Autor: Karl W. P. Beyer

22.04.2016 – Acht Jahre lang war die vormalige Empress bei Royal Caribbeans spanischem Tochterunternehmen Pullmantur im Einsatz. Von März 2016 an sollte das modernisierte Schiff unter dem Namen Empress of the Seas ab Miami zu legeren, entspannten Party-Fahrten zu den angesagtesten Karibikzielen starten. Die Party-Gemeinde wartet bislang vergeblich auf den Einsatz des Schiffes. Nunmehr räumt Royal Caribbean International ein, dass neben den bisher ausgefallenden Touren sechs weitere geplante Kreuzfahrten storniert werden müssen.

Infolge der Schwäche des spanischen Kreuzfahrtmarkts und ungenügender Erfolge im lateinamerikanischen Marktsegment musste die Empress umgeroutet werden. Unter dem Motto „Party. Chill. Repeat“ („Spaß haben, entspannen und wiederkommen“) sollte das in Empress of the Seas umbenannte Schiff von März 2016 an ab Miami zu vier- und fünftägigen Kurzkreuzfahrten in den karibischen Raum starten.

Pullmantur Empress im Hafen von Kopenhagen

Pullmantur Empress im Hafen von Kopenhagen

Den Gästen werden schnelles und unkompliziertes Boarding ab 11:00 Uhr vormittags sowie flexible Essenszeiten geboten. Formelle Kleidung ist passé. Als wäre es immer Sonntag, wird täglich ein Brunch serviert. Außerdem wird den Reisenden zur Einstimmung in den Tag ein Mimosa- oder Bloody Mary-Drink spendiert. Das Bordtheater zeigt die neue von Las Vegas inspirierte Show Sequins & Feathers (Pailletten & Federn) und die umgestaltete Boleros Latin Lounge mutiert zur Party-Zone.

Die Indienststellung der mit 48.563-Tonnen vermessenen Empress of the Seas wird wohl erst am 23. Mai 2016 erfolgen. Derzeit liegt das Kreuzfahrtschiff im Dock des Grand Bahama Shipyards. Beim Umbau der Empress kam es zu Komplikationen im Bereich der Schiffsküchen. Die sollten ursprünglich nur saniert werden. Stattdessen müssen sie ersetzt werden. Den dafür aufzuwendenden Betrag beziffert die zweitgrößte Reederei der Welt mit etwa 10 Millionen US-Dollar. Der Betrag kann von der Gesellschaft verkraftet werden; ebenso wie der Ausfall der verkauften Kreuzfahrten. Royal Caribbean International schuf im selben Zeitraum mit der Ovation und der Harmony of the Seas vergleichbar gigantische zusätzliche Kapazitäten. Das Foto zeigt die Empress in der ursprünglichen, inzwischen überholten Farbgebung der Pullmantur-Reederei.