Autor: Karl W. P. Beyer

Der knapp 5,9 Millionen Einwohner zählende Stadtstaat Singapur gilt als eine der saubersten, sichersten und spannendsten Regionen der Welt. Die nachstehend aufgeführten Sehenswürdigkeiten sind bei Weitem nicht vollständig. Sie sind als Empfehlung für Reisende gedacht, die sich nicht mehr als maximal zwei Tage in Singapur aufhalten können. Es würde wesentlich mehr Zeit erfordern, um alle interessanten Ziele zu sehen. Seine spezielle Atmosphäre verdankt der Stadtstaat den britischen Kolonialherren sowie den eingewanderten Chinesen und Malaien.

Blick auf Singapurs Financial District

Blick auf Singapurs Financial District


Singapurs wichtigste Sehenswürdigkeiten

Marina Bay Region

Bemerkenswerte und zugleich gigantische Bauten und Installationen prägen die Marina Bay Region. Die nachstehend genannten Sehenswürdigkeiten wurden auf aufgespültem Land errichtet.

Gardens by the Sea
Eine Portion Natur mitten in der Megastadt Singapur! Insgesamt 101 Hektar Fläche werden für eine spektakuläre und vielseitige Gartenanlage genutzt. Ungemein beeindruckend sind die künstlichen mit Pflanzen bewachsenen Bäume des Supertree Grove. Die Bäume des „Hains“ sind zwischen 25 und 50 Meter hoch. Ein 128 Meter langer, in 22 Meter Höhe angelegter Weg, Skyway genannt, verbindet zwei der Bäume. Atemberaubende Ausblicke sind auf dem Skyway garantiert.

8 SGD (5,20) kostet der Zutritt zum Skyway. Tickets werden in der Nähe des Eingangs zum Skyway verkauft.

Gardens by the Sea - Supertree Grove und Skywalk

Gardens by the Sea - Supertree Grove und Skywalk


Die beiden Glas Biotope des Flower Dome und Cloud Forest zeigen Gewächse unterschiedlicher Klimazonen. Das größere der beiden Gewächshäuser ist der Flower Dome. In ihm gedeihen Pflanzen, die typisch für mediterrane und halbtrockene Klimazonen sind. Im Jahr 2015 wurde der Flower Dome als größtes Glasgewächshaus der Welt ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen. Das Gebäude umfasst 1,28 Hektar Fläche. Im kleineren der beiden Biotope, dem Cloud Forest (0,73 Hektar), wird die Vegetationszone der Tropen nachgestellt. Dort gedeihen Pflanzen, die in bis zu 2.000 Meter Höhe über Meeresniveau wachsen.

Flower Dome und Cloud Forest

Flower Dome und Cloud Forest


Marina Bay Sands

Ein außergewöhnliches Hotel-Resort ist das Marina Bay Sands. Der 20-Hektar-Komplex bietet viele Besonderheiten: drei 55-stöckige Hoteltürme, ein Casino sowie ein Konferenz- und Ausstellungszentrum. Das Hotel besitzt 2.561 Zimmer und etwa 50 Bars sowie Restaurants. Der Clou ist der Sands SkyPark, eine in 191 Meter Höhe weit über die Hoteltürme hinausragende Plattform. Die 12.000 Quadratmeter große und 340 Meter lange Fläche wurde als tropische Oase gestaltet. Ein Blickfang der Terrasse ist der 146 Meter lange Infinity Pool. Er ist angeblich der höchste Pool der Welt.

Marina Bay Sands Hotel

Marina Bay Sands Hotel


Zum Marina Bay Sands gehören ferner ein Einkaufszentrum, ein Kunst- und Wissenschaftsmuseum, zwei Theatersäle sowie zwei schwimmende Pavillons.

Der nordöstliche Bereich der Aussichts-Terrasse ist zur Besichtigung freigegeben. Im Frühjahr 2018 zahlen Erwachsene für den Zutritt 23 SGD (15 Euro).

Marina Bay Sands Hotel Das Aussichtsdeck des Marina Bay Sands Hotels Marina Bay Sands SkyPark Kinderbereich im Marina Bay Sands

 

Art Science Museum

Neben dem Marina Bay Sands-Hotelkomplex steht das Art Science Museum. Es wurde in Form einer Lotusblüte erbaut. Mit seinen zehn Fingern symbolisiert es die offene Hand Singapurs. Durch die Fingerspitzen strömt Licht ins Innere des Bauwerks. Die über 4.000 Quadratmeter großen Ausstellungsflächen verteilen sich über drei Stockwerke.

