Im Großraum Santa Cruz de Tenerife wohnen mehr als 420.000 Menschen. Die Region lebt vom Warenverkehr, dem bedeutenden internationalen Hafen und von seinen vielfältigen öffentlichen Einrichtungen. Santa Cruz de Tenerife verkörpert das merkantile Spanien abseits der Touristenströme. Bis es dazu kam, ging viel Zeit ins Land.

Teneriffa - Santa Cruz de Tenerife

Teneriffa - Santa Cruz de Tenerife


Im Jahr 1464 landete Alonso Fernández de Lugo auf Teneriffa, um das Land der Guanchen für Spaniens Krone in Besitz zu nehmen. Das geschah am Ort des heutigen Santa Cruz. Von dort ging die Eroberung der Insel aus. Zeitgleich partizipierte die Stadt aber auch von den Handelswegen und Handelskontakten zur zuvor entdeckten Neuen Welt.

Der wachsende Wohlstand und die Bedeutung der Stadt für die Schifffahrt weckten die Begehrlichkeiten Dritter, allen voran der Briten. Mehrfach griffen britische Geschwader die Stadt an. Die Attacken führten in der Konsequenz zum Ausbau und zur Verbesserung der Befestigungsanlagen.

Anfang des 18. Jahrhunderts war die Region gesichert und befriedet. Kaufleute und öffentliche Verwaltungen siedelten sich in der Stadt an. Mit dem Ausbau des Hafens wuchs die wirtschaftliche Bedeutung der Kommune. Heute liegt Santa Cruz im Spitzenfeld der spanischen Atlantikhäfen. Im Jahr 1982 wurden Santa Cruz und Las Palmas auf Cran Canaria zu Hauptstädten der Comunidad Autónoma de Canarias erklärt. Das Regionalparlament der Kanaren tagt aber ausschließlich in Santa Cruz.

Dies alles sollte man wissen, wenn das Kreuzfahrtschiff den Hafen von Santa Cruz de Tenerife anläuft. Santa Cruz ist eine interessante Stadt. Sie bietet ausreichend Sehenswürdigkeiten für einen Tag.

Teneriffa - Calle del Castillo

Teneriffa - Calle del Castillo


Einen ersten Überblick könnte sich der Besucher mit dem Hop On – Hop Off City Sightseeing-Bus auf einer einstündigen Tour verschaffen. Die Busse halten praktischerweise in der Nähe des Cruise Terminals (Haltepunkt 2). Im Jahr 2013 betrug der Fahrpreis für Erwachsene 15,99 Euro. Die Busse verkehren ab 10:00 vormittags.

Teneriffa - Santa Cruz de Tenerife - Plaza Espana Teneriffa - Sightseeing Bus in Santa Cruz de Tenerife

Noch mehr sieht der Besucher im Verlauf unseres Stadtrundgangs. den wir wie folgt angehen. Wir verlassen den Kreuzfahrthafen nach links. Dazu müssen wir die Straße überqueren. Der Weg führt uns unter der Baumallee der Alameda del Duque de Santa Elena in Richtung der Plaza España. Die ist wegen ihrer gewaltigen Ausmaße und eines gut 80 Meter im Durchmesser messenden Wasserbeckens nicht zu übersehen. Das Wasser im Becken steigt und fällt mit der Flut. Dann und wann steigt eine Fontäne auf. Unter dem Platz verbergen sich ein mehrstöckiges Parkhaus und ein Museum, das sich der Geschichte des ehemaligen Castillos de San Cristóbal und dem Angriff der britischen Flotte im Jahr 1797 auf Santa Cruz widmet.

Teneriffa - Alameda del Duque de Santa Elena Teneriffa - Plaza Espana

In westlicher Richtung schließt ein von einer halbkreisförmigen Kolonnade umgebenes, kreuzförmiges Denkmal den Platz ab. Das Bauwerk ist 25 Meter hoch. Vier allegorische Plastiken schmücken das Monument, das den im Spanischen Bürgerkrieg gefallenen Söhnen der Stadt gewidmet ist. In angemessener Entfernung ragt das Cabildo Insular, der Sitz von Verwaltungs- und Repräsentations-Institutionen der Comunidad Autónoma de Canarias auf. Daneben steht das Gebäude des Post- und Telegrafenamts. Unter einem aufwendig begrünten Hügel verbirgt sich neben anderem das Büro der Touristeninformation.

