Stavanger Sehenswürdigkeiten

Stavanger Sehenswürdigkeiten


Stavanger auf eigene Faust

Der Besuch in Stavanger, der viertgrößten Stadt Norwegens, fasziniert uns ungemein. Die 146.000 Einwohner leben teils auf dem Festland oder auf Inseln im Umfeld der Stadt. Tagesbesucher tun gut daran, sich den Attraktionen im Stadtzentrum zu widmen. Dort gibt es genug zu sehen.

Stavanger - SkagenkaienStavanger - Skagenkaien


Mit Kreuzfahrtschiffen anreisende Besucher sind sehr zu beneiden. Ihre schwimmenden Hotels liegen direkt im Stadtzentrum um die Hafenbucht Vågen herum. Die Anleger heißen: Strandkaien, Skagenkaien und Skansenkaien. Sofern diese Liegeplätze nicht ausreichen, bietet sich die 15 Kilometer entfernte Stadt Sandnes als Ersatzhafen an. Wie Gäste von dort nach Stavanger gelangen beschreiben wir unter Stavanger.

Stavanger - Hafenbucht Vågen mit der P&O IONA
Stavanger - Cruise Terminal
Stavanger - Skagenkaien
Stavanger - Skansenkaien

Zwei besonders schöne Quartiere

Die Großstadt Stavanger ist von viel Wasser umgeben. Gäste, deren Schiffe an der Hafenbucht Vågen anlegen, sollten vorrangig die Altstadt, die „Farbenstraße“ und ihre Nachbarschaft zu besuchen.

Den Gamle Stavanger – die Altstadt

Zu den Highlights zählt die an das Kreuzfahrtterminal Strandkaien angrenzende pittoreske Altstadt. Bevor gegen Ende der 1960er-Jahre vor der norwegischen Küste Erdöl und Erdgas gefunden wurden, lebten die Einwohner Stavangers hauptsächlich von der Fischerei, der fischverarbeitenden und der Konserven-Industrie. Von alters her, bestand Stavangers Bausubstanz aus Holzhäusern. Von diesen sind im Stadtteil Den Gamle Stavanger 173 Einheiten erhalten geblieben.

Den Gamle Stavanger - Nedre Strandgate
Den Gamle Stavanger - Øvre Strandgate
Den Gamle Stavanger
Den Gamle Stavanger - Øvre Strandgate

Die Bauten entstanden überwiegend in Hanglage gegen Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Was früher kein herausragendes Wohngebiet war, ist in der Gegenwart ein bevorzugtes Quartier, in dem die Bewohner danach trachten einander mit schönen Gartenanlagen zu übertrumpfen.

Unbedingt sehenswert ist ein Besuch der Øvre Strandgate.

Øvre Holmegate – Stavangers „Farbenstraße“

Eine weitere Attraktion in Stavangers Zentrum ist ohne jeden Zweifel die Øvre Holmegate. Ein Friseur engagierte sich im Jahr 2005 für die damals heruntergekommene Straße. Um ihr frisches Leben einzuhauchen, plädierte er dafür, die Häuser in verschiedenen Farben zu streichen. Er wurde bei seinem Vorhaben von einem Künstler unterstützt. Beiden gelang es, die Stadtverwaltung und die Hauseigentümer von der Idee zu überzeugen.

Stavanger - Øvre Holmegate
Stavanger - Øvre Holmegate
Stavanger - Fußgängerzone nahe Øvre Holmegate
Stavanger - Ostervag

Inzwischen eine Fußgängerzone, ist die Øvre Holmegate die Heimstatt von Cafés, Kneipen, Restaurants und kleinen Läden. Von der Wandlung profitierten ebenfalls die angrenzenden Straßen, die nicht zuletzt wegen ihrer Street-Art-Kunstwerke sehenswert sind.

Stavanger - Statue am Ostervag
Stavanger - Graffiti am Ostervag
Stavanger - Graffiti
Stavanger - Wandmalerei

Domkirche

Die dem Heiligen St. Svithun geweihte dreischiffige Basilika liegt am  Nordufer des Breiavatnet-Stadtsees in Stavangers Zentrum. Im Jahr 2025 feiern das Bistum, die Domkirche und die Stadt Stavanger ihr gemeinsames 900-jähriges Jubiläum. Als einzige norwegische und zugleich älteste Bischofskirche hat das Gotteshaus seine ursprüngliche Architektur seit dem Mittelalter behalten. Die Domkirche wurde im anglo-normannischen Stil erbaut. Ein Stadtbrand im Jahr 1272 beschädigte sie erheblich. Im Rahmen der notwendigen Reparaturen wurde sie vergrößert, der Chor, die Portale und die Vorhalle wurden im gotischen Stil neu errichtet. Das Taufbecken entstand vermutlich in den Jahren zwischen 1250 und 1300. Die sehenswerte Kanzel ist jüngeren Datums. Sie wurde im Jahr 1658 fertig gestellt und beinhaltet Elemente der Bibel. In den 1860er Jahren und auch danach erfuhr die Kirche mehrere Restaurierungen und Umgestaltungsmaßnahmen. Dabei ging der mittelalterliche Charakter der Kirche verloren.

