Santa Maria

Santa Maria / Azoren

Autor: Anne Plau

Santa Maria ist die südöstlichste Insel der Azoren. Bei gutem Wetter ist sie von São Miguel aus zu sehen, obwohl rund 80 Kilometer die beiden Inseln trennen. Santa Maria ist die älteste Insel des Azorenarchipels. Sie wurde im Jahr 1427 als erste Insel von portugiesischen Seefahrern entdeckt und auch als erste besiedelt.

Santa Maria - Küstenabschnitt bei Vila do Porto

Santa Maria - Küstenabschnitt bei Vila do Porto


Santa Maria – die Sonneninsel 

Mit einer Fläche von 97 Quadratkilometern ist Santa Maria die drittkleinste Azoreninsel. Etwa in der Mitte der Insel liegt der mit 587 Metern höchste Berg. Vom Pico Alto kann man Santa Maria vollständig überblicken. Der östliche Teil der Insel erstreckt sich auf einer höher gelegenen Ebene, der westliche Teil ist bergig und besticht durch üppige Vegetation.

Durch die Lage ist es auf Santa Maria etwas milder, wärmer und trockener als auf den anderen Azoreninseln. Santa Maria wird daher auch die Sonneninsel genannt.

Leben auf Santa Maria

Im Jahr 2019 lebten etwa 5600 Menschen auf Santa Maria, davon 1900 im Hauptort Vila do Porto.

Santa Maria - Vila do Porto

Santa Maria - Vila do Porto


Transport und Verkehr

Santa Maria besitzt einen Flughafen, den die Amerikaner im Zweiten Weltkrieg als Militärbasis für ihre Luftwaffe angelegt hatten. Bis in die 1960er Jahre diente dieser Flughafen als Tankstopp bei Transatlantikflügen und als Drehkreuz für Azoren-Flüge. Derzeit gibt es noch direkte Verbindungen nach São Miguel und nach Lissabon.

Im einzigen Hafen, der Marina von Vila do Porto, legen die Fähre von São Miguel und Frachtschiffe an, ebenso die Fischer- und Tauchboote, Motor- und Segelyachten, und sehr selten liegt ein Kreuzfahrtschiff auf Reede.

Santa Maria - Vila do Porto


Santa Maria - Vila do Porto


Santa Maria -  Hafen von Vila do Porto


Santa Maria - Hafen von Vila do Porto 


Auf der Insel gibt es einige Buslinien, Taxis und Autovermietungen.

Wirtschaft 

Auf Santa Maria gibt es keine Industrie. Nur der große Flughafen erinnert an vergangene Wirtschaftskraft. Mit Beginn der Non-Stopp-Atlantikflüge und der Verlagerung des Drehkreuzes für Azoren-Flüge nach São Miguel fehlten wichtige Arbeitsplätze. Viele Menschen verließen die Insel, und Santa Maria verlor an Bedeutung.

Heute prägen Fischerei, Landwirtschaft und Viehzucht die Insel. Rund um Santa Maria gibt es gute Fischgründe. Der Boden ist fruchtbar, vor allen werden Melonen und Wein angebaut. Auf den Weiden sieht man Rinder und Schafe.

Santa Maria - Weinhänge - Baia de São Lourenco


Santa Maria - Weinhänge - Baia de São Lourenco


Santa Maria - Costa Norte Miradouro das Lagoinhas


Santa Maria - Costa Norte Miradouro das Lagoinhas 


Eine weitere Einnahmequelle ist der Tourismus.

Tourismus 

Die Insel ist kein Ziel für Massentourismus. Santa Maria ist ein Naturparadies und wird von Individual-Reisenden, Wassersportlern und Wanderern geschätzt. Viele Auswanderer verbringen ihre Ferien in der ehemaligen Heimat.

Als einzige Azoreninsel besitzt Santa Maria helle Sandstrände, wie beispielsweise die Praia Formosa und die Praia Maia.

Santa Maria - das Naturschwimmbecken von Maia


Santa Maria - das Naturschwimmbecken von Maia


Santa Maria - Praia Formosa


Santa Maria - Praia Formosa 


Es gibt gut erschlossene Wanderwege mit interessanten Routen zu Wasserkaskaden, Fels- und Gesteinsformationen.

