Seit dem Jahr 1987 stehen die Stadt Venedig und ihre Lagune auf der Liste des UNESCO Weltkulturerbes. La Serenissima, „die Allerdurchlauchtigste“, fordert ihren Besuchern schwierige Entscheidungen ab. Es gibt so viele Sehenswürdigkeiten anzusehen und es bleibt den mit Kreuzfahrtschiffen anreisenden Gästen so wenig Zeit, um genug zu sehen. Erstbesucher sollten sich nur für die Top-Sehenswürdigkeiten des historischen Zentrums entscheiden. Die sind gut von Venedigs Kreuzfahrt-Terminal zu erreichen. Sehenswert sind: 

Venedigs Paläste

Venedig - Dogenpalast

Die Stadt ist reich an Palästen. Aber nur zwei, der Dogenpalast und die Residenz des Patriarchen von Venedig, galten als wahre Paläste. 

Residenz des Patriarchen von Venedig

Der am unteren Ende des Markusplatzes gelegene Dogenpalast, der Palazzo Ducale, grenzt an die Lagune. Im Dogenpalast wurden vom 9. Jahrhundert an die Geschicke der Stadt und der Republik Venedig gelenkt. – Die Architektur des Palasts und die Raumgestaltung sind bewunderungswürdig. Sehenswert ist die Sala del Maggior Consiglio. Die Maße des Saals werden mit 54 x 25 m angegeben.

Die dort Versammelten hatten an der Kopfseite des Raums jederzeit das Paradies vor Augen. Es wird auf einem 22 x 7 Meter messenden Gemälde dargestellt. - Wer sehen möchte, wo die Dogen regierten, zahlt 19 Euro Eintritt. Das Kombiticket besitzt auch Gültigkeit für weitere Museen am Markusplatz. Für Kinder, Studenten und Rentner gelten reduzierte Preise.

Dogenpalast und Markusbasilika

Dogenpalast und Markusbasilika


Venedigs Kirchen

Venedig besitzt eine Unmenge Kirchen. Viele dieser Kirchen sind mit etwas Bedeutsamen verbunden. Ihr Entstehen ist häufig zum Teil oder zur Gänze auf das Mitwirken weltlicher Stifter zurückzuführen. - Der Besucher muss sich entscheiden, welche der Kirchen er anschauen möchte. Unsere Wahl fällt auf folgende Gotteshäuser.

Basilika di San Marco

Basilika di San MarcoDie Markusbasilika wurde zur Aufnahme der Gebeine des Evangelisten Markus erbaut. Sie war die Palastkirche der Dogen und das zentrale Heiligtum Venedigs. Der Bau orientiert sich an byzantinischen Vorlagen. Die Hauptfassade ist mit fünf Portalen geschmückt. Das Haupttor zieren Löwenköpfe. Vier Pfeiler und sechs Säulen teilen den Innenraum in drei Schiffe. Über 4.000 m² kunstvoll gestaltete Mosaikflächen können bewundert werden. Fünf Kuppeln krönen den Innenraum. Im Laufe von Jahrhunderten kam es durch Anbauten und Ergänzungen zu Veränderungen des Bauwerks.

Detail der Markusbasilika

Die Basilika darf nur ohne Gepäck betreten werden. Mit langen Wartezeiten ist zu rechnen. Die außen liegende Aussichtsplattform mit Blick auf den Markusplatz erreicht der Besucher vom Hochportal im Inneren der Kirche. Der Zutritt zu diesem Bereich kostet ebenso wie die Auffahrt auf den benachbarten Campanile einen Obolus.

Campanile di San MarcoDer frei stehende Campanile di San Marco ist mit fast 99 m Höhe Venedigs höchster Turm. Er wurde erst im 20. Jahrhundert errichtet. Der ursprüngliche, im 10. Jahrhundert erbaute, Glockenturm stürzte bei dem Versuch einen Lift einzubauen, in sich zusammen. Innerhalb von 9 Jahren wurde der Turm unter Verwendung alter Steine wieder aufgebaut und von Anfang an mit einem Aufzug versehen. Die Sicht über die Stadt ist phänomenal. Am Fuß des Turms steht die Loggetta. Dort versammelten sich Venedigs Patrizier.