Stavanger domkirkeStavanger domkirke


Im Jahr 1682 wurde der Bischofssitz in die Stadt Kristiansand verlagert. Im Jahr 1925 ließ König Haakon VII. das Bistum Stavanger wieder herstellen.

Die Domkirche ist zur Zeit wegen Restaurierungsarbeiten im Innenbereich geschlossen. Sie wird voraussichtlich im August 2024 wiedereröffnet.

Zwei nicht alltägliche Museen

Die Stadt besitzt mehrere Museen, von denen zwei der besonderen Erwähnung bedürfen. Es sind das Norwegische Grafik- und Konservenmuseum sowie das Norwegische Ölmuseum.

IDDIS – Norwegisches Grafik- und Konservenmuseum

IDDIS steht in der lokalen Mundart für „iddikett“ (Etikett). Gemeint sind im weiteren Sinn Etiketten und Dosen. Beides waren Aspekte der städtischen Industriegeschichte. Stavanger als Standort einer blühenden Konservenindustrie bedingte eine leistungsfähige (Etiketten-) Druckindustrie.

Stavanger - IDDIS - Norwegisches GrafikmuseumStavanger - IDDIS - Norwegisches Grafikmuseum


Im IDDIS stehen beide Industriezweige im Mittelpunkt der Präsentation und Betrachtung. In einer ehemaligen Konservenfabrik wird die Konservenindustrie gewürdigt. In einem angeschlossenen Neubau erfahren Besucher mehr über die Druckindustrie und ihre damalige Bedeutung für Stavanger. Sie erleben außerdem, wie damals gedruckt wurde. Stichworte sind Handsatz, alte Druckpressen und Buchbinderei.

Standort: Den Gamle Stavanger, Øvre Strandgate Nr. 90
Die Einrichtung unterhält ein Museumscafé;
in der Druckerei finden regelmäßig Aktivitäten und Vorführungen statt.

Norwegisches Erdölmuseum – Norsk Oljemuseum

Die Öl- und Gasfunde vor Norwegens Küste haben innerhalb weniger Jahrzehnte einem Land mit zuvor Agrar-, Schifffahrts- und Fischereitraditionen einen völlig neuen Geschäftszweig und außerdem viel Wohlstand beschert. Das Öl- und Gasgeschäft ist innerhalb eines halben Jahrhunderts zu Norwegens wichtigster Industrie erblüht.

Stavanger - Norwegisches Erdölmuseum
Stavanger - Norwegisches Erdölmuseum
Stavanger - Norwegisches Erdölmuseum
Stavanger - Norwegisches Erdölmuseum

Das Museum informiert darüber, wie Öl und Gas entstanden sind und wie die Ressourcen im Meer entdeckt werden. Es informiert über die Fördertechniken, und die Besucher erfahren, wie sich die Einnahmen aus der Öl- und Gasförderung auf den Staat Norwegen und seine Bürger ausgewirkt haben. Gleichfalls wird in einem Bereich der Ausstellung über Treibhausgasemissionen und die Auswirkungen der Ölförderung auf die globale Erwärmung Bezug genommen.

Schwerpunkt der Ausstellung ist die Offshore-Förderung in der Nordsee. Das im Jahr 1999 eröffnete Museum erinnert deshalb an eine Bohrplattform.

Standort: Kjeringholmen , Stavanger;
Ticketpreise: regulärer Eintritt 150 NOK (13,40 Euro); Ermäßigungen werden gewährt.
Öffnungszeiten Sommersaison: täglich 10:00 bis 19:00 Uhr.