Santa Maria - Cascata do Aveiro
Santa Maria - Poco da Pedreira
Santa Maria - Poco da Pedreira
Santa Maria - Ribeira do Maloás

Gute Tauchgründe bieten die Steilküsten und die vorgelagerten kleinen Inselchen. Ebenso die Formigas, acht unbewohnte Inseln, die zu Santa Maria gehören und den nordöstlichen Abschluss des Azoren-Archipels bilden. Taucher dürfen sich unter strengen Naturschutz-Auflagen in dem Gebiet aufhalten.

Santa Maria Sehenswürdigkeiten 

Santa Maria ist eine malerische Insel. Steinmauern begrenzen die Weide- und Ackerflächen. Die kleinen Dörfer wirken altmodisch. Die Häuser liegen verstreut, sind weiß mit orange-braunen Dächern und haben große Kamine. Die Sockel, Fenster- und Türnischen sind in Kontrastfarben abgesetzt. Blau, Grün, Ockergelb, Rot oder Grau: jede Gemeinde hat ihre eigene Farbe.

Santa Maria - Costa Norte - Miradouro das Lagoinhas

Santa Maria - Costa Norte - Miradouro das Lagoinhas


Der Pico Alto und schöne Miradouros 

Der mit 587 Metern höchste Berg bietet einen 360 Grad Panoramablick über Santa Maria. Viele Wanderwege führen durch die zum Teil üppige Vegetation rund um den Pico Alto.

Überall auf Santa Maria gibt es Aussichtspunkte, von denen man die malerische Landschaft, die Küstenlinie und das Meer bewundern kann. Diese gefallen uns besonders gut:

Der Miradouro Baia de São Lourenço liegt oberhalb der gleichnamigen Bucht, die durch ihre terrassierten Weinberge wie ein Amphitheater wirkt.

Ponta do Castelo: Vom Aussichtspunkt Vigia da Baleia hat man die schönste Sicht auf den Leuchtturm Gonçalo Velho.

Santa Maria - Pico Alto
Santa Maria - Baia Maia
Santa Maria - Leuchtturm Gonçalo Velho
Santa Maria - Leuchtturm Gonçalo Velho

Malerische Buchten und Strände 

Die Bucht von Anjos ist schon für sich sehenswert. Im Ort Anjos sollte man die Statue von Christoph Kolumbus und die Ermida de Nossa Senhora dos Anjos besichtigen. Kolumbus soll im Jahr 1493 in der Klause eine Messe gefeiert haben. Von der ursprünglichen Kapelle existiert nur noch ein Torbogen. Auch das alte Kreuz auf dem Hügel nebenan stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Santa Maria - Kirche N. S. dos Anjos


Santa Maria - Kirche N. S. dos Anjos


Santa Maria - Kolumbus-Denkmal in Anjos


Santa Maria - Kolumbus-Denkmal in Anjos


Die Baia São Lourenço ist eine lange Bucht mit hellem Sandstrand. Vor der Küste liegt die Felsnadel Ilhéu do Romeiro. Im Hintergrund liegen terrassierte Weinhänge, immer durch die typischen Steinmäuerchen geteilt und geschützt.

Santa Maria - Baia São Lourenço


Santa Maria - Baia São Lourenço


Santa Maria - Baia São Lourenço


Santa Maria - Baia São Lourenço 


Wer erwartet schon Traumstrände auf den Azoren? Dennoch gibt es sie, und auf Santa Maria als einziger Insel der Azoren mit hellem Sand. Die bekanntesten sind Praia Formosa und Praia Maia. Die Strände besitzen Naturschwimmbecken und bieten gute Wassersportmöglichkeiten.

Kapellen und Kirchen 

In jeder Gemeinde auf den Azoren gehören die Kirchen zu den Schwerpunkten des gemeinschaftlichen Lebens. Obwohl von außen nicht so auffällig, haben die Pfarrkirchen von Santa Bárbara und Santo Espérito besonders schön ausgestattete Innenräume.