Basilika di Santa Maria della Salute – An der Einfahrt zum Canale Grande steht diese Barockkirche. Sie ist jüngerem Datums, zählt aber doch zu den bedeutendsten Kirchen Venedigs. Erbaut wurde sie im 17. Jahrhundert nach dem Ende einer Pestepidemie, die einem Drittel der Bevölkerung den Tod brachte. Ihr Bau dauerte 55 Jahre. Geweiht wurde sie 1687. Zwei Kuppeln und zwei Glockentürme sind ihre Erkennungszeichen. Die Hauptfassade liegt am Canale Grande. Der Marmorbau wurde achteckig angelegt.

Santa Maria della Salute     Santa Maria della Salute - Detail

Santi Giovanni e Paolo

Basilika Santi Giovanni e Paolo, die Venezianer nennen sie kurz „Zanipolo“. Sie war eine den Dominikanern gehörende Klosterkirche. Die dreischiffige Gotteshaus wurde im gotischen Baustil aus Backstein errichtet und stammt aus dem 14. und 15. Jahrhunderts. Der 96 m lange und 28 m breite Kirchenraum ist sehenswert. Viele Dogen und Adelige fanden in der Kirche ihre letzte Ruhestätte. Sie nahm nach der Markusbasilika unter Venedigs Kirchen den zweiten Rang ein. 

 

Santi Giovanni e Paolo

Santi Giovanni e Paolo


Santa Maria Gloriosa dei Frari

Basilika Santa Maria Gloriosa dei FrariDie von Franziskanermönchen erbaute und äußerlich eher schlicht gehaltene „Basilica minor“ zählt zu Venedigs bedeutendsten gotischen Kirchenbauten. Ihrer Kunstschätze wegen ist sie eine der herausragenden Kirchen Venedigs. Zwei Gemälde Tizians schmücken das Kircheninnere. Ursprünglich waren der Kirche zwei Klöster zugeordnet. Nach deren Auflösung residiert dort seit nahezu zweihundert Jahren Venedigs Staatsarchiv.

 

Santa Maria Gloriosa dei Frari

Santa Maria Gloriosa dei Frari


Venedigs Plätze

Die Piazza San Marco, der Markusplatz, ist der bedeutendste Platz Venedigs. In der Blütezeit der Republik Venedig war die Piazza der Mittelpunkt Venedigs. Flankiert wird der Platz von den alten und neuen Procuratori, den prachtvollen Verwaltungsbauten mit schönen Arkaden, Läden und Cafés. Unzählige Tauben und Hunderte Touristen bevölkern den Markusplatz. Seine Länge misst 175 Meter; die Breite beträgt bis zu 82 Meter. Die Grundfläche ist trapezförmig angelegt. 

Markusplatz mit den Procuratori     Markusplatz mit Markusdom

Zum Markusplatz gehören noch die Markuskirche, der Campanile und der Torre dell’Orologio, der Uhrenturm. Durch eine Verlängerung, die Piazzetta San Marco erstreckt sich der Platz am Dogenpalast entlang bis hinüber zur Lagune, dem „Bacino di San Marco“.

Piazetta San Marco

Piazetta San Marco


Venedigs sonstige herausragenden Bauten

Das dem Dogenpalast gegenüberliegende Gebäude ist die Libreria Sansoviniana. Ihr anderer Name lautet „Biblioteca Nazionale Marciana“ (Markusbibliothek). Das Haus beherbergt Gemälde venezianischer Künstler, ein archäologisches Museum und eine Bibliothek mit mehr als 750.000 Bänden. 

