Savona Sehenswertes


Die Hafen- und Provinzhauptstadt Savona ist das Zentrum der Riviera delle Palme. Während der Blütezeit Roms kam der Stadt nur eine geringe Bedeutung zu. Gegen Ende des Mittelalters und zu Beginn der Renaissance war Savona jedoch zu einer bedeutenden Handelsmacht mit weitreichenden Handelsbeziehungen im Mittelmeerraum, in den Orient, nach England und Flandern avanciert. Die Stadt konkurrierte mit den damals dominierenden Republiken Genua und Venedig. Und selbst zwei Päpste brachte Savona hervor. Diese positiven Voraussetzungen machten Savona zum Anziehungspunkt für Denker, Künstler und Wissenschaftler. In der Zeit des Wohlstandes wurden Bauwerke geschaffen und vorhandene mit kostbaren Portalen und Fassaden erneuert. Beachtenswerte Bauten sind die fünf noch vorhandenen Stadttürme, die Kathedrale sowie mehrere Paläste. Eine aus dem Jahr 2014 stammende Werbebroschüre der Provincia di Savona bringt Savona als „Stadt der Päpste und Kreuzfahrten“ gekonnt mit Vergangenheit und Gegenwart in Verbindung.

Savona Savona

Vom Meer aus betrachtet bietet Savona einen durchaus akzeptablen Anblick. Von Land besehen überzeugt die drittgrößte Stadt Liguriens dagegen eher nicht. Zersiedelte Außenbezirke, industrielle Zweckbauten und das ausufernde Hafengebiet, der Güterumschlag lag im Jahr 2014 bei mehr als 12 Millionen Tonnen, lassen in der 62.000 Einwohner zählenden Stadt auf den ersten Blick hin nicht unbedingt auf viel Sehenswertes hoffen. Und dennoch gibt es im Zentrum auf engem Raum einiges Interessantes zu betrachten.

Savona - Häuser nahe der KathedraleSavona - Häuser nahe der Kathedrale

Stadttürme

Savona war im Mittelalter von einer Stadtmauer mit 50 Türmen umgeben. Nur fünf Türme überdauerten die Attacken einer Kriegsflotte des konkurrierenden Stadtstaates Genua im Jahr 1528. Die noch heute bewundernswerten Türme sind:

Der Torre di Leon Pancaldo
Das Wahrzeichen der Stadt steht in Sichtweite des Palacrociere Kreuzfahrt-Terminals. Umgangssprachlich wird das Bauwerk „Torretta“ (kleiner Turm) genannt. Namensgeber war der  im Jahr 1482 in Savona geborene Seefahrer Leon Pancaldo. Der etwa sechs Meter im Quadrat messende Turm hat eine Höhe von circa 20 Metern. Er war zuerst ein Teil der Stadtmauer. Nach der Einnahme der Stadt durch genuesische Truppen wurde die Mauer niedergerissen. Der Turm aber blieb stehen. In den folgenden Jahrhunderten wurde er mehrfach verändert. In einer Mauernische ist eine im Jahr 1662 gefertigte Statue der Muttergottes der Barmherzigkeit eingelassen.
Standort: Piazza Leon Pancaldo

Savona - Torre di Leon PancaldoSavona - Torre di Leon Pancaldo

Der Torre Civica del Brandale

Im Turm hängt die antike Stadtglocke Campanassa. Zum Alter des Turms gibt es nur wenige historische Zeugnisse. Ursprünglich gehörte er einer Savoneser Patrizierfamilie. Vermutlich wurde er Mitte des 12. Jahrhunderts errichtet. Belegt ist, dass im Jahr 1305 die Stadt Savona den Turm kaufte und dass im Jahr 1349 eine erste Glocke installiert wurde. Die Fassade des Bauwerks ist mit Wappen der städtischen Signoria, der Ratsversammlung sowie einer Majolika-Dekoration geschmückt. Mit circa 50 Metern Höhe war er der höchste der Wachttürme. Ursprünglich diente er auch als Leuchtfeuer. Neben ihm stehen zwei weitere Türme. Es sind der Corsi- und der Guarnieri-Turm.
Standort: Piazza del Brandale

Savona - Torre Civica del Brandale Savona - Torri Corsi und Guarnieri

Paläste

Neben dem Torre Civica del Brandale steht der Palazzo degli Anziani. Der ehemalige Sitz des Ältestenrats wurde vermutlich zu Beginn des 14. Jahrhunderts erbaut.
Standort: Piazza del Brandale

