Zeebrügge / Brügge – Sehenswürdigkeiten

Zeebrügge / Brügge Sehenswürdigkeiten


Die in Belgien gelegene Großstadt Brügge gilt wegen ihrer historischen Altstadt und ihrer Kanäle als schönste Stadt der Region Flandern. Der gesamte Stadtkern wurde im Jahr 2000 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Von Vorteil ist: Die wesentlichen Sehenswürdigkeiten liegen im innerstädtischen Bereich in fußläufiger Entfernung.

Drei Türme dominieren seit Jahrhunderten die Silhouette der Stadt. Der Belfried, der Turm der Liebfrauenkirche und der Turm der St. Salvatorkathedrale. Außerdem künden viele prächtige, mittelalterliche Gebäude vom immensen Reichtum der einstigen Handelsmetropole Flanderns.

Brügges Attraktionen sind auf eigene Faust einfach zu erkunden. Die städtische Touristeninformation beschreibt die Sehenswürdigkeiten in deutscher Sprache und empfiehlt den Gästen themenbezogene Stadtrundgänge. Die führen zwangsläufig zu den städtischen Glanzlichtern.

Brügges zentrale Plätze

Die beiden zentralen Plätze der Innenstadt sind der Grote Markt und der Burgplatz. Sie trennen nur wenige Schritte. Bedeutende Bauten umgeben die beiden Plätze.

Grote Markt 

Die nördliche Seite des Grote Markt wird von einer geschlossenen, rot geklinkerten Häuserzeile eingenommen. Unter deren stufenförmigen Giebeln liegen behaglich wirkende Restaurants.

Der Grote Markt

Der Grote Markt


An der Südseite des Platzes steht der 83 Meter hohe Belfort, wie Belfriede allgemein im Flämischen genannt werden. Der Glockenturm ist Teil der ehemaligen Markthallen. Sie entstanden im 13. Jahrhundert. Im Mittelalter war ein Belforts der Inbegriff der Marktfreiheit einer Stadt. Brügges Glockenturm darf bestiegen werden. Bis zur oberen Ebene sind 366 Stufen zu bewältigen. Am Weg liegen die Schatzkammer, das Uhrwerk und das aus 47 Glocken bestehende Glockenspiel.

Ticket Erwachsene: 12 Euro; täglich geöffnet. Sonderöffnungszeiten werden geboten, und Preisreduzierungen werden für bestimmte Altersgruppen gewährt.

 

Brügges Belfort
Hallen am Belfort
 

Ein geschichtsträchtiges Bauwerk am östlichen Rand des Großen Marktes wird vom Historium genutzt. Das ungewöhnliche Museum lässt Besucher mittels 3D-Technik Zeitzeugen eines Tages im Jahr 1435 werden. In sieben historischen Themenräumen mit Kulissen, Filmen und Virtual Reality-Effekten begleiten sie den Lehrling Jacob des flämischen Malers Jan van Eyck bei seinen Verrichtungen. Die Museumsbesucher erleben, wie Brügge im 15. Jahrhundert aussah, sich anhörte und roch.

Tickets Erwachsene: 14 Euro; täglich geöffnet.

Der Grote Markt mit dem Historium

Der Grote Markt mit dem Historium


Neben dem Historium steht der Provinciaal Hof. Das Gebäude wirkt so alt wie die anderen historischen Gebäude Brügges. Die Fassade täuscht jedoch. Der im neugotischen Stil für die Provinzialverwaltung errichtete Bau entstand in den Jahren zwischen 1887 und 1921. Aktuell wird der prachtvolle Bau für Empfänge und Ausstellungen genutzt.

Proviniciaal Hof

Proviniciaal Hof


Burgplatz 

Brügges im spätgotischen Stil errichtetes, Stadthuis genanntes Rathaus entstammt der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Die mit 49 Statuen biblischer Gestalten und weltlicher Herrscher geschmückte Fassade beeindruckt die Besucher. Sehenswert ist ebenfalls die mit gigantischen Wandmalereien und einem Eichengewölbe dekorierte Halle im ersten Obergeschoss. Um die historische Themen abbildenden Malereien eingehend zu betrachten, bräuchte es Stunden. Nebenan im Historischen Saal werden geschichtsrelevante Objekte und Dokumente zur Vergangenheit der Stadt ausgestellt.

