Seit mehr als 300 Jahren teilen sich Frankreich und die Niederlande den Besitz der kleinen Karibikinsel. Der Anbau von Zuckerrohr machte beide Gebiete einst sehr wohlhabend. Das änderte sich, als das Verbot der Sklavenarbeit Mitte des 19. Jahrhunderts der Landwirtschaft die Grundlage entzog. Die regionale Wirtschaft brach zusammen. Es brauchte lange, bis sich die Insel von diesem Einbruch erholte. Erst im Jahr 1939 konnte sich Sint Maarten aus seiner schweren Krise befreien, als es sich zur Freihandelszone erklärte. Der Seehafen und der Flughafen gewannen zunehmend an Bedeutung. Hotelbauten sorgten zwischen den 1960ern und den 1980ern für wachsende Besucherzahlen und Prosperität. Der stark zunehmende Kreuzfahrt-Tourismus tat ein Übriges.

Sint Maarten - Welcome

Sint Maarten - Welcome


Dem Kreuzfahrer stellt sich die Frage, was gibt es Sehenswertes, was kann man unternehmen, um einen Tag auf Sint Maarten möglichst angenehm zu verbringen? Die zweigeteilte Insel ist unserer Meinung nach nicht der „Bringer“. Im karibischen Raum gibt es durchaus attraktivere Kreuzfahrt-Ziele. Zurück zur Fragestellung, was sollte man tun?

Man könnte shoppen. Vor allem amerikanische Kreuzfahrer nutzen die Gelegenheit zum Einkaufen. Rund um die Front Street im niederländischen Philipsburg bieten sich viele Möglichkeiten, den Dispositionsrahmen der Kreditkarte auszutesten. Was das Herz begehrt: Mode, Edelsteine, Gold und Silber, von allem ist genügend vorhanden.

Strände

Man könnte einen Strandtag einlegen. Das ist unsere Empfehlung. Die Insel punktet mit vielen schönen Stränden. Der für uns schönste Strand liegt im Nordosten der Insel und wird Baie Orientale oder Orient Bay genannt. Bei dem in 5 Abschnitte unterteilten Strand raten wir zum Bikini Beach. In diesem Bereich geht es im Vergleich zu den anderen Abschnitten recht ruhig zu. Dennoch muss der Gast nichts vermissen. Hier ist für Essen und Trinken, Sonnenbaden und Schwimmen ausreichend gesorgt. - Planespottern empfehlen wir den Maho Beach. Dort setzen nur wenige Meter hinter dem Strand die Großraumflugzeuge auf und überqueren dabei den vor der Piste liegenden Strandabschnitt in 10 bis 20 Meter Höhe. So nah kommt man dem Flugzeug selten. Etwas ungemütlicher wird es beim Start der Maschinen. Sie starten zumeist in östlicher Richtung. Wegen des in Flugrichtung liegenden Pic Paradis wird am Strand der volle Schub aufgebaut, um schnell an Höhe zu gewinnen. In diesem Fall bleibt am Strand kein Sandkorn auf dem anderen liegen.

Sint Maarten - Bikini Beach

Sint Maarten - Bikini Beach


Sehenswertes in Marigot

Land und Leute kennenzulernen, wäre auch eine gute Idee. Hierfür empfiehlt sich ein Rundgang durch Marigot. Der Name der Stadt dürfte sich aus dem ursprünglichen Sumpfland ableiten, auf dem Marigot errichtet wurde. Durch Zuckerproduktion gelangte die Stadt zu Wohlstand und wurde Verwaltungssitz der französischen Behörden.

  • Die ansprechende am Wasser entlang führende Promenade und die davor liegende Marina.

