Autor: Karl W. P. Beyer

13.10.2016 – Umweltschützer stufen Kreuzfahrtschiffe der älteren Generation zu Recht als die Umwelt belastend ein. AIDA Cruises hat mit der AIDAprima Maßstäbe für wirksamen Umweltschutz auf Kreuzfahrtschiffen gesetzt. Die Reederei verwendet die Dual-Fuel Motoren-Technik, die es ermöglicht, das Schiff sowohl mit umweltschonendem Flüssiggas (LNG) als auch – soweit verfügbar - mit Landstrom zu betreiben.

Daneben stehen auch mit Flüssiggas angetriebene Schiffe anderer Reedereien (Carnival, Costa und MSC) in den Orderbüchern der Reedereien. Nun zieht auch das in Miami/Fl. ansässige Kreuzfahrt-Unternehmen Royal Caribbean International (RCL) nach. Die Reederei vergab zwei Neubauten mit neuartiger Motorentechnik an die Meyer Turku Werft im finnischen Turku.

Meyer Turku Werft - TotaleMeyer Turku Werft - Totale©Meyer Werft Turku


Zwischen der Royal Caribbean Cruises, Ltd. (Konzernmutter der Royal Caribbean International) und Meyer Turku wurde ein „Memorandum of Agreement“ geschlossen, das den Bau und die Lieferung zweier „Next-Generation-Kreuzfahrtschiffe“ vorsieht. Die beiden Kreuzfahrtschiffe bilden den Grundstock der neuen Icon-Klasse, die bei Royal Caribbean den Startschuss für mit LNG befeuerte Schiffe gibt. Die ungefähr 200.000 Tonnen großen Schiffe erhalten zudem zur Gewinnung elektrischer Energie für den Hotelbereich Brennstoffzellen-Technologie.

Meyer Turku Werft - Totale

Royal Caribbean Firmenzentrale in Miami/Fl.


Richard Fain, Chairman and CEO der Royal Caribbean Cruises, Ltd. feiert das Memorandum als „Beginn jener Reise, die den Rauch aus den Schornsteinen nimmt“. Nach Angaben der Bauwerft seien die heutigen Technologien und die behördlichen Auflagen noch nicht geeignet, Brennstoffzellen auf Schiffen zu nutzen. Verschiedene Pilot-Anwendungen auf anderen bei Meyer gebauten RCL-Schiffen seien Sprungbretter auf dem Weg zur Nutzung der neuartigen Technik. - Detaillierte Aussagen zu den Schiffsdaten und zur Ausstattung folgen zu einem späteren Zeitpunkt.

Die Ablieferung der Schiffe erfolgt in den Jahren 2022 und 2024. Der Auftrag sichert die Auslastung der Werft bis ins Jahr 2024. Ein derartiger Auftragsvorlauf ist einmalig in der bisherigen Geschichte der Werft. Der positive Nebeneffekt ist die Steigerung der Mitarbeiterzahl von 1.300 im Jahr 2014 auf 1.800 in der Zukunft.