Santorin – Sehenswürdigkeiten

Santorin Sehenswürdigkeiten


Santorin zählt, wie die übrigen griechischen Kykladen-Inseln, zu den bevorzugten Reisezielen internationaler Urlauber. Flugzeuge, Fähren und Kreuzfahrtschiffe bringen jährlich Millionen Besucher nach Thira, der Hauptinsel des Mini-Archipels Santorin. Umgangssprachlich wird Thira oftmals mit Santorin gleichgesetzt.

Wenn Kreuzfahrtschiffe die Destination Santorin anlaufen, buchen die meisten Passagiere eines der Ausflugspakete der Reedereien. Die Ausflügler lassen sich von den Booten der Santorini Boatmen Union zum  Hafen von Athinios tendern. Am Pier steigen die Gäste in die bereit stehenden Busse und starten zur Inselrundfahrt. Ungefähr vier Stunden später glauben sie, die Sehenswürdigkeiten der Insel gesehen zu haben, und gehen zurück auf ihre Schiffe. Das ist viel zu wenig für ein solch spektakuläres Ziel wie Thira.

Santorin - Tenderboot in der CalderaSantorin - Tenderboot in der Caldera


Santorin – eine unvergleichbare Destination im Mittelmeer

Santorin ist aus unserer Sicht nicht vergleichbar mit anderen Zielen des Mittelmeerraums, obwohl es dort genügend bewundernswerte Destinationen gibt. Städte wie Dubrovnik in Kroatien oder Valletta auf Malta besitzen beide atemberaubende Festungsmauern; das griechische Katakolon zieht Nutzen aus der Nähe zu den antiken Stätten Olympias, und die griechische Metropole Athen bietet ihren Gästen historische Schauplätze und Museen in Hülle und Fülle. Das alles erleben Thiras Besucher nicht. Stattdessen bewundern Tagesgäste vor allem die abrupt aufragende Küste der Insel sowie die an der Steilküste gelegenen Orte Fira und Oia.


Fira - kein Haus ohne Terrasse



Santorin - Oia 


Fira und Oia – Santorins Touristenmagnete

Sehenswert sind auf der 76 Quadratkilometer großen Hauptinsel vor allem anderen die beiden hoch über der Caldera thronenden Gemeinden Fira und Oia. In den verwinkelten Straßen, den Gassen sowie auf den vielen Treppen geht es zu Saisonzeiten geschäftig zu. Cafés, Restaurants, Hotels und Läden aller Preisklassen finden sich überall. Thiras Touristenorte sind bis in die späten Abendstunden sehr belebt.

Santorin - Inselhauptstadt Fira


In Fira und Oia wurden am Steilhang der Caldera seit Generationen Häuser und Terrassen in verdichteter Bauweise errichtet. Es scheint, dass jeder verfügbare Quadratmeter Fläche genutzt wurde. Verwinkelte Wege und Gassen verbinden die Häuser. Ein Umzug erscheint uns bei diesen Lagen schwer vorstellbar.

Oia bietet zur Hanglage eine weitere Besonderheit: Viele Wohnungen wurden in den Fels gebaut. Diese Wohnhöhlen waren anfangs die Domizile der einfachen Menschen. Wohlhabende Bürger, wie Reeder oder deren Kapitäne ließen sich oberhalb des Hangs freistehende und repräsentative Häuser errichten.

Santorin - Oia


Für einen längeren Urlaub auf Thira bieten sich alle Orte an, und jede Siedlung besitzt ihre speziellen Reize. Gästen von Kreuzfahrtschiffen empfehlen wir, sich während ihres Tagesaufenthalts ausschließlich auf Fira und Oia zu beschränken. In beiden Gemeinden gibt es neben der grandiosen Landschaft viel zu sehen und zu erleben. „Wiederholer“ wenden sich möglicherweise den beiden Ausgrabungsstätten zu oder „entdecken“ eines der Weingüter in der Inselmitte.

Hinweise für den individuellen Landgang

Passagiere von Kreuzfahrtschiffen, die zu individuellen Landausflügen neigen, nehmen die regelmäßig von den Kreuzfahrtschiffen zum Skala-Anleger unterhalb von Fira fahrenden Tenderboote.

