Savona Sehenswürdigkeiten

Savona Sehenswürdigkeiten


Die italienische Hafen- und Provinzhauptstadt Savona ist das Zentrum der Riviera delle Palme. Zu Beginn der Renaissance war Savona eine bedeutende Handelsmacht im Mittelmeerraum. Die Stadt konkurrierte mit den zu jener Zeit dominierenden Republiken Genua und Venedig. Und zwei Päpste stammten aus Savona! Diese günstigen Voraussetzungen zogen Denker, Künstler und Wissenschaftler an.

In Savonas Blütezeit wurden bemerkenswerte Bauwerke geschaffen und vorhandene mit kostbaren Portalen und Fassaden verschönert. Eine im Jahr 2014 entstandene Werbebroschüre der Provincia di Savona beschreibt Savona als „Stadt der Päpste und Kreuzfahrten“.

Blick auf Savona


Blick auf Savona


Das andere Savona


Das andere Savona 


Savona auf den ersten Blick

Aus der Distanz betrachtet wirkt Savona ohne Frage einladend. Aus der Nähe gesehen überzeugt uns die drittgrößte Stadt Liguriens nicht. Zersiedelte Außenbezirke, industrielle Zweckbauten und das ausufernde Hafengebiet dämpfen auf den ersten Blick ambitionierte Erwartungen auf Sehenswürdigkeiten in Savona. Und trotz allem gibt es sie. Im Zentrum stehen auf engem Raum fünf Stadttürme, die Kathedrale sowie mehrere Paläste.

Savona - im Schatten der KathedraleSavona - im Schatten der Kathedrale 


Savonas Stadttürme

Im Mittelalter umschloss und sicherte eine Stadtmauer mit 50 Türmen die Stadt. Nur fünf Türme überdauerten im Jahr 1528 die Attacken einer Kriegsflotte des konkurrierenden Stadtstaates Genua.

Torre di Leon Pancaldo

Der Torre di Leon Pancaldo ist das Wahrzeichen Savonas. Er steht in Sichtweite des Palacrociere Kreuzfahrt-Terminals. Umgangssprachlich wird das Bauwerk „Torretta“ (kleiner Turm) genannt. Benannt wurde das Bauwerk nach dem im Jahr 1482 in Savona geborenen Seefahrer Leon Pancaldo.

Savona - Torre di Leon PancaldoTorre di Leon Pancaldo


Der annähernd sechs mal sechs Meter messende Turm besitzt eine Höhe von 20 Metern. Zuerst war er ein Bestandteil der Stadtmauer. Nach der Einnahme der Stadt durch genuesische Truppen wurde die Mauer niedergerissen; der Turm überlebte den Ansturm. In den folgenden Jahrhunderten wurde er mehrmals baulich verändert. In einer Mauernische ist eine im Jahr 1662 gefertigte Statue der „Muttergottes der Barmherzigkeit“ eingelassen.
Standort: Piazza Leon Pancaldo

Torre Civica del Brandale

Im Turm hängt die antike Stadtglocke „Campanassa“. Ursprünglich gehörte er einer Savoneser Patrizierfamilie. Der Bau wird auf die Mitte des 12. Jahrhunderts datiert. Belegt ist, dass im Jahr 1305 die Stadt Savona den Turm kaufte, und dass im Jahr 1349 eine erste Glocke installiert wurde.

Savona - Torre Civica del Brandale


Savona - Torre Civica del Brandale


Savona - Torre Corsi und Torre Guarnero


Savona - Torre Corsi und Torre Guarnero 


Die Fassade des Bauwerks ist mit Wappen der städtischen Signoria, der Ratsversammlung, geschmückt. Außerdem ziert eine Majolika-Dekoration den Turm. Mit circa 50 Meter Höhe war er der höchste der Wachtürme, und er diente als Leuchtfeuer. Neben ihm stehen zwei weitere Türme: der Torre Corsi und der Torre Guarnero.
Standort: Piazza del Brandale 

Savonas Paläste

Das Stadtbild prägen fünf Paläste. Sie zeugen von der Bedeutung und vom Reichtum ihrer Erbauer. Im Laufe der Jahrhunderte wurden die repräsentativen Bauten zu unterschiedlichen Zwecken genutzt.

