Autor: Karl W. P. Beyer

Im Süden Frankreichs, präziser im Département Alpes-Maritimes, liegt die kleine 5000-Seelen-Gemeinde Villefranche-sur-Mer. Sie ist eine von 49 Kommunen der Métropole Nice Côte d’Azur. In deren Grenzen wohnen insgesamt 540.000 Menschen. Die Touristenmagnete Monaco und Nizza liegen nur 14 bzw. 8 Kilometer entfernt. Und bis zur italienischen Grenze sind es gerade einmal 30 Kilometer.

Villefranche-sur-Mer - Panorama

Villefranche-sur-Mer - Panorama


Vor weit mehr als 2000 Jahren wurde der Küstenabschnitt von Ligurern besiedelt. Später gingen Griechen und Römer in der Region ein und aus. Die Römer schufen wegen der strategischen Bedeutung des Hafens sogar eine Verbindung zur Fernstraße Via Iulia Augusta, die an die Via Aurelia anschloss. Und nach dem Zweiten Weltkrieg lag die 6. US-Kriegsflotte bis zum Jahr 1962 vor Villefranche. Militärs besaßen schon immer die Gabe, ihre Hauptquartiere in schönen Lagen zu etablieren. Apropos Hafenwirtschaft: Villefranche-sur-Mer besitzt Frankreichs zweitgrößten Kreuzfahrthafen. Nach offiziellen Angaben passierten zuletzt mehr als 467.000 Passagiere das kleine Kreuzfahrtterminal an der Place Wilson. Die Kleinstadt besitzt keine Hafenmole. Die Kreuzfahrtschiffe liegen vor Villefranche-sur-Mer auf Reede, und die Passagiere werden mit Tenderbooten an Land gebracht.

Villefranche-sur-Mer - Celebrity Reflection auf Reede

Villefranche-sur-Mer - Celebrity Reflection auf Reede


Villefranche ist vom Kreuzfahrtschiff schön anzusehen. Gefallen finden die Besucher vor allem an den in traumhaften Hanglagen der Seealpen errichteten Gebäuden. Im Ort fallen die farbenfrohen mehrgeschossigen Häuser der Hafenpromenade, die vielen Bars und Restaurants und der kleine Hafen ins Auge. Unterhalb des Bahnhofs erstreckt sich ein kleiner Sandstrand.

Villefranche-sur-Mer - Restaurant am Quai de l'Amiral Courbet Villefranche-sur-Mer - Häuser an der Uferpromenade

Den Tagesgästen der Kreuzfahrtschiffe bietet der Ort nur wenig Sehenswertes. Bemerkenswert sind immerhin die mächtige Zitadelle St.-Elme, das oberhalb auf 222 Meter Höhe gelegene Fort du Mont Alban und die gegenüberliegende Halbinsel Cap Ferrat. Die Zitadelle entstammt dem Jahr 1557. Das restauriere Gemäuer bietet der Stadtverwaltung, einem Kongresszentrum und vier Museen Raum. Das Fort flankierte die Zitadelle und schützte den alten Hafen von Villefranche. Das elitäre Cap Ferrat ist der Wohnort der Reichen und der Schönen. Als besonderer Anziehungspunkt gilt dort die Villa Ephrussi de Rothschild. Der in italienischem Stil erbaute Palast darf besichtigt werden.

Villefranche-sur-Mer - Citadelle St. Elme Villefranche-sur-Mer - Citadelle und Fort du Mont Alban

Villefranche ist zwar ein attraktives, liebenswertes Kreuzfahrtziel; zu einer interessanten Tagesetappe wird die Kleinstadt aber besonders wegen der kurzen Distanz zu den berühmten Nachbarstädten Monte Carlo und Nizza. Beide sind mit den häufig verkehrenden TER-Regionalzügen der staatlichen französischen SNCF leicht zu erreichen. Ein angenehmer Weg von gerade einmal 600 Metern Länge verbindet das Kreuzfahrtterminal an der Place Wilson mit dem Bahnhof. Unsere Eindrücke bezüglich der beiden extrem unterschiedlichen Städte beschreiben wir in Kürze unter Monte Carlo entdecken und Nizza entdecken.

Villefranche-sur-Mer - Kreuzfahrtterminal an der Place Wilson Villefranche-sur-Mer - Der Bahnhof, darunter der Stadtstrand