Triest, die im nordöstlichen Zipfel Italiens am gleichnamigen Golf gelegene Hafenstadt, zählen wir wegen ihrer Lage und ihrer vielseitigen Attraktionen zu den sehenswertesten uns bekannten europäischen Kreuzfahrtdestinationen. Kreuzfahrtschiffe legen im Zentrum der Stadt, an der Molo Bersaglieri an.

Triest - Molo Bersaglieri - Liegeplatz der Kreuzfahrtschiffe
Triests schönste Plätze und monumentale Bauten
Vom Kreuzfahrt-Terminal gehen die Passagiere nur wenige Hundert Schritte zu jenen vier Plätzen der Stadt, die Besucher sehen sollten: die Piazza del’Unità d’Italia, die Piazza Giuseppe Verdi, die Piazza della Borsa und die Piazza del Ponto Rosso.
Piazza del’Unità d’Italia
Der bedeutendste der vier Plätze ist ohne Frage die Piazza del’Unità d’Italia. Er grenzt an den Golf von Triest, und ist einer der größten Europas.

Triest - Piazza del’Unità d’Italia
Die Piazza verbindet Triests „Theresienvorstadt“ mit der „Josephsvorstadt“. Am Platz der „Einheit Italiens“ stehen an drei Seiten sieben Prachtbauten. Es sind im Einzelnen:
- Der Palazzo del Governo – die zwischen 1901 und 1906 erbaute Präfektur.
- Die Casa Stratti der Versicherungsgesellschaft Assicurazioni Generali.
Das monumentale Bauwerk entstammt dem Jahr 1839. Im Jahr 1872 wurde die Fassade neu gestaltet. Das Hauptaugenmerk der Einwohner Triests und der Touristen an diesem Gebäude gilt hauptsächlich dem „Caffè degli Specchi“. Das „Spiegel-Café“ ist das bekannteste Kaffeehaus und eine der Institutionen der Stadt. - Der Palazzo Modello – der ab 1873 neben der Casa Stratti errichtete Prachtbau diente als Vorbild für andere Bauten des Platzes. In der Architektur des Palazzo mischen sich Stilelemente der klassischen Antike, der Renaissance und des Barock.
- Der Palazzo del Municipio – das auch Palazzo Comunale genannte Rathaus steht an der Kopfseite des Platzes.
Das Rathaus entstand zwischen den Jahren 1872 und 1875. Der Baustil erinnert an den Louvre in Paris und die Scuola Grande di San Rocco in Venedig. Auf dem Rathausturm schlagen die beiden aus dem Jahr 1517 stammenden Bronzestatuen „Michele“ und „Giacomo“ zu jeder vollen Stunde die Turmuhr. - Der Palazzo Pitteri – das älteste Gebäude des Platzes.
Vom Golf gesehen liegt rechts neben dem Rathaus der Palazzo Pitteri. Ein reicher Kaufmann ließ das Bauwerk im Jahr 1790 errichten. Benannt ist es nach dem aus Triest stammenden Schriftsteller Ricardo Pitteri, dem späteren Eigentümer. - Das Grand Hotel Duchi d’Aosta – der an den Palazzo Pitteri anschließende Bau ist nach den Herzögen von Aosta benannt worden. Nach eigenem Bekunden ist es seit 1873 Triests erste Hotel-Adresse.
- Der Palazzo del Lloyd Triestino – der palastähnliche Bau gehörte ursprünglich der Reederei Österreichischer Lloyd. In der Gegenwart nutzt ihn die Regionalregierung. Raum in der Fassade nehmen zwei Brunnen mit allegorischen Darstellungen des Süß- und des Meerwassers ein.