Teneriffa - Bürgerkriegsdenkmal und Cabildo Insular Teneriffa - Bürgerkriegsdenkmal Teneriffa - Cabildo Insular und Post- und Telegrafenamt

Nun wenden wir uns nach rechts in die Plaza de la Candelaria. Früher war sie Markt und Handelslatz. Heute ist sie eine schicke Flanierzone. Auffällig ist das hohe von einer Marienfigur gekrönte Denkmal El Triunfo de La Candelaria. Um den Sockel der Säule gruppieren sich vier Figuren. Diese stellen Guanchen dar, die sich den Spaniern unterwerfen. Das Standbild symbolisiert den Sieg der Christen über die ungläubigen Guanchen.

Teneriffa - Plaza de la Candelaria Teneriffa - El Triunfo de la Candelaria

An der Plaza de Candelaria stehen einige der schönsten Gebäude der Stadt. Zu ihnen gehört das seit 2006 unter Denkmalschutz stehende Casino Principal. Es ist nicht das, was der Name vermuten lässt. Das Gebäude gehört einer privaten Organisation, deren Zweck die Förderung von Kultur und Freizeitgestaltung ist. Mehrere überdimensionale, abstrakte Bronzefiguren des englischen Bildhauers und Zeichners Henry Moore wurden in die Gestaltung des Platzes einbezogen.

Teneriffa - Plaza Candelaria - Blickrichtung Meer Teneriffa - Casino Principal

Teneriffa - Iglesia de San FranciscoAn der Stirnseite des Platzes gehen wir nach rechts in die Calle San Francisco hinein. Die verlassen wir erst an der Iglesia de San Francisco. Sie war die Kirche des ehemaligen Franziskanerklosters San Pedro de Alcántara. Mit dem Bau des Kosters wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts begonnen. Heute gibt es das Kloster nicht mehr. Die Gebäude mussten dem Tribunal Superior deJusticia de Canarias und einem Museum weichen. Die dreischiffige Kirche aber blieb. Sie wurde 1970 von Grund auf saniert. Schöne Altäre schmücken das Innere des Gotteshauses. Besonders prächtig ist der Hauptaltar.

Teneriffa - Tribunal Superior de Justicia de Canarias Teneriffa - Das Kircheninnere mit dem Altar Teneriffa - Der Hauptaltar Teneriffa - Deckenfresken Teneriffa - Eine Seitenkapelle

Durch die Villalba Hervas-Straße gehen wir entlang des ehemaligen Klosterkomplexes bis wir zur Plaza Príncipe de Asturias, einem kleinen baumbestandenen Park, gelangen. Er liegt deutlich über dem Niveau der umgebenden Straßen. So ist es möglich, einen uneingeschränkten Blick auf die umliegenden Gebäude zu werfen. Als da wären das MuseoMunicipal de Bellas Artes und das Circulo Amistad XII de Enero . Dieses Bauwerk gehört einer im Jahr 1903 gegründeten sozialen Einrichtung. Es wurde zwischen 1904 und 1934 errichtet und gilt heute als besonders schönes Exemplar der Second Empire Architektur auf den Kanarischen Inseln.

Teneriffa - Die Plaza Principe de Asturias Teneriffa - Die Plaza Principe de Asturias Teneriffa - Museo Municipal de Bellas Artes

 

Teneriffa - Circulo Amistad XII de Enero Teneriffa - Treppenhaus des Circulo Amistad XII de Enero

Wir verlassen den Park an der Westseite und folgen der Calle el Pilar, bis wir den Parque Garcia Sanabria erreichen. Auch der schicken Läden wegen ist die Straße durchaus interessant.

Teneriffa - Unterwegs in de Calle el Pilar

Teneriffa - Unterwegs in de Calle el Pilar


Der nach einem ehemaligen Bürgermeister benannte Parque Municipal Garcia Sanabria geizt nicht mit Palmen, tropischen und subtropischen Pflanzen. Die knapp sieben Hektar große Parkanlage durchziehen herrliche Sichtachsen bildende Baumalleen. Auch Wasserspiele und ansehnliche Plastiken gibt es. Eine Springbrunnenanlage umschließt das Monumento a García Sanabria. Mehrere Café-Restaurants laden an der unterhalb des Parks verlaufenden Calle Mendez Nuñez zur Rast ein. Auf der gegenüberliegenden Seite des Parks führt die Rambla de Santa Cruz entlang. Die Prachtstraße, die zuvor nach General Franco benannt war, führt in Richtung Meer. Hotels und Restaurants säumen die Straße.

