Mitten im türkisblauen Wasser des westlichen Atlantiks, südöstlich der Bahamas und nördlich von Hispaniola, liegen die beiden den British West Indies zugeordneten Inselgruppen der Turks- und Caicosinseln – ein Archipel bestehend aus 40 Inseln, von denen nur acht dauerhaft bewohnt sind.

Gand Turk - Cruise Center
Strände & Korallenriffe: Postkartenmotive in Reinform
Das britische Überseegebiet verzaubert Besucher mit traumhaften Stränden, kristallklarem Wasser und einer faszinierenden Unterwasserwelt. Die wohl bekannteste Insel des Archipels ist Providenciales, oft einfach „Provo“ genannt. Dort befindet sich der Grace Bay Beach, der regelmäßig zu einem der schönsten Strände der Welt gekürt wird. Weicher, weißer Sand trifft hier auf flaches, glasklares Wasser – ideal zum Schwimmen, Schnorcheln oder einfach zum Abschalten.

Grand Turk - Strandabschnitt am Cruise Center
Die Unterwasserwelt der Turks- und Caicosinseln ist ein Paradies für Taucher: Die Inseln sind umgeben von einem der größten Korallenriffsysteme der Welt. Besonders beliebt ist „The Wall“ – ein mehr als 2.000 Meter steil abfallendes Riff, das spektakuläre Tauchgänge ermöglicht. Neben bunten Korallen und tropischen Fischen lassen sich hier auch Meeresschildkröten, Ammenhaie und Rochen beobachten.
Ob Schnorcheln, Tauchen, Kitesurfen, Stand-up-Paddling oder Hochseefischen – Wassersport wird auf den Turks- und Caicosinseln großgeschrieben. Die konstanten Passatwinde und ruhigen Lagunen bieten ideale Bedingungen für Anfänger und Profis. Auch Boots- und Kajaktouren durch die Mangroven sind eine beliebte Art, die Inseln zu erkunden.
Ein Blick in die Geschichte
Einige Historiker nehmen an, dass Christoph Kolumbus die Insel im Verlauf seiner ersten Reise im Jahr 1492 entdeckt habe; bewiesen ist das aber nicht. Die ursprünglichen Bewohner der Inseln waren die Lucayan-Taíno, ein indigenes Volk, das jedoch nach der Ankunft der Europäer im 16. Jahrhundert infolge von Krankheiten und Sklaverei ausgerottet wurde. Die spanischen Eroberer zeigten anfangs wenig Interesse an den kargen Inseln, bevor sie später zum Tummelplatz für Piraten, Sklavenhändler und Salzgewinner wurden.
Im 17. Jahrhundert begannen britische Siedler mit der Nutzung der natürlichen Salzlagerstätten. Das „weiße Gold“ war lange Zeit die wirtschaftliche Grundlage der Inseln. Im Laufe der Zeit wechselte der Besitz des Archipels mehrfach zwischen den Kolonialmächten. Das Vereinigte Königreich setzte sich letztlich durch.

Grand Turk - Governors Beach - dahinter Salzpfannen
Politisches Konstrukt: Ein Stück Großbritannien in der Karibik
Im 20. Jahrhundert erlangten die Inseln ihren Status als eigenständiges Britisches Überseegebiet. Die Turks- und Caicosinseln sind nicht Teil des Vereinigten Königreichs, stehen aber unter britischer Oberhoheit. Für die inneren Belange ist eine eigene Regierung mit einem Premierminister zuständig. Ein vom britischen Monarchen ernannter Gouverneur übernimmt die außen- und sicherheitspolitische Vertretung. Das Verwaltungszentrum beider Inselgruppen liegt auf der gerade einmal 18 Quadratkilometer großen Insel Grand Turk.
Das Rechtssystem orientiert sich stark an britischen Standards. Ein Kuriosum des britischen Mandatsgebietes ist, dass der US-Dollar das offizielle Zahlungsmittel der Inselgruppe ist. Die Vereinigten Nationen schätzten die Gesamtbevölkerung zum Juli 2022 auf 45.700 Menschen.
Wirtschaft, Tourismus und Finanzen
Lange Zeit waren die Inseln auf Initiative britischer Kolonisten Zentrum der Salzproduktion. Die Zeiten sind vorbei. Die Wirtschaft der Turks- und Caicosinseln ist heutzutage vom Tourismus abhängig. Vor allem der Luxustourismus ist auf den bewohnten Inseln stark ausgeprägt: Fünf-Sterne-Resorts, Boutique-Hotels, Privatvillen und Yachttourismus ziehen wohlhabende Reisende aus aller Welt an. Immobilieninvestitionen von Ausländern, insbesondere aus Nordamerika, boomen.
Neben dem Tourismus spielen Finanzdienstleistungen und der Importhandel eine zunehmend bedeutende Rolle. Unstrittig ist, dass die Wirtschaftsstruktur relativ schmal ausfällt. Landwirtschaft und Industrie sind kaum entwickelt – viele Güter werden importiert, was die Lebenshaltungskosten hochtreibt.
Die Inseln gelten als Steueroase. Einkommenssteuer, Kapitalertragssteuer und Erbschaftssteuer werden nicht erhoben. Wie finanziert sich der Ministaat? Von einem Taxifahrer erfuhren wir im Jahr 2016, dass auf Grand Turk Kreuzfahrt-Reedereien zur Zahlung von Einreisegebühren für sämtliche Passagiere und Besatzungsmitglieder verpflichtet sind. Die Gebühren lagen damals bei 30 US-Dollar pro Person. Bei schätzungsweise einer Million Passagiere kommt allerhand Geld zusammen.
Grand Turk: Ein Hotspot für Kreuzfahrten
Während die 98 Quadratkilometer große Insel Providenciales das Zentrum des Tourismus mit Flugreisenden ist, hat sich die nur 18 Quadratkilometer große Insel Grand Turk als beliebter Kreuzfahrthafen etabliert. Am Grand Turk Cruise Center, das auch über einen eigenen Strand und ein Einkaufszentrum verfügt, legen im Tagesrhythmus Schiffe großer internationaler Reedereien an.

Grand Turk - Kreuzfahrtschiffe der Carnival-Group
Die Besucher dürfen auf Grand Turk eine Mischung aus kolonialer Architektur, charmanten Gassen und Sehenswürdigkeiten wie dem Nationalmuseum oder dem historischen Leuchtturm von Grand Turk erwarten. Die Insel bietet zudem exzellente Möglichkeiten für Schnorcheltouren und Strandtage – bequem erreichbar für Tagesgäste der Schiffe.

Grand Turk - Badegäste vor dem Cruise Center
Was man an einem Liegetag auf der Insel und in Cockburn Town unternehmen kann, darüber berichten wir unter Ein Tag auf Grand Turk.
Update Mai 2025