Brügges Stadhuis
Wandmalereien in Brügges Stadhuis

 

Links neben dem Stadhuis steht die Oude Griffie. Die Alte Stadtkanzlei entstammt dem 16. Jahrhundert und ist vom Baustil der Renaissance geprägt. Den mittleren der drei Giebel krönt Justitia, womit auf die ursprüngliche Bestimmung des Bauwerks hingewiesen wird. Nach Errichtung des Alten Gerichtshofes wurde der Bau in die Stadtkanzlei umgewandelt. 

Am Burgplatz liegt auch der Alte Gerichtshof. Er war nicht allein Sitz eines Gerichtes. In den Räumen tagte der Rat der freien Bürger der Region.

Oude Griffie - die Alte Kanzlei
Der Alte Gerichtshof

 
Die Dompropstei entstand im 17. Jahrhundert. In dem imposanten Bau residierten die Pröpste der St. Donatians-Kathedrale. Das Gotteshaus stand ursprünglich dem Rathaus gegenüber. Im Jahr 1799 wurde es abgerissen.

Domprobstei

Domprobstei


Die Heilig-Blutbasilika in der rechten Ecke des Burgplatzes ist leicht zu übersehen. Sie präsentiert sich als übereinander gebaute Doppelkirche. Auf der unteren Ebene liegt die streng und karg ausgestattete romanische St.-Basilius-Kirche. Darüber erhebt sich eine später errichtete und üppig dekorierte gotische Basilika, die Heilig Blutkapelle. In ihr wird die „Reliquie des Heiligen Bluts“ aufbewahrt. Der Legende nach handelt es sich bei dem Gegenstand um einige Tropfen Blut des Heilands. Ein Adeliger erwarb sie beim zweiten Jerusalem-Kreuzzug und schenke sie der Stadt Brügge. Die Reliquie wird zweimal täglich für kurze Zeit gezeigt. – Einen Besuch wert ist die mit wertvollen Objekten ausgestattete Schatzkammer.

Heilig-Blutbasilika

Heilig-Blutbasilika


 

 

Zwei weitere bedeutende Kirchen

Die Ursprünge der Onze Lieve Vrouwekerk (Liebfrauenkirche) im Zentrum Brügges reichen in das frühe 13. Jahrhundert zurück. Das fünfschiffige, aus Backsteinen erbaute Gotteshaus beherbergt den Sarkophag Karls des Kühnen und seiner Tochter Maria von Burgund. Das berühmteste Kunstwerk der Kirche ist die von Michelangelo geschaffene Skulptur „Madonna mit Kind“. Sie ist das einzige Werk Michelangelos das zu seinen Lebzeiten Italien verließ. Der aus Backsteinen errichtete Kirchturm misst 116 Meter und gilt als bautechnische Meisterleistung. Die Kirche ist eines von 15 städtischen Museen. Gottesdienst wird eingeschränkt geboten.

Turm der Liebfrauenkirche
Altar der Liebfrauenkirche

Brügges älteste Pfarrkirche ist die Sint Salvator Kathedraal. Die Kathedrale ist die Bischofskirche des römisch-katholischen Bistums Brügge. Erbaut wurde sie zwischen dem 12. und 17. Jahrhundert. Sie wird wegen ihrer Kirchenschätze, ihrer meisterhaften Gemälde und der Tapisserien gerühmt.

Kirchenschiff der Sint Salvatorskathedrale

Kirchenschiff der Sint Salvatorskathedrale


Brügges Stiftungen und wohltätige Einrichtungen

Im Mittelalter zählte Brügge zu den wirtschaftlichen und kulturellen Zentren Europas. Die tonangebenden Patrizierfamilien waren steinreich und verstanden sich als Mäzene. Vor allem drei Stiftungen ragen heraus:

Oud Sint Janshospitaal

Das Alte Sankt-Janshospitaal, zählt zu den ältesten Krankenhäusern Europas. Ein erstes Dokument, das Regeln für das Zusammenwirken von Nonnen und Mönchen aufstellt, datiert nachweislich aus dem Jahr 1188. Daraus ist zu schließen, dass die Einrichtung vor oder um 1150 herum gestiftet wurde, damit Kranke, Pilger und Reisende behandelt und gepflegt werden konnten.

