Gerade einmal zwei Quadratkilometer groß und schon ein Staat! Das Fürstentum Monaco ist nach der Vatikanstadt das zweitkleinste von den Vereinten Nationen anerkannte Land. Der Stadtstaat liegt inmitten der Seealpen und vom Mittelmeer umgeben auf französischem Territorium. Monacos Einwohnerzahl belief sich nach der letzten offiziellen Volkszählung auf knapp 36.000 Personen. Sofern die umliegenden französischen Ortschaften einbezogen werden, leben im Großraum Monaco rund 100.000 Menschen.
Monaco – etwas Geschichte
Historisch ist belegt, dass bereits Phönizier, Griechen und Römer in Monaco und seiner Umgebung siedelten. Der 10. Juni 1215 wird als Gründungsdatum Monacos genannt. An jenem Tag begann die genuesische Familie der Gibbelins mit dem Bau einer Festung. Die Burg wurde in 62 Meter Höhe über dem Meer errichtet.

Le Rocher - Bastionen und das Fürstenpalais
Im Jahr 1297 übernahm die Familie Grimaldi die Festung in einem Handstreich. Von einem kurzen Interregnum abgesehen, gaben die Grimaldis die Führung Monacos nicht mehr aus den Händen. Die Tageszeitung Handelsblatt beschrieb die Familie im Jahr 2011 auf diese Weise: „Die aus Genua stammende und seit 1297 herrschende Grimaldi-Dynastie begründete ihr Vermögen als Raubritter und Piraten“.
Monaco – Wohnsitz der Wohlhabenden und Reichen
Monacos ins Auge fallender Wohlstand gründete ursprünglich auf zwei Faktoren: dem in den Wintermonaten ausgewogenen Klima und seinem Casino. Später hat sich der Zwergstaat auf ökonomischem Gebiet als Zentrum der Finanzdienstleister und als Steueroase einen Namen gemacht. Was das Verhältnis zwischen Monaco und Frankreich anbelangt: Ein bilaterales Abkommen regelt die Unabhängigkeit und die Sicherheit Monacos durch Frankreich.

Monte Carlo
Monaco für Kreuzfahrer
Monaco besitzt nicht die Attraktivität mediterraner Hafenstädte vom Schlage Nizzas und Marseilles, der katalanischen Metropole Barcelona oder von Palma de Mallorca. Dennoch ist Monaco ein sehenswertes Etappenziel auf einer Kreuzfahrt im westlichen Mittelmeer.
Mit dem Kreuzfahrtschiff anreisende Besucher starten ihre Visite entweder an der Mole der Kreuzfahrtschiffe in Monaco oder im gut zehn Kilometer entfernten Villefranche-sur-Mer. Wir testeten beide Varianten und geben Hinweise sowie Empfehlungen zu Monacos Sehenswürdigkeiten.
Monacos wichtigste Stadtlagen – Le Rocher und Monte Carlo
Seit dem Jahr 2013 ist Monaco in neun Stadtbezirke gegliedert. Die zu kennen ist für Besucher unerheblich. Wichtig zu wissen ist: Das Fürstentum besteht aus zwei völlig unterschiedlichen Teilbereichen, dem Fels Le Rocher und Monte-Carlo.

Monacos Fürstenpalais
Auf Le Rocher steht das Fürstenpalais, und hinter dem Palast erstreckt sich die kleine, verwinkelte Altstadt. Der Rest des Fürstentums entfällt auf Monte-Carlo. Dieser Teil ist dicht besiedelt und mit vielen Hochhäusern bebaut.
Sehenswürdigkeiten auf Le Rocher
Palais Princier – der Fürstenpalast
Die Familie der Grimaldi, vertreten durch den Regierenden Fürsten Albert II, steht an der Spitze des Staates. Die Grimaldis residieren in dem fotogenen Fürstenpalast. Vor dem Palais paradieren Wachsoldaten. Sehenswert ist die Wachablösung vor dem Hauptportal des Palasts. Sie findet täglich zur Mittagszeit statt. Zwischen Juni bis Oktober werden Palastführungen angeboten.
Standort: Place du Palais
Altstadt Monaco-Ville
An den Grimaldi-Palast schließt der Altstadtbereich Monaco-Ville an. Enge Gassen, mediterrane Häuser, Souvenirläden, Bars, Cafés und Restaurants sind typisch für die Altstadt.

