Autor: Karl W. P. Beyer

Salvador da BahiaAm 1. November 1501 erreichten die Männer um Amerigo Vespucci jene Bucht, an der die heute knapp drei Millionen-Einwohner zählende Stadt Salvador da Bahia liegt. Die Entdecker benannten den Ort nach dem Ankunftstag, es war Allerheiligen, mit São Salvador da Bahiade Tondos Os Santos. Das heißt soviel wie „Heiliger Erlöser von der Bucht der Allerheiligen“. Sie gilt noch heute als eine der schönsten Buchten an der brasilianischen Atlantikküste.

Salvador da Bahia

Salvador da Bahia


Die Gründung der Stadt erfolgte im März 1549, als ein gewisser Tomé de Sousa im Auftrag des portugiesischen Königs die Festung São Salvador errichten musste. Damit die Ansiedlung gelingen möge, begleiteten ihn mehr als tausend Portugiesen, darunter Abenteurer, Geistliche, Siedler und Soldaten.

Die Ansiedlung gedieh zusehends. Sehr schnell stieg die Region zum führenden Zuckerproduzenten der Welt auf. Zur Arbeit auf den Zuckerrohrplantagen wurden Sklaven gezwungen. Folgerichtig entstand im Jahr 1558 am Ort der erste Sklavenmarkt für die Zuckerrohrplantagen in der Neuen Welt.

In der Zeit zwischen 1549 bis 1763 war Salvador da Bahia der erste Regierungssitz Brasiliens. Die Stadt entstand auf unterschiedlichen Höhen. Auf Meeresniveau liegt die Unterstadt (Cidade Baixa). Parallel zum Ozean verläuft in 70 bis 80 Meter Höhe ein Bergrücken. Auf ihm wurde die Oberstadt (Cidade Alta) erbaut. Sie diente der Administration, der Repräsentation und der Verteidigung gegen zwischenzeitlich stattfindende spanische und holländische Attacken. Und sie war Standort der wesentlichen sakralen Bauten. Kurz gesagt, in der Oberstadt liegen die wichtigsten touristischen Attraktionen. Dagegen wurden in der Unterstadt die Einnahmen aus der Hafenwirtschaft, dem Handel und dem Gewerbe erwirtschaftet, die den Prunk der Oberstadt finanzieren halfen.

Salvador da Bahia - OberstadtSalvador da Bahia - In der Unterstadt Salvador da Bahia - In der Unterstadt

Salvador da Bahia entwickelte sich zu einer beispielhaften Kolonialstadt. In ihr vermischten sich europäische, afrikanische und amerikanische Kulturen aus der Zeit des 16. bis 18. Jahrhunderts. Der historische Stadtkern verfügt über große Plätze und sehenswerte kirchliche und weltliche Bauten.

Salvador da Bahia - Kathedrale

Kathedrale Salvador da Bahia


Seit 1985 steht die in der Oberstadt gelegene Altstadt unter dem Patronat des UNESCO-Weltkulturerbes. Viele Gebäude blieben über die Jahrhunderte hinweg erhalten. Eine Sanierung des historischen Stadtkerns Ende des 20. Jahrhunderts trug zur Wahrung der Bausubstanz bei. Offizielle Broschüren der Stadt berichten, dass San Salvadors historisches Zentrum mit beinahe 800 restaurierten Gebäuden aus der Zeit des 17. bis 19. Jahrhunderts die größte Ansammlung von Barock-Gebäuden außerhalb Europas bietet.

Salvador da Bahia - Pelouriniho

Salvador da Bahia - Pelouriniho


Aktuell ist Salvador da Bahia die drittgrößte Stadt Brasiliens. Sie ist das Verwaltungszentrum sowie Hauptstadt des Bundesstaats Bahia. Außerdem ist sie Sitz eines Erzbistums und Standort zweier Hochschulen. Die Stadt ist Handels- und Wirtschaftszentrums. Schlüsselindustrien sind die Erdöl- und die Zuckerproduktion. Weitere wichtige Wirtschaftszweige sind Baumwolle, Tabak und die Kakaoverarbeitung.

Salvador da Bahia - Bürogebäude in der Unterstadt

Salvador da Bahia - Bürogebäude in der Unterstadt


Gern wird der Stadt das Attribut purer Lebensfreude zugesprochen. Der Samba genannte Tanz stammt beispielsweise aus der Region. - Nichts mit Lebensfreude hat die hohe Kriminalitätsrate zu tun. Die Kriminalstatistik verzeichnet für 2013 mehr als 2.200 Morde. Mit diesem Wert rangiert Salvador da Bahia unter Rang 13 auf der Liste der gewalttätigsten Städte der Welt. Das sollte aber Touristen nicht in Angst und Schrecken versetzen. Die Kriminalität spielt sich im Allgemeinen im Umfeld der Elendsviertel der Stadt ab. Anders als die Favelas sind dank starker Polizeipräsenz die touristischen Bereiche des historischen Zentrums sehr gut geschützt. Kreuzfahrer profitieren von den kurzen Wegen zwischen den Schiffsliegeplätzen und der Oberstadt.