Nicht einmal 100 Meter trennen den Palazzo degli Anziani und den Palazzo Della Rovere. Das größte Gebäude in Savonas Altstadt wurde 1495 im Auftrag von Kardinal Giuliano della Rovere, dem späteren Papst Julius II., als Stadtpalast erbaut. Im 16. Jahrhundert wurde dort ein Nonnenkloster eingerichtet. In der napoleonischen Epoche (1807 – 1811) wurde der Bau als Präfektur und danach als Gerichtsgebäude genutzt. Derzeit beansprucht die Universität den größten Teil der Flächen.
Standort: Via Pia

Im Palazzo Gavotti ist die Stadtpinakothek (Pinacoteca Civica) untergebracht. Sie zeigt eine der bedeutendsten Kunstsammlungen Liguriens. Die Ausstellung präsentiert Kunstwerke, die zwischen dem 14. und dem 20. Jahrhundert entstanden. Objekte aus der neueren Zeit stammen von De Chirico oder Pablo Picasso. Vom Atrium des an der Via Pia gelegenen Palazzo blickt der Besucher auf die Piazza Chabrol.
Standort: Via Pia

Savona - Palazzo Gavotti - Pinacoteca Civica
Savona - Palazzo Gavotti - Pinacoteca Civica

Im Bischofspalast lebte Papst Pius VII. in den Jahren 1809 bis 1812 als Gefangener Napoleons.
Standort: Piazza Vescovato

Savona - Bischofspalast - FassadendetailSavona - Bischofspalast - Fassadendetail

Zwischen dem Corso Italia und der Via Alessandro Manzoni liegt der ehemalige Palazzo Sisto. Das imposante heute „Palazzo di Comune“ genannte Bauwerk ist der Hauptsitz der Stadtverwaltung von Savona.
Standort: Piazza Sisto IV

Savona - Piazza Sisto IV Savona - Rathaus

An der Südseite der Piazza Sisto steht ein ockerfarbenes Gebäude, dessen gewaltiges Portal die Inschrift CHIESA DI N. S. DI CASTELLO trägt. Es ist das „Oratorium (Bethaus) Unserer Lieben Frau von der Burg“. Ein Vorgängergebäude wurde im 16. Jahrhundert errichtet. Die heutige in einem Wohnhaus eingebaute Kapelle datiert aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Savona - Oratorium di Nostra Signora di CastelloSavona - Oratorium di Nostra Signora di Castello

Kathedrale Santa Maria Assunta

Im Zentrum der Stadt liegt ebenfalls die wuchtige zwischen 1589 und 1605 errichtete Kathedrale. Das hölzerne Chorgestühl stammt aus der Zeit der Renaissance. Den im 15. Jahrhundert erbauten Kreuzgang schmücken 21 von lombardischen Meistern aus Marmor gefertigte Heiligenfiguren. Die Fassade des Doms wurde zwischen 1881 und 1886 neu gestaltet. Wie der Petersdom in Rom besitzt das Gotteshaus eine im Rokoko-Stil erbaute Sixtinische Kapelle. Die gab der in Celle Ligure geborene Francesco della Rovere, der spätere Papst Sixtus IV., in Auftrag. Die Sixtinische Kapelle von Savona beherbergt das Mausoleum der Eltern des Papstes sowie Teile der Originalfresken.
Standort: Piazza Duomo

Savona - Kathedrale - Fassadendetail Savona - Mittelschiff der Kathedrale Savona - Kathedrale - Hauptaltar

Savona - Kathedrale - Blick auf das rechte Seitenschiff Savona - Blick in die Kuppel der Kathedrale Savona - Kreuzgang der Kathedrale

Stadttheater

Ein bemerkenswert schönes Bauwerk ist das Teatro Chiabrera. Benannt wurde es nach einem bekannten regional wirkenden Dichter.
Standort: Piazza Armando Diaz.

Fortezza della Priamar

Nach der Einnahme Savonas durch eine genuesische Flotte ließen die Besatzer im Jahr 1542 das Fortezza della Priamàr errichten, um die Stadt vor möglichen Angriffen von der Seeseite zu schützen. Im 17. Jahrhundert wurde die Festung mit zusätzlichen Bollwerken versehen, und im 18. Jahrhundert wurden einige Verwaltungsbauten auf dem Militärgelände geschaffen. Die Anlage diente auch als Militärstrafanstalt und von 1820 an fand sie als Zuchthaus Verwendung.