Ein Glanzstück der Piazza del’Unità d’Italia ist der Brunnen der vier Kontinente. Die nicht zu übersehende Brunnenanlage entstammt dem Jahr 1751. Jedem der damals bekannten vier Erdteile wurde eine Ecke der Brunnenanlage reserviert. Vier Statuen und vier den jeweiligen Kontinent symbolisierende Tierfiguren schmücken die Anlage.
Neben dem Brunnen steht die Statue Karl VI. von Habsburg. Er war zwischen 1711 und 1740 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und Herrscher der Habsburger Monarchie.
Gegenüber der Piazza öffnet sich zum Golf die Scala Reale, die Königliche Treppe. Sie wurde im Jahr 1922 anlässlich eines Besuchs des letzten italienischen Königs Vittorio Emanuele III. in Triest gebaut. Die Bronzestatuen rechts und links neben der Treppe entstammen der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.
Piazza Giuseppe Verdi
Kaum mehr als 200 Meter trennen die Piazza del’Unità d’Italia und die Piazza Giuseppe Verdi. Das zentrale Bauwerk dieses Platzes ist das Teatro Verdi, das Opernhaus der Stadt. Der Startschuss zum Bau des neoklassizistischen Musentempels wurde im Jahr 1798 gegeben.
Piazza della Borsa
Nur wenige Schritte liegen zwischen der Piazza Giuseppe Verdi und der Piazza della Borsa. Deren dominierendes Bauwerk ist der Palazzo della Borsa Vecchia. Mit dem Bau der „Alten Börse“ wurde 1806 begonnen. Ihre Vorderseite bildet ein von vier dorischen Säulen getragener Portikus. Gegenwärtig nutzt die Triester Handelskammer das Gebäude.
In Triest treffen Anwohner und Besucher häufig auf Monumente, die ehemalige Habsburger Herrscher darstellen. So auch auf der Piazza della Borsa. Dort wurde dem österreichischen Kaiser Leopold I. ein Denkmal gesetzt. Die Brunnenanlage daneben stellt den Meeresgott Neptun dar.
Piazza del Ponto Rosso
Vom Stadtkanal, dem Canal Grande, zweigt die Piazza del Ponto Rosso ab. Auf dem weitläufigen Platz wird Markt abgehalten, und dort steht der Giovanni-Brunnen. Er war ein Bestandteil der während der Regentschaft von Kaiserin Maria Theresia in der Mitte des 18. Jahrhunderts gebauten Wasserleitung.
Die Altstadt Città Vecchia
Zwischen der Piazza del’Unità d’Italia und dem Hügel San Giusto liegt Triests ältester Stadtteil, die Città Vecchia. Mehrere Sehenswürdigkeiten prägen diesen Bereich:
Die Ruinen des Teatro Romano
Unter römischer Hegemonie wuchs Triest zu beachtlicher Größe. Das Teatro Romano, ein Zeichen für die damalige Bedeutung der Stadt, wurde von den Römern im 1. Jahrhundert nach Christus erbaut.
Der Arco di Riccardo
Der in eine Hausfront integrierte, mehr als sieben Meter hohe „Richards-Bogen“ ist der älteste erhaltene Teil der unter dem römischen Kaiser Augustus im 1. Jahrhundert vor Christus errichteten Stadtmauer.
Giardino di via San Michele
Am Weg zwischen dem Richards-Bogen und der Kathedrale San Giusto liegen der Giardino di via San Michele und das Museum für Geschichte und Kunst.