Santorin - Fira - Tenderboot im Hafen von Skala


Firas strahlend weiße Häuser liegen in mehr als 200 Meter Höhe über dem Meeresspiegel. Um auf die Höhe zu gelangen, bieten sich folgende Alternativen für den Aufstieg an:

  • Ein kräftezehrender Weg über knapp 600 unebene Treppenstufen und schiefe Ebenen;
  • Ein Ritt auf einem der mehr als 100 Esel oder Maultiere; nicht nur für Tierschützer ein fragwürdiges Geschäftsmodell;
  • Die Fahrt mit der Seilbahn (drei Minuten Fahrtzeit für jeweils maximal 36 Passagiere). Die mancherorts beschriebenen extrem langen Wartezeiten an der Bahn sind während der Spitzenzeiten bei Anläufen mehrerer Kreuzfahrtschiffe gang und gäbe.


Fira - nützliche Information



Esel und Maultiere auf den Treppen 


Rundgang durch Fira

Griechen halten Fira für einen der schönsten (und teuersten) Orte ihres Landes. Fira lädt ein zu einem zwanglosen Rundgang, zu einem Einkaufsbummel (vom Sticker über Sommerkleidung bis zur Luxus-Uhr wird alles geboten) oder zu einem kühlen Getränk auf einer der vielen Aussichtsterrassen. Den umwerfenden Ausblick von der Höhe auf den bebauten Hang und die Caldera mit vorgelagerten kleinen Inseln gibt es als kostenlose Zugabe.


Juweliergeschäfte in Fira



Café-Terrasse in Fira 


Drei Kirchen sind einen Besuch wert: die römisch-katholische Kathedrale Sankt Johannes des Täufers, die griechisch-orthodoxe Kathedrale Mitropolis Ypapanti sowie die Kirche Drei Glocken von Fira.

Kathedrale Johannes des Täufers

Innerhalb der römisch-katholischen Kirche ist Santorin eine eigenständige Diözese. Im Zentrum Firas, nur wenige Schritte von der Bergstation der Seilbahn entfernt, liegt in Hanglage die einzige Kirche des Bistums. Der barocke Bau entstammt dem Jahr 1823. Seine speziellen Merkmale sind der Turm und die von außen und innen beeindruckende Kuppel. Die Kirche ist außen in den Farben blau, grau und creme angestrichen. Beim Erdbeben vom 9. Juli 1956 auf Santorin mit einer Stärke 7,5 der Richterskala wurde das Gotteshaus stark beschädigt. Erst 19 Jahre später war es komplett wiederhergestellt. Zum Komplex der Kathedrale gehört ein Dominikanerinnen-Kloster.

Fira - Kathedrale Johannes des Täufers  - Blick in die Kuppel
Fira - Kathedrale Johannes des Täufers  - Altar
Fira - Kathedrale Johannes des Täufers  - Altar

Griechisch-orthodoxe Kathedrale Mitropolis Ypapanti

Die im Jahr 1827 geweihte Vorgängerkirche der im unteren Teil von Fira gelegenen griechisch-orthodoxen Kathedrale wurde ebenfalls bei dem Erdbeben des Jahres 1956 so stark beschädigt, dass sie im orthodoxen Stil neu errichtet werden musste. Im Jahr 1968 waren die Arbeiten abgeschlossen.

Die Wahrzeichen der Kathedrale sind ihr schöner Arkadengang, ein bemerkenswerter Glockenturm und die hohe, prachtvolle Kuppel. Im Inneren beeindrucken Freskos, Mosaike und Ikonen die Besucher.

Fira - Kathedrale Mitropolis Ypapanti
Fira - Kathedrale Mitropolis Ypapanti - Arkaden
Fira - Kathedrale Mitropolis Ypapanti - Kuppel
Fira - Kathedrale Mitropolis Ypapanti - Altar

Beide Kirchen dominieren von ihren Standorten das Panorama des Ortes Fira. Sie sind nicht zu verfehlen.

Kirche Drei Glocken von Fira

Dieser Andachtsort der griechisch-katholischen Kirche ist keinesfalls mit den vorgenannten Kathedralen vergleichbar. Und dennoch gehört das Kirchlein vermutlich zu den am meisten fotografierten Bauten Firas.

An ihrem Standort – hoch über den Klippen – stand bereits seit Mitte des 18. Jahrhunderts eine Kirche. Sie wurde mehrfach renoviert und erweitert. Zuletzt nach dem bereits erwähnten Erdbeben des Jahres 1956.

Ihre besonderen Merkmale sind die blaue Kuppel und die drei Glocken. Sie bieten vor dem blauen Himmel und der schräg gegenüberliegenden Insel Nea Kameni ein prächtiges Fotomotiv.

