Autor: Karl W. P. Beyer

08.02.2012

Einzelne Aktionen der großen Player am Kreuzfahrtmarkt legten in den letzten Tagen die Vermutung nahe, dass das Unglück der Costa Concordia vor der toskanischen Küste wohl doch Auswirkungen auf die Buchungssituation hat.

Einem Beitrag des Deutschlandfunks von heute Mittag entnehmen wir unterschiedliche Signale. So geben sich deutsche Kreuzfahrtanbieter wie TUI Cruises oder Hapag Lloyd Kreuzfahrten entspannt. Man könne für die aktuelle Buchungsperiode 2012 keine Auffälligkeiten feststellen, so äußerte sich dem Deutschlandfunk gegenüber eine Sprecherin von TUI Cruises.

Der Präsident des Deutschen Tourismusverbandes, Herr Reinhard Meyer, äußert sich schon etwas zurückhaltender. Man könne jetzt noch nicht voraussagen, wie sich das Unglück auf die neue Saison 2013 auswirkt. Viele Reisen seien gebucht. Sie werden auch stattfinden. Befürchtet wird eher, dass viele, die im Jahr 2013 eine Kreuzfahrt vorhatten, es sich noch einmal überlegen, ob sie das auch wirklich tun.

Anlässlich der heute in Hamburg begonnenen Messe „Reisen“ äußert sich der Geschäftsführer eines großen Onlinereisebüros in dem Sinne, dass das Reisebüro entgegen dem Trend der letzten Jahre, nicht so ein starkes Wachstum verzeichnen konnte, wie das normalerweise für den Monat Januar zu erwarten war. Andererseits hat er beobachtet, dass Kunden, die bereits beim Reisebüro gebucht hatten, noch einmal zum Thema Sicherheit beraten werden wollten.

Der Deutschlandfunk führt in seinem Bericht noch einmal aus, dass die den Markt beherrschenden US-Kreuzfahrtkonzerne (Carnival oder Royal Caribbean) berichten, dass es in Nordamerika zu deutlichen Buchungsrückgängen gekommen sei. Die Buchungen seien dort um 10 bis 15 Prozent gesunken. Das muss jedoch nicht unbedingt für den europäischen Markt gelten.

Der Geschäftsführer des befragten Onlinereisebüros vertritt dazu die Meinung, dass die Kunden sich bis jetzt zurückgehalten haben, weil sie erst einmal beobachten wollten, wer die Verantwortung für den Schadensfall trägt. Jetzt, wo sich das Ganze als Fehler eines einzelnen Kapitäns herauskristallisiert, seien die Leute wieder entspannter zum Thema Sicherheit.

Anmerkung der Redaktion: Anlässlich der 3. Hessischen Kreuzfahrtmesse in Wetzlar erklärten uns gegenüber die dort vertretenen Reedereien und regionalen Reiseagenturen, dass sie keine Veränderungen im Buchungsverhalten bemerkt hätten. Costa hatte es unter dem Eindruck des Unglücks vorgezogen, das Unternehmen nicht zu repräsentieren.

(Karl Beyer)