Art Science Museum

Art Science Museum


Merlion

Vor der Skyline des Bankenviertels steht Singapurs Wahrzeichen, der Merlion-Brunnen. Das Wasser speiende Fabelwesen besitzt den Körper eines Fisches (Mermaid) und den Kopf eines Löwen (Lion). Der Wasserspeier ist 8,60 Meter hoch. Der Fischteil des Gebildes symbolisiert die ins Meer reichenden Wurzeln der ostasiatischen Hafenstadt und Handelsmetropole. Der Löwenkopf steht für Stolz, Kraft und Stärke.

Der Merlion

Der Merlion


Der Merlion schleudert einen gewaltigen Wasserstrahl in Richtung der Bucht. Ein in der Nähe aufgestellter Miniatur-Merlion spuckt Wasser in Richtung des Finanzviertels. Möglicherweise noch eine Allegorie?

Rennbahn Marina Bay Street Circuit

Seit dem Jahr 2008 werden in Singapur auf einem gut fünf Kilometer langen Kurs Rennen der Formel 1 ausgetragen. Das Besondere an diesem Rennen: Es ist ein Nachtrennen. Der größte Teil der Rennstrecke findet auf öffentlichen Straßen statt. Von der Aussichtsplattform des Marina Bay Sands-Hotels blicken die Besucher direkt auf die Rennstrecke und die Tribünen.

Singapore Flyer und Formel 1 Rennstrecke

Singapore Flyer und Formel 1 Rennstrecke


Singapore Flyer

Seit dem 1. März 2008 dreht sich auch das 165 Meter hohe Riesenrad. Das zweithöchste Riesenrad der Welt besitzt 28 Gondeln. Jede Gondel fasst maximal 28 Personen. Nach 30 Minuten ist eine Umdrehung absolviert. Es versteht sich, dass die Gondeln klimatisiert sind.

Der Singapore River

Am vier Kilometer langen Singapore River landete im Jahr 1819 Thomas Stamford Raffles. Der Platz schien ihm geeignet, um für die Britische Ostindien-Kompanie einen Handelsstützpunkt aufzubauen. Die richtige Entscheidung: Der spätere Erfolg gab ihm recht.

Im 19. Jahrhundert war der Fluss eine unverzichtbare Verkehrsader. Seine wirtschaftliche Bedeutung hat er inzwischen verloren. Als touristische Sehenswürdigkeit taugt er allemal. Der River Walk verbindet die vormaligen Kai-Anlagen Boat Quay, Clarke Quay und Robertson Quay. Ein Spaziergang am Wasser führt vorbei an zahlreichen Restaurants, Bars und Clubs. Mit Bumboats (Wassertaxen) und Dschunken kann der Singapore River tagsüber und abends befahren werden. Die Bootsfahrten bieten gute Ausblicke auf die Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke.

Bumboat

Bumboat


Einige Brücken queren den Fluss. Die meisten der kunstvollen Brücken entstanden dem frühen 19. Jahrhundert. Entsprechend traditionell wirken sie heute. Die auffallendste Brücke über den Singapore River ist jedoch die moderne Helix Bridge. Das kühne Bauwerk wird als Abbildung der DNA-Struktur interpretiert. Nach Eintritt der Dunkelheit findet täglich eine Lasershow mit musikalischer Untermalung statt.

Helix Bridge

Helix Bridge


Singapur ist ein reicher Staat. Das beweisen nicht zuletzt die entlang des Singapore River aufgestellten Kunstinstallationen. Werke hochkarätige Kunstschaffender wie Fernando Botero oder Salvador Dali wurden entlang des River Walks aufgestellt. Aber auch eindrucksvolle Arbeiten weniger namhafter Künstler schmücken die Stadtlandschaft.

Der Kolonial-Distrikt

Die britischen Kolonialherren prägten Singapur in der Zeit zwischen 1819 und 1959. Singapurs Kolonial-Distrikt weist viele historische Gebäude auf, die in dieser Zeit entstanden. Bedeutende und sehenswerte Bauten sind das Nationalmuseum Singapurs, die Nationalgalerie und das Old Supreme Court Building. Nebenan präsentiert sich der New Supreme Court in moderner und zukunftsweisender Bauweise.

Zu den sonstigen historischen Sehenswürdigkeiten zählen auch das Victoria Theatre, die City Hall, das Parlamentsgebäude und die St. Andrew’s Cathedral. Am Ufer des Singapore River steht die übermannshohe Statue des Stadtgründers, Sir Thomas Stamford Raffles. Zu den Institutionen des Stadtviertels gehört zweifellos auch das nach dem Stadtgründer benannte Raffles Hotel.