Palazzo degli Anziani – Palast der Ältesten

Neben dem Torre Civica del Brandale steht der Palazzo degli Anziani. Der ehemalige Sitz des Ältestenrats wurde zu Beginn des 14. Jahrhunderts erbaut.
Standort: Piazza del Brandale

Palazzo della Rovere

Weniger als 100 Meter trennen den Palazzo degli Anziani und den Palazzo della Rovere. Kardinal Giuliano della Rovere, der spätere Papst Julius II., ließ den Bau errichten. Der Palast, das größte Gebäude in Savonas Altstadt, entstand gegen Ende des 15. Jahrhunderts und diente dem Kardinal als Stadtpalast. Im 16. Jahrhundert wurde er als Nonnenkloster genutzt. In der napoleonischen Epoche (1807 – 1811) fand der Bau als Präfektur und als Gerichtsgebäude Verwendung. Derzeit beansprucht die Università degli Studi di Genova den größten Teil der Flächen.
Standort: Via Pia

Palazzo Gavotti

Der Palazzo wurde im Auftrag der Familie Gavotti im 17. Jahrhundert geschaffen. Vorhandene Baustrukturen aus dem Mittelalter fanden beim Bau Verwendung. Die Eigentümerfamilie gab den Palast in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ab. Danach wurde der Bau unter anderem als Rathaus und Stadtbibliothek genutzt. Im Palazzo Gavotti ist heute die Pinakothek (Pinacoteca Civica) untergebracht. Sie besitzt eine der bedeutendsten Kunstsammlungen Liguriens. Die Kunstwerke entstanden zwischen dem 14. und dem 20. Jahrhundert. Objekte aus der neueren Zeit stammen von De Chirico oder Pablo Picasso. Vom Atrium des an der Via Pia gelegenen Palazzo blicken Besucher auf die Piazza Chabrol.

Palazzo Gavotti - Pinacoteca Civica


Palazzo Gavotti - Pinacoteca Civica


Palazzo Gavotti - Pinacoteca Civica


Palazzo Gavotti - Pinacoteca Civica 


Standort: Via Pia

Palazzo Vescovile – der Bischofspalast

Savonas Bischofspalast entstand aus einem Franziskanerkloster. Nach dem Sieg der Genuesen über Savona im Jahr 1528 ließen Genuas Herrscher die Festung Priamàr errichten. Zu diesem Zweck wurden die Kathedrale und der umgebende Stadtteil abgerissen. Als zeitweiliger Ersatz der Kathedrale diente die Klosterkirche der Franziskaner. Die Franziskanermönche verließen ihr Kloster, um Raum für den Bischofspalast zu schaffen. Die Hauptfassade wurde vom Jahr 1787 an neu gestaltet. Das Wappen an der Fassade ist das Emblem des Bischofs Domenico Maria Gentile.
Savona - Palazzo Vescovile - Wappen des BischofsSavona - Palazzo Vescovile - Wappen des Bischofs


Im Bischofspalast lebte Papst Pius VII. in den Jahren 1809 bis 1812 als Gefangener Napoleons, nachdem er diesen exkommuniziert hatte.
Standort: Piazza Vescovato

Palazzo Sisto

Zwischen dem Corso Italia und der Via Alessandro Manzoni liegt der ehemalige Palazzo Sisto. Das imposante, heute „Palazzo di Comune“ genannte Bauwerk, ist der Hauptsitz der Stadtverwaltung von Savona.

Savonas Rathaus


Savonas Rathaus


Savonas Rathaus - Fassade


Savonas Rathaus - Fassade 


Standort: Piazza Sisto IV 

 

 

Kathedrale Santa Maria Assunta

Ebenfalls im Zentrum liegt die zwischen 1589 und 1605 errichtete Kathedrale. Die beeindruckende Fassade der Domkirche wurde zwischen 1881 und 1886 neu gestaltet. Das hölzerne Chorgestühl stammt aus der Zeit der Renaissance.