Libreria Sansoviniana

Libreria Sansoviniana


Galleria dell’Accademia – In den Räumlichkeiten der „Bruderschaft Santa Maria della Carità“ am Canale Grande residiert das Museum der besten venezianischen Kunst der Zeitspanne vom 14. bis zum 18. Jahrhundert. Dort werden ausgesuchte Beispiele venezianischer Malerei zwischen Gotik und Rokoko ausgestellt. Das Museum umfasst drei Gebäude. 

Scuola Grande di San Rocco

Scuola Grande di San Rocco – Zünfte und Laienbruderschaften, sogenannte Scuole, engagierten sich bereits früh in Venedig mit karitativen und gemeinnützigen Aufgaben. Dafür, dass sie sich auch im öffentlichen Auftritt vorzüglich präsentierten, ist das Versammlungshaus der Scuola Grande di San Rocco ein gutes Beispiel, obwohl es unvollendet blieb.

Scuola Grande di San Marco – Sie gehört zu Venedigs sechs „Scuole Grandi“. Ein Vorgängerbau stammt aus dem Jahr 1260. Nach einem Feuer musste neu gebaut werden. In diesem Zusammenhang erhielt das Gebäude eine Marmorfassade. Sie liegt neben der Kirche Santi Giovanni e Paolo. Heute findet sie als Krankenhaus Verwendung.

Scuola Grande di San Marco

Scuola Grande di San Marco


Torre dell'Orologio

Torre dell’OrologioEr steht seit dem Ende des 15. Jahrhunderts neben der Markusbasilika. Zur vollen Stunde schlagen auf der Dachterrasse des Turms zwei „Mori“ genannte Figuren eine große Glocke. Vom großen, blau emaillierten Ziffernblatt lassen sich die Zeit, die Mondphase und der Sonnengang ablesen.

 

Venedigs Brücken

Eine der vielen Brücken Venedigs

Jede der annähernd 400 Brücken Venedigs erscheint uns sehenswert. Keine gleicht den anderen. Einige der Überführungen besitzen jedoch eine spezielle Bedeutung. Für diese Kategorie stehen die folgenden Brückenbauten.

Die der Länge nach in zwei Gänge geteilte Seufzerbrücke, die Ponte dei Sospiri, verbindet den Dogenpalast mit dem Gefängnis. Ein berühmter Insasse der Bleikammern dieses Gefängnisses war Casanova. Er entwich aus den Verliesen im Jahr 1765.

Seufzerbrücke

Seufzerbrücke


Mithilfe der Rialtobrücke konnte erstmalig der Canale Grande zwischen den Stadtteilen San Marco und San Polo überquert werden. Die ursprünglich kleine Holzbrücke wandelte sich im Laufe der Zeit zu einem der berühmtesten und stetig überlaufenen Wahrzeichen Venedigs. Ihre Maße betragen 48 Meter in der Länge und 22 Meter in der Breite.

Rialtobrücke     Rialtobrücke

Beste Blicke auf den Canale Grande bietet die hölzerne Ponte dell’Accademia.

Ponte dell'Accademia

Ponte dell'Accademia


Die offene Brücke und kreuzt den Kanal am südlichen Ende und verbindet den Stadtteil San Marco mit dem Dorsoduro-Wohnviertel. Sie wurde 1933 eröffnet und nach der nahe gelegenen Gemäldesammlung, der Galleria dell’Accademia, benannt. Von der Brücke aus ist die Basilika Santa Maria della Salute hervorragend zu sehen.

Die genannten sehenswerten Ziele des Centro Storico erfordern allesamt keine geführten Touren. Im Übrigen sind sie einfach zu erreichen. Zu unseren bevorzugten Zielen außerhalb des historischen Stadtkerns zählen allerdings auch Murano, das Zentrum der venezianischen Glaskunst auf den Murano-Inseln oder die zwischen Venedig und Murano gelegene Friedhofsinsel San Michele.

Blick auf Murano

Blick auf Murano


(Update Oktober 2016)