Vålbergtårnet

Schon vom alten Stadthafen Vågen ist der Vålbergtårnet, der ehemalige Feuermeldeturm gut zu sehen. Der achteckige, knapp 27 Meter hohe Turm steht inmitten einer Grünfläche auf einem Hügel über der Stadt. Er überragt die übrigen Bauten des Stadtteils Storhaug. Von dem Mitte des 19. Jahrhunderts errichteten Wachturm war die damalige, wesentlich kleinere Stadt gut zu überblicken. Bei Feuern wurden die Einwohner mit Glockengeläut oder Kanonenschüssen über die drohende Gefahr alarmiert. Vor ungefähr 100 Jahren wurde der Feuermeldeturm zu Gunsten anderer Alarmtechniken aufgegeben. Er war der zweite Wachturm. An seiner Stelle stand zuvor ein im Jahr 1658 gebauter achteckiger Holzturm.

Stavanger - Vålbergtårnet
Stavanger - Vålbergtårnet
Stavanger - Vålbergtårnet - Kanonen am Utsiktspunkt
Stavanger - Vålbergtårnet - der Utsiktspunkt

Der Vålbergtårnet beherbergt heute das Stadtwächtermuseum. Am Turm wurde der „Valberget Utsiktspunkt“ eingerichtet. Er lässt in begrenztem Umfang Ausblicke auf die Stadt zu.

Breiavatnet – der Stadtsee

In Stavangers Zentrum liegt südlich der Domkirche und der angrenzenden Kathedralschule inmitten einer Grünanlage der Stadtsee Breiavatnet. Er ist ein Refugium von Schwänen, Enten und Möwen. Eine Fontäne und Bänke für Ruhesuchende sind ebenfalls vorhanden.

Stavangers Stadtsee Breiavatnet


Stavangers Stadtsee Breiavatnet


Breiavatnet - Kathedralschule


Breiavatnet - Kathedralschule 


Ziele außerhalb Stavangers

Preikestolen

Im Jahr 2019 besuchten dem Hörensagen nach mehr als 300.000 Wanderer die natürliche Felsplattform Preikestolen. Ins Deutsche übersetzt bedeutet der Name der etwa 40 Straßenkilometer östlich von Stavanger gelegenen Touristenattraktion „Kanzel“ oder „Predigtstuhl“.

Vor circa 10.000 Jahren entstand das Naturphänomen durch eine Frostsprengung des darüber lagernden Gletschers. Dieser führte die abgesprengten Blöcke mit sich. Die etwa 25 mal 25 Meter messende Kanzel blieb erhalten. Sie ragt in 604 Meter Höhe über dem darunter befindlichen Lysefjord auf. Die Plattform liegt nahe bei Preikestolhytta. Dort endet die ausgebaute Straße. Zu Fuß geht man dann weiter zum Preikestolen. Die Höhendifferenz beträgt 330 Meter. Die Entfernung zur Plattform ist knapp vier Kilometer. Insgesamt sind für die beiden Wegstrecken im Minimum fünf Stunden zu veranschlagen. Hinzu kommt die Transportzeit. Tagesgästen von Kreuzfahrtschiffen empfehlen wir diese zeitaufwendige Exkursion ausschließlich in Verbindung mit von den Reedereien organisierten Ausflügen.

Sverd i fjell – Schwerter im Berg

Wenige Kilometer vom Stadtzentrum Stavangers entfernt ragen an der Møllebukta des Hafrsfjords drei symbolische Schwerter aus der Felslandschaft. Das Denkmal erinnert an die Schlacht am Hafrsfjord im Jahr 872. In diesem Jahr oder ein paar Jahre später, die Geschichtsschreibung nennt keine konkrete Jahreszahl, vereinigte Harald Hårfagre, der den schmückenden Beinamen Harald Schönhaar trug, das in mehrere kleine Königsreiche gespaltene Norwegen zu einem Reich. Harald Schönhaar wurde als Harald I. Norwegens erster König.

Stavanger - Sverd i fjell


Stavanger - Sverd i fjell


Stavanger - Sverd i fjell


Stavanger - Sverd i fjell 


Die drei jeweils zehn Meter hohen Bronzeschwerter sind ein Symbol für die nationale Vereinigung des Landes. Die Schwerter sind mit den damaligen drei Hauptregionen Norwegens gleichzusetzen. Die Regionen waren der Norden, der Südosten sowie der Südwesten. Das Denkmal erinnert nicht nur an die Schlacht am Hafrsfjord; es ist zugleich ein Sinnbild für den Frieden. In Friedenszeiten, wenn sie die Schwerter nicht brauchten, steckten die Wikinger sie in den Boden. Obwohl das Denkmal alt wirkt, ist es doch jüngeren Urspungs. Im Jahr 1983 weihte Norwegens König Olav V. das Monument ein.  

August 2023

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