Savona - Fassadendetail der Kathedrale
Savona - Mittelschiff der Kathedrale
Savona - Kuppel der Kathedrale
Savona - Kanzel der Kathedrale

Der angeschlossene Kreuzgang wurde im 15. Jahrhundert angelegt. Das Viereck des Kreuzgangs schmücken 21 Heiligenfiguren aus Marmor, die von lombardischen Meistern gefertigt wurden. 

Savona - Kreuzgang der Kathedrale


Savona - Kreuzgang der Kathedrale


Savona - Kathedrale - Zugang zur Sixtinischen Kapelle


Savona - Kathedrale - Zugang zur Sixtinischen Kapelle 


Wie der Petersdom in Rom besitzt die Kathedrale von Savona eine im Stil des Rokoko erbaute Sixtinische Kapelle. Die Kapelle gab der im nahegelegenen Celle Ligure geborene Francesco della Rovere, der spätere Papst Sixtus IV., in Auftrag. Die Sixtinische Kapelle von Savona beherbergt das Mausoleum der Eltern des Papstes.

Standort: Piazza Duomo 

Teatro Gabriello Chiaberera

Ein bemerkenswert schönes Bauwerk ist das Teatro Chiabrera. Benannt wurde es nach einem regionalen Dichter und Dramatiker. Das im Jahr 1853 eingeweihte Gebäude bietet 626 Personen Platz. Der Bau gilt als schönstes historisches Theater Liguriens.
Standort: Piazza Armando Diaz.

Fortezza della Priamar

Nach der Einnahme Savonas durch eine genuesische Flotte ließen die Besatzer im Jahr 1542 das Fortezza della Priamàr errichten, um die Stadt vor möglichen Angriffen vom Meer zu schützen. Im 17. Jahrhundert wurde die Festung mit zusätzlichen Bollwerken versehen, und im 18. Jahrhundert wurden ein paar Verwaltungsbauten auf dem Militärgelände geschaffen. Die Anlage diente als Militärstrafanstalt und von 1820 an wurde sie als Zuchthaus genutzt.

Savona - Fortezza della Priamàr


Savona - Fortezza della Priamàr


Savona - Fortezza della Priamàr


Savona - Fortezza della Priamàr 


Die restaurierte Festung findet heute als archäologisches Museum Verwendung. Außerdem ist der gewaltige Festungsbau oftmals ein Standort für Ausstellungen und Veranstaltungen. In der Festung ist die Kunstsammlung des ehemaligen italienischen Staatspräsidenten Sandro Pertini untergekommen. Sie umfasst Werke bedeutender italienischer Künstler. 

Savonas Straßen und Plätze

Unsere Favoriten unter Savonas Straßen sind die beiderseits von Arkaden gesäumte Via Paleocapa und der baumbestandene Corso Italia. Sehr gut gefällt uns die schmale in nördlicher Richtung verlaufende Via Pia. Die intim wirkende Fußgängerzone bedient jeden Geschmack; prächtige Residenzen und interessante Geschäfte mit teils hochwertigen Angeboten. Von oben besehen weist das Stadtbild viele kleine und große Plätze auf. Die Piazza Sisto IV mit dem Rathaus, beindruckt uns aufgrund der von ihr ausgehenden Gradlinigkeit.

