Seit mehr als 300 Jahren teilen sich Frankreich und die Niederlande den Besitz der kleinen Karibikinsel Saint Martin. Der Zuckerrohranbau war einstmals die wesentliche Erwerbsquelle der Inselbewohner. Inzwischen lebt die Insel vor allem vom internationalen Tourismus. Hotelbauten sorgten zwischen den 1960er und den 1980er Jahren für wachsende Besucherzahlen und Prosperität. Der Princess Juliana International Airport und der stark angewachsene Kreuzfahrt-Tourismus taten ein Übriges.
Was unternehmen auf Saint Martin?
Den mit Kreuzfahrtschiffen anreisenden Tagesgästen stellt sich die Frage, was es Sehenswertes gibt oder was kann man unternehmen sollte. Die Frage ist schnell beantwortet. Im karibischen Raum gibt es wesentlich attraktivere Kreuzfahrt-Ziele als Saint Martin. Zurück zur Fragestellung: was sollte man sehen, was sollte man tun?

Sint Maarten - Kreuzfahrthafen von Philipsburg
Shopping
Vor allem US-amerikanische Kreuzfahrer nutzen die Gelegenheit zum Einkaufen. Rund um die Front Street im niederländischen Philipsburg ergeben sich viele Möglichkeiten, den Dispositionsrahmen der Kreditkarte auszutesten. Was das Herz begehrt: Mode, Edelsteine, Gold und Silber, handgefertigte Zigarren; von allem ist genügend vorhanden.

Sint Maarten - Philipsburg - Zigarrenmacherin
Ein Strandtag
Ein Strandtag ist sehr empfehlenswert. Die Insel punktet mit vielen schönen Stränden. Als den schönsten Strand schätzen wir die im Nordosten der Insel gelegene Baie Orientale oder Orient Bay ein. Bei dem in fünf Abschnitte unterteilten Strand raten wir zum Bikini Beach.
In diesem Bereich geht es im Vergleich zu den anderen Abschnitten recht ruhig zu. Dennoch müssen die Gäste auf nichts verzichten. Am Bikini Beach ist für Essen und Trinken, Sonnenbaden und Schwimmen ausreichend gesorgt.
Plane Spottern empfehlen wir den Maho Beach. Dort setzen nur wenige Meter hinter dem Strand die Großraumflugzeuge auf. Der vor der Piste liegende Strandabschnitt wird in extrem geringer Höhe überflogen. So nah kommt man einem Flugzeug selten, wenn man nicht gerade mit ihm fliegt. Etwas ungemütlicher wird es beim Start der Maschinen. Sie starten zumeist in östlicher Richtung. Wegen des in Flugrichtung liegenden Pic Paradis wird am Strand der volle Schub aufgebaut, um schnell an Höhe zu gewinnen. In diesem Fall bleibt am Strand kein Sandkorn auf dem anderen liegen.
Rundgang durch Marigot
Land und Leute kennenzulernen, ist ebenfalls eine gute Idee. Hierfür empfiehlt sich ein Rundgang durch die französische „Hauptstadt“ Marigot. Der Name der Stadt dürfte sich aus dem ursprünglichen Sumpfland ableiten, auf dem Marigot errichtet wurde. Durch die vormalige Zuckerproduktion gelangte die Stadt zu Wohlstand und wurde Verwaltungssitz der französischen Behörden. Bemerkenswert an Marigot ist Folgendes:
Promenade und Marina
Ein unabdingliches Ziel sind die ansprechende, am Wasser entlang führende Promenade und die davor liegende Marina. Eine der wichtigsten Straßen ist die Rue de la République. Auf die traditionellen Fassaden aus dem 19. Jahrhunderts sollte geachtet werden. Sie bewahrten über die Jahrhunderte größtenteils ihre ursprüngliche Authentizität. Gäste finden aber auch an anderen Orten alte, gut restaurierte kreolische Häuser. Viele dieser Häuser beherbergen heute Luxusboutiquen.