Triest - Giardino di via San Michele
Der Garten von San Michele wurde im Jahr 1953 von einer Arbeitslosen-Initiative angelegt. Er besteht aus zwei großen, durch Treppen verbundenen Ebenen. Von farbigen Säulen getragene Pergolen, Beete mit Pflanzen und Spielbereiche für Kinder machen den Garten zu einem Treffpunkt der Altstadtbewohner.
Piazzale di San Giusto
Das Glanzlicht der Città Vecchia ist der kapitolinische Hügel San Giusto mit der Piazzale di San Giusto. Deren Hauptsehenswürdigkeiten sind die Kathedrale, das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, das Forum Romanum und die Stadtfestung Castello di San Giusto.
Kathedrale San Giusto
Die Kathedrale ist dem Heiligen Justus, Triests Stadtpatron, gewidmet. Das Gotteshaus hat den Rang einer „Basilica minor“. Am heutigen Standort der Bischofskirche wurde im 5. Jahrhundert erstmals eine Basilika errichtet. Im 9. und 12. Jahrhundert wurden anstelle der Basilika zwei Kirchen gebaut. Eine war dem Heiligen gewidmet. Im 14. Jahrhundert wurden beide Kirchen zur heutigen, romanischen Kathedrale zusammengefasst.
Forum Romanum
Das Forum Romanum ist eine weite, ebene Fläche mit Resten von mehr als 20 antiken Säulen unterschiedlicher Höhe. Historiker gehen davon aus, dass die Anlage in der Antike der Rechtsprechung und dem Handel diente. Errichtet wurde sie vermutlich im 2. Jahrhundert nach Christus.

Triest - Forum Romanum mit dem Castello di San Giusto
Monumento ai caduti di Trieste
Das im Jahr 1935 eingeweihte Kriegerdenkmal zeigt fünf Männer in einer Kriegsszene klassischen Stils. Drei der Männer tragen einen verwundeten Kameraden, ein fünfter Krieger schützt die Gruppe mit seinem Schild. Die Figuren sind aus Gusseisen, der Sockel besteht aus weißem Stein. Das Denkmal ist mehr als fünf Meter hoch.

Monumento ai caduti di Trieste
Die Stadtfestung Castello di San Giusto
Neben der Kathedrale wurde auf dem San Giusto-Hügel zwischen 1468 und 1636 unter österreichischer Herrschaft das Castello di San Giusto errichtet. Die Bürger der Stadt trugen die Kosten der Festung.

Triest - Castello di San Giusto
Sie diente den von den österreichischen Kaisern ernannten Statthaltern ursprünglich als Residenz. Später fand sie als Kaserne und Gefängnis Verwendung. Heute hat im Castello ein Schloss- und Waffenmuseum seinen Sitz. Außerdem wird die Festung für Ausstellungen und repräsentative Veranstaltungen genutzt. Von ihren Wällen aus genießen Besucher einen traumhaften Blick auf die Stadt und ihre Umgebung.
Weitere bedeutende Sakralbauten in Triest
Jesuitenkirche Santa Maria Maggiore
Die barocke Jesuitenkirche Santa Maria Maggiore thront über dem Teatro Romano. Neben der sehr schönen Kirche steht die kleine, schlichte Basilika San Silvestro. Das im romanischen Stil errichtete, und Papst Silvester geweihte Kirchengebäude stammt aus dem 11. Jahrhundert. Es gehört seit 1785 der Helvetischen Gemeinde und wird für Gottesdienste der evangelisch-reformierten Kirche genutzt.
Kirche Sant’Antonio Nuovo
Die am Ende des Canal Grande an der Piazza Sant’Antonio Nuovo stehende einschiffige Pfarrkirche Sant’Antonio Nuovo entstand zwischen 1823 und 1849. Sie ist Triests größtes Gotteshaus. Besondere Merkmale des Bauwerks sind der von sechs ionischen Säulen getragene Vorbau sowie die mächtige Kuppel. Oberhalb des dreieckigen Giebelfeldes befindet sich eine Balustrade mit Statuen von sechs Triester Märtyrern.
Kirche San Spiridone
Neben der Piazza Sant’Antonio Nuovo ragt die schöne serbisch-orthodoxe Kirche San Spiridone auf. Die Kirche der Dreifaltigkeit und des hl. Spyridon entstand zwischen 1861 und 1866. Das im neobyzantinischen Stil erbaute Gotteshaus besitzt fünf blaue Kuppeln.
Canal Grande
Von großer Bedeutung für Schifffahrt und Handel war im 18. und 19. Jahrhundert der im Stadtteil Borgo Teresiano ausgehobene Canal Grande. Der auf Deutsch „Theresienvorstadt“ genannte Stadtteil entstand nach einem im Jahr 1719 erlassenen Dekret des österreichischen Kaisers Karl VI., mit dem Triest zum Freihafen erhoben wurde.
Mit zeitlicher Verzögerung wurde ab 1777 mit dem Bau der Vorstadt begonnen. Sie sah im Rahmen einer schachbrettartigen Bebauung Geschäfts- und Wohnbauten vor. Das Herzstück des Stadtteils war der im rechten Winkel von der Bucht abzweigende Kanal, auf dem Frachtschiffe weit in die Stadt hineinfuhren. In der Neuzeit wurde eine Sektion des Kanals wieder zugeschüttet.
Triests Kaffeehäuser
Die Fülle an Attraktionen Triests ist viel zu umfangreich, um sie alle während eines Tages zu erleben. Es bleibt den Interessen der Besucher überlassen, wofür sie sich entscheiden. Hinzu kommt, dass auch Triests Ladengeschäfte den ein oder anderen Blick wert sind.
Entspannung vom Stadtbummel finden Triester Bürger und deren Besucher in den vielen Kaffeehäusern. Das berühmteste ist das Caffè degli Specchi in der Casa Stratti an der Piazza del’Unità d’Italia. Allerdings bieten nahezu an jeder Straßenecke viele kleine Cafés und Bars einen guten Service. Unser Favorit ist das Caffè Filosofica Stella Polare in der von der Piazza Sant’Antonio Nuovo abgehenden Via Dante Alighieri. Bereits der irische Schriftsteller James Joyce wusste als Stammgast den dort gebotenen Service zu schätzen.
Sehenswertes in der Umgebung von Triest
Castello di Miramare
Neun Kilometer nördlich der Piazza del’Unità d’Italia ließ sich Erzherzog Ferdinand Maximilian von Österreich das Märchenschloss Castello di Miramare bauen. Das von einer großzügigen Parklandschaft umgebene Schloss liegt bei Grignano auf einem Felsvorsprung.

