Besuch Großer Katharinenpalast

Sankt Petersburg - Besuch Großer Katharinenpalast


Sankt Petersburg, mit 5,4 Millionen Einwohnern Russlands zweitgrößte Stadt, ist das Reiseziel. Unser Kreuzfahrtschiff liegt am Kreuzfahrtterminal auf der Wassiljewski-Insel. Obwohl wir grundsätzlich zu individuellen Ausflügen neigen, haben wir aus Visagründen und der Sprache wegen in Sankt Petersburg zwei organisierte Ausflüge gebucht. Der erste führt uns mit dem Bus zum Katharinenpalast in Puschkin. Begleitet werden wir von einer flotten, deutsch sprechenden Fremdenführerin, der es Spaß bereitet, während der Fahrt durch den großen, unüberschaubaren Industriehafen Sankt Petersburgs über ihre Landsleute herzuziehen. Vor allem über jene, die Dienst an der Auslasspforte des Hafens tun, und denen die Arbeit am frühen Vormittag noch nicht so recht von der Hand zu gehen scheint.

Sankt Petersburg - Kreuzfahrtterminal

Sankt Petersburg - Kreuzfahrtterminal


Gebäude im Zuckerbäckerstil und flaches Land 

Grob gerechnet 30 Kilometer liegen zwischen dem Kreuzfahrtterminal und unserem Ziel in Puschkin. In weniger als einer Stunde bahnt sich unser Busfahrer seinen Weg durch den Hafen und durch die Straßen Sankt Petersburgs, bevor er die Stadtgrenze erreicht hat. Wir staunen über die gewaltigen Bauten im Zuckerbäckerstil und die Trabantensiedlungen. Vom südlichen Stadtrand an geht die Fahrt weiter über eine gut ausgebaute Landstraße. Rechter Hand liegt der internationale Pulkovo-Saint-Petersburg-Airport, Russlands zweitgrößter Flughafen. Von Interesse ist, dass die Fraport AG mit 35,5 Prozent am Airport beteiligt ist.

Sankt Petersburg -Trabantensiedlung

Sankt Petersburg -Trabantensiedlung


Wir erreichen Puschkin  

Hinter dem Flughafen steigt die Straße leicht an; ab jetzt umgeben uns die Weiten Russlands. Bald darauf sind wir im vormaligen „Zarskoje Selo“ angekommen, dem Zarendorf, das heute „Puschkin“ heißt. Dort liegt unser Fahrtziel, der Große Katharinenpalast. Er wird als eines der größten und schönsten Schloss- und Parkensembles Russlands gepriesen. Davon werden wir uns überzeugen.

Die Puschkin Statue 

Als Erstes sehen wir die im Jahr 1900 dem russischen Dichter Alexander Puschkin gewidmete Statue. Sein Schaffen war immens, obwohl er im Alter von 37 Jahren an schweren Schussverletzungen starb, die er sich bei einem Duell zugezogen hatte. Als Schütze mag er nicht getaugt haben, als Dichter war er jedoch hoch produktiv.


Das Puschkin-Denkmal in Zarskoje Selo
Das Puschkin-Denkmal in Zarskoje Selo



 

Der Ehrenhof des Katharinenpalasts

Uns erwarten der Palast und der Park, und unsere Führerin treibt uns an. Der Katharinenpark wird zur Straßenseite von einem imposanten Zaun eingegrenzt. Durch ein vergoldetes, schmiedeeisernes Tor betreten wir den Ehrenhof vor dem Palast. Über dem wunderschön gearbeiteten Tor prangen der doppelköpfige russische Adler und die Zarenkrone. Bereits hier wird uns klar, dass die Zaren sich nicht einschränken mussten. Dieser Eindruck wird sich während unseres ganzen Aufenthalts fortsetzen.

Katharinenpalast - das große Eingangstor
Katharinenpalast - das große Eingangstor - Rückseite

Einst ein Jagdschloss, später ein Palast

Katharina I., ab 1725 Russlands Kaiserin, ließ an der Stelle des heutigen Palasts ein Jagdschloss mit 16 Zimmern errichten. Das war am Anfang des 18. Jahrhunderts. Die Jagdgründe und die gute Luft in Zarskoje Selo mögen für den Bau ausschlaggebend gewesen sein. Das „einfache“ Palais genügte ihrer Tochter, Elisabeth I. und den nachfolgenden Herrschergenerationen nicht mehr. Etwas mehr Komfort war gefragt und es schien wichtig, Russland europäischen Herrscherhäusern gegenüber angemessen zu repräsentieren. Infolgedessen wandelte sich das Jagdschloss peu à peu zu einem der imposantesten und schönsten Barockschlösser Europas. Vollendet wurde das Palast- und Parkensemble erst unter der Regentschaft Katharinas der Großen. Der Palast wurde im Zweiten Weltkrieg von deutschen Truppen beträchtlich zerstört. Besucher erleben heutzutage eine gelungene Rekonstruktion der ursprünglichen Palastanlage.

Katharinenpalast - der Ehrenhof
Katharinenpalast
Katharinenpalast
Katharinenpalast - zentraler Eingangsbereich

Palast und Gartenanlage – ein außergewöhnliches Ensemble

Die mehr als 300 Meter messende Front des in den Farben weiß und türkisblau gehaltenen Schlosses ist überwältigend. Links und rechts wird die Anlage durch im rechten Winkel stehende Bauten flankiert.

Katharinenpalast - Fassadendetail
Katharinenpalast - Gartenseite
Katharinenpalast und Schlosskirche
Katharinenpalast - Türme der Schlosskirche


Wir ersparen uns an dieser Stelle die Beschreibung der einzelnen Säle und Gemächer. Nur Historiker und Kunstkenner sind imstande, die exquisite und prunkvolle Einrichtung angemessen zu würdigen. Wir sind dazu nicht fähig. Außerdem drückt unsere Reiseführerin erneut aufs Tempo. Das rekonstruierte Bernsteinzimmer und die weitläufige Parkanlage mit ihren Bauwerken sind ebenfalls noch zu betrachten und zu würdigen.

Katharinenpalast - festliche Tafeln
Katharinenpalast - der große Saal
Katharinenpalast - Besuchermassen im großen Saal
Katharinenpalast - eines der vielen Prunkgemächer


Kaiserin Katherina II. ließ die vorhandene Gartenanlage im englischen Stil in einen Landschaftspark umgestalten. Die nachfolgenden Herrscher veranlassten weitere Neuordnungen und Verschönerungen. Von besonderem Reiz sind der Pavillon der Eremitage und die Grotte am Rand des Großen Teichs. 

Katharinenpalast - die Cameron-Galerie
Katharinenpalast - der Palastgarten
Katharinenpalast - die Grotte am großen Teich
Katharinenpalast - der Pavillon der Eremitage


Die Zeit vergeht wie im Flug. Es gäbe noch vieles zu sehen, doch die Reiseleiterin mahnt zur Rückfahrt. In zügiger Fahrt bringt uns der Bus zurück zum Kreuzfahrtschiff. Bei unserer Ankunft erwarten uns russische, in Militäruniformen gekleidete Musiker mit flotten Melodien. Wer mit russischen Weisen gerechnet hat, wird eines Besseren belehrt. Zum Repertoire der Musiker zählen der „March from the River Quai“ und „When the Saints go marching in“. Klasse gespielt.

Nach dieser unerwarteten Episode machen wir uns frisch, essen einen Happen und starten zu unserer zweiten Tour in Sankt-Petersburg, einer Stadtrundfahrt mit dem Besuch der Peter-und-Paul-Festung.

Update August 2020