Autor: Karl W. P. Beyer

Gäste der Hurtigruten und der Kreuzfahrtschiffe mit Kurs Nordkap oder Bergen, erleben Trondheim häufig nur im Rahmen kurzer Zwischenstopps. Für einen solchen Kurzaufenthalt empfiehlt sich ein Stadtrundgang durch die Altstadt, der zu allen interessanten Sehenswürdigkeiten führt. 

Trondheim ist eine jener Hafenstädte, die man ohne geführte Touren entdecken kann. Und die Zuhilfenahme öffentlicher Verkehrsmittel erübrigt sich ebenfalls. Die Distanz zum Zentrum und zu den wesentlichen Sehenswürdigkeiten beträgt weniger als zwei Kilometer.

Wegweiser der kurzen Wege

Wegweiser der kurzen Wege


Trondheim: Was sehen bei kurzen Aufenthalten?

Passagierschiffe laufen Brattøra an und docken gegenüber dem Erlebnisbad. Die Passagiere folgen den Wegweisern ins historische Zentrum der Stadt. Eine erste Wegmarke auf dem Weg in die Altstadt ist der Hauptbahnhof. Danach wird der Østre Kanalhavn überquert. Am Weg liegen danach:

Trondheims Hauptbahnhof

Trondheims Hauptbahnhof


Ravnkloa und Munkholmen

Am Ende der innerstädtischen Hauptstraße Munkegata liegt Ravnkloa, der Fischmarkt. Von dort starten im Sommer die kleinen Fährboote zur etwa zwei Kilometer entfernt gelegenen Insel Munkholmen (Mönchsinsel). Die Insel war im Laufe der Jahrhunderte zuerst Richtplatz der Wikinger und danach Standort eines Benediktinerklosters. Das wurde später als Festung, Gefängnis und Zollstation genutzt.

Ravnkloa mit dem Denkmal des letzten Wikingers Insel Munkholmen

 

Abfahrt der Fähren: Munkegata 64
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10:00 bis 17:00 Uhr; samstags 10:00 bis 16:00 Uhr.

Munkegata

Die „Mönchsstraße“ ist definitiv Trondheims Hauptstraße. Sie verläuft schnurgerade entlang einer vom Turmhelm des Nidaros Doms bis zur Insel Munkholmen gezogenen imaginären Linie.

Munkegata mit dem Nidaros Dom Munkegata

 

Der Stiftsgården

Das prächtige Holzpalais des Stiftsgården wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts erbaut. Es dient der norwegischen Königsfamilie bei deren Aufenthalten in Trondheim als Residenz. Bei Abwesenheit der Royals dürfen einige der Innenräume besichtigt werden.

Stiftsgården Stiftsgården - Straßenfront

 

Standort: Munkegata 23
Während des Sommers für das Publikum geöffnet.
Geführte Touren werden angeboten.

Der Torvet

Auf den Stiftsgården folgt an der Kreuzung der Munkegata mit der Kongens gate der weitläufige, zentrale Marktplatz Torvet. Er misst circa 90 mal 90 Meter. Die in der Mitte des Platzes aufgestellte hoch aufragende Säule trägt das Standbild des Wikingerkönigs und Stadtgründers Olav Tryggvason. Seit 2003 wird auf dem Torvet der traditionelle Trondheimer Weihnachtsmarkt abgehalten.

Olavsstatue

Olavsstatue


Im Jahr 2018 im Umbau befindlich.

Die Touristen-Information

Sie liegt 1.600 Meter vom Kreuzfahrtterminal entfernt. Sie ist zwar keine Sehenswürdigkeit, aber eine überaus nützliche Einrichtung. Die Mitarbeiter geben Auskünfte zu Trondheim und stehen mit Rat zur Verfügung. Die Touristen-Information bietet überdies freies Internet.