Teneriffa - Eine Palmenallee Teneriffa - Monumento a Garcia Sanabria 

Wir jedoch folgen Calle Mendez Nuñez in Richtung unseres nächsten Etappenziels, der Plaza Weyler. Am Weg liegen das schöne Rathaus und das ansehnliche Regierungsgebäude der Subdelegacion del Gobierno.

Teneriffa - Subdelegacion del Gobierno

Teneriffa - Subdelegacion del Gobierno


Die Plaza Weyler ist eine 3.600 m² große innerstädtische Parkanlage die dem spanischen General und Gouverneur Valerià Weyler gewidmet wurde. In der Mitte der Anlage erhebt sich der Marmorbrunnen Fuente del Amor. Am Rande des Platzes liegt der sehenswerte Palacio de la Capitania General. Er ist der Dienstsitz des militärischen Oberbefehlshabers der Kanarischen Inseln.

Teneriffa - Plaza Weyler mit der Fuente del Amor Teneriffa - Palacio de la Capitania General

An der Plaza Weyler beginnt die abwechslungsreiche Einkaufsstraße Calle del Castillo, die sich in Richtung Hafen bis zur Plaza de Candelaria hinzieht. Wir schlendern die Straße einige Hundert Meter entlang, bis wir zur Calle Teobaldo Power kommen. In die biegen wir nach links ein, um einen Blick auf das Parlamento de Canarias zu werfen. Die Gebäude des Regionalparlaments sind den kleinen Abstecher wert. - Während sich Gran Canaria und Teneriffa die Hauptstadtfunktion über die Kanarischen Inseln teilen müssen, gibt es beim Parlament keinen Pardon. Das Parlament tagt ausschließlich im Stadtinneren von Santa Cruz. Ein historisches Gebäude und der angeschlossene moderne Verwaltungstrakt sind ebenso wenig zu übersehen, wie eine überdimensionale Metall-Skulptur des spanischen Bildhauers Martín Chirino.

Teneriffa - Parlamento de Canarias Teneriffa - Parlamento de Canarias

Der Calle Teobaldo Power folgen wir in jetzt umgekehrter Richtung, wir kreuzen die Calle del Castillo und gehen bis zum Ende der Straße. Dort queren wir die Imeldo Serís-Straße, halten uns links und sofort wieder rechts. Kurz darauf stehen wir vor dem Teatro Guimerá. Das Teatro Guimerá wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts mit dem Anspruch erbaut, einen Veranstaltungsraum zu errichten, der zum damaligen Zeitpunkt der Bedeutung der Stadt entsprach. Heute dient es unterschiedlichen Zwecken. Wir durften uns an der Eröffnung der Karneval-Saison 2014 erfreuen.

Teneriffa - Teatro Guimera

Teneriffa - Teatro Guimera


Nach dem Teatro Guimerá gehen wir hinüber zur Calle de Valentin Sanz, um unser nächstes Ziel, den Mercado Central de Nuestra Señora de Africa zu besuchen. Dazu queren wir das breite, trockengefallene Flussbett des Barranco de Santos.

Teneriffa - Barranco de Santos

Teneriffa - Barranco de Santos


Bevor wir den sehenswerten Markt erreichen, bestaunen wir das TEA – das TenerifeEspacio de las Artes. Das Gebäude ist ein exzellentes Beispiel zeitgenössischer Architektur. Auf 20.000 m² Fläche wird Gegenwartskunst aus der Region der Kanarischen Inseln präsentiert. Die Sammlung des Surrealisten Oscar Dominguez, er war einer der berühmtesten Künstler der Kanaren, hat im TEA ihr Domizil gefunden.

Teneriffa - TEA - Tenerife Espacio de Las Artes Teneriffa - Seitenfront des TEA Teneriffa - Innenhof des TEA

Hinter dem mit einem Uhrenturm gekrönten Eingangsbereich erstreckt sich der Mercado Central deNuestra Señora de Africa. Die zweigeschossige Markthalle wurde in maurischem Stil errichtet. In dem weitläufigen Areal erhalten Käufer alle was sie benötigen: Obst, Gemüse, Fisch & Fleisch ... Der Mercado ist eine der schönsten spanischen Markthallen die wir kennen.

