Die Azamara Onward liegt weit draußen im Hafen von Valencia. Ein kostenloser Shuttlebus der Hafenbehörde bringt die Passagiere bis zum Terminal und zurück. Azamara sorgt zudem für einen unentgeltlichen Transfer zwischen Stadtzentrum und Schiff. Die Busse fahren im 30-Minuten-Takt bis in die Nähe der Serranos Brücke. Eine sehr großzügige Regelung. Auch die von der Reederei angebotenen Ausflüge sind interessant. Wir haben jedoch eigene Pläne.

Pont dels Serrans
Landausflug mit dem örtlichen Bus
Mit dem Bus der Hafenbehörde verlassen wir das weitläufige Gelände. Am Kreisel vor dem Hafengelände sind die Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs. Die Buses 4 oder 95 fahren in Richtung Zentrum und passieren auf dem Weg dorthin die Stadt der Künste und der Wissenschaften. Dort werden wir unseren heutigen Ausflug beginnen. Details zu den Attraktionen auf unserem Landausflug beschreiben wir in unserem Beitrag Valencia Sehenswürdigkeiten. Nicht einmal 10 Minuten Fahrt, und wir verlassen den Bus am L’Oceanogràfic, dem größten Aquarium Europas.

CaixaForum Valencia
Die Stadt der Künste und der Wissenschaften
Im unteren Teil des ehemaligen Turia Flussbetts entstand in den Jahren 1991 bis 2006 die Stadt der Künste und der Wissenschaften. Das aus verschiedenen monumentalen Bauwerken bestehende Freizeit- und Kulturzentrum wurde von den Architekten Santiago Calatrava Valls und Félix Candela entworfen und realisiert. Wir haben nicht ausreichend Zeit für intensive Besichtigungen. Allein im Aquarium L’Oceanogràfic könnten wir mehr als 45.000 Meeres- und Küstenbewohner sehen. Die weitläufige Anlage mit ihren futuristisch wirkenden Bauten ist schon für sich sehenswert. Und diese schauen wir uns an. Zuletzt gehen wir auf der Promenade der Skulpturen durch den botanischen Garten bis zur Schrägseilbrücke El Puente de l’Assut de l’Or.
Rundgang im historischen Zentrum Valencias
Dort warten wir an der nächsten Haltestelle auf einen Bus zum historischen Zentrum. Wir steigen am Turia Garten in der Nähe der Serrano Brücke aus. Über die Brücke gelangen wir in die Altstadt Valencias, die früher von einer Stadtmauer umgeben war. Einlass in die Stadt boten zwölf Tore, von denen zwei erhalten sind. Wir gehen direkt auf eines zu.

