Autor: Karl W. P. Beyer

06.04.2016 – MSC Crociere stockt den Investitionsplan der nächsten Jahre auf nunmehr neun Milliarden Euro für insgesamt elf Neubauten auf. Heute wurde in Gegenwart des französischen Staatspräsidenten François Hollande im Élysée Palast zwischen Vertretern von MSC Cruises und der französischen Werft STX France ein Vorvertrag über die Lieferung vier innovativer Kreuzfahrtschiffe unterzeichnet.

Zwei der Schiffe sind Festbestellungen, für zwei weitere Schiffe kann eine Option gezogen werden. Es sind die größten Schiffe, die jemals von MSC geordert wurden. Das Unternehmen erklärt, dass die Neubauten jeweils 200.000 BRZ erreichen. Die Schiffe gehören zu einer neuen, World Class genannten, Schiffsklasse. Angetrieben werden die Schiffsmotoren mit Flüssigerdgas (LNG). MSC führt aus, dass die Schiffe dank des LNG-Antriebs die größten umweltfreundlichen Kreuzfahrtschiffe der Welt sein werden.

MSC Fantasia vor La Goulette/TunesienMSC Fantasia vor La Goulette/Tunesien

Mit seinem langfristig angelegten Investitionsplan sieht sich das Unternehmen als Vorreiter in der gesamten Kreuzfahrtbranche. Zwischen 2014 und 2026 werden insgesamt elf Schiffe der Generationen Meraviglia, Seaside und World Class gebaut. Allein für die vier World Class-Schiffe sind vier Milliarden Euro aufzuwenden.

Aus heutiger Sicht werden die Schiffe in den Jahren 2022, 2024, 2025 und 2026 ausgeliefert. Die Zahl der Kabinen wird mit mehr als 2.700 beziffert. Bei Doppelbelegung entspricht das einer Passagier-Kapazität von rund 5.400 Personen. Bezüglich ihrer Ausstattung heißt es, dass sich die Schiffe von allen bisherigen Kreuzfahrtschiffen unterscheiden sollen. Die Schiffe werden sowohl für Familien mit Kindern als auch für Erwachsene über eine einmalige Vielfalt an Annehmlichkeiten und Bordeinrichtungen verfügen. Sie werden sich neben den umweltfreundlichsten Technologien im Schiffsbau auch durch wegweisendes Design und aktuellste Technik auszeichnen.

MSC Magnifica auf der Elbe vor StadeMSC Magnifica auf der Elbe vor Stade

Man fragt sich unwillkürlich, auf welchen Routen diese Schiffe eingesetzt werden sollen und ob eine entsprechende Nachfrage für solche Schiffe besteht. Dazu stellt die Interessenvertretung der Kreuzfahrtunternehmen, die Cruise Line International Association (CLIA), fest: Die Nachfrage nach Kreuzfahrten wuchs in der letzten Dekade um 68 Prozent. Für 2016 wird mit insgesamt 24 Millionen Kreuzfahrtpassagieren weltweit gerechnet. Vermutlich geht die Vereinigung davon aus, dass sich der positive Trend fortsetzt. Die Investitionen der Kreuzfahrtbranche hätten 2014 insgesamt mit 119,9 Mrd. US-Dollar zur globalen Wirtschaftsleistung beigetragen. Weltweit schafft die Branche 939.000 Vollzeitarbeitsplätze. Dabei wird ein Gesamteinkommen von 39,9 Mrd. US-Dollar generiert.