Teneriffa - Mercado Central de Nuestra Senora de Africa Teneriffa - Mercado Central de Nuestra Senora de Africa Teneriffa - Mercado Central de Nuestra Senora de Africa

Vor dem Eingangsportal sehen wir die gegenständlichen Bronzefiguren eines Milchmädchens sowie zweier Fischer, die offenbar ein Ruderboot an Land bringen.

Teneriffa - Skulptur vor dem Mercado Central de Nuestra Senora de Africa Teneriffa - Skulptur vor dem Mercado Central de Nuestra Senora de Africa

Teneriffa - Iglesia Nuestra Senora de la ConcepcionErneut queren wir den Barranco de Santos und gehen nach rechts hinunter zur Hauptkirche von Santa Cruz, der Iglesia de Nuestra Señora de la Concepción. Sie ist die größte Kirche der Stadt. Ihr besonderes Merkmal und zugleich Wahrzeichen der Stadt ist der viereckige Turm mit dem oktogonalen Aufsatz. Eine Vorgängerkirche wurde hier 1502 errichtet. Nach einem Brand wurde sie 1652 wieder aufgebaut. Äußerlich besteht das Gotteshaus aus einer Vielzahl von Bauten, deren Höhen und Dachformen sich erheblich unterscheiden. Im Inneren der Kirche sind fünf Schiffe zu erkennen. Das Hauptschiff und die beiden inneren Seitenschiffe wurden mit einer durchgehenden Holzdecke im Mudéjarstil versehen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kirche mehrfach umgestaltet. Die heutige Ausstattung ist außerordentlich prächtig.

Teneriffa - Iglesia Nuestra Senora de la Concepcion

Teneriffa - Iglesia Nuestra Senora de la Concepcion


Teneriffa - Kirchendecke im Mudejarstil Teneriffa - Iglesia de Nuestra Senora de la Concepcion Teneriffa - Iglesia de Nuestra Senora de la Concepcion

In der Kirche wird ein dem Alonso Fernández de Lugo zugeschriebenes Kreuz aufbewahrt, das dieser bei seiner Ankunft auf Teneriffa am Strand von Santa Cruz errichten ließ. Es gilt als das Symbol der Inbesitznahme der Insel. Zu Füßen des Gründungskreuzes symbolisieren drei Löwenköpfe die drei siegreich abgewehrten Angriffe der britischen Flotte.

Die Kirche liegt in der Nähe des Barranco de Santos. Auf der anderen Seite des Flussbetts erhebt sich das Museo de la Naturaleza y el Hombre, das Naturkundemuseum.

Teneriffa - Museo de la Naturaleza y el Hombre

Teneriffa - Museo de la Naturaleza y el Hombre


Neben der Kirche liegen mehrere hübsche Restaurants, die zu einer Rast einladen. Das tun wir auch, bevor wir vorbei am sehenswerten Busbahnhof hinüber zum Auditorio de Tenerife, der ultramodernen Kongress- und Konzerthalle der Stadt schlendern. Der spanische Star-Architekt Santiago Calatrava entwarf das spektakuläre Projekt. Es liegt neben der Uferstraße am Meer.

Teneriffa - Estacion de Guaguas - Der Busbahnhof

Teneriffa - Estacion de Guaguas - Der Busbahnhof


Teneriffa - Auditorio de Tenerife

Teneriffa - Auditorio de Tenerife


In Sichtweite des „Auditorio“ liegen das runde Castillo San Juan und daneben das Pulvermagazin. Auf dieses folgt der Parque Maritimo. Erdacht und erschaffen wurde die 22.000 m² große Freibadanlage vom spanischen Architekten und Künstler César Manrique, den wir sehr verehren.

Teneriffa - Castillo de San Juan Teneriffa - Pulvermagazin Teneriffa - Parque Maritimo

Im Anschluss an diesen Abstecher gehen geradewegs hinüber zur Plaza España und dann sehen wir auch schon unser Schiff.

Alles in allem haben wir viel von Santa Cruz de Tenerife gesehen. In der Vergangenheit hatten wir mehrere Aufenthalte auf Teneriffa zugebracht. So intensiv hatten wir die Stadt jedoch zuvor noch nie betrachtet. Es war eine lohnenswerte und lehrreiche Erfahrung. Und sogar für einige Einkäufe blieb noch genügend Zeit.