 Oud Sint Janshospitaal
 Oud Sint Janshospitaal

 
Besichtigt werden können der alte Schlafsaal, der angrenzende Wachraum, die Apotheke mit Kräutergarten sowie die Kirche und die Kapelle. Dort erwartet die Besucher eine beeindruckende Sammlung von Archivalien und Kunstwerken sowie mehrere Gemälde des Brügger Malers Hans Memling.

Ticket Erwachsene: 12 Euro; geöffnet Dienstag bis Sonntag.

Beginenhof, Stiftungshäuser Meulenaere und St. Jozef

Beginen waren ehelose, fromme Frauen, die vom 13. Jahrhundert an in christlicher, ordensähnlicher Gemeinschaft zusammenlebten. Brügges „Beginenhof Ten Wijngaarde“ wurde im Jahr 1245 gegründet. Heute nutzen Benediktinerinnen die weitläufige Wohnanlage. Das Eingangstor zum Beginenhof wird täglich um 18:30 Uhr geschlossen.

Vor dem Beginenhof liegt das Minnewater. Auf dem kleinen Stadtsee legten in früheren Zeiten Schuten an, mit denen Transporte zwischen Brügge und Gent durchgeführt wurden.

Der am Nieuwe Gentweg liegende Häuserkomplex der „Godshuizen“ wurde zwischen 1613 und 1674 von wohlhabenden Bürgern für Arme und Alte gestiftet.

Brügges Beginenhof
Stiftungshäuser Meulenaere und St. Jozef

Brügges Museen

Brügge besitzt mehr als 30 städtische und private Museen. Die öffentlichen Museen umfassen die Schönen Künste, historische Sammlungen, zwei Hospitalmuseen. Aus der Reihe der privaten Museen ragen das Historium, das Spitzenzentrum oder die Heilig-Blut-Basilika heraus. Es folgt eine kleine Auswahl.

Brügger Diamantenmuseum

Das kommerzielle Museum wurde 1999 eröffnet. Geboten werden permanente sowie wechselnde Ausstellungen. Besonderes Interesse findet die regelmäßig stattfindende Schleifshow. Im angeschlossenen Museumsladen werden Rohdiamanten aus vielen Ländern, synthetische Diamanten, Schmuckstücke oder Fachliteratur verkauft.

Diamantenmuseum

Diamantenmuseum


Dalí Xpo Gallery

Verehrer des spanischen Malers Salvador Dalí finden ihren Meister in der Dalí Xpo Gallery. Originale Bilder, grafische Arbeiten und Zeichnungen des spanischen Malers werden in den Stadthallen des Belfort am Grote Markt gezeigt.

Ticket Erwachsene: 10 Euro; geöffnet Montag bis Sonntag.

Dalí Xpo Gallery im Belfort

Dalí Xpo Gallery im Belfort


Xpo Center Bruges

Wo Dalí ist, dürfen Werke Picassos und Andy Warhols nicht fehlen. Im Oud Sint Janshospitaal präsentiert das private Xpo Center Bruges ständig gut 400 originale Werke beider Künstler.

Ticket Erwachsene: 10 Euro; geöffnet Montag bis Sonntag.

Groeningemuseum

Das städtische Groeningemuseum, das Museum der „Schönen Künste“, zeigt neben den Alten Meistern der niederländischen und belgischen Malerei die „Flämischen Primitiven“ sowie flämische Expressionisten.

Groeninge Museum

Groeninge Museum


Schokoladenmuseum

In diesem Museum erfährt der Besucher Wissenswertes über Kakao und Schokolade. Am praktischen Beispiel wird die Pralinenproduktion erläutert. Noch etwas Geschmackvolles am Rande: Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es auf so wenig Raum so viele Schokoladengeschäfte wie in Brügge. Neunundvierzig Läden sollen es sein.

Einige weitere Attraktionen

Die moderne, terracottafarbene Konzerthalle des Concertgebouw wurde in Hinblick auf Brügges europäisches Kulturhauptstadtjahr 2002 gebaut. Ganz unbescheiden reklamieren die Veranstalter für sich, dass im Concertgebouw das Beste geboten wird, was es an modernem Tanz und klassischer Musik zu sehen und zu hören gibt. Die Akustik des Konzertsaals und des Kammermusiksaals wird als  ausgezeichnet gerühmt.