Triest/Grignano - Castello di Miramare
Der Erzherzog war von 1854 an Oberbefehlshaber der in Triest stationierten österreichischen Kriegsmarine. Die Errichtung eines seiner Stellung angemessenen Wohnsitzes lag nahe. Später wurde der Erzherzog auf Betreiben Napoleons III. im Mexikanischen Interventionskrieg von Frankreich als Kaiser von Mexiko inthronisiert. Er wurde im Jahr 1867 in Mexiko von der legitimen mexikanischen Regierung vor ein Kriegsgericht gestellt, verurteilt und hingerichtet. Immerhin nutzten seine Verwandten das Schloss in der Folgezeit als Sommerresidenz. Seit 1955 findet es als Museum Verwendung.
Santuario di Monte Grisa
Die Wallfahrtskirche Monte Grisa liegt im Norden Triests, acht Kilometer außerhalb der Stadt. Auf dem Monte Grisa wurde im Jahr 1965 ein monumentales Gotteshaus in Sichtbetonbauweise fertiggestellt. Das Heiligtum besteht aus zwei Kirchen, einer unteren und einer oberen. Dem Bau war ein Gelübde des Bischofs von Triest und Koper vorausgegangen: Für den Fall, dass Triest im Zweiten Weltkrieg vor der Zerstörung bewahrt würde, solle eine Kirche gebaut werden, und so geschah es.
Faro della Vittoria
Im Triester Stadtteil Gretta überragt der 70 Meter hohe Faro della Vittoria die übrigen Gebäude. Der im Jahr 1927 eingeweihte Leuchtturm steht auf Fundamenten der ehemaligen österreichischen Festung Kressich. Er ist Navigationshilfe und zugleich Denkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Marinesoldaten. Auf der Bronzekuppel des Turms thront die Statua della Vittoria, die Statue der geflügelten Siegesgöttin Viktoria. Das Leuchtfeuer ist dank seines erhöhten Standorts (60 Meter über dem Meer) noch in mehr als 20 Seemeilen Entfernung wahrzunehmen.
Update Februar 2022

