 Die Kirche Drei Glocken von Fira liegt nur wenige Hundert Meter von der Seilbahnstation entfernt am Höhenwanderweg entlang des Kliffs, der Fira mit Oia verbindet.

Kirche Drei Glocken von Fira


Kirche Drei Glocken von Fira



Kirche Drei Glocken von Fira 


Das Prähistorische Museum Thera

Zwischen der Kathedrale Mitropolis Ypapanti und der Busstation sowie dem Parkplatz der Taxis liegt das Prähistorische Museum Thera. Es präsentiert Artefakte der archäologischen Fundstätte von Akrotiri im Süden der Insel. Im Einzelnen handelt es sich um Keramiken und Wandmalereien.


Fira - Prähistorische Museum Thera



Fira - Prähistorische Museum Thera - Ticket Office 


Besuch in Oia

Oia liegt zwölf Kilometer von der Inselhauptstadt entfernt an der Nordwestspitze Thiras. Ähnlich wie Fira wurde Oia hoch über der Caldera errichtet. Auf den ersten Blick gleichen sich die beide Orte. In Oia gibt es wie in Fira übereinander gebaute Häuser, verwinkelte Gassen, Cafés, Restaurants, Läden mit Kunstgewerbe und vieles mehr zu entdecken. In Oia finden Besucher die Überreste des von Venezianern erbauten Argyri-Kastells, Windmühlen ohne funktionsfähige Flügel und ein kleines Schifffahrtsmuseum. Wenig erinnert im Ort an die ruhmvolle Zeit in der zweiten Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Damals gehörten Oias Reedern 130 Segelschiffe.

Den mit Kreuzfahrtschiffen angereisten Tagesgästen bleiben Oias sagenhafte Sonnenuntergänge verwehrt. Wenn die Sonne sinkt, haben die Kreuzfahrtschiffe die Caldera bereits verlassen. Liebhaber von Sonnenuntergängen betrachten die Spektakel von den Café- und Restaurantterrassen.

Oia - der Sonnenuntergang


Oia - der Sonnenuntergang



Sonnenuntergang in Fira 


Der Höhenweg an der Caldera

Zurück nach Fira gelangen Besucher entweder mit dem Bus, dem Mietfahrzeug oder über den gut acht Kilometer langen Höhenweg. Der Weg führt am Kraterrand entlang, bietet grandiose Ausblicke und verbindet seit alter Zeit die beiden Ortschaften. Wem der Fußweg oberhalb der Caldera zu lang erscheint, nimmt den Bus und verlässt ihn in Imerovigli oder in Firostefani. Selbst eine kürzere Teilstrecke bietet unvergessliche Erlebnisse.


Santorin - Küstenweg bei Firostefani



Santorin - Firostefani 


Busverkehr zwischen Fira und Oia
Die K.T.E.L.-Busse starten und halten in der Mitropoleos Straße unterhalb des Prähistorischen Museums. Im Jahr 2024 kostet das Ticket für die einfache Fahrt 2,00 Euro. Bezahlt wird im Bus. In der Hauptverkehrszeit fahren die Busse halbstündlich in alle Himmelsrichtungen.

Fira - Busbahnhof


Fira - Busbahnhof


Fira - Anbieter alternativer Fortbewegungsmittel


Fira - Anbieter alternativer Fortbewegungsmittel 


Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, ein Auto, Quad oder Motorrad zu mieten. Die Stationen diverser Anbieter finden Gäste nahe der Busstation in Fira.

Strände auf Thira

Bei längeren Aufenthalten unter Griechenlands Sonne sind Strandaufenthalte und Bäder im kristallklaren Meer für die meisten Besucher unverzichtbar. Sandstrände sucht man jedoch vergeblich auf Thira. Thira entstand durch Vulkanismus, und Besucher müssen mit Steinstränden vorliebnehmen. Gut frequentierte Strände sind:

Kamari Beach

Der gut besuchte Strandabschnitt von Kamari erstreckt sich in nördlicher Richtung vom Berg Mesa Vouno bis zum Flughafen von Santorin. Liegen und Sonnenschirme stehen einladend in Reih und Glied.

Santorin - Kamari Beach


Santorin - Kamari Beach


Santorin - Kamari Beach


Santorin - Kamari Beach 


Red Beach

Der Strandabschnitt liegt im Süden der Insel nahe des Ortes Akrotiri. Seine Markenzeichen sind eine hohe, rote Felswand und feine, schwarze und rote Kieselsteine. Der Red Beach eignet sich zum Schwimmen und Schnorcheln.