Stadttor Torres de Serranos
Das Stadttor Torres de Serranos wurde zwischen 1392 und 1398 gebaut. Die wuchtigen fünfeckigen Türme sind jeweils 33 Meter hoch und durch einen Rundbogen verbunden. Die Türme dürfen bestiegen werden, und diese Gelegenheit lassen wir uns nicht entgehen. Die Stufen sind ziemlich hoch, aber die Aussicht auf die Altstadt von Valencia und den Turia Garten lohnen den Aufstieg allemal.
Auf dem Weg zur Kathedrale passieren wir den Palacio de Benicarló, in dem früher die Familie Borja residierte und der bei Führungen besichtigt werden darf.
Gegenüber liegt die Iglesia de San Lorenzo, eine der ältesten Kirchen Valencias. Nur wenig später stehen wir auf der Plaza de la Virgen. Zu römischer Zeit befand sich an dieser Stelle das Forum. Die Rückseite der Kathedrale, die Basilika der Heiligen Jungfrau der Hilflosen und der Garten des Palastes der Generalität säumen den Platz. Auch einige einladende Terrassencafés fehlen nicht. Auf dem Platz steht der Turia Brunnen. Er zeigt Neptun, umringt von acht weiblichen Statuen. Blickfang ist jedoch die Basilika, die der Schutzpatronin von Valencia geweiht ist. Eine ovale Kuppel mit blauen Ziegeln überwölbt den Innenraum. Es findet gerade eine Chorprobe statt, aber wir können den üppig ausgestatteten Kirchenraum vom freien Bereich hinter den Kirchenbänken gut betrachten.
Eine kleine Brücke verbindet die Basilika mit der Rückseite der Kathedrale von Valencia. Deren Haupteingang liegt an der Plaza de la Reina. Die Kathedrale wurde im 13. Jahrhundert auf den Fundamenten eines römischen Tempels und einer Moschee errichtet. Wir besichtigen das Innere der Kathedrale. Besonders gut gefallen uns die Kapellen in den Seitenschiffen. Bei der Reliquie, die in der Capilla del Santo Cáliz aufbewahrt wird, soll es sich um den Kelch des letzten Abendmahls Jesu Christi handeln.
Neben der Kathedrale steht der Glockenturm El Miguelete. Er wurde im 14. Jahrhundert gebaut und gilt als eines der Wahrzeichen Valencias. Der 51 Meter hohe Turm darf bestiegen werden. Wer die 207 Stufen der Wendeltreppe bewältigt, wird mit einem wunderschönen Rundumblick über Valencia belohnt.
Im alten Händlerviertel
Wir gehen über die Plaza de la Reina in Richtung des alten Händlerviertels. Im 19. Jahrhundert wurden auf der Plaza Redonda Fisch und Fleisch verkauft. Nach einer aufwändigen Renovierung im Jahr 2012 wurde der runde Platz mit dem Brunnen in der Mitte zum Touristenmagnet. In den niedrigen Häusern rund um Platz gibt es Kunstgewerbe- oder Souvenirläden sowie etliche Tapas Bars.
Nicht weit entfernt liegt die Lonja de la Seda, die ehemalige Seidenbörse. Valencia war in früheren Zeiten ein wichtiges Handelszentrum im Mittelmeerraum. Zu den bedeutenden Wirtschaftszweigen gehörte die Seidenweberei. Die Seidenbörse wurde zwischen1482 und 1533 im gotischen Stil gebaut und ist eine von Valencias TOP-Sehenswürdigkeiten. Seit 1996 gehört die Lonja de la Seda zum UNESCO Weltkulturerbe.
Gegenüber der Seidenbörse befindet sich die Markthalle Mercado Central. Das Innere des Jugendstilbaus ist wegen der dekorativen Azulejos und Glasarbeiten und der Kuppel besonders sehenswert. Und das Angebot an frischen Produkten ist überwältigend.
Rathaus, Hauptpost, Bahnhof und Stierkampfarena
Unsere nächste Etappe ist die Plaza del Ayuntamiento. Eine Grünanlage mit Brunnen und Sitzbänken lädt zum Ausruhen ein. Am Platz liegen das repräsentative Rathaus und die ehemalige Hauptpost. Weithin sichtbar ist der schlanke Metallturm, in dem eine Wendeltreppe zu einer Aussichtsplattform führt.

Font De La Plaça De L'ajuntament
In südlicher Richtung gehen wir direkt auf die Estación del Norte zu. Valencias Nordbahnhof wurde im Jahr 1917 eingeweiht. Er gehört zu den schönsten Jugendstilbauten Europas. Neben der lichten Eingangshalle liegen Schalter- und Empfangsräume, deren Böden, Wände, Decken und Pfeiler mit Mosaiken, Keramiken und Malereien in leuchtenden Farben geschmückt sind. Am selben Platz liegt die imposante Stierkampfarena. Der Durchmesser beträgt 52 Meter, die gesamte Höhe über 17 Meter. Die Arena bietet Platz für 16.000 Besucher.
Ein schöner Tag in Valencia
Über die attraktive Einkaufsstraße Calle de Colón gehen wir in Richtung Turia Garten. Einen Stopp legen wir ein an der Puerta del Mar. Sie wurde 1944 als Denkmal für die Gefallenen gebaut. An der Puente del Mar - eine der ältesten Brücken Valencias - erreichen wir wieder den Turia Garten. Es wird Zeit für die Rückkehr zum Schiff.
Ein 95er Bus bringt uns zum Hafen von Valencia. Dort wechseln wir in den Hafenshuttle und kommen pünktlich zur Azamara Onward. Was für ein schöner Tag.
Valencia ist eine überaus empfehlenswerte Destination. Alt und Neu liegen nah beieinander. Die Stadt der Künste und der Wissenschaften ist ein absolutes Highlight. Und die Altstadt lockt nicht nur mit ihren historischen Bauten, sondern auch mit malerischen Plätzen und Gassen sowie Terrassencafés, Bars und Restaurants.

Valencia - Terrassencafés, Bars und Restaurants
Update Juni 2026









