Der Ehrentitel „Riviera“ wird weltweit außergewöhnlich schönen Küstenabschnitten verliehen. Angefangen hat es mit der sich zwischen Frankreich und Italien erstreckenden Küstenlinie des Ligurischen Meers. Die Franzosen nannten ihren Küstenabschnitt „Côte d’Azur“, die Italiener wählten den Namen „Riviera“ (Seeküste). Teilbereiche der Riviera erhielten zusätzliche schmückende Bezeichnungen.
Die Riviera delle Palme
Einer dieser Abschnitte ist die 70 Kilometer lange Küstenregion „Riviera delle Palme“, zu Deutsch Palmenriviera. Sie erstreckt sich von Varazze im Norden bis nach Laigueglia im Süden. Die bedeutendste Stadt dieser Region ist Savona. Die knapp 60.000 Einwohner zählende Hafen- und Industriestadt ist gleichzeitig die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz.
Aufstieg und Fall der Stadt Savona
Ligurische Sabatier besiedelten die Gegend um Savona in der Bronzezeit. Zur Zeit der Römer besaß die Siedlung geringe Bedeutung. In der Epoche der Renaissance, dem Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit, wuchs Savona zu einer bedeutenden Handelsmacht heran. Kaufleute aus Savona tätigten Geschäfte im gesamten Mittelmeerraum, im Orient, in England und in Flandern. Die Stadt blühte auf. Von dem in dieser Epoche erwirtschafteten Wohlstand zeugen noch heute einige mit kostbaren Schiefer- und Marmorapplikationen versehene historische Bauten. Und noch etwas erfüllt die Einwohner Savonas mit Stolz. Die lokale Adelsfamilie Della Rovere stellte im 15. und im 16. Jahrhundert zwei Päpste.

Savona - Mittelalter und Neuzeit gemixt
Soviel Fortune missfiel der mit Savona konkurrierenden Seerepublik Genua. Im Jahr 1528 nahm eine Kriegsflotte unter Führung des genuesischen Admirals Andrea Doria Kurs auf Savona. Die Folge: Savonas Hafen wurde zerstört und die Stadt wurde gezwungen, sich Genua zu unterwerfen. Um den errungenen Sieg nicht zu gefährden, ließen die Sieger Savonas Hafen zuschütten und in Hafennähe die Fortezza del Priamàr errichten. Die Festung, für die ein ganzes Stadtviertel einschließlich der Kathedrale niedergerissen wurde, dominiert noch heute das Gebiet um den Hafen.
Savona - Festung Priamàr
Der Neubeginn im 19. Jahrhundert
Mit dem Sieg Genuas über Savona endeten Wohlstand und Kultur. Die Stadt stagnierte danach für lange Zeit. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erlebte Savona unter dem Präfekten Chabrol de Volvic erneut einen wirtschaftlichen Aufschwung. Viele klassizistische Gebäude der Stadt sind Zeitzeugen jener Zeit. Der Hafen entwickelte sich zu einem der fünf wichtigsten Häfen Italiens. Nicht zuletzt deshalb, weil der in Turin ansässige Autohersteller Fiat Neufahrzeuge über den Seehafen Savona in alle Welt verschiffen lässt.
Savona - Bauten im Hafengebiet
Savona auf den ersten Blick
Im direkten Vergleich mit den Nachbargemeinden der Palmenriviera ist Savona eine unattraktive Stadt. Besucher kritisieren die Zersiedelung der Außenbezirke und öde Industrieanlagen. Mit ihrem Zentrum gewinnt Liguriens drittgrößte Stadt ebenfalls keine Schönheitspreise. Davon abgesehen besitzt Savona zwei repräsentative Boulevards: die beiderseits von Arkaden gesäumte Via Pietro Paleocapa und den baumbestandenen Corso Italia. Dazu gibt es ein paar anziehende Straßen, wie die für den Verkehr gesperrte, schmale Via Pia mit ansprechenden Geschäften sowie einige sehenswerte Plätze und ein paar bemerkenswerte Bauwerke.

Savona - im Schatten der Kathedrale
Savona – Hafen der Kreuzfahrtschiffe
Savona hat sich nicht nur als Fährhafen einen Namen gemacht. Als Kreuzfahrtdestination bedient Savonas futuristisches Kreuzfahrtterminal vorrangig die Schiffe der Reederei Costa Crociere.

Savona - Kreuzfahrtterminal Palacrociere
Über das, was es vor oder nach einer Kreuzfahrt in Savona zu sehen gibt, berichten wir unter Savona – Sehenswürdigkeiten.

