Autor: Karl W. P. Beyer

08.07.2015 – Am 4. Juli 2015 berichteten wir, dass MSC Opera während der Winter Saison 2015/16 insgesamt 16-mal Havana auf Kuba anlaufen wird. Offenbar möchte auch der US-Volumenanbieter Carnival die sich infolge des Tauwetters zwischen Washington und Havanna bietenden Chancen nutzen. Gestern teilte Carnival Corporation & plc mit, dass das US-Finanz- und das US-Wirtschaftsministerium der Carnival Corporation die Genehmigung erteilt haben, von Mai 2016 an Reisen nach Kuba anzubieten.

Solange jedoch der US-Kongress nicht die Aufhebung der Sanktionen gegen Kuba beschließt, gelten Reiseerleichterungen nur für bestimmte Reisekategorien. Darunter fallen Familienbesuche, Bildungsreisen und organisierte Besuche mit religiösem oder sportlichem Background.

Das wiederum erklärt, weshalb das weltweit operierende Kreuzfahrtunternehmen seine neue Marke „fathom“ für sozial engagierte Urlauber für die geplanten Kuba-Besuche einsetzen möchte. Die für ihre Flotte von „Fun Ships“ bekannte Carnival Corporation repatriiert zu diesem Zweck die im Jahr 2001 gebaute Adonia, die seit vier Jahren Dienst bei der Konzerntochter P&O Cruises tut. Das neue Unternehmen wendet sich an Menschen, die sich während ihres Urlaubs sozial engagieren wollen, indem sie an wirtschaftlichen und ökologischen Projekten mitarbeiten. Zum ersten Tätigkeitsfeld wurde die Dominikanische Republik erklärt. Dort sollen Kreuzfahrtgäste vielfältige Aktivitäten verrichten. Dazu zählen u. a. die Mitarbeit in einer Kakaoplantage oder die Unterstützung einer Frauen-Kooperative zur Herstellung hochwertiger Schokolade.

P&O Adonia

Adonia©P&O Cruises

Carnival hat etwa eine Million amerikanische Bürger lokalisiert, die sich in Urlaubsländern sozial engagieren möchten. Unter Rentabilitätsgesichtspunkten wäre es erforderlich, p. a. 37.000 Gäste für die Marke fathom zu interessieren. Man durfte wohl fragen, wie lange dieses Experiment hätte gut gehen sollen. In Verbindung mit dem „neuen“ Ziel Kuba klingt die Maßnahme schon eher schlüssig. Zunächst müssen jedoch erst einmal die Inhalte des „sozialen, kulturellen und humanitären Austauschs zwischen US-Bürgern und Kubanern“ (Carnival Corporation President and CEO Arnold Donald) realisiert werden. 7-tägige Reisen mit fathom in die Dominikanische Republik werden in der Außenkabine zum Ab-Preis von 1.540 US–Dollar angeboten. Für Kuba wird mit 2.990 US-Dollar nahezu der doppelte Preis annonciert. Hinzu kommen dort Steuern, Hafengebühren und ähnliche öffentliche Abgaben. Vollpension an Bord des Schiffes, soziale Begegnungen und kulturelle Aktivitäten sind enthalten.