Roadtrip im Westen der Azoren-Insel São Miguel

Roadtrip im Westen der Azoren-Insel São Miguel


Unser Kreuzfahrtschiff, die P&O Ventura, legt auf der Azoren-Insel São Miguel einen Zwischenhalt ein. Nach mehreren Seetagen nutzen wir die Zeit in Ponta Delgada, um mit einem Mietwagen den westlichen Teil der Insel zu bereisen. Unser Hauptziel ist dort die Caldeira das Sete Citades. Auf dem Weg dorthin und zurück passieren wir bizarre Küsten mit schroffen Felsformationen, stille Orte und beschauliche Hügellandschaften im Inneren der Insel.

Ponta Delgada

Ponta Delgada


Der Mietwagen steht im Stadtzentrum an der Praça 5 de Outubro (ex Campo de São Francisco) für uns bereit. Es ist ein strahlender Morgen, die halbe Stunde Fußweg bis zum Büro der Autovermietung fällt kaum ins Gewicht. Wir folgen der gut ausgebauten, baumbestandenen Uferpromenade neben der Av. Infante Dom Henriquet. Auf unserem Weg zur Praça 5 de Outubro sehen wir repräsentative Geschäftshäuser und zwei nach ruhmreichen portugiesischen Seefahrern benannten Plätze, die Praça de Gonçalo Velho Cabral und die Praċa Vasco da Gama.

Im Hafen von Ponta Delgada


Im Hafen von Ponta Delgada


Ponta Delgada - Praça 5 de Outubro


Ponta Delgada - Praça 5 de Outubro 


Unsere erste Wegmarke – Farol da Ponta da Ferraria

Die Fahrt führt an São Miguels Flughafen Aeroporto João Paulo II. vorbei. Der internationale, nach Papst Johannes Paul II. benannte Flughafen, liegt am Ortsausgang von Ponta Delgada. Etwas später blicken wir vom Miradouro das Baleias auf die Ortschaft Relva. Das Bemerkenswerteste am Ort ist die Igreja Nossa Senhora Das Neves. Die Kirche hebt sich optisch wohltuend von den sie umgebenden modernen Zweckbauten ab.

São Miguel - Relva


São Miguel - Relva


São Miguel - Farol da Ponta da Ferraria


São Miguel - Farol da Ponta da Ferraria 


Die nächste Etappe ist der Farol da Ponta da Ferraria. Ein großes, zweistöckiges Gebäude umgibt den quadratischen Leuchtturm. Der beeindruckende Bau wurde 120 Jahre zuvor am Kap von Ponta da Ferraria in Betrieb genommen. In diesem Jahr hatten wir bei einer Reise zu den Azoren-Inseln die Gelegenheit, den Leuchtturm von See zu sehen. Das Leuchtfeuer thront hoch oben über der Steilküste der Insel.

São Miguel - Ponta da Ferraria mit dem Leuchtturm

São Miguel - Ponta da Ferraria mit dem Leuchtturm


Caldeira das Sete Cidades

Bevor wir der Straße um die Nordwestspitze São Miguels folgen, besuchen wir unser Hauptziel, die Caldera von Sete Cidades. Übersetzt heißt das „sieben Städte“. Ein merkwürdiger Name für eine Caldera, den wir hinterfragt haben. Der Name der Ortschaft leitet sich ab von legendären „Sieben Städten“ im Atlantik. Was es damit auf sich hat? Angeblich flohen im achten Jahrhundert sieben Bischöfe vor den Mauren auf die Phantom-Insel Antilia. Dort gründeten sie sieben Städte. Für jeden Bischof eine.

São Miguel - Blick auf Caldeira Seca


São Miguel - Blick auf Caldeira Seca


Sete Cidades - Pfarrkirche São Nicolau


Sete Cidades - Pfarrkirche São Nicolau 


Sete Cidades hat zwei Bedeutungen: Sie stehen für die ungefähr 250 Meter hoch gelegene Einbruchstelle eines Vulkans und eine kleine Gemeinde mit etwa 800 Einwohnern. Die Ortschaft liegt an einem zweigeteilten Kratersee. Das Besondere des Sees ist, dass der eine Teil von den umgebenden Höhen gesehen blau und der andere Teil grün wirkt. Lichtreflexionen bewirken dieses Phänomen. In dem einen Teil des Sees spiegelt sich der blaue Himmel, der andere Teil erhält seine Farbe vom umgebenden Grün der Vegetation. Die Teile werden folgerichtig Lagoa Azul und Lagoa Verde genannt. Der weltbekannte Reiseführer Lonely Planet erwähnt Sete Cidades sogar in seiner Liste der Top-10-Naturwunder Portugals.