  • Eine der wichtigsten Straßen ist die Rue de la République. Dem Besucher fallen hier die traditionellen Fassaden des 19. Jahrhunderts ins Auge. Sie haben größtenteils ihre ursprüngliche Authentizität bewahrt. Gäste finden aber auch an anderen Orten alte, gut restaurierte kreolische Häuser. Viele dieser Häuser beherbergen heute Luxusboutiquen.
    Sint Maarten - Ladenstrasse

  • Der Markt von Marigot lässt sich am besten als Mischung aus Farben, Gerüchen, Geschiebe und Hektik bezeichnen. Unter luftigen, kreolisch anmutenden Hütten werden Früchte, Gemüse, Gewürze, Fleisch und Fisch verkauft. Offene Stände mit Andenken, Kunstgewerbe und abenteuerlichen Rum-Mischungen schließen sich an.
    Sint Maarten - Marktlauben in Marigot Sint Maarten - Marktstände

  • Das Inselmuseum präsentiert auf 200 m² Fläche seine Exponate. Sie gehen bis ins Jahr 3200 v. Chr. zurück. Die Geschichte der Kolonisation wird eingehend erzählt. Die Sklaverei, der Zuckerrohranbau und die Salzgewinnung werden speziell thematisiert.

  • Das im Jahr 1789 erbaute Fort Louis. Es wurde auf einer Anhöhe über Marigot errichtet, um den Hafen und die dort gelagerten Güter vor Überfällen zu schützen. Der Ausblick vom Fort auf die Stadt und die Bucht ist sehr malerisch.
    Sint Maarten - Fort Louis
  • Die im Südwesten Marigots liegende Spring Sugar Mill. Vom Jahr 1772 an wurden hier ein Jahrhundert lang Zucker und Rum produziert. Überbleibsel der Anlage können besichtigt werden.

Sehenswertes außerhalb von Marigot

  • Eine Schmetterlingsfarm im Ort Quarter of Orleans, nahe der Baie Orientale dürfte Kinder und Naturliebhaber gleichermaßen erfreuen. Unzählige unterschiedlichste Schmetterlingsarten leben in einer 900 m² großen Anlage.

  • Der Pic Paradis, außerhalb Marigots, mit 424 Metern die höchste Erhebung der Insel, wird für Panoramablicke empfohlen. Der Gipfel ist zu Fuß oder mit dem Auto zu erreichen. In Anbetracht der Distanz zu Marigot ist das Auto unverzichtbar.

  • Die Loterie Farm, eine ehemalige Zuckerrohrplantage, ist seit dem Jahr 1999 für Besucher geöffnet. Sie liegt am Fuße des Pic Paradis (Rambaud, Route Pic Paradis) und erstreckt sich von Seehöhe bis zum Gipfel des Berges. Hier wird der letzte Rest des insulären Regenwaldes bewahrt. Hunderte tropischer Pflanzen und Bäume erfreuen den Besucher. Auf den alten Plantagenwegen kann gewandert werden. Mit der FlyZone wird es Besuchern jeden Alters ermöglicht, wie Tarzan durch die Baumwipfel zu schweben. Ein Café und die renommierte Treelounge stillen das Hungergefühl und spenden Ruhe.

Philipsburg

Dem geschäftigen niederländischen Philipsburg mangelt es ein wenig an historischen Attraktionen. Sehenswert sind ...

  • das Sint Maarten Museum in der Front Street. Es präsentiert die Inselgeschichte aus holländischer Sicht. Neben dem Blick auf die Vergangenheit gibt das von der Sint Maarten National Heritage Foundation betriebene Museum Erklärungen zur Bedeutung der Riffe, der Strände und der Sümpfe für die Pflanzen- und Tierwelt ab. Ein weiterer Ausstellungsbereich ist einer Dokumentation über die Folgen des Hurrikans Luis, der im September 1995 auf die Insel traf, gewidmet.

  • das ebenfalls in der Front Street gelegene historische Court House. Es wurde im Jahr 1793 erbaut. Dieses Überbleibsel aus der Vergangenheit war der ursprüngliche Wohnsitz des schottischen Stadtgründers, Commander John Philips. Die Geschichte des Gebäudes war sehr wechselhaft. Über die Zeiten diente es als Gefängnis, Feuerwache und Postamt. Heute wird es ausschließlich als Gerichtsgebäude verwendet. Im Glockenturm ist ein aus 25 Glocken bestehendes Glockenspiel untergebracht.

Das folgende Video präsentiert zum Abschluss die Facetten dieser vielseitigen Insel in anschaulicher Form.