Santorin - Red Beach


Santorin - Red Beach


Santorin - Urlauber am Red Beach


Santorin - Urlauber am Red Beach 


Vlichada Beach

Dieser 800 Meter lange Strand befindet sich im Süden der Insel im Gemeinwesen Vlichada. Seine Markenzeichen sind die Steilküste und feine schwarze, von weißem Bimsstein durchsetzte Kiesel. Sonnenschirme und Liegen stehen für die Badegäste bereit.

Santorin - Vlichada Beach


Santorin - Vlichada Beach


Santorin - Vlichada Beach


Santorin - Vlichada Beach 


Die Ausgrabungen von Alt-Thera

Im Südosten der Insel liegen auf dem Berg Mesa Vouno in mehr als 300 Meter Höhe die Ausgrabungen von Alt-Thera. Der Bergrücken erstreckt sich zwischen den Orten Kamari und Perissa. Was in Alt-Thera aus einer meterdicken Erd- und Ascheschicht geborgen wurde, begeistert am ehesten Wissenschaftler. Die Fachleute erkennen die Agora, die Reste einer Säulenhalle, das Theater und den heiligen Bezirk. Alt-Thera war einst ein Flottenstützpunkt: Die Experten stießen auf Reste der Kommandantur und der Offiziershäuser.

Santorin - Alt Thera - Zufahrtsstraße


Santorin - Alt Thera - Zufahrtsstraße


Santorin - Alt Thera - Übersichtsplan


Santorin - Alt Thera - Übersichtsplan 


Die Ausgrabungen von Akrotiri

Es klingt ein wenig übertrieben, wenn Akrotiri mit Pompeji verglichen wird. Die im Süden der Insel gelegene Ruinenstätte Akrotiri war einst eine blühende Stadt, bevor ein Vulkanausbruch im zweiten Jahrtausend vor Christus den Ort zerstörte und unter meterhoher Vulkanasche begrub.

Santorin - Zugang zur Ausgrabungsstätte von Akrotiri

Santorin - Zugang zur Ausgrabungsstätte von Akrotiri


Akrotiri gilt als eine der wichtigsten prähistorischen Siedlungen der Ägäis. Ihr Ausmaß wird auf ungefähr 50 Hektar geschätzt. Nur ein kleiner Teil der Siedlung – etwa ein Hektar – ist in den letzten einhundert Jahren durch Grabungen freigelegt und erschlossen worden. Die Grabungsstätte ist überdacht und eingehaust. Ein Rundweg erschließt innerhalb des Gebäudes das Areal.

Santorin - Ausgrabungsstätte Akrotiri
Ausgrabungsstätte Akrotiri
Akrotiri - freigelegte Bauten
Akrotiri - Haus der Damen

Der Weg führt an ehemals bedeutenden, mehrstöckigen Gebäuden vorbei. Die Einwohner der verschütteten Siedlung konnten offenbar fliehen. Schmuck und andere Wertgegenstände wurden nicht gefunden. Einzelne Fresken von Akrotiri befinden sich im Prähistorischen Museum in Fira. Andere Fundstücke gelangten ins Nationale Archäologische Museum von Athen.

Akrotiri -Ruinen, wohin man blickt

Akrotiri -Ruinen, wohin man blickt


Die öffentlichen K.T.E.L.-Busse halten vor der Grabungsstätte;
Fahrpreis 2024: 2,00 Euro;
Bus Station in Fira: unterhalb des Prähistorischen Museums – Ecke Dekigala/Mitropoleos Straße;
Auf dem Gelände der Grabungsstätte lädt ein Café nach dem Rundgang zur Erfrischung ein.

Akrotiri - Café an der Grabungsstätte

Akrotiri - Café an der Grabungsstätte


Fazit

Die Orte Fira und Oia sind die von Besuchern bevorzugten Ziele auf Thira. Die nach Osten abfallende Landschaft der Insel ist für Tagesgäste weniger interessant. Empfehlenswert sind zudem Besuche von Akrotiri und eines der Weingüter. Das Internet bietet Informationen zu den Öffnungszeiten der Weingüter.

Auf Thira bedarf es bei ein wenig Eigeninitiative nicht der Buchung organisierter Touren. Wer dieser Empfehlung folgt und sich auf beide Orte beschränkt, sieht und erlebt zu einem Bruchteil der Kosten der auf den Schiffen angebotenen Ausflüge viel Interessantes.

Juli 2024