Standort: 't Zand-Platz

Concertgebouw

Concertgebouw


Bierliebhaber dürfte es interessieren: Die Halve Maan-Brouwerij wurde im Jahr 1856 von der Familie Maes gekauft. Die Ursprünge des Bierbrauens in Brügge gehen auf das 16. Jahrhundert zurück. In den städtischen Annalen des Jahres 1564 wird die Maene-Brauerei bereits erwähnt.

Standort: Walplein 26 

Im 15. Jahrhundert wurde die Poortersloge errichtet. Der prächtige Profanbau sieht wie eine Kirche aus, hat damit jedoch überhaupt nichts zu tun. Die Poortersloge war die Versammlungsstätte der Bürger Brügges und der Treffpunkt der reichen Kaufleute.

Poortersloge

Poortersloge


Einer der schönsten Standorte Brügges ist der Rozenhoed Kaai. Besucher blicken auf die Dijvergracht, die sie säumenden stattlichen Häuser und den im Hintergrund aufragenden Belfort.

Rozenhoed Kaai - Boote auf der Dijvergracht

Rozenhoed Kaai - Boote auf der Dijvergracht


In der 1821 errichteten Säulenhalle des Vismarkt wird mittwochs bis samstags in den Vormittagsstunden der Fischmarkt abgehalten. An übrigen Tagen bieten dort Trödler ihre Waren an.

Vismarkt

Vismarkt


Das schöne Zunfthaus der Gerber liegt hinter dem Rozenhoed Kaai am Huidenvettersplein.

 

 

Schaufensterbummel in Brügge

Zu einer Stadtbesichtigung gehört auch ein gemächlicher Bummel durch die Läden. Besonderen Zuspruch erfahren die vielen Schokoladengeschäfte. Allerdings gibt es noch andere schöne Dinge zu entdecken, beispielsweise die Kunstgalerien oder schöne Spitzen.

Eines von vielen Schokoladengeschäften

Eines von vielen Schokoladengeschäften


Brügge mit dem Grachtenboot oder der Pferdekutsche entdecken

Grachtenfahrten zeigen Brügges Attraktionen aus der Wasserperspektive. Die Fahrt startet von fünf Anlegestellen aus. Der Liegeplatz am Huidenvettersplein erscheint für den Start einer Grachtenfahrt besonders geeignet. Das Boot fährt von diesem Platz bis zum Jean van Eyck Plein. Es wendet vor der Statue des flämischen Renaissancemalers, der im 15. Jahrhundert zu Ruhm gelangte. Im Hintergrund ragt die Poortersloge auf.

Die halbstündige Grachtenfahrt kostet 10 Euro.

Eine halbstündige Fahrt mit der Pferdekutsche kostet 55 Euro; maximal fünf Personen finden in der Kutsche Platz. Am Beginenhof wird der Pferde wegen eine fünfminütige Pause eingelegt. Die Kutscher geben während der langsamen Fahrt Hinweise zu den einzelnen Objekten. Tierschützer kritisieren die Kutschfahrten als Tierquälerei.

Die Paardentram

Die Paardentram


Bei längeren Aufenthalten und gutem Wetter empfiehlt sich eine Schiffsfahrt mit dem nostalgischen Flussschiff Lamme Goedzak ab Brügge in die sechs Kilometer entfernte Ortschaft DammeIn der etwa 10.000 Einwohner zählenden geschichtsträchtigen Kleinstadt scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Damme gilt als Eulenspiegelstadt. Und Lamme Goedzak war Till Eulenspiegels Freund.

Die Schiffstour kostet hin und zurück 15 Euro. Gestartet wird in Brügge außerhalb des Stadtzentrum am Noorweegse Kaai.

Flussschiff Lamme Goedzak

Flussschiff Lamme Goedzak


Tipps für Gäste von Kreuzfahrtschiffen

Die Entfernung zwischen den Kreuzfahrthäfen Oostende und Zeebrügge beträgt 27 respektive 20 Kilometer. Um Brügge kennenzulernen, bedürfen die Gäste der Kreuzfahrtschiffe bei entsprechender Vorbereitung keiner geführten Tour.

Von Oostende oder Zeebrüggge (Bahnhof Blankenberg) fahren häufig Züge nach Brügge.

Unter Europas historischen Städten ist Brügge ein außergewöhnliches Schmuckstück. Ein Besuch ist zu empfehlen.

Update – September 2020