Caldeira das Sete Cidades - der Kratersee Caldeira das Sete Cidades - der Kratersee


Im Übrigen gibt es wenig über den Ort Sete Cidades zu berichten. Zumeist einfache Häuser, die Pfarrkirche São Nicolau, zwei Kapellen und ein kleiner Musikpavillon prägen die Gemeinde. Davon abgesehen ist Sete Cidades wegen seiner einmaligen Lage und des landschaftlichen Reizes ein stark frequentiertes touristisches Ziel.

Sete Cidades - Pfarrkirche São Nicolau
Sete Cidades - Musikpavillon
Sete Cidades - Landschaft am Lagoa Azul
Blütenpracht in Sete Cidades


Wir empfehlen unbedingt, Sete Cidades von oben zu sehen. Über die zwischen dem Lagoa Azul und dem Lagoa Verde führende Brücke fahren wir hinauf zum Aussichtspunkt Cerrado das Freiras. Von der Höhe blicken wir auf die beiden Teile des Sees, die umgebende Kraterlandschaft, auf das Meer und den Nordwesten der Insel. Als weiterer Mirador bietet sich der höher gelegene Vista do Rei an.

Berglandschaft bei Sete Cidades

Berglandschaft bei Sete Cidades


Nordwestspitze São Miguels

Zurück fahren wir in  Richtung Mosteiros. Dazu nehmen wir erneut den Weg, den wir gekommen sind. Mosteiros liegt am Meer. Der Ortsname leitet sich ab von einem Felsen im Meer, der einer Kirche oder einem Kloster ähnelt. Der ehemalige Fischerort ist seit längerer Zeit ein bevorzugtes Ziel für Festland-Portugiesen oder Europäer, die sich an der Küste Sommerhäuser errichten lassen. Der weit oberhalb des Ortes gelegene Miradouro da Ponta do Escalvado gewährt uneingeschränkte Blicke auf Mosteiros und die zerklüftete Küstenlandschaft. Im Ort werden Bootsfahrten zur Walbeobachtung angeboten.

São Miguel - Ferraria Geothermal Spa
São Miguel - Lavakrater bei Ferraria
São Miguel - Mosteiros
São Miguel - Landschaft bei Mosteiros

Impressionen der Nordwestküste

Von Mosteiros folgen wir der Straße bis zum Miradouro do Pico Vermelho. Vom Aussichtspunkt blicken wir auf die bizarre Felsküste und auf eine restaurierte Windmühle im Ort Bretanha. Wir passieren Santa Bárbara und fahren nach Santo António, genießen den letzten Blick vom Mirador und fahren danach auf direktem Weg zurück nach Ponta Delgada.

São Miguel - Bretanha - Miradouro do Pico Vermelho


São Miguel - Bretanha - Miradouro do Pico Vermelho


São Miguel - Santo António


São Miguel - Santo António 


Kurz hinter dem Ortseingang liegen der Amtssitz des Präsidenten der Regionalregierung und, nicht weit entfernt, der Jardim António Borges. Vom Amtssitz des Präsidenten sehen wir nur einen Ausschnitt. Bemerkenswert ist dagegen der Stadtgarten Jardim António Borges, in dem seit etwa 200 Jahren Pflanzen- und Baumarten aus aller Welt kultiviert werden.

Ponta Delgada - Sitz der Regionalregierung


Ponta Delgada - Sitz der Regionalregierung


Ponta Delgada - Jardim António Borges


Ponta Delgada - Jardim António Borges 


Es bleibt noch genügend Zeit für einen Rundgang durch das historische Zentrum von Ponta Delgada. Darüber mehr unter Das historische Zentrum von Ponta Delgada. 

Juli 2021