Kolonial Distrikt

Kolonial Distrikt


The Fullerton Hotel

Dem Kolonial-Distrikt gegenüber, auf der anderen Seite des Singapore River, liegt das Luxushotel The Fullerton. Auch dieses imposante Gebäude ist eine historische Sehenswürdigkeit, und es war nicht immer ein Hotel. Von 1928 an wurde es als Hauptpostamt Singapurs genutzt. Erst nach 1997 wurde es in das Fullerton Hotel umgewandelt.

The Fullerton Hotel mit dem Merlion

The Fullerton Hotel mit dem Merlion


Chinatown

Weit mehr als 70 Prozent der Bevölkerung Singapurs sind chinesischer Abstammung. Der Grundstein für das Siedlungsgebiet der chinesischen Einwanderer wurde im Jahr 1828 gelegt. Zu jener Zeit schien es noch sinnvoll, die Ethnien nach ihrer Herkunft zu trennen. So entstanden die Stadtteile Chinatown und Little India.

Für Touristen ist Chinatown eine der Haupt-Sehenswürdigkeiten Singapurs. Die exotische Gestaltung des Viertels, das quirlige Leben, die chinesische Küche, vielfältige Einkaufsmöglichkeiten und attraktive Tempelanlagen machen Chinatown zu einem sehenswerten Ziel.

Pagoda Street in Chinatown

Pagoda Street in Chinatown


Zwei der beeindruckendsten Tempelanlagen sind der buddhistische Buddha Tooth Relic Temple und der Hindu-Tempel Sri Mariamman. Vielfältige Informationen über die Vergangenheit und Gegenwart des Quartiers erhalten Besucher im Chinatown Heritage Centre.

Chinatown Heritage Centre
Standort: Pagoda Street 48.
Öffnungszeiten: 09:00 bis 20:00 Uhr.
Geschlossen jeden ersten Montag eines Monats.
Eintrittspreis Erwachsene: 15 SGD (9,80 Euro) inkl. Multimedia Guide

Pagoda Street in Chinatown Der Sri Mariamman Tempel in Chinatown

 

Orchard Road

Singapurs Einkaufsmeile ist die Orchard Road. Vergessen Sie Hamburgs Jungfernstieg, vergessen Sie die Düsseldorfer Kö und vergessen Sie die Zeil in Frankfurt. In Singapurs Orchard Road reihen sich auf beiden Straßenseiten gigantische Malls aneinander.

Orchard Road

Orchard Road


Von einfachen bis zu edlen und sehr teuren Läden wird alles geboten. Jedes eingeführte Label ist in der Orchard Road vertreten. Häufig gibt es gleich mehrere Flagship Stores bekannter Marken. Und niemand droht in den Malls zu verhungern. In den Kellergeschossen kommen Foodies auf ihre Kosten. Orchard Road ist ein absolutes „Muss“.

Der einfachste Weg die Orchard Road kennenzulernen: Von der MRT-Station Orchard in Richtung MRT-Station Dhoby Ghaut gehen.

Singapur speziell für Kreuzfahrtgäste

Kreuzfahrtterminals

In Singapur legen Kreuzfahrtschiffe an drei Anlegern an. Das meistgenutzte Kreuzfahrtterminal ist Marina South Pier. Der Anleger bietet zur gleichzeitig Platz für zwei große Kreuzfahrtschiffe. Geldwechsel, ein Coffee Shop, eine Gepäckaufbewahrung sowie eine Touristen Information sind vorhanden.

Cruise Terminal - Marina South Pier

Cruise Terminal - Marina South Pier


Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel:

Im und vor dem Tiefgeschoss halten Tour-Busse und Taxen. Ein überdachter Weg führt vom Terminal durch eine Grünanlage zur etwa 600 Meter entfernten U-Bahn-Station. Sie heißt Marina South Pier.

U-Bahnhof Marina South Pier

U-Bahnhof Marina South Pier


Singapurs öffentlicher Personen-Nahverkehr ist hoch entwickelt. Die extrem sauberen U-Bahnen (MRT) und Busse sind die preiswertesten Verkehrsmittel in Singapur. Der Kauf einer Tageskarte empfiehlt sich für Tagesbesucher, die auf eigene Faust mit Bussen und Bahnen viel von der Stadt sehen möchten. Tageskarten werden in den MRT-Stationen verkauft. Aber auch Taxen sind überall verfügbar und wesentlich erschwinglicher als in Deutschland. Für die 18-Kilometer-Strecke vom Cruise Terminal zum Changi International Airport waren im Frühjahr 2018 circa 30 US-Dollar zu zahlen.

Singapurs penibel saubere U-Bahn-Wagen 

Singapurs penibel saubere U-Bahn-Wagen