Der kleine, föderale Inselstaat St. Kitts und Nevis liegt in der östlichen Karibik. Er besteht aus lediglich zwei Inseln – St. Kitts (vormals Saint Christopher genannt) und Nevis. Bekannt ist das Land vor allem für seine schönen Strände, vulkanischen Berge und koloniale Geschichte.

St. Kitts - Timothy Hill Overlook
St. Kitts – Daten und Fakten
Die Mini-Nation besitzt eine Fläche von 263 Quadratkilometern. Die Einwohnerzahl lag gemäß Schätzung des CIA World Factbooks im Jahr 2024 bei ungefähr 55.000. Drei Viertel aller Bewohner leben auf St. Kitts; ein Viertel auf der weniger bedeutenden Insel Nevis. Das Land gehört zu den kleinsten souveränen Staaten der westlichen Hemisphäre. Es ist Mitglied der Vereinten Nationen, des Commonwealth of Nations sowie weiterer internationaler Organisationen. Staatsoberhaupt ist Charles III., König des Vereinigten Königreichs. Aktuell lässt er sich von einer Generalgouverneurin vertreten.
Die offizielle Landessprache ist Englisch. Zusätzlich verständigen sich die Insulaner in Patois. Währung ist der Ostkaribische Dollar.
Geschichtlicher Hintergrund
Christoph Columbus entdeckte die später St. Kitts und Nevis genannten Inseln im Verlauf seiner zweiten Reise im Jahr 1493. Er benannte die größere der Inseln nach dem Heiligen Christophorus von Tours, dem Patron der Seeleute und Reisenden. Es vergingen weitere 130 Jahre, bevor im Jahr 1623 unter der Führung des Engländers Sir Thomas Warner und im Jahr 1627 unter dem Franzosen Pierre Bélain, Sieur d’Esnambuc, die Europäer den indianischen Ureinwohnern das Land raubten.
St. Kitts gehört zu jenen Karibikinseln, die früh von Europäern entwickelt wurden. Dort errichtete England im Jahr 1623 eine Kolonie. Franzosen gründeten im Jahr 1627 die Stadt Basseterre. Im selben Jahr vereinbarten beide Länder, die Insel einvernehmlich untereinander aufzuteilen. Im Jahr 1783 fiel die Insel endgültig an Großbritannien.

St. Kitts - Brimstone Hill Fortress
Kurz nach Beginn der europäischen Landnahme entledigten sich die in jener Zeit nur selten gemeinsam agierenden Engländer und Franzosen im Jahr 1626 der indigenen Bevölkerung. Beim Massaker am Bloody Point wurden historischen Zeugnissen zufolge innerhalb von 24 Stunden etwa 2.000 Menschen umgebracht.

St. Kitts - Bloody River M;emorial
Die Nachbarinsel Nevis wurde ebenfalls im 17. Jahrhundert kolonialisiert und entwickelte sich in der Folgezeit zu einem bedeutendes Zentrum für Zuckerrohrproduktion. Beide Inseln waren stark in das transatlantische Sklavensystem eingebunden. Nach der Abschaffung der Sklaverei und einem langen Prozess der politischen Entwicklung erlangte St. Kitts und Nevis schließlich 1983 die vollständige Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich.

Vulkan Nevis Peak auf der Insel Nevis
Von St. Kitts und Nevis gingen sowohl die britische als auch die französische Eroberung anderer karibischer Inseln aus. Die Inseln St. Kitts und Nevis galten den Briten lange Zeit als „Mutterkolonie“ in der karibischen Region. Durch auf Sklavenarbeit gegründeten Tabak- und Zuckerrohranbau gelangten die Siedler zu beachtlichem Wohlstand.
St. Kitts – Wirtschaft
Nach der Abschaffung der Sklavenarbeit begann – wie auf anderen Karibikinseln – der wirtschaftliche Abschwung. Die karibischen Preise für Rohrzucker verfielen in Konkurrenz zum europäischen Rübenzucker zusehends. Allerdings wurden erst im Jahr 2005 der Anbau von Zuckerrohr und die Produktion von Zucker endgültig beendet.
Heute werden in dem Inselstaat zwei Drittel des Bruttoinlandsprodukts durch Dienstleistungen erwirtschaftet. Touristen liefern dazu einen wichtigen Beitrag, denn die touristischen Voraussetzungen sind optimal. St. Kitts hat eine überschaubare Größe. Die Inseln besitzen erloschene Vulkane, von denen der höchste 1.156 Meter misst. In den Schluchten an den Vulkanen entfaltete sich nach Aufgabe der Zuckerrohrfelder eine üppige tropische Vegetation. Im Süden von St. Kitts erstrecken sich einladende weiße und schwarze Sandstrände. Und last, but not least lockt die UNESCO Welterbestätte des gewaltigen Brimstone Hill Fortress viele Besucher an.

St Kitts - das Welcome Center von Basseterre
St. Kitts – Ziel der Kreuzfahrtschiffe
Die Mini-Nation besitzt vier Häfen für Seeschiffe. Kreuzfahrtschiffe legen in Port Zante in der circa 17.000 Einwohner – die Zahlenangaben schwanken je nach Quelle – zählenden Inselhauptstadt Basseterre an. Es gibt zwei Piers, die insgesamt vier Kreuzfahrtschiffe aufnehmen. Port Zante grenzt an das Zentrum von Basseterre.
Über Sehenswürdigkeiten berichten wir unter St. Kitts – Sehenswürdigkeiten. Wie man als Gast eines Kreuzfahrtschiffs einen Besuchstag in St. Kitts gestaltet, wird unter Ein Tag auf St. Kitts verraten.
Update April 2025