Altstadt Monaco-Ville
Von Aussichtspunkten genießen Besucher spektakuläre Ausblicke auf die umgebende felsige Landschaft, die Beton- und Glasfronten von Monte-Carlo und die Häfen Port Hercule und Port Fontvielle mit den dort ankernden Super Yachten. Sehenswert in Monaco-Ville sind:
Fort Antoine
Die kleine Bastion wurde vom Jahr 1710 an erbaut. In der Gegenwart wird die Anlage als Amphitheater genutzt. Vom Anleger der Kreuzfahrtschiffe kommende Besucher können Fort Antoine nicht verfehlen.
Standort: Avenue de la Quarantaine.

Fort Antoine
Justizpalast
Mit dem Bau des Gerichtsgebäudes wurde 1924 begonnen. Das aus Vulkanstein errichtete Gebäude liegt gegenüber der Kathedrale. Die an der Fassade aufgestellte Büste stellt Honoré II. dar, den ersten Fürsten Monacos von Spaniens Gnaden. Uns beeindruckt weniger die Büste als die Freitreppe vor dem Gericht.
Kathedrale Notre-Dame-Immaculée
Der römisch-katholische Glaube ist die Staatsreligion des Fürstentums. Die Kathedrale wurde zwischen 1875 bis 1903 im neoromanischen Stil gebaut. Geweiht wurde das Gotteshaus im Jahr 1911. Auffällig ist die blau illuminierte Orgel. Die Kathedrale dient nicht allein der Glaubensverkündung sondern auch als Grabeskirche der Grimaldis.
Standort: Rue Colonel Bellando de Castro 4
Kapelle der Barmherzigkeit
Der eigentliche Name des Gotteshauses lautet Chapelle de la Misericorde. Die einschiffige Barock-Kirche war der Sitz der Bruderschaft der Schwarzen Büßer. Erbaut wurde sie im Jahr 1639. Von dem Kirchlein nahm vier Jahrhunderte lang Monacos traditionelle Karfreitagsprozession ihren Ausgang.
Standort: Place de la Mairie

Chapelle de la Misericorde
Ozeanographisches Museum
Auftraggeber des Museums war Fürst Albert I. Mit dem Bau wurde im Jahr 1910 begonnen. Fürst Albert I. war Ozeanologe, Walforscher und Experte für Tintenfische. Das Museum zeigt rund 4.000 Fischarten sowie seltene lebende Meerestiere in Aquarien.
Standort: Avenue Saint-Martin

Ozeanographisches Museum
Palais du Gouvernement
Regiert wird das Fürstentum von einem Staatsminister. Dessen Dienstsitz ist das Palais du Gouvernement.
Standort: Place de la Visitation.
Jardin Saint Martin
Die Gärten von St Martin waren die erste öffentliche Gartenanlage des Fürstentums. Der mehr als 10.000 Quadratmeter große, mediterrane Garten wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts an einem Steilufer angelegt. Er liegt abseits des monegassischen Touristenrummels zwischen der Kathedrale und dem Ozeanographischen Museum.
Zugang von der Avenue Saint-Martin
Der Garten ist Standort vieler Kunstwerke. Bemerkenswert sind
die Pyramide de Boulets
Homme et L’Enfant
Mélodie La Pieuvre (Krake)
Sehenswürdigkeiten in Monte-Carlo
Im Gegensatz zur beschaulich wirkenden Altstadt pulsiert in Monte-Carlo das Leben. Kein Wunder: Auf jedem Quadratkilometer wohnen rein rechnerisch mehr als 17.000 Einwohner. In Monte-Carlo wohnen Geld- und Vermögensmillionäre in Hotels oder luxuriösen Appartements, Firmen unterhalten Standorte und dort treffen sich die Stars und Sternchen.

