Toamasina – Madagaskars zweitgrößte Stadt
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Toamasina / Madagaskar


Toamasina, Madagaskars zweitgrößte Stadt, ist der bedeutendste Seehafen des Landes. Die Großstadt Toamasina, das frühere Tamatave, liegt an der Ostküste des Landes in der Atsinanana-Region. Die Einwohnerzahl wurde 2022 auf etwa 379.000 Personen beziffert. Die Stadt ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, Sitz von Regionalverwaltungen, Standort eines Ablegers der Universität Antananarivo und Drehscheibe des madagassischen Außenhandels.

Toamasina - geschäftiges Treiben im Bazary Be

Toamasina - geschäftiges Treiben im Bazary Be


Toamasina – Madagaskars wichtigster Hafen

Seine herausragende Stellung als Hafen verdankt Toamasina einem vorgelagerten, langgezogenen Korallenriff, das in der Vergangenheit die Entwicklung eines geschützten Hafens mit zwei Einlässen begünstigte. Schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam Toamasina, eine zentrale Rolle als Hafenstadt zu. Heute werden vor allem Massen- und Schüttgüter (Nickelerz) sowie Container umgeschlagen. In Toamasina produziert außerdem die wichtigste Ölraffinerie des Landes. Landwirtschaftliche Exportprodukte sind Kaffee, Vanille und Pfeffer.

Toamasina - Hafenbecken


Toamasina - Hafenbecken


Toamasina - Hafenverwaltung


Toamasina - Hafenverwaltung 


Madagaskars Geschichte in Kürze

Madagaskars Geschichte weist eine wechselhafte Vergangenheit auf. Als erste Zuwanderer gelten Indonesier und Malaien. Sie siedelten dem Hörensagen nach im 10. Jahrhundert auf der viertgrößten Insel der Welt. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts entdeckte als erster Europäer der portugiesische Seefahrer Diégo Suarez die Insel Madagaskar. In der Folgezeit lösten sich Frankreich, Großbritannien, das Königreich der Merina und erneut Frankreich in der Herrschaft über die Insel ab. Erst im Jahr 1960 erlangte Madagaskar seine Unabhängigkeit.

Toamasina - Kathedrale Saint Joseph

Toamasina - Kathedrale Saint Joseph


Toamasinas Stadtbild

An die Kolonialgeschichte erinnern der im 17. Jahrhundert geprägte Hafenname „Port-aux-Prünes“ (Pflaumenhafen) sowie der umgangssprachlich noch gebräuchliche französische Name „Tamatave“. Große Teile Toamasinas wurden auf einer sandigen Halbinsel errichtet. Die Straßen des Stadtzentrums sind schachbrettartig angelegt und gehen im rechten Winkel von der Küstenlinie ab. Das gradlinige Stadtbild im Stadtinneren ist auf zwei Wirbelstürme zurückzuführen. Sie richteten zuerst im Jahr 1927 und dann noch einmal im Jahr 1986 so starke Verwüstungen an, dass die Stadt danach planmäßig neu aufgebaut werden musste.

Toamasinas Rathaus

Toamasinas Rathaus


Die repräsentativste Straße Toamasinas ist die Avenue de l’Independance, deren Fahrstreifen durch Grünanlagen voneinander getrennt sind. An dieser Straße liegen die wichtigsten Bauten der öffentlichen Verwaltung. An spektakulären Sehenswürdigkeiten mangelt es ansonsten. Einige Bauten aus der französischen Kolonialzeit zeigen bedauerlicherweise erhebliche Verfallserscheinungen.

Toamasina - Verfallserscheinungen

Toamasina - Verfallserscheinungen


Nur wenige Sehenswürdigkeiten

Dem Hafen gegenüber liegt ein breiter, naturbelassener Strandbereich, der von einer kilometerlangen, palmengesäumten Uferpromenade gesäumt wird. Die mit Sonnenschirmen und Strandbars bestückten Strände laden zum Baden ein. Wegen industriell bedingter Verschmutzungen des Wassers und möglicher Haiattacken sollten derartige Aktivitäten jedoch tunlichst unterbleiben.Toamasina - Strand und Stadt Toamasina

Toamasina - Strand und Stadt Toamasina


Toamasina – schwach frequentierte Kreuzfahrtdestination

Toamasina ist eine lebendige, von Touristen gern besuchte Stadt. Was den Kreuzfahrttourismus anbelangt würde man sich allerdings mehr Aktivitäten wünschen, denn Kreuzfahrtschiffe laufen Toamasina äußerst selten an.

Toamasina - Liegeplatz der Kreuzfahrtschiffe

Toamasina - Liegeplatz der Kreuzfahrtschiffe


Das mag damit zusammenhängen, dass die Stadt und ihre Umgebung wenig Sehenswürdigkeiten bieten. Tagestouristen empfehlen wir einen Stadtbummel mit einer Motorradrikscha, dem Tuk-Tuk. Unter Toamasina mit dem Tuk-Tuk erleben, berichten wir über einen dieser kurzweiligen Ausflüge in den Stadtbereich. 

Update April 2024