Vancouver - Stanley Park und English Bay

Vancouver - Stanley Park und English Bay


Im September starten wir vom kanadischen Vancouver zu einer Alaska-Kreuzfahrt. In Anbetracht der 8.000 Kilometer Wegstrecke zwischen Deutschland und Vancouver ist es sinnvoll, ein paar zusätzliche Tage in der Stadt zu verbringen, um sie näher kennenzulernen. Nachfolgend berichten wir über einen unserer unternommenen individuellen Ausflüge.

Kreuzfahrtschiffe am Kreuzfahrtterminal von Vancouver

Kreuzfahrtschiffe am Kreuzfahrtterminal von Vancouver


Themen sind der Stanley Park, Vancouvers und Kanadas größter Stadtpark, North Vancouver und die im Westen der Stadt gelegene English Bay. Ende September sind Vancouvers Temperaturen sehr angenehm, und die Sonne zeigt sich regelmäßig. Die Voraussetzungen sind ideal, um die empfohlenen Teiletappen zu sehen.

North Vancouver mit dem SeaBus besuchen

Unsere Tour beginnt mit einem Umweg. Der SeaBus, die geräumige und schnelle Personenfähre, befördert uns innerhalb von zwölf Minuten vom Kreuzfahrtterminal Canada Place zum Lonsdale Quay im Stadtteil North Vancouver; dabei quert das Schiff das Burrard Inlet.

Vancouvers Skyline mit SeaBus

Vancouvers Skyline mit SeaBus


Am Lonsdale Quay erwarten uns in der Quayside Plaza einige Ladengeschäfte, Restaurants, Imbissläden sowie zwei Aussichtsplattformen. Die bieten einen herrlichen Blick auf Downtown Vancouver und die dort versammelten Kreuzfahrtschiffe sowie die weiter östlich gelegene Ironworkers Memorial Bridge. Die an der zweiten Engstelle der Bucht platzierte Stahlkonstruktion ist eine der bekanntesten Brücken Vancouvers.

Vancouvers Skyline und Schiffe am Kreuzfahrtterminal

North Vancouver - Quayside Plaza
Brunnenanlage am Lonsdale Quay
Vancouvers Hafen mit der Ironworkers Memorial Bridge

Lonsdale Quay ist mit einer Marina verbunden. Dahinter ragen die Hochhäuser des Vororts auf, und im Osten hinter den Häusern erstreckt sich der Gebirgszug der North Shore Mountains mit dem Skigebiet Grouse Mountain und dem Mount Seymour.

Blick vom Lonsdale Quay/North Vancouver

Blick vom Lonsdale Quay/North Vancouver


Vom unterirdischen Busbahnhof der Kaianlage führen verschiedene Buslinien über den Landweg zurück nach Vancouver. Wir nehmen den 242er-Bus. An Tagen wie diesem rentiert sich der preisgünstige Day Pass des regionalen Verkehrsunternehmens Translink. Aktueller Preis: 11,25 CAD, entsprechend 7,75 Euro.

Auf seiner Fahrt passiert der Bus ausgedehnte, gutbürgerliche Einfamilienhaus-Wohngebiete. An den Laternenmasten hängen Warnhinweise vor herumstreunenden Schwarzbären. Unglaublich: in den Vororten einer mehr als 700.000 Einwohner zählenden Großstadt wird vor Schwarzbären gewarnt! 

Lions Gate Bridge

Der Bus passiert die Lions Gate Hängebrücke und folgt dem vierspurigen, durch den Stanley Park hindurchführenden Highway 99. Wir haben nachgelesen: Die Baukosten der Brücke wurden von der Brauerfamilie Guinness vorfinanziert. Dies geschah allerdings nicht aus Altruismus, sondern um ein den Brauern gehörendes 16 Quadratkilometer großes Grundstück im Westen Vancouvers erschließen zu können. Übrigens, die Kreuzfahrtschiffe fahren beim Ein- oder Auslaufen unter der Brücke her.

Lions Gate Bridge

Lions Gate Bridge


Um in den Stanley Park zu wechseln, verlassen wir den Bus am Devonian Harbour Park. Von dort sind es nur wenige Hundert Schritte bis zu dem 405 Hektar großen Landschaftspark. Eintritt wird nicht erhoben. 

Der Stanley Park und was es dort zu sehen gibt

Vor der Entdeckung und Erforschung der Region bewohnten ursprünglich indigene Völker, Kanadas „First Nations“, die in den Vancouver Harbour und die English Bay hineinragende Landzunge. Nach dem Rückzug der First Nations war das heutige Areal anfänglich einer planlosen kommerziellen Nutzung unterworfen. Doch schon im Jahr 1886 wurde die Einrichtung eines Landschaftsparks beschlossen.

Dessen heutiges Erscheinungsbild ist nicht das Werk von Landschaftsarchitekten. Vielmehr wurde in die Natur nur wenig eingegriffen. Das erklärt, dass immer noch Teile des Parks von dichtem Wald mit über 70 Meter hohen und jahrhundertealten Bäumen bewachsen sind.

Der Stanley Park Seawall Path, ein Wanderweg oberhalb des Wassers, umgibt die Halbinsel. Außerdem durchschneiden viele Querwege das Gelände. Die Landkarten weisen zudem zwei Strandabschnitte aus. Uns ist es nicht möglich, die vielfältigen Angebote des Parks zu nutzen.