Standort: Nordre Gate 11, Trondheim
Öffnungszeiten: 9:00 bis 18:00 Uhr

Die Vår Frue Kirke

Die mittelalterliche „Liebfrauenkirche“ ist offen für alle. Die einladend wirkende Pfarrkirche spendiert Bedürftigen Kaffee und Kuchen. Der Bau geht auf das Jahr 1207 zurück. Einer besonderen Erwähnung bedarf der Altar. Er ist wunderschön.

Vår Frue Kirke Altar der Vår Frue Kirke Altar der Vår Frue Kirke Diie Orgelempore der Vår Frue Kirke

 

Standort: Kongens Gate 5
Kein Eintritt; um Spenden wird gebeten.

Das Logengebäude der Freimaurer

Ein sehenswertes Gebäude nahe der Vår Frue Kirke ist das Logengebäude der Feimaurer. Der Bau wurde im Stil der Neorenaissance errichtet und 1902 eingeweiht. 

Standort: Kongens Gate 3

Der Nidaros Dom

Trondheims Dom ist zweifellos die Hauptsehenswürdigkeit der Stadt. Schon von See ist der mächtige Vierungsturm auszumachen. Der Dom ist Skandinaviens größte mittelalterliche Kirche. Es heißt, sie wurde über dem Grab König Olavs des Heiligen errichtet. Bereits ein Jahr nach seinem Tod wurde er heiliggesprochen. Ihm, dem Nationalhelden Norwegens, wurde diese Kirche gewidmet.

Der Nidaros Dom

Der Nidaros Dom


Mehrfach brannte das Gotteshaus nieder. Lange Zeit erinnerte nur eine Ruine an die ehemalige Kirche. Erst im Jahr 1869 wurde beschlossen, den Dom zu renovieren. Und im Jahr 1983 wurde mit dem Einfügen einer letzten Statue in die Fassade das Werk vollendet. Das Gotteshaus misst circa 100 Meter in der Länge und 50 Meter in der Breite. Romanische und gotische Stilelemente sind vermischt. Für die Besichtigung des Doms sollte viel Zeit eingeplant werden.

Die Fassade des Nidaros Doms Die Fassade des Nidaros Doms Der Vierungsturm des Nidaros Doms Fassadendetail des Nidaros Doms

 

Über Jahrhunderte wurden Norwegens Könige im Dom von Trondheim gekrönt. Zehn Könige und nahezu alle Erzbischöfe Norwegens fanden im Nidaros Dom ihre letzte Ruhestätte.

Standort: Bispegate 11
Öffnungszeiten: Montags-Freitags: 09:00 bis 15:00 Uhr; Samstags: 09:00 bis 14:00 Uhr; Sonntags 13:00 bis 16:00 Uhr
Der Kauf eines Kombitickets für den Besuch des Doms und des Erzbischöflichen Palais ist zu empfehlen.
Kombiticket Erwachsene: 180 NOK (18,80 Euro)

Das Erzbischöfliche Palais - Erkebispegården

Gleich neben dem Dom liegt das Erzbischöfliche Palais. Es soll der älteste Profanbau des Landes sein. Mehrere Museen wurden auf dem weitläufigen Gelände des einer Festung gleichenden Palais eingerichtet. Zu besichtigen sind mittelalterliche Steinskulpturen, archäologische Funde, die Reichsinsignien und eine Waffen- und Widerstandssammlung. Ein gut gestalteter und erklärter Rundgang führt durch das Gebäude.

Erkebispegården

Erkebispegården


Öffnungszeiten: montags bis freitags: 10:00 bis 15:00 Uhr; samstags: 10:00 bis 15:00 Uhr; sonntags 12:00 bis 16:00 Uhr. 

Die Holzbrücke Gamle Bybrua

Nordöstlich des Doms liegt die alte Holzbrücke Bybrua. Sie führt über den Fluss Nidelva. Ihr besonderes Merkmal ist das vielfach fotografierte „Glücksportal“. Die markante Brücke wurde erst im Jahr 1861 errichtet. Von der Mitte der Brücke aus können die beiderseits des Flusses auf Pfählen errichteten, farbenfrohen Holzhäuser betrachtet werden.

