Autor: Karl W. P. Beyer

Trondheim am gleichnamigen Fjord ist mit nahezu 195.000 Einwohnern Norwegens drittgrößte Stadt. Sie ist das Verwaltungszentrum der Region Trøndelag, Universitätsstadt und Standort vieler Technologie-Unternehmen. Außerdem ist sie ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt und Mittelnorwegens kulturelles Zentrum.

Trondheim - Historisches

Seit mehr als 1.000 Jahren ist die Trondheim-Region bewohnt. Der Stadtname lautete ursprünglich Nidaros. Er geht auf die Wikinger zurück. Deren König Olav Tryggvason ließ einen Handelsplatz am Ufer des Flusses Nidelva errichten. In der Folge entwickelte sich das spätere Trondheim zur wichtigsten Stadt Norwegens und zum Zentrum der Christianisierung. Zeitweilig war die Stadt ein maßgeblicher Wallfahrtsort in Nordeuropa.

Der Nidelva-Fluss

Der Nidelva-Fluss


Nach der Reformation verlor Trondheim jedoch an Bedeutung. Dazu trug auch ein Großfeuer bei, das im Jahr 1681 Teile der Stadt vernichtete. Immerhin wurden beim Wiederaufbau mit den noch heute im Stadtzentrum anzutreffenden breiten Sichtachsen bleibende städtebauliche Akzente gesetzt. Wirtschaftliche Geltung erlangte die Stadt als Handelszentrum und Erzhafen erst wieder im 18. Jahrhundert.

 Die Munkegata in Trondheims Zentrum

Die Munkegata in Trondheims Zentrum


Trondheim heute

Trondheim ist heute das Verwaltungszentrum Mittelnorwegens. Ein Teil der Provinzregierung wurde dort angesiedelt. Weit mehr als 30.000 Studenten sind an der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität Norwegens in Trondheim eingeschrieben. Sie ist nach Oslos Universität Norwegens zweitgrößte Hochschule. Von großer Bedeutung für die Region bis hinauf nach Spitzbergen ist das Universitätskrankenhaus St. Olavs Hospital. Bedingt durch die Nähe zur Universität wurden in Trondheim viele Technologie-Unternehmen gegründet.

Nedre Bakklandet-Fußgängerzone

Nedre Bakklandet-Fußgängerzone


Die Stadt ist sauber und aufgeräumt sowie von viel Grün umgeben. Im Bereich des Kreuzfahrtterminals sind zuletzt bemerkenswerte Geschäftsbauten entstanden. Die Stadt wird vom Fluss Nidelva durchzogen. Den Fluss säumen hochwertige, moderne Wohnbauten mit dem Bootsanleger vor dem Haus. Trondheim ist zweifellos eine lebenswerte Stadt.

Wohnungen am Nidelva-Fluss

Wohnungen am Nidelva-Fluss


Trondheim - kultureller Schwerpunkt in Mittelnorwegen

Kulturelle Highlights sind das Trøndelag Symphonieorchester und das Trøndelag Theater. Museen und Galerien gehören ebenso zum kulturellen Geschehen wie die Musikszene des Dokkhuset oder das Museum Rockheim. Das Dokkhuset ist ein altes Werftgebäude, das zur Musikbühne umgebaut wurde. Das Rockheim ist das nationale norwegische Museum für Pop und Rock. Überall im Stadtbild stehen alte sowie zeitgenössische Kunstwerke, dazu locken Top-Sehenswürdigkeiten wie der Nidaros-Dom.

Das Rockheim-Museum

Das Rockheim-Museum


Trondheim - Verkehrsknotenpunkt

Trondheim besitzt einen Flughafen und bietet Zugverbindungen nach Oslo, Bodø und ins benachbarte Schweden. Regelmäßig laufen die Schiffe der Hurtigruten Trondheims Hafen an. Die Schiffe verbinden Trondheim mit dem südlich gelegenen Bergen und Kirkenes im äußersten Norden Norwegens.

Das gegenüber dem Erlebnisbad gelegene Kreuzfahrtterminal

Das gegenüber dem Erlebnisbad gelegene Kreuzfahrtterminal


Trondheim für Kreuzfahrttouristen

Für das Jahr 2018 sind insgesamt 68 Anläufe von Kreuzfahrtschiffen geplant. Auf ihrer Reise zum oder vom Nordkap legen die Schiffe für einige Stunden in Trondheim an. Die Stadt erweist sich für deren Passagiere als lohnenswerter und interessanter Zwischenstopp. Zwar mangelt es bislang an einem leistungsfähigen Abfertigungsterminal, die Lage des Anlegers ist jedoch ideal. Als angenehm erweisen sich die kurzen Wege vom Liegeplatz ins Stadtzentrum. Die Zuhilfenahme öffentlicher Verkehrsmittel ist nicht erforderlich. Trondheim ist eine jener Hafenstädte, die man ohne geführte Touren bequem „entdecken“ kann. Zu Trondheims Sehenswürdigkeiten geht es hier.