Stanley Park Seawall Path am Brockton Point Leuchtturm

Stanley Park Seawall Path am Brockton Point Leuchtturm


Tagesbesucher entscheiden sich je nach Interessenlage für bestimmte Attraktionen. Dazu zählen wir:

  • Die sehenswerten Totem-Pfähle der kanadischen First Nations,
  • Das Naval Museum at H.M.C.S. Discovery,
  • Die aktive Nine O’Clock Gun,
  • Das Brockton Point Lighthouse.

Unter Vancouver – Sehenswürdikeiten stellen wir die Glanzlichter des Parks vor.

Totempfähle im Stanley Park
Bootshäuser des Naval Museum
Nine O'Clock Gun
Brockton Point Lighthouse

Weitere sehenswerte Stationen des Stanley Parks:

  • Der Lumberman‘s Arch,
  • Das Vancouver Aquarium (die von einer Non-Profit-Organisation betriebene Einrichtung ist zugleich eine meeresbiologische Forschungsstation),
  • Der etwa 18 Meter hohe Siwash Rock,
  • Der Prospect Point Lookout.
Der Lumberman‘s Arch


Der Lumberman‘s Arch


Stanley Park - Siwash Rock


Stanley Park - Siwash Rock 


Eine Kuriosität ist die auf einem Felsen im Wasser platzierte Bronzeskulptur „Girl in a Wetsuit“. Sie sieht im Großen und Ganzen der Kopenhagener Kleinen Meerjungfrau zum Verwechseln ähnlich. Ihr Schöpfer, der verstorbene ungarische Bildhauer Elek Imredy, betont allerdings, er hätte die „Kleine Meerjungfrau“ nie zuvor gesehen. Die junge Dame in Lebensgröße im Neoprenanzug mit Schwimmflossen an den Füßen sei kein Plagiat.

Girl in a Wetsuit


Girl in a Wetsuit


Kopenhagens Kleine Meerjungfrau


Kopenhagens Kleine Meerjungfrau 


Zum Angebot der Parkverwaltung zählen ebenfalls beschauliche Rundfahrten in von Pferdegespannen gezogenen Kutschwagen. Im Sommer, an Ostern, über Halloween und zu Weihnachten fährt auf zwei Kilometern Strecke eine Miniatureisenbahn. Überall in Vancouver werden Fahrräder vermietet, deren Nutzung auf den asphaltierten Straßen des Parks gestattet ist. Und ganz nebenbei, im Park wird den Besuchern auch genügend abwechslungsreiche Kost angeboten.

Wer nach dem Parkbesuch Bequemlichkeit vorzieht, verlässt den Park mit der Buslinie 019. Eingestiegen wird am Stanley Park Loop.

Bereit zur Kutschfahrt


Bereit zur Kutschfahrt


Der Stanley Park Loop


Der Stanley Park Loop 


English Bay

Den Strandabschnitt English Bay halten wir für einen der schönsten Sandstrände Vancouvers. Der etwa 300 Meter lange Strandabschnitt liegt im Stadtteil West End zwischen der Morton Avenue und der Bidwell Street. Uns lädt der kühle Pazifik nicht zum Baden ein. Zum Sonnen und Ausruhen taugt English Bay allerdings schon, und das nahegelegene Cactus Club Café bietet angenehme Innen- und Außensitzplätze.

English Bay


English Bay


English Bay


English Bay 


Die English Bay wird von Touristen wohl kaum wegen des Cafés besucht. Publikumsmagneten sind der Skulpturenpark A-maze-ing Laughter und das Inukshuk Monument.

A-maze-ing Laughter im Morton Park

Das „verblüffende, phantastische Gelächter“ zeigt 14 übermannsgroße Bronzestatuen fröhlicher Männer mit asiatischen Gesichtszügen. Der chinesische Künstler Yue Minjun hat die Lachenden im Rahmen der Vancouver International Sculpture Biennale im Jahr 2009 installiert. 

Inukshuk Monument

Das aus grauen Granitsteinen zusammengefügte Denkmal greift auf die Traditionen der Inuits im Norden Kanadas zurück. Das Naturvolk errichtete solche Wegmarken, um Fremden und Seefahrern Orientierungshilfe zu gewähren. Den im Vancouver-Gebiet siedelnden First Nations waren derartige Symbole allerdings fremd. Die kanadische Bezirksregierung der nordwestlichen Territorien hatte das Kunstwerk für ihren Pavillon auf der Weltausstellung Expo 86 in Auftrag gegeben. Im darauffolgenden Jahr wurde es in Vancouvers Obhut gegeben und an seinen heutigen Standort aufgestellt.

Morton Park - Skulpturengruppe A-maze-ing Laughter


Morton Park - Skulpturengruppe A-maze-ing Laughter


Inukshuk Monument


Inukshuk Monument 


Von der Höhe des Inukshuk Monuments ist die im Jahr 1932 eröffnete Burrard Street Bridge sehr gut zu sehen. Die mehr als 800 Meter lange Fachwerkbrücke queren täglich mehr als 50.000 Fahrzeuge und unzählige Radfahrer und Fußgänger.

Burrard Street Bridge

Burrard Street Bridge


Am Folgetag beginnen wir unsere Alaska-Kreuzfahrt mit der Norwegian Sun. Vancouver als Einschiffungshafen werden wir positiv in Erinnerung behalten.

Update Februar 2024