Zwischen dem Nordatlantik und dem Golf von St. Lorenz liegt unterhalb Neufundland die 10.311 Quadratkilometer große Insel Cape Breton. Die südliche gelegene Küstenlinie präsentiert sich rau und zerklüftete. Im Landesinneren bestimmen zwei bemerkenswerte Landschaftsformen das Erscheinungsbild der Insel. Es sind der 1.100 km² große und 80 Kilometer lange Bras d’Or Lake und die Höhen des Cape Breton Highlands National Park. Im Spätsommer und Herbst laufen Kreuzfahrtschiffe die Inselhauptstadt Sydney an. Etwa 70.000 Passagiere „entdecken“ dann die Insel per organisierter Tour oder auf eigene Faust.

Sydney/Cape Breton - Straßenzug

Anders als Bar Harbor in Maine, Halifax auf Nova Scotia oder Charlottetown auf dem benachbarten Prince Edward Island hat der ehemalige Industriestandort Sydney außer der am Hafen postierten, 15 Meter hohen, weltgrößten Fiedel, ein paar hübschen Straßenzügen in der Nähe des Cruise Terminals und einer wenig spektakulären an das Cruise Terminal anschließenden Uferpromenade, selbst nur wenig zu bieten.

Sydney/Cape Breton - Straßenzug in Sydney     Sydney/Cape Breton - Joan Harris Cruise Pavilion mit Fiedel

Wer mag, bucht eine 90-minütige Stadtführung. Ein kostümierter Guide präsentiert den Gästen …

  • das St. Patrick’s Church Museum, die im Jahr 1828 erbaute ehemalige katholische Kirche;
  • das aus dem ältesten Haus der Stadt entstandene Cossit House Museum;
  • das 225 Jahre alte Jost-Haus, ursprünglich das Haus eines wohlhabenden Händlers.

 Sydney/Cape Breton - St Patrick's Church Museum    Sydney/Cape Breton - Cossit House Museum in Sydney    Sydney/Cape Breton - Jost House in Sydney

Die eigentlichen Sehenswürdigkeiten der Insel liegen weit außerhalb der Stadt. Es sind …

- das 40 Kilometer entfernte Fortress of Louisbourg; im Jahr 1719 erbauten die französischen Kolonisatoren zum Schutz ihrer Fischereiinteressen auf der Neufundlandbank die nach König Ludwig XV. benannte, befestigte Stadt Louisbourg. Zudem benötigte die französische Kriegsmarine einen Hafen in der nördlichen Region. Bereits im Jahr 1758 fiel die Stadt allerdings an das Königreich Großbritannien. Einem Sturmangriff britischer Truppen mit 39 Schiffen und 14.000 Besatzungen konnte die Stadt nicht standhalten. In der Folgezeit wurde die Festung geschleift. Im Jahre 1961 wurde begonnen, ein Viertel der ursprünglichen Stadt wieder zu errichten. Heute verwalten die National Historic Sites of Canada das Freiluftmuseum Louisbourg. In der Touristensaison finden Hunderte von Menschen als Komparsen Beschäftigung in der historischen Anlage;

- das 65 Kilometer entfernte Highland Village Museum ; es waren gälische Schotten, die um 1770 herum ihre Heimat verließen, um auf Cape Breton in der Neuen Welt ein neues Zuhause zu finden. Oberhalb des Bras d’Or Lake ließen sie sich in der Nähe des heutigen Orts Iona nieder. In lieblicher Lage werden in einem Museumsdorf die Bauten eines für die damalige Zeit typischen Dorfes vorgestellt: Wohnbauten, Stallgebäude, ein Gemischtwarenladen, eine Karderei, eine Schmiede, die Schule und anderes mehr. Historisch gewandete Guides informieren die Besucher;

 Sydney/Cape Breton - Haus im Highland Village Museum     Sydney/Cape Breton - Highland Village Museum-Malagawatch-Kirche     Sydney/Cape Breton - Highland Village Museum-Bras d'Or Lake

- der nördlich des Museumsdorfes und circa 80 Kilometer von Sydney entfernt gelegene Ort Baddeck. Dort liegt eine weitere National Historic Site of Canada das Alexander Graham Bell-Museum. Dem englischen Erfinder und Unternehmer ist neben anderen bahnbrechenden Erfindungen die Fortentwicklung des Telefons zu verdanken. Allerlei Artefakte beschreiben die Lebensleistung des Erfinders. 

Sydney/Cape Breton - Haus vor dem St Andrews Channel

Mit Kreuzfahrtschiffen anreisende Besucher müssen sich wegen der gegebenen Distanzen für eines der Ziele entscheiden. Wir besuchten das Highland Village Museum. Wie wir dorthin gelangten und was im Museumsdorf geboten wird, lesen Sie unter „Ein Tag in Sydney/Cape Breton“.