Santa Maria - Kirche von Santa Bárbara


Santa Maria - Kirche von Santa Bárbara


Vila do Porto - Nuestra Senhora da Assunção


Vila do Porto - Nuestra Senhora da Assunção 


Bei Lagoinhas liegt die Wallfahrtskapelle Nossa Senhora da Fátima. 150 Stufen (analog zu den Perlen des Rosenkranzes) führen zu dem Kleinod.

Eine weitere sehenswerte Kapelle liegt an der Praia do Norte: Nossa Senhora de Lurdes.

Santa Marias Hauptort Vila do Porto 

Die Pfarrkirche Nossa Senhora da Assunção ist der Schutzheiligen von Vila do Porto gewidmet. Sie stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist eine der ältesten Kirchen der Azoren.

Auch die Festungsanlage Forte de São Brás wurde im 16. Jahrhundert gebaut. Sie liegt oberhalb der Marina von Vila do Porto und bietet einen weiten Blick über die Bucht.

Sehenswerte Bauten am Largo de Nossa Senhora da Conceição sind ehemalige Franziskanerkloster, in dem jetzt die Gemeindeverwaltung residiert, und die Kapelle Nossa Senhora da Vitória aus dem 17. Jahrhundert.

Santa Maria - Vila do Porto - Nuestra Senhora da Vitória

Santa Maria - Vila do Porto - Nuestra Senhora da Vitória


Unser Landausflug – Panoramafahrt über Santa Maria 

Im Juni 2021 liegen wir mit der WORLD VOYAGER vor Santa Maria auf Reede. Wegen der Covid 19 Pandemie dürfen wir das Schiff nur in organisierten Gruppen verlassen. Wir entscheiden uns für eine Halbtagestour im Bus. Viele der Sehenswürdigkeiten von Santa Maria stehen auf dem Programm.

Mit Zodiacs fahren wir zur Marina von Vila do Porto. Der etwas oberhalb der Bucht gelegene Hauptort der Insel mit der Festungsanlage Forte de São Brás sieht malerisch und einladend aus. In der Marina liegen etliche Boote und auch sehr schöne Yachten.

Santa Maria - Vila do Porto - Forte de São Bras

Santa Maria - Vila do Porto - Forte de São Bras


Wir steigen in einen bequemen Reisebus und fahren im Uhrzeigersinn um die Insel. Vorbei am Flughafen fahren wir nach Anjos. Dort besichtigen wir die Kapelle Nossa Senhora dos Anjos und das Kolumbus-Denkmal.

Weiter geht es über Land nach Westen, vorbei an weißen Häusern mit großen Kaminen bis zum Miradouro das Lagoinhas. Von hier überblickt man die Caldeira und große Teile der Nordküste von Santa Maria.

Santa Maria - Costa Norte


Santa Maria - Costa Norte


Santa Maria - Costa Norte


Santa Maria - Costa Norte 


Die nächsten Stopps sind der Parque National Costa Norte und die Gemeinde Santa Bárbara. Das Dorf besitzt eine besonders schöne Kirche.

Es folgt die Baia de São Lourenço. Weinberge umschließen die malerische Bucht wie ein Amphitheater. Am hellen Strand gibt es eine natürliche Badeanstalt.

Wir fahren weiter zum Miradouro Vigia da Balaia an der Ponta do Castelo. Hoch auf der felsigen Landzunge liegt der Leuchtturm Goncalo Velho, unten am Meer die Sandbucht Baia Maia. An der nächsten Bucht, der Praia Formosa, machen wir einen Spaziergang am Strand.

Zuletzt halten wir in Vila do Porto. Für kurze Zeit dürfen wir allein den Ort erkunden. Wir besichtigen die Kapelle Nossa Senhora da Vitória, schauen uns das ehemalige Franziskanerkloster an und schlendern die Hauptstraße entlang. Der Ort ist nicht spektakulär, aber es gibt gepflegte alte Häuser und auffallend hübsch gestaltete Bürgersteige.

Santa Maria - Vila do Porto - Bürgersteig

Santa Maria - Vila do Porto - Bürgersteig


Am Hafen warten schon die Zodiacs, die uns zurück zum WORLD VOYAGER bringen.

Ein schöner Tag auf Santa Maria.

Juli 2021