Autor: Karl W. P. Beyer

21.10.2016 – Im April 2016 informierte die traditionsreiche norwegische Postschifflinie Hurtigruten darüber, dass eine Vereinbarung zum Bau vier neuer Expeditionsschiffe mit der familiengeführten Kleven Verft in Ulsteinvik nahe Ålesund getroffen wurde.

Für die Traditionsreederei stellt die damals geschlossene Vereinbarung die größte Investition in der mehr als 120-jährigen Unternehmensgeschichte dar. Ziel ist es, die „eindrucksvollsten Expeditionsschiffe der Welt zu bauen“. Der Kontrakt sieht zuerst den Bau von zwei für die Erkundung von Polargebieten geeigneten Schiffen vor. Der Vertrag beinhaltet außerdem die Option auf zwei weitere Expeditionsschiffe.

Hurtigruten - Hybridschiff Roald Amundsen - Rendering

Hurtigruten - Hybridschiff Roald Amundsen - Rendering©Hurtigruten


Die Namen der georderten Schiffe stehen nun fest: Sie werden nach den beiden berühmten norwegischen Entdeckern Roald Amundsen und Fridtjof Nansen benannt. Für das Design der Neubauten wurde Rolls-Royce in Zusammenarbeit mit der norwegischen Yacht-Designer-Firma Espen Øino gewonnen. Erwartet werden Premiumqualität und unprätentiöser Stil. Für die Ausstattung werden vorwiegend norwegische Materialien wie Granit, Eiche und Birke ausgewählt. Das geplante Ambiente an Bord der Schiffe wird mit vornehm aber zugleich innovativ beschrieben. Die Übernahme der beiden Schiffe ist für 2018 und 2019 vorgesehen.

Hurtigruten - Hybridschiff Roal Amundsen - Rendering Kabine

Hurtigruten - Hybridschiff Roal Amundsen - Rendering Kabine©Hurtigruten

Zum vertieften Genuss der bereisten Landschaften werden den Gästen auf mehreren Decks der hoch bauenden Schiffe weitläufige Beobachtungsplattformen eingerichtet. Die Balkonquote wird bei 60 Prozent, die Quote der Suiten bei 20 Prozent liegen. Die Zahl der Restaurants wird mit drei beziffert. Das Pooldeck besitzt neben den Pools auch Jacuzzis und Bars.

Hurtigruten - Hybridschiff Roal Amundsen - Rendering Außendeck

Hurtigruten - Hybridschiff Roal Amundsen - Rendering Außendeck©Hurtigruten

Die Schiffe werden für Reisen in äußerst sensiblen Gebieten, zu denen auch die Amazonasregion gehört, konzipiert. Folglich wird großer Wert auf Umweltverträglichkeit gelegt. Eine neuartige Hybridtechnik soll es ermöglichen, dass die ersten beiden Schiffe 15 bis 30 Minuten nur mit Elektroantrieb gefahren werden können. Die beiden Folgeschiffe sollen es danach auf längere Zeit unter Elektroantrieb bringen. Die Summe sämtlicher energetischer Maßnahmen an Bord der Neubauten zielt auf eine Reduzierung der Schiffsemissionen um 20 Prozent ab.

Technische Daten:

Für Fahrten in arktischen Gebieten besitzen die Schiffe Eisklasse.

Kabinenzahl: 265

Zahl der Passagiere: 530

Abmessungen: 140 m Länge, 23,60 m Breite, Tiefgang 5,30 m