Savona - Via Paleocapa
Savona - Arkaden der Via Paleocapa
Savona - Via Pia
Savona - Piazza Sisto IV

An der Südseite der Piazza Sisto steht ein ockerfarbenes Gebäude, dessen monumentales Portal die Inschrift CHIESA DI N. S. DI CASTELLO trägt. Es ist das einschiffige Oratorium (Bethaus) der „Bruderschaft Unserer Lieben Frau von der Burg“. Ein Vorläufer wurde im 16. Jahrhundert errichtet. Die heutige, in einem Wohnhaus eingebaute Kapelle, datiert aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Savona - Oratorium di Nostra Signora di CastelloSavona - Oratorium di Nostra Signora di Castello 


Kreuzfahrt-Terminal Palacrociere

Ein Kreuzfahrtterminal ist keine Sehenswürdigkeit. In Anbetracht der vielen, weltweit hässlichen und wenig einladenden Abfertigungsgebäude wirkt Savonas Terminal wie aus einem Guss. Die italienische Reederei Costa Crociere hat einen zweistelligen Millionenbetrag in zwei Terminals investiert. Der Aufwand hat sich gelohnt. Im Jahr 2014 wurden mehr als eine Million Passagiere abgefertigt. In den folgenden Jahren lagen die Passagierzahlen jeweils über 800.000. Es macht Freude, in Savona eine Reise anzutreten oder anzukommen. Interessant am Rande: Im Pandemie-Jahr 2021wurde das Terminal 2 als Impfzentrum genutzt.

Savona - Kreuzfahrt-Terminal Palacrociere


Savona - Kreuzfahrt-Terminal Palacrociere


Savona - Kreuzfahrt-Terminal Palacrociere - Wartebereich


Savona - Kreuzfahrt-Terminal Palacrociere - Wartebereich 


Sehenswürdigkeiten in näherer und weiterer Umgebung Savonas

Savona ist das Eine; die an der Küste oder im bergigen Hinterland gelegenen Städte und Ortschaften sind das Andere. Der in Savona ankommende Tagesgast sollte sich nicht ausschließlich auf Savona beschränken, sondern zusätzlich eine Fahrt entlang der Küste oder ins Hinterland unternehmen. Wir bevorzugen die historische Via Aurelia (Strada Statale 1) in westlicher Richtung mit Orten wie Spotorno, Noli, Finale Ligure, Pietra Ligure oder Loano. Die östliche Richtung mit den Städten Albisola, die Stadt ist berühmt für ihr keramisches Handwerk, Celle Ligure oder Varazze erscheint uns weniger interessant. Wenngleich sich bei Varazze der Naturpark Parco Naturale del Beigua um den 1.287 Meter hohen Monte Beigua für eine Wanderung in traumhafter Landschaft anbietet.

Riviera delle Palme - Noli


Riviera delle Palme - Noli


Riviera delle Palme - Noli


Riviera delle Palme - Noli 


Für solche Exkursionen empfehlen wir die Anmietung eines Wagens. Diverse Mietwagenunternehmen haben ihren Sitz in Savona. Mit dem Taxi zu fahren kommt teuer. Schon für kurze Strecken, z. B. vom Kreuzfahrt-Terminal zum Mietwagenunternehmen, werden einschließlich zweier Gepäckstücke 18 bis 20 Euro gefordert.
Heutzutage ist es „normal“, wenn Busladungen mit Gästen von Kreuzfahrtschiffen im Rahmen stundenlanger Bustouren von Rostock nach Berlin, von Dover oder Southampton nach London oder von Le Havre nach Paris gebracht werden. Solches entspricht nicht unseren Vorstellungen. 

Asti - Piazza Medici
Asti - Piazza Secondo mit dem Rathaus
Kathedrale von Asti
Asti - Torre Rossa

Den mit dem Auto aus Deutschland oder der Schweiz anreisenden Kreuzfahrt-Gästen empfehlen wir, auf der Hin- oder der Rückfahrt einen Zwischenstopp im piemontesischen Asti einzulegen. Die Distanz zwischen Savona und Asti beträgt weniger als 100 Kilometer und die Fahrt dauert keine zwei Stunden. Asti ist Weinbauregion sowie das Verwaltungszentrum der gleichnamigen Provinz, und sie ist ein Kleinod unter den norditalienischen Städten. Wir vergleichen Asti mit Rothenburg ob der Tauber. Für uns ist die Stadt auf jeden Fall sehenswert.
November 2021 

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