Autor: Karl W. P. Beyer

03.08.2016 – Börsennotierte Unternehmen veröffentlichen derzeit ihre Quartalszahlen. So auch die an der NYSE notierte Royal Caribbean-Gruppe. Das in Miami/Fl. ansässige Kreuzfahrt-Unternehmen legte die Zahlen für das zweite Quartal 2016 vor und enttäuschte die Investoren ein wenig.

Im Berichtszeitraum schien die Unternehmensgruppe an sich einen guten Lauf gehabt zu haben. Die Gesellschaft meldete Einnahmen von 2,1 Mrd. US-Dollar (Vorjahr 2,0 Mrd. US-Dollar) und einen Reingewinn von 229,9 Millionen US-Dollar (Vorjahresperiode 184,9 Mio. US-Dollar). Pro Aktie ergibt sich ein Reingewinn von 1,06 US-Dollar (Vorjahr 0,84 US-Dollar). Die Gewinnzunahme resultiert aus gesunkenen Treibstoffkosten und weiteren nicht näher differenzierten Einnahmen. In Erwartung steigender Ölpreise und wegen der Schwäche des Britischen Pfunds senkt Royal Caribbean jedoch die Jahresprognose je Aktie von 6,25 auf 6,05 US-Dollar.

Royal Caribbeans Ovation of the Seas verlässt das BaudockRoyal Caribbeans Ovation of the Seas verlässt das Baudock

Richard Fain, Royal Caribbeans oberster Firmenlenker, führte ergänzend aus, dass sich die einzelnen Unternehmensbereiche in den Teilmärkten Nordamerika, Nordeuropa und dem westlichen Mittelmeer gut entwickelten. Weniger gut sieht es im östlichen Mittelmeer und in China aus. Die Schwäche des chinesischen Marktes sei aber eher von dem gewaltigen Anwachsen der Schiffskapazitäten als von stagnierender Nachfrage getrieben. Vielmehr sei festzustellen, dass die Verdoppelung der Kapazitäten innerhalb eines Jahres bei gleichzeitig nur geringem Preisverfall ein Zeichen von Stärke sei.

Royal Caribbeans Mariner of the Seas in Istanbul

Royal Caribbeans Mariner of the Seas in Istanbul

Der Chinamarkt bindet neun Prozent der Schiffskapazitäten der Gruppe und die dort erzielten Erträge lägen immerhin über dem Durchschnitt. Die stärksten Kreuzfahrtmärkte Karibik, Alaska, Bermudas, Nordeuropa und das westliche Mittelmeer erfahren 2017 im Übrigen nur einen geringfügigen Anstieg an Schiffskapazitäten.

Royal Caribbeans Legend of the Seas vor Santorin

Royal Caribbeans Legend of the Seas vor Santorin

Im Rahmen des anberaumten Analysten-Rundrufs wurde nicht auf die Erwartungen an die Kreuzfahrt-Destination Kuba eingegangen. Irritiert zeigten sich die Finanzfachleute über den Teilverkauf von 51 Prozent der Anteile der spanischen Pullmantur an einen spanischen Investor. Die mehrheitliche Ausgliederung der Beteiligung soll das Ergebnis pro Aktie im 3. Quartal auf 3,10 US-Dollar steigern (Vorjahr 2,84 US-Dollar). Angesprochen auf die Probleme des chinesischen Markts führte Fain aus, dort seien die Nachfrage und der Markt. Es käme auf die Vertriebsorganisation an. Niemand könne sich im Entferntesten vorstellen, den chinesischen Markt aufzugeben.

Investoren „würdigten“ die hinhaltenden Ausführungen mit einem kräftigen Kursabschlag von mehr als sechs Prozent.