Savona - Festung Priamar Savona - Festung Priamar

Die Festung wurde zuletzt umfassend restauriert. Heute wird sie als archäologisches Museum genutzt. Außerdem finden in dem gewaltigen Festungsbau regelmäßig Ausstellungen und Veranstaltungen statt. In der Festung ist auch die Kunstsammlung des ehemaligen italienischen Staatspräsidenten Sandro Pertini untergekommen. Sie zeigt bedeutende Werke italienischer Künstler.

Straßen und Plätze

Unsere Favoriten unter Savonas Straßen sind die beiderseits von Arkaden gesäumte Via Paleocapa und der baumbestandene Corso Italia. Ganz besonders mögen wir die schmale in nördlicher Richtung verlaufende Via Pia. Die beinahe intim scheinende Fußgängerzone bietet für jeden Geschmack etwas; prächtige Residenzen und interessante Geschäfte mit teils erlesenen Angeboten. Von oben besehen weist das Stadtbild viele kleine und große Plätze auf. Die Piazza Sisto IV, an ihr liegt das Rathaus, beindruckt uns von allen Plätzen aufgrund der von ihr ausgehenden Gradlinigkeit und Strenge am meisten.

Savona - Via Paleocapa Savona - Arkaden der Via Paleocapa

Savona - Via Pia Savona - Café an der Via Pia

Kreuzfahrt-Terminal Palacrociere

Ein Kreuzfahrt-Terminal ist mit Sicherheit keine Sehenswürdigkeit. In Anbetracht der weltweit vielen, oftmals sehr hässlichen und wenig einladenden Kreuzfahrt-Terminals wirkt Savonas Schiffsbahnhof wie aus einem Guss. Costa Crociere hat einen zweistelligen Millionenbetrag in zwei Terminals investiert. Im Jahr 2014 wurden im Palacrociere-Terminal nahezu 1,019 Mio. Passagiere, darunter 350.000 Transitpassagiere, abgefertigt. Es macht Freude, in Savona eine Reise anzutreten oder anzukommen.

Savona - Terminal Palacrociere mit Kreuzfahrtschiff Costa neoRivieraSavona - Terminal Palacrociere mit Kreuzfahrtschiff Costa neoRiviera

Savona - Terminal Palacrociere Savona - Terminal Palacrociere

Sehenswertes in näherer und weiterer Umgebung

Savona ist das Eine; die an der Küste oder im bergigen Hinterland gelegenen Städte und Ortschaften sind das Andere. Der in Savona ankommende Tagesgast sollte sich nicht allein auf Savona beschränken, sondern zusätzlich eine Fahrt entlang der Küste oder ins Hinterland unternehmen. Wir bevorzugen die historische Via Aurelia (Strada Statale 1) in westlicher Richtung mit Orten wie Spotorno, Noli, Finale Ligure, Pietra Ligure oder Loano. Die östliche Richtung mit den Städten Albisola, die Stadt ist berühmt für ihr keramisches Handwerk, Celle Ligure oder Varazze erscheint uns weniger interessant. Wenngleich sich bei Varazze der Naturpark Parco Naturale del Beigua um den 1.287 Meter Monte Beigua für eine Wanderung in traumhafter Landschaft anbietet. Für derartige Exkursionen sollte ein Wagen angemietet werden. Diverse Mietwagenunternehmen haben ihren Sitz in Savona. Mit dem Taxi zu fahren erscheint uns recht teuer. Schon für kurze Strecken, z. B. vom Kreuzfahrt-Terminal zum Mietwagenunternehmen, zahlt man mit zwei Gepäckstücken 18 bis 20 Euro.

Noli an der Palmenriviera Noli an der Palmenriviera - Zentrum

Heutzutage fällt es kaum mehr aus dem Rahmen, wenn Busladungen mit Gästen von Kreuzfahrtschiffen in stundenlangen Bustouren von Rostock nach Berlin, von Dover oder Southampton nach London oder von Le Havre nach Paris gekarrt werden. Ganz so weit wollen wir mit unserer abschließenden Empfehlung nicht gehen. Mit dem Auto aus Deutschland oder der Schweiz anreisenden Kreuzfahrt-Gästen empfehlen wir, auf der Hin- oder der Rückfahrt einen Zwischenstopp in Asti einzulegen. Die Distanz zwischen Savona und Asti beträgt nicht einmal 100 Kilometer und die Fahrt dauert weniger als zwei Stunden. Die im Piemont gelegene Stadt ist das Verwaltungszentrum der gleichnamigen Provinz. Sie ist ein Kleinod unter den norditalienischen Städten. Wir vergleichen Asti mit Rothenburg ob der Tauber. Für uns ist die Stadt ein absolutes „Muss“.

Asti/Piemont - RathausAsti/Piemont - Rathaus