Gamle Bybrua Das Glücksportal der Gamle Bybrua

 

Die Festung Kristiansten

Die über der Stadt thronende Festung ist nicht zu übersehen. Errichtet wurde sie im Jahr 1681 nach dem großen Stadtbrand. Die Aufgabe der Festung bestand darin, Trondheim nach Osten Schutz zu bieten. Kristiansten wirkt heute nicht sonderlich spektakulär. Ein paar alte Kanonen und Geschütze werden ausgestellt; mehr nicht.

Wallanlage der Festung Kristiansten Trondheim eine Stadt im Grünen

 

Das zentrale Bauwerk ist der Donjonen Verteidigungsturm. Er wird seit 1997 als kleines Museum genutzt.

Donjonen Verteidigungsturm

Donjonen Verteidigungsturm


Von den Wällen genießen Besucher nach einem steilen Anstieg jedoch einen unverstellten Blick auf Trondheim. Aus der Höhe lässt sich die Größe der Stadt gut ermessen. Und aus der Höhe erkennt man auch, dass es in und um Trondheim viel Grün gibt.

Zur Festung gehört das Restaurant Kommandanten.

Restaurant Kommandanten

Restaurant Kommandanten


Das Festungsgelände kann kostenlos besichtigt werden. Für das Museum wird Eintritt erhoben.
Das Gelände wird um Mitternacht für Besucher geschlossen.

Bakklandet – Trondheims Altstadt

Im frühen 17. Jahrhundert wurde mit Bakklandet Trondheims erste Vorstadt eingerichtet. Mehrere Brände konnten die Entwicklung des Stadtteils nicht bremsen. Entlang des Flusses Nidelva wurden ursprünglich nützliche Speicherhäuser für Gewerbezwecke errichtet. Der Stadtteil besticht durch seine traditionelle Atmosphäre. In der Jetztzeit ist ein angesagter Wohn- und Geschäftsort mit trendigen Cafés, Bars, Restaurants, Läden und viel Atmosphäre.

Stadtteil Bakklandet Stadtteil Bakklandet - Terrasse am Nidelva Fluss Bauten am Nidelva Fluss Straße Øvre Bakklandet

 

Und noch etwas ist es wert, erwähnt zu werden. Bakklandet hat an der steilen Straße Brubakken den weltweit ersten Fahrradlift eingerichtet. Geübte Fahrer genießen den Lift. Die anderen experimentieren herum. 

Von der Gamle Bybrua geht man direkt auf Brubakken zu.

Trondhjems Sjøfartsmuseum

Norwegen ist seit Wikingerzeiten eine Nation der Seefahrer. Trondheims Seefahrts-Museum lässt die alten Traditionen wieder aufleben.

Das Sjøfartsmuseum

Das Sjøfartsmuseum


Standort: Kjøpmannsgata 75
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 09:00 bis 14:00 Uhr, Sonntag 12:00 bis 16:00 Uhr.
Eintritt Erwachsene: 90 NOK (9,40 Euro). 

Vestre Kanalhavn

Westlich des Bahnhofs liegt der für Yachten bestimmte Vestre Kanalhavn. Er ist ein Seitenarm des Nidelva-Flusses. Gesäumt wird der Hafenbereich nach Süden hin von einer Reihe sehenswerter alter Speicherhäuser.

Am Kanalhavn

Am Kanalhavn


Fazit

Der Rundgang zu den von der Touristen Information benannten Zielen dauert etwa 3 bis 3½ Stunden. Genügend Zeit um viel zu sehen, ohne Gefahr zu laufen, die Abfahrt des Kreuzfahrtschiffs zu verpassen. Sogar eine Kaffeepause zwischendurch bietet sich an.