Monte Carlo
Casino Monte-Carlo
Ein guter Platz um zu sehen oder gesehen zu werden ist das Casino. Mit der Errichtung des prachtvollen Casinos wurde im Jahr 1863 begonnen. Bald darauf begann mit Monacos Anbindung an die Eisenbahn der Aufstieg des Casinos und des Fürstentums. Heute wird ein aus mehreren Spielsälen, Luxushotels, Restaurants und Wellness-Tempeln bestehender Komplex betrieben.
Standort: Place de Casino
Hôtel des Paris
Das dem Casino gegenüberliegende Luxushotel gehört zur Gruppe der Leading Hotels of the World. Erst nach Aufnahme des Hotelbetriebs Im Jahr 1863 stellte sich der Ruhm und der wirtschaftliche Erfolg des Casinos ein. Das Hotel beeindruckt seine Gäste mit der großen Halle, Flachreliefs, Figuren der Karyatiden sowie Kristallkronleuchtern.
La Condamine
Das am Port Hercule vorbeiführende Straßenstück ist Teil der traditionellen Formel-1-Rennstrecke. In einer Gartenanlage des Rond-Point du Portier steht das Abbild eines Formel-1-Boliden. Der Circuit de Monaco fand im Jahr 2019 zum 66. Mal in der Formel-1-Geschichte statt. Das Rennen des Jahres 2020 wurde aufgrund der COVID-19-Pandemie abgesagt. Gefahren wird auf einem 3,3 Kilometer langen Straßenkurs des Stadtgebiets. Seit 2015 wird auf einer erheblich verkürzten Strecke der Monaco ePrix ausgerichtet.

Monaco - F-1-Bolide am Rond-Point du Portier
Monacos Häfen
Der neben Le Rocher liegende Port Fontvielle gehört zum Stadtbezirk Fontvielle. Der Hafen ist ebenso wie die dort befindlichen Hochhäuser künstlichen Ursprungs. Beginnend mit dem Jahr 1981 wurden die Bauten auf aufgeschüttetem Terrain errichtet.
Nützliche Hinweise
Öffentliche Verkehrsmittel
Monaco ist von Villefranche-sur-Mer mit der Bahn zu erreichen (Bahnstrecke Marseille-Ventimiglia). Monacos unterirdischer Bahnhof liegt oberhalb von La Condamine. Die Regionalzüge ab Villefranche-sur-Mer verkehren halbstündlich und brauchen weniger als 30 Minuten für die circa 14 Kilometer lange Strecke. Die Züge der SNCF sind sauber und spottbillig. Neben den Zügen verkehren ab Villefranche-sur-Mer auch Busse der Linie 100. Einfacher ist es allerdings, wenn das Kreuzfahrtschiff direkt vor Monaco auf Reede liegt oder am Quai de la Nouvelle Digue festmacht. Von dort ist praktisch jeder Punkt des Fürstentums zu Fuß zu erreichen.
Innerhalb Monacos verkehren sechs Buslinien. Die für monegassischen Verhältnisse preisgünstigen Fahrkarten werden im Bus verkauft. Den mit Kreuzfahrtschiffen angereisten Tagestouristen empfehlen wir, die Carte touristique journalière zu kaufen. Sie nutzt vor allem Gästen, die viel von der Stadt sehen möchten.
Trains Touristique Monaco und Hop On Hop-Off-Busse
Wer bei sommerlichen Temperaturen nicht gerne läuft, und dennoch viel sehen möchte, bedient sich eines Miniaturzuges der Trains Touristique Monaco. Die Busse verkehren zwischen Februar und Mitte November regelmäßig nach Fahrplan. Die Fahrt dauert 30 Minuten und kostet aktuell 10 Euro. Die Fahrt beginnt und endet am Ozeanographischen Museum. Stationen sind der Hafen, das Casino, das Palais du Gouvernement, die Wallanlagen und der Fürstenpalast.

Train Touristique Monaco
Empfehlenswert ist ebenfalls Le grand tour mit dem Hop On Hop-Off-Bus. Die Busse halten an zwölf Stationen. Der Tagespass für Erwachsene wird im Jahr 2019 zu 23 Euro angeboten. Senioren zahlen 21 Euro. Die Busse fahren täglich, ausgenommen an den Renntagen des Electric Grand Prix und des Formel-1-Grand Prix sowie am 19. November, dem Nationalfeiertag. Gäste von Kreuzfahrtgästen steigen direkt am Cruise Terminal ein.
Gute und nützliche Informationen in deutscher Sprache bietet die Website von Monacos Touristeninformation: visitmonaco.com/de.
In Monte Carlo wird mit dem Euro gezahlt.
Öffnungszeiten Palais Princier und Casino
Der Palast ist in der Zeit von Juni bis Oktober täglich geöffnet. Die geführten Touren dauern 35 bis 40 Minuten.
Eintrittspreise:
Erwachsene: 8 Euro
Kinder (6 – 16): 4 Euro
Das Casino ist ganzjährig an Vormittagen für Besichtigungen geöffnet. Das Mindestalter beträgt 18 Jahre. Die Vorlage eines Lichtbildausweises ist für Besichtigungen obligatorisch.
Update August 2023













