Region. Für einen unbeschwerten Strandtag mit einem Bummel durch Marigot taugt die Insel aber allemal. Ein solcher „Lazy Day“ lässt sich ohne großen finanziellen Aufwand realisieren. Die Preise, die an Bord eines Kreuzfahrtschiffes für eine solche Auszeit aufgerufen werden, sind von ganz anderem Kaliber.

Update April 2025