Saint Martin - Marigot - Ladenstraße
Der offene Markt lässt sich am besten als Mischung aus Farben, Gerüchen, Geschiebe und Hektik bezeichnen. Unter luftigen, kreolisch anmutenden Hütten werden Früchte, Gemüse, Gewürze, Fleisch und Fisch verkauft. Offene Stände mit Andenken, Kunstgewerbe und abenteuerlichen Rum-Mischungen schließen sich an.
Musée de Saint-Martin: Sur la Trace des Arawaks
Das Inselmuseum präsentiert seine Exponate auf 200 Quadratmetern Fläche. Sie gehen bis ins Jahr 3200 vor Christus zurück. Die Geschichte der Kolonisation wird eingehend erzählt. Die Sklaverei, der Zuckerrohranbau und die Salzgewinnung sind spezielle Themen.
Fort Louis
Die im Jahr 1789 erbaute Festung wurde von den Franzosen auf einer Anhöhe über Marigot errichtet, um den Hafen und die dort gelagerten Güter vor Piratenüberfällen zu schützen. Der Ausblick vom Fort auf die Stadt und die Bucht ist sehr malerisch.

Saint Martin - Fort Louis
Pic Paradis
Obwohl er nur eine Höhe von 424 Metern erreicht, bietet der Pic Paradis, der höchste Berg der Insel, einen guten Panoramablick auf das Karibische Meer und Marigot. Der Gipfel ist zu Fuß oder mit dem Auto erreichbar.
Der Besuch des Gipfels per Auto ist ein wenig unbequem. Die Anreise erfolgt auf einer Straße, die sich in sehr schlechtem Zustand befindet. Nach dem Verlassen des Wagens schließt sich ein etwa zwanzigminütiger Fußmarsch an. Die Alternative ist eine dreistündige Wanderung. Ausgangspunkt wäre die Loterie Farm.
Loterie Farm
Die ehemalige Zuckerrohrplantage bietet ihren Gäste Vieles: Naturzone, Restaurant, Poolanlage, Standort einer Seilrutsche und Ausgangspunkt für Wanderungen. Sie liegt am Fuße des Pic Paradis und erstreckt sich von der Seehöhe bis zum Gipfel des Berges. Hier wird der letzte Rest des insulären Regenwaldes bewahrt. Hunderte tropischer Pflanzen und Bäume begeistern die Besucher. Auf den alten Plantagenwegen darf gewandert werden. Mit der „FlyZone“ ist es Besuchern jeden Alters möglich, wie Tarzan durch die Baumwipfel zu schweben.
St. Martin, Rue du Pic Paradis
Philipsburg
Der geschäftigen niederländischen Inselhauptstadt mangelt es an historischen Attraktionen. Und doch gibt es Sehenswertes.
Sint Maarten Museum
Das in der Front Street gelegene Museum interpretiert die Inselgeschichte aus holländischer Sicht. Neben dem Blick zurück in die Vergangenheit gibt das von der Sint Maarten National Heritage Foundation betriebene Museum Erklärungen zur Bedeutung der Riffe, der Strände und der Sümpfe für die Pflanzen- und Tierwelt. Ein Ausstellungsbereich ist einer Dokumentation über die Folgen des Hurrikans Luis, der im September 1995 auf die Insel traf, gewidmet.
Sint Maarten Courthouse
Ebenfalls in der Front Street liegt die im Jahr 1793 erbaute historische Sehenswürdigkeit. Es war ursprünglich der Wohnsitz des schottischen Stadtgründers, Commander John Philips. Die Geschichte des Gebäudes war sehr wechselhaft. Über die Zeiten diente es als Gefängnis, Feuerwache und Postamt. Heute wird es als Gerichtsgebäude genutzt. Im Glockenturm ist gelegentlich ein aus 25 Glocken bestehendes Glockenspiel zu hören.
Zum Schluss
Man sieht, Saint Martin ist kein an Sehenswürdigkeiten reiches Feriendomizil. Unter Die Karibikinsel Saint Martin auf eigene Faust entdecken beschreiben wir unsere Aktivitäten auf der Insel.

Sint Maarten - Verabschiedung voir